Kurