Lifestyle

Gothic ist ein Lebensstil. Das hört man in Interviews immer wieder von den Szenemitgliedern. Doch was heißt das eigentlich? Muss man als Vampir verkleidet einkaufen gehen, seine Wände schwarz anmalen und im Sarg schlafen, um „dabei“ zu sein? Natürlich nicht.


Mit dieser Aussage ist vielmehr gemeint, dass Gothics sich nicht für ein Festival oder eine Party verkleiden. Ihre Szenezugehörigkeit spielt auch im Alltag eine Rolle. Die meisten Gothics passen ihre Outfits natürlich den täglichen Anforderungen an, denn die Schwarze Szene ist lange keine Jugendkultur mehr. Man muss arbeiten, hat eine Familie und Verpflichtungen. Und wenn der Arbeitgeber ein zu düsteres Outfit, Schmuck oder einen Kleidungsstil nicht erlaubt, dann muss man sich eben verkleiden. Da wird der Undercut verdeckt, das Piercing rausgenommen, die schwarze Kleidung mit bunten Accessoires entschärft, damit sich kein Kunde und kein Kollege in der Firma erschreckt. Und genau das ist der Punkt.


Gothics verkleiden sich eher im Alltag und nicht in ihrer Freizeit, während die oft kritisierten „Wochenend-Gruftis“ sich am Wochenende für die Party oder für ein Festival in ein schwarzes Karnevals-Kostüm schmeißen und im Alltag Mainstream-Mode bevorzugen. Auch die Wohnungen der Gruftis verraten die dunkle Attitüde durch viele kleine und große Accessoires. Dafür müssen sie noch nicht einmal im Sarg schlafen. Schmuck, Haare, Make-Up, Accessoires, Wohnungseinrichtungen und sogar der Tanzstil verraten die Subkultur. Ob der Gothic will oder nicht.


Die Leidenschaft für das Dunkle kann man nicht mit der Kleidung ablegen, deshalb blitzt sie immer wieder durch. Als Gothic fällt man auf, auch wenn man sich anstrengt, sich kurzfristig anzupassen, damit der Alltag gelingt. Die Subkultur sieht man immer durch. Und ungefähr so sieht sie aus, wenn man ihr freien Lauf lässt:


Kleidung


Einen einheitlichen Kleidungsstil gibt es in der Gothic Szene nicht. Dafür sind die einzelnen Subszenen einfach zu unterschiedlich. Trotzdem kann man einige Stoffe, Schuhe, Kleidungsstücke und Merkmale als typisch für die Szene bezeichnen. Die Farbe Schwarz dominiert dabei natürlich noch immer den Kleiderschrank.


Charakteristisch für die Szene ist das Verwischen der Geschlechter, das nichts mit einer sexuellen Ausrichtung zu tun hat. Männer tragen durchaus auch Kleider, Röcke, Absätze und Make-Up. Es gibt keine geschlechtsspezifischen Kleidernormen, wenn auch einige Subszenen wie die EBMler und die Metal-Fraktion mehr dem klassischen Rollenbild entsprechend gekleidet sind als andere.


Sexuelle Vorlieben oder die sexuelle Identität haben aber nichts mit dem Geschlechterverwischen der Gruftis zu tun. Es geht um Spielarten, Statements und Styling, so wie es beispielsweise David Bowie mit seiner Kunstfigur Ziggy Stardust vorgemacht hat.


Gothic, Fetisch, Dracula – Typische Outfits in der Gothic Szene


Wo aber die eine Szene aufhört und die andere anfängt, ist manchmal kaum zu erkennen. Während die Gruftis und Waver der Anfangszeit der Szene noch viel Kleidung und wenig Haut zeigten, ist es heute oft umgekehrt. Bondage-Hosen, Korsagen, wenig Stoff, Lack, Leder und die Nietenhalsbänder aus der Punk-Ära ergeben dann ein Bild, das man so oder so ähnlich auch in der S/M-Szene oder in der Fetisch-Szene finden würde, zumal auch dort die Farbe Schwarz vorherrscht. Manche Gothics finden das gut, andere nicht.


