Die EMP Plattenkiste zum 25.09.2020

EMP Plattenkiste Banner 2015

Die EMP Plattenkiste für den 25. September 2020 ist da. Meine Herren und Damen: Diese Woche haben wir derart geile Sachen dabei, dass einem die Spucke wegbleibt. Da sollte wirklich ein jeder Musikfreund mindestens zwei der 5 Alben sich anschaffen. Ganz großes Tennis, aber schaut einfach selbst rein. Habt Spaß mit der EMP Plattenkiste!

Lik – Misanthropic Breed

LIK- Cover

Lik haben ein Death Metal Album am Start, was in diesem Genre das Ausnahme-Album werden könnte.

Lik haben sich 2014 gegründet und bereits zwei Studioalben hervorgebracht. Nun holen die Schweden zum dritten Schlag aus, der so amtlich ist, dass man „Misanthropic Breed“ als Anwärter als Death Metal Album 2020 ansehen muss. Herrlich zelebrierter Oldschool-Sound hier, atemberaubendes Tempo da und Lik spielen derart homogen, als ob sie bereits seit 30 Jahren eine Band sind. „Corrosive Survival“ peitscht, „Female Fatal To The Flesh“ nimmt das Tempo raus und „Decay“ schwingt die todbringende Axt. „Wolves“ schnuppert an dem typischen Göteborg-Sound. 40 Minuten müden in 11 Songs, die allesamt großes Tennis sind. Die knackige und ausgeklügelte Produktion spielt den Songs in die Karten. „Misanthropic Breed“ ist wild, ungestüm und ein Koloss von Album. Man hat Lik ein großes Album zugetraut, aber sicher kein derart bestechendes Album. Dies erwartet man von Bands, die es seit Jahren gibt. Und Lik schütteln dies einfach kurzerhand aus dem Ärmel. Respekt!

Igorrr – Nostril

Igorrr - Cover

Igorrr und ihr drittes Album. 2020 erscheint das Ding neu auf Vinyl. Harter Tobak, der sich lohnt.

Drittes Album der Franzosen. „Nostril“ der Name, Igorrr die zugehörige Band. Die Baroquecore-Band um Gautier Serre ist speziell und sicher nicht für jeden hörbar. Das dritte Album erschien 2010 und bekommt nun eine Neuauflage. Sogar an Vinyl wurde gedacht. Der Tontechniker schliesst sich immer wieder im Studio ein, um seinen Ideen freien Lauf zu lassen. Das Ergebnis ist einerseits Metal, auf der anderen Seite Elektro oder sogar Breakcore. So auch bei „Nostril“ und ja, die Suche nach geordneten Strukturen wird ins Leere führen. Opernchöre treffen auf Percussion-Attacken. Samples auf orientalisch klingende Soundlandschaften. Scratchen hier, Spielen mit dem Tempo da. Was sich nun verrückt anhören mag, ist es auch in der Praxis. Die Tatsache, dass man sich ständig neu anpassen muss, ist gleichzeitig auch der Reiz des Albums. 14 Songs zwischen Genie und Wahnsinn, wobei die Tendenz definitiv bei der Genialität liegt. Ein fesselndes Album!

Nasty – Menace

Nasty - Cover

Nasty gehen zurück zu ihren Wurzeln und hauen einen Hass-Klumpen nach dem anderen raus.

Nasty waren für mich immer ein Phänomen. Auf der einen Seite war ich irritiert von der Attitüde der Herren, dem optischen Erscheinungsbild und der resultierende Musik. Ich fand sie stellenweise prollig, aufgesetzt und über den Punkt. Doch vor zwei oder drei Alben habe ich mich intensiver mit der Truppe auseinander gesetzt und auch das persönliche Gespräch gesucht. Ds Resultat war, dass ich mich in die gesellschaftskritischen Texte eingelesen habe und den „tieferen Sinn“ verstanden habe. „Beatdown with a message“ war damals die Headline. So auch bei Album Nummer 7, welches „ Menace“ benannt wurde. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn Nasty knallen 2020 wieder so, wie in ihren Anfangstagen. Auch die Tatsache, dass man keinen Gastsänger am Start hat, zeigt, dass es eben nur um Nasty geht. So schafft man es auf 14 Songs, die dem Hörer derart in den Hintern treten, dass sich dieser nur wundern kann.

Deftones – Ohms

Deftones - Cover

Was für ein Album. Meine Fresse. Deftones schlagen Brücken zu „White Pony“.

Es kam irgendwie doch überraschend. Ja, man munkelte, dass sich die Deftones an neuer Musik versuchen. Der Umstand, dass nun „Ohms“ doch so schnell am Start war, verwunderte doch sehr. Doch wo steht die Band, die vor 20 Jahren ein legendäres Album abgeliefert haben? Eben, sie stehen da, wo „White Pony“ sich in all seiner Schönheit auftat. Man kann hier und da Referenzen zum Überalbum erkennen, wenn sich der Großteil der Songs auch eher an „Koi No Yokan“ orientiert. Das letzte Album „Gore“ gefiel nicht jedem und anscheinend hat die Band dies zur Kenntnis genommen. Dreh- und Angelpunkt bleibt natürlich Chino Moreno, der mit seiner charismatischen Stimme den Hörer in seinen Bann zieht. Unverkennbar sind aber auch die anderen Protagonisten, welche die 10 Songs zu besonderen Songs machen. Deftones spielen mit Trademarks, zeigen aber auch eine gewisse Aufbruchsstimmung auf. Dies Alles macht das Album großartig und die Band zur Ausnahmeband!

Kataklysm – Unconquered

Kataklysm - Cover

Auch Kataklysm hauen wieder ein starkes Teil raus. Dabei ist dieses ALbum abwechslungsreicher als die Alben zuvor.

Eines muss man den Kanadiern von Kataklysm lassen: Umtriebig sind sie. 14 Alben in 29 Jahren ist eine Ansage, wenn man bedenkt, dass die Herren auch noch Konzerte absolvieren. „Unconquered“ ist der Name des neuen Werkes, welches natürlich wieder enorm viel Durchschlagskraft aufweist. Der Umstand, dass JF Dagenais nun eine siebensaitige Gitarre spielt und auch der Bass ein Upgrade erhalten hat, manifestiert sich in einem erhabenen und dabei brutalen Sound. Und wer Kataklysm kennt, weiß, dass die Produktion der Alben bei der Band immer ganz famos war. Die Songs bieten alte Trademarks, weisen aber auch Neuheiten auf. „Icarus Falling“ fasziniert mit einem Klavier (ja, richtig gelesen), während „Defiant“ einer der härtesten Songs der Bandgeschichte sein dürfte. „Stitches“ greift sogar Nu Metal-Einflüsse auf und „Cut Me Down“ fährt mit Tuomas Saukkonen als Gastsänger auf. Wer bei den bisherigen Alben vielleicht eine gewisse Gewohnheit kritisierte, der darf bei „Unconquered“ aufhorchen.

Kategorien: Reviews MUSIK Peter

Tags: CD Deftones EMP Plattenkiste Igorrr Kataklysm LIK Menace Misanthropic Breed Nasty Nostril Ohms Plattenkiste Unconquered Vinyl | permalink

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