Die EMP Plattenkiste zum 03.04.2020

Plattenkiste

Die erste EMP Plattenkiste für den Monat April. Dieser macht bekanntlich was er will. Aber dieses Jahr eher nicht. Das Wetter kann uns geradezu egal sein. Der Budenkoller ist im Corona-Zeitalter zum Greifen nah. Hier wird sie mit viel Musik überstanden. Platten auflegen, was das Zeug hält. Macht es auch so und schaut euch die EMP Plattenkiste für den 03. April 2020 an.

Manowar – Fighting The World

Manowar - Cover

Geil oder geil? Kommt, man kann die Band heute scheiße finden, aber das ist n bockstarkes Album im neuen Anstrich.

True Metal. Alleine bei diesem Wort stellen sich einem die Nackenhaare hoch. Aber bei einer Band trifft dies zu: Manowar. Keine andere Band ist derart true, wie eben diese Amis. Heutzutage durch peinliches Verhalten bekannt, hat man 1987 mit „Fighting The World“ Musikgeschichte geschrieben. Nie waren Songs wie „Blow Your Speakers“ oder eben der Titeltrack derart geil, dass man sie mitsingen musste. Oder was ist mit „Carry On“? Der Ballade, die selbst dem True Metal-Fan die Tränen in die Augen trieb. „Defender“ mit seinem cineastischen Aufbau, „Black, Wind, Fire And Steel“ als epischer Schlusssong. Ja, Manowar wussten wie man Alben schreibt und die Flagge hochhält. Für die damalige Zeit war dieses Album ein neues Kapitel. Sound, Produktion, Herangehensweise. Alles passte und Joey DeMaio wirkte zur damaligen Zeit eben noch überaus sympathisch. Wer dieses Album nicht in seinem Regal hat, darf sich nun über eine herrliche Vinyl-Version freuen.

Cabal – Drag Me Down

Cabal - Cover

Zweites Album der Dänen und wieder hauen Cabal ein fieses Ding raus.

„Mark Of Rot“ war das Debüt der Dänen. Cabal konnten hierzu durch die Bank positive Kritiken für sich verbuchen. Aber sprechen wir von einer Eintagsfliege? Einem glücklichen Umstand und letztendlich schafft man dieses Level kein zweites Mal. „Drag Me Down“ stand irgendwie auf einem härteren Prüfstand. Der Opener „Gift Givers“ macht direkt klar, dass das Böse und der direkte Sound wieder der Musik beigesteuert wurden. Wütend und kraftvoll geht man zur Sache. Andreas Paarup hat seine Männer auf der Spur und der Mix aus Doom, Hardcore, aber eben auch Black Metal geht durch die Bank auf. Aufgeräumt, frisch und modern ist die Produktion und das Songwriting mehr als ambitioniert. Durch Einlagen wie von Polaris-Frontmann Jamie Hails schafft man Abwechslung, die Hinzunahme von Synthesizern verleiht der Musik noch mehr Intensität und Freiraum. Cabal haben ihren Sound gefunden und ziehen diesen auch konsequent durch. Ein wahres Brett von Album.

Pure Reason Revolution – Eupnea

Pure Reason Revolution - Cover

Was für die andere Band gedacht war, hat der Hauptsongwriter von Pure Reason Revolution als Reunion-Grund genommen.

Lange war es still um die Band Pure Reason Revolution. 10 Jahre hat es nun gedauert, bis die Briten sich zu einem neuen Album durchringen konnten. Das vierte Album „Eupnea“ war aber nun eher ein Unfall. Für die neue Band von Jon Courtney gedacht, musste der Mann feststellen, dass es doch viel besser zu seiner alten Truppe passen würde. Was macht man da? Klar, man reaktiviert die aufgelöste Truppe und ruft die alten Kollegen an. Nun ist „Eupnea“ da und ja, es war das, was man die Jahre über vermisst hat. Ein Album, welches bei jedem Durchlauf wächst, intensiver wird und den Hörer in seinen Band zieht. Ein Album, welches einen leichten Zugang bietet, aber dann mit unfassbar viel Tiefe daher kommt. Die Balance zwischen Progressivität und Zugänglichkeit geht herrlich auf, was das Album zu einer ganz besonderen Reise macht. Für Freunde von Porcupine Tree Pflicht!

Europe – Wings Of Tomorrow

Europe - Cover

Das zweite Album von Europe kennt nicht jeder. Ist eigentlich schade, denn das Ding ist echt gut. Neuauflage jetzt.

„America“ war vergeben, „Asia“ auch bzw. sollte auch nicht passen, was die geografische Lage betrifft. „Africa“ und „Australia“ war auch Panne! Ergo, die Schweden nannten sich Europe. 1982 erschien das erste Album „Europe“ und 1986 war die Band mit „The Final Countdown“ weltbekannt. Doch das zweite Album „Wings Of Tomorrow“ war auch ein ganz solides Album. Eines, welches zwar noch nicht den Durchbruch herbeiführte, aber durchaus solide Songs beinhaltete. Während der erste Teil eine logische Fortführung des Debüts war, stellten Kracher wie „Treated Bad Again“ die dunkle Seite der Band in den Vordergrund. Mit „Aphasia“ haben Europe wohl einen ihrer besten Songs ever geschrieben. Rein instrumental wohlgemerkt. Mit der Mischung aus Balladen und reinrassigem Heavy Metal runden Europe ihren Sound herrlich ab. Der Grundstein für den späteren Erfolg ist gelegt. Und 2020 erscheint das Album aus dem Jahre 1984 erneut. Sollte man sich anschaffen, sofern es nicht im Regal steht.

Testament – Titans Of Creation

Testament - Cover

Testament haben wieder ein massives Album am Start. Traumhaft, wie sich diese Band erneut in bester Form zeigt.

Manche Bands sind unzerstörbar. Testament gehören definitiv dazu und umspannen eine generationsübergreifende Diskografie. Die Thrasher hauten mit „Brotherhood Of The Snake“ vor rund vier Jahren einen richtigen Koloss raus. Ein Album, welches so mancher alte Fan der Band nicht mehr zugetraut hätte. Und dann dieses Bollwerk. Nun steht mit „Titans Of Creation“ ein neues Album an, welches selbstverständlich auf hohe Erwartungen der Fans trifft. Chuck Billy scheint in bester Form zu sein, was er mit „City Of Angels“ unter Beweis stellt. Black Metal zelebrierend geht es bei „Curse If Osiris“ zu, während „Code Of Hammurabi“ und „Ishtars Gate“ sich orientalischen Harmonien bedient. Der Bass von DiGiorgio wummert herrlich, was man nicht von jeder Thrash-Platte behaupten kann. Insbesondere die ausufernden Songs verzücken den Fan. Raum ist da und man spielt sich in Rage. Testament zeigen, dass sie mit „Titans Of Creation“ ein wahres Mammut-Album gezimmert haben. Bockstarke Kiste!

Kategorien: MUSIK Peter

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