Gothics lieben Kleider und Tops aus Pannesamt. Bei Hosen, Gehröcken, Westen und Mänteln darf es Brokat oder Seide sein. Das wirkt nicht nur viktorianisch, sondern auch ausgesprochen vampiresk. Lestat und Louis aus „Interview mit einem Vampir“ lassen grüßen. Dazu Rüschenhemd, Gehstock, Sonnenbrille und Zylinder und Bram Stoker’s Dracula ist perfekt. Anders als die Filmvorlage, bevorzugen Gothics aber ein weitaus dunkleres Make-Up und Männer tragen nur selten Bart. Auch Kleider, Mäntel und Umhänge orientieren sich in Sachen Schnitt und Stoff gerne an romantischen Vampirfilmen. Dennoch ist der Gothic kein Cosplayer, sondern holt sich lediglich Inspiration für seinen düsteren Stil.


Weniger romantische Vertreter bevorzugen Ledermantel, Lederhose und Mesh-Oberteil. In Kombination mit dunklem Make-Up, Silberschmuck, Gothic-Gürtelschnalle und Boots oder Pikes entstehen Outfits, die an Filme wie The Crow oder Underworld erinnern. Auch hier gilt: Inspiration steht im Vordergrund, nicht Nachahmung.


Die sachlich-schlichte Fraktion der Waver trägt eher Stoff: Pluderhose, Blazer und gerades Hemd mit und ohne Muster. Ein Muss sind hier die Pikes, oder Winklepicker. Das sind spitze, flache Schuhe mit Schnallen und dünner Sohle. Sie sind inzwischen nur noch schwer erhältlich. Wer ein Original aus den 80ern besitzt, kann sich glücklich schätzen.


Netzhemden, schulterfreie Oberteile, enge Hosen und Doc Martens oder Boots. Bei einigen Gothics ist die Herkunft aus dem Punk noch am Outfit zu sehen. Alternativ zum Netzhemd, spielt man auch gerne mit Strumpfhosen. Die werden einfach zum Oberteil umfunktioniert. Dafür wird im „Schritt“ ein Loch für den Kopf gerrissen, die Fußteile werden abgeschnitten, damit die Hände einen Ausgang finden und mit ein paar Löchern und Laufmaschen ist das Punk-Goth-Oberteil einsatzbereit. Bei den Batcavern, die oft Plateau-Boots tragen, schafft es die Strumpfhose sogar über die Stiefel – und zwar meist in Weiß und so ausgerissen, dass sie einem Spinnennetz ähnelt.


Alles kann, nichts muss


Seit Beginn der Schwarzen Szene im Post Punk hat sich der Kleiderschrank der Gothics gut gefüllt. Es gibt kaum einen, der hier strikt bei den klassischen Vorbildern bleibt. Es wird wild gemischt und jeder stellt sich aus den Möglichkeiten seinen eigenen Stil zusammen oder erfindet gleich einen Neuen. Der „Stil“ darf dabei auch ruhig aus einem schlichten schwarzen T-Shirt und einer schlichten schwarzen Jeans bestehen. Der weitaus größte Teil der Szene verzichtet auf aufwändige Outfits, denen Fotografen so gerne bei Festivals nachjagen, weil sie vermeintlich die Szene darstellen. Die Zugehörigkeit zur Szene drückt sich zwar auch über die Kleidung aus, die Liebe zur Musik und die Affinität zum Dunklen sind aber wichtigere Kriterien. Deshalb funktioniert es auch nicht, sich ohne Leidenschaft für die Inhalte „etwas Schwarzes“ anzuziehen, um Teil des Ganzen zu werden.


Schmuck


Schmuck gehört einfach dazu – als Statement oder einfach, um das Outfit zu unterstreichen. Ketten, Ringe, Ohrringe, Piercings: Das alles unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht vom Mainstream. Beim zweiten Blick entdeckt man aber typische Symbole und gruselige Details, die man nicht jeden Tag sieht. Jedenfalls dann nicht, wenn man kein Gothic ist.


Zu den typischen Symbolen in der Szene gehören umgedrehte Kreuze, Pentagramme, Ankh-Zeichen, Fledermäuse, Raben und viele Motive mehr, die der Mystik, der Religion oder der Fantasy entspringen. Darüber hinaus sind auch echte Knochen, echte Krallen, Schmucksteine, Nieten und Leder angesagt. Gruftis tragen überwiegend Silberschmuck. In den vergangenen Jahren sind aber auch Tendenzen zum Gold festzustellen.


Ein ganz typisches Schmuckstück, das es im Mainstream fast gar nicht gibt, ist die Nasenkette. Sie wird am Ohrring und am Nasenring befestigt und hängt seitlich über die Wange. Verziert ist sie mit Perlen, Kreuzen, Ankhs oder anderen Gothic-Symbolen. Fast genauso selten ist der Krallenring im Mainstream. Er wird über den Finger gezogen und bildet eine lange Kralle aus Silber nach.


Body Modifications spielen in der Schwarzen Szene eine immer größere Rolle, wenn sie auch eher bei jüngeren Generationen zu sehen sind. Gespaltene Zungen, zu Vampirzähnen angespitzte Schneidezähne oder an Elfen erinnernde angespitzte Ohren: Der Unterschied zum Kostüm ist klar. Zähne oder Ohren werden nicht „verkleidet“, sondern operativ modifiziert – und das lässt sich im Alltag nur schwer verstecken.


Auch der Kopfschmuck unterscheidet Gothics vom Mainstream. In den letzten Jahren haben sich sogenannte Gohic Headpieces durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um aufwändig gestaltete, handgemachte Gebilde aus Federn, Hüten, Hörnern, natürlichen Materialien, Schmucksteinen, Schleiern und vielen Details mehr. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und die Kunsthandwerker der Szene übertreffen sich gegenseitig in der Gestaltung des prächtigen Kopfschmucks, der überwiegend zum romantischen Outfit passt. Schon die New Romantics haben in den 80ern auf auffälligen Kopfschmuck mit Hüten, Tüchern und Schleiern gesetzt.


Ein schlichterer, aber noch viel wichtiger Schmuck ist die Sonnenbrille. Sie darf auf keinen Fall fehlen. Eigentlich ist es sogar egal, ob die Sonne scheint. Helligkeit ist Grund genug! Die meisten Gothics tragen einfache Sonnenbrillen, es gibt aber inzwischen auch Anbieter, die Brillen in Fledermaus- oder Sargform anbieten. Auch die Steampunks lassen sich immer wieder neue Designs einfallen, die dann zum Beispiel an Fliegerbrillen erinnern.


Was der Mainstream allenfalls vom Karneval kennt, ist in der Gothic Szene Teil des normalen Outfits: Kontaktlinsen in allen mystischen Farben und Formen runden das düstere Gesamtbild ab. Künstliche Wimpern geben dem kräftigen Make-Up den letzten Schliff.


Tattoos sind nicht unbedingt typisch für die Szene. Da sie aber in der Gesellschaft allgemein immer beliebter werden, sieht man auch in der Szene Tattoos. Hier sind es die Motive, die sich vom Mainstream unterscheiden können. Gruftige Sprüche, Fledermäuse, Gothic Symbole, Szenen aus Filmen, Totenköpfe. Letztere hat die Schwarze Szene natürlich nicht für sich gepachtet.


Auch beim Schmuck gilt: Alles ist möglich, nichts muss! Generell kann man sagen, dass Gothics auffällig viel Schmuck tragen. Viele Ringe, viele Ketten, viele Piercings, viele Armreifen, viele Ohrringe: Möglicherweise ist auch das aus einer Überzeichnung des eher dezenten Mainstreams entstanden. Wer sich zum Beispiel Bilder von Madonna in den 80er Jahren anschaut, der weiß, dass Schmuckberge um den Hals und an den Armen keine Erfindung der Neuzeit sind.


Haare


Bei den Haarfrisuren ist die Schwarze Szene seit jeher sehr kreativ. Alles begann mit viel Haarspray und einer Toupierbürste. Robert Smith hat das wuschelige Krähennest auf dem Kopf in den 80ern vorgemacht und die Fans taten es ihm nach. Damit die wild aufgebauschten Haare auch hielten, brauchte man sehr viel Haarspray.


Gleichzeitig waren aber auch die Punks die Vorfahren der Gothics und so rasierte man sich Sidecuts, um die Haare zum Iro zu stellen, oder Undercuts. Besondere Haarkreationen in den 80ern waren außerdem der Teller und der Turm. Beim Turm wurden die Haare zu einem geraden Turm nach oben geklebt und beim Teller bildeten sie - von oben betrachtet - eine Fläche. Sehr beliebt war auch das „Haare kreppen“ – ein Trend der 80er Jahre, der die Haare gut aufs Toupieren vorbereitete. Die Frisur hielt danach einfach besser.


Im Laufe der Jahre sah man in der Szene immer weniger Türme und Teller. Heute gibt es sie kaum noch. Der Iro hat sich jedoch gehalten, er wurde zum Deathhawk weiterentwickelt. Schwarz statt bunt ist dabei das Motto, wobei man auch beim Deathhawk dunkelbunte Farben oder graue Spitzen sieht. Wer sich über die Zipfel wundert, die einige Gruftis vor den Ohren stehen lassen: Im Alltag lässt sich der Sidecut mit diesen Strähnen besser verstecken. Dadurch wurden die „Zippel“ (Birdie) irgendwann ein fester Bestandteil der Gothic-Frisuren. Sie sind aber kein Muss.


Mit den verschiedenen Gothic-Strömungen und den neuen Möglichkeiten durch das Internet kamen neue Haartrends in die Szene, zum Beispiel die Gothic-Dreadlocks, die meist in Schwarz, Weiß, Lila, Blau oder Grün im Haar befestigt wurden. Auch Haarteile waren im Zuge des Onlinehandels viel einfacher zu bekommen und hielten Einzug in die Schwarze Szene. Mit den asiatischen Einflüssen aus der Manga- und Cosplay-Szene trug man auch immer mehr Perücken in auffälligen Farben und Schnitten.


Apropos auffällige Schnitte: Der Pony ist bei einigen Gothic-Frisuren ausgefallen geschnitten – ganz kurz und gerade, oder spitz zulaufend und knallig gefärbt. Die typische Gothicfrisur gibt es heute aber nicht mehr. Auf Gothic Festivals sieht man viele Sidecuts, viele Undercuts und ganz unterschiedliche kreative Haar-Ideen. Die Haare sind das Wichtigste! Sagt man so in der Szene - hinter vorgehaltener Hand.


Make-Up


Das Haar allein macht noch keinen Gothic. Auch das Make-Up muss stimmen! Vorab sei allerdings gesagt, dass es kein Ausschlusskriterium ist, wenn man sich nicht schminkt. Es kann aber eins sein, wenn man sich falsch schminkt. Wer sich eine gesunde Bräune ins Gesicht zaubert, der liegt schon komplett falsch. Kalkweiße Farben sind angesagt. Man nimmt das Make-Up eher ein oder zwei Nuancen zu hell als zu dunkel.


Viele Gruftis greifen sogar auf Theaterschminke zurück und „kalken“ sich die Haut. Wer dabei die Ohren, den Hals oder die Hände auslässt, enttarnt sich selbst als Anfänger. Erfahrene „Kalkleisten“ tragen Handschuhe zum bleichen Gesicht. Das Weiße ist übrigens kein Ausdruck einer bevorzugten Hautpigmentierung oder eines Adelsstandes, sondern eine Hommage an den Tod. Und außerdem ist es genau das Gegenteil von dem, was der Mainstream mag.


So ist dann auch der schwarze Lippenstift zu verstehen, der dem gesunden Lippenrot ein Ende setzt. Schwarzes Kajal und schwarzer Lidschatten zeichnen dann noch die Augen zu dunklen Höhlen. Selbstverständlich ist das nur eine Verallgemeinerung des typischen Gothic Make-Ups. Bei YouTube gibt es unzählige Gothic-Make-Up-Tutorials, die beweisen, dass man einige Skills braucht, um sich in ein düsteres Make-Up zu hüllen, das nicht nach Karneval im Kindergarten aussieht. Als Vorlage dienen hier Künstler der Szene wie Siouxsie Sioux oder Figuren aus Vampir- und Horrorfilmen. Jedes Make-Up erhält zudem eine persönliche Note, Standards gibt es nicht.


Typisch für ein Gothic-Make-Up sind die strengen, vampiresken Augenbrauen, die man nur dann zeichnen kann, wenn man sich die Augenbrauen komplett abrasiert und neu nachmalt.


Bei starkem Augen-Make-Up wirken die eigenen Wimpern recht unscheinbar. Deshalb tragen viele Gothics künstliche Wimpern, die kräftiger und länger sind. Bei den Make-Up-Details ist dann Individualität und Kreativität gefragt: Ornamente, Schmucksteine, Lidstriche, Konturen. Hauptsache das Make-Up wirkt nicht sommerfrisch und fröhlich! Es sei allerdings auch verraten, dass der Großteil der Schwarzen Szene es einfach bei schwarzem Kajal belässt.


Accessoires


Ein schlichtes schwarzes Outfit lässt sich mit den richtigen Accessoires szenegerecht umgestalten: Buttons am Blazer, Patches und Nieten an der Jacke, Ketten am Gürtel oder am Stiefel. Wichtig ist jedoch, dass die Buttons und Patches authentisch sind. Im Gegensatz zur Mainstream-Mode, ist das Gothic-Outfit ein Statement. Man trägt hier nicht einfach ein Bandshirt, wenn man die Band weder kennt noch mag. Zum Button- und Patches-Outfit passt das klassische Nietenhalsband, das man von den Punks kennt.


Fürs romantische Outfit wählen Gruftis gerne Masken, Fächer, Zylinder, Gehstöcke und Spitzenhandschuhe. Die fantasievollen und märchenhaften Outfits werden mit Headpieces und Hörnern unterstrichen. Sehr beliebt sind auch Kropfbänder, die in der Mitte Platz für einen Schmuckstein oder ein Schmuckmotiv lassen. Zahlreiche Kunsthandwerker der Schwarzen Szene geben sich Mühe, immer wieder neue Ideen in Handarbeit umzusetzen. Auf den Gothic Märkten auf Festivals oder Veranstaltungen werden diese Accessoires zum Kauf angeboten. Besonders individuelle Stücke entstehen, wenn man sie selbst bastelt. „Do it yourself“ war in der Szene schon immer en vogue.


Ein großer Spielplatz für gruftige Entwürfe ist auch der Bereich der Handtaschen und Schultertaschen. Hier gibt es alle möglichen und unmöglichen Designs mit Totenköpfen, Fledermäusen oder inhaltlichen Bezügen zur Gothic-Literatur, zu Mystik und Magie. Gleiches gilt für Portemonnaies und Handyhüllen. Zu den klassischen Gothic -Taschen gehört die mit Buttons und Schriften verzierte schwarze BW-Kampftasche.


Wohnstil


Wer bei einem Gothic zu Besuch ist, der entdeckt ganz sicher irgendwo Totenköpfe, Kerzenleuchter oder Fledermäuse. Die dunkle Attitüde wird sich vielleicht auch im Bücherregal zeigen, ganz sicher aber bei der Musik, die läuft. Gruftis wählen - wann immer es sich anbietet - schwarzes Interieur. Auch das Geschirr, Bettzeug, Kissenbezüge oder Handtücher verraten die Vorliebe für Dunkles.


Dass Gothics ihre Wände schwarz anmalen und im Sarg schlafen, ist jedoch eher eine Ausnahme als die Regel. Schwarze Wände und Ornament-Tapeten setzen vielleicht Akzente, aber eine komplett schwarze Wohnung findet man wohl schwer. Inzwischen gibt es einige alternative Möbeldesigner, die Schränke oder Tische aus Särgen oder in Sargform zimmern, oder Regale und Schränke in Pentagramm-Form anbieten. Diese Einzelstücke sind aber nicht billig und deshalb auch nicht die Regel im Gothic-Haushalt.


Sehr charakteristisch sind hingegen Grablichter, die anstelle von normalen Kerzen aufgestellt werden. Wer die Liebe zum Detail schätzt, kauft sich auch schwarze Alltagsutensilien. Schwarze Taschentücher, schwarze Servietten, schwarze Zahnbürsten, schwarze Seife: Der Hang zum unheimlichen Ambiente schlägt überall durch. In den allermeisten Fällen findet man auch Plakate von Gothic Bands, Gothic Festivals oder Gothic Filmen. Dabei spielt das Alter der Bewohner keine Rolle. Gerade der Wohnstil mit all seinen kleinen und großen dunkelästhetischen Details macht deutlich, dass Gothic ein Lebensstil ist.


Tanzstil


Auf der Tanzfläche sieht man sofort, wer zur Schwarzen Szene gehört und wer nicht. Fröhliches Hüpfen und gemeinschaftliches Lachen wird man hier kaum finden. Es reißt auch niemand die Arme hoch und klatscht oder springt im Takt. Gruftis sind auf der Tanzfläche eher in sich gekehrt und lassen sich von der Musik tragen. Der typische Totengräber-Tanz aus den 80ern erlaubte drei Schritte vor und drei zurück – nicht etwa dynamisch hopsend, sondern mit hängenden Schultern und gesenktem Blick. Heute sieht man einige Varianten, die aber allesamt eher introvertiert als extrovertiert wirken. Selbst die EBMler, die einen schnelleren und zackigeren Tanzstil pflegen, tanzen nach innen gewandt.


Auch der Takt spielt auf der Tanzfläche nicht immer eine Rolle. Die Bewegungen laufen oft in Zeitlupe ab. Gruftis begleiten die Musik mit langsamen Armbewegungen, andere tanzen auf der Stelle. Zurückhaltung ist das Gebot der Stunde. Je nach Party kann es auf der Tanzfläche unterschiedlich aussehen. Die Schwarzromantiker fegen gerne anmutig mit ihren Kleidern den Boden, während die Batcaver sich mit großen Schritten Raum nehmen. Immer gilt: Man nimmt Rücksicht und kommt sich allenfalls dann näher, wenn man sich wirklich kennt. Ein „Antanzen“ von Fremden oder extrovertiertes Anmach-Gehabe gibt es nicht. Und selbst wenn wirklich jeder auf der Tanzfläche die Songtexte auswendig kennt, würde niemand lauthals mitsingen, schon gar nicht im Chor mit anderen.


Wohnstil

Wer bei einem Gothic zu Besuch ist, der entdeckt ganz sicher irgendwo Totenköpfe, Kerzenleuchter oder Fledermäuse. Die dunkle Attitüde wird sich vielleicht auch im Bücherregal zeigen, ganz sicher aber bei der Musik, die läuft. Gruftis wählen - wann immer es sich anbietet - schwarzes Interieur. Auch das Geschirr, Bettzeug, Kissenbezüge oder Handtücher verraten die Vorliebe für Dunkles.


Tanzstil

Auf der Tanzfläche sieht man sofort, wer zur Schwarzen Szene gehört und wer nicht. Fröhliches Hüpfen und gemeinschaftliches Lachen wird man hier kaum finden. Es reißt auch niemand die Arme hoch und klatscht oder springt im Takt. Gruftis sind auf der Tanzfläche eher in sich gekehrt und lassen sich von der Musik tragen. Der typische Totengräber-Tanz aus den 80ern erlaubte drei Schritte vor und drei zurück – nicht etwa dynamisch hopsend, sondern mit hängenden Schultern und gesenktem Blick. Heute sieht man einige Varianten, die aber allesamt eher introvertiert als extrovertiert wirken. Selbst die EBMler, die einen schnelleren und zackigeren Tanzstil pflegen, tanzen nach innen gewandt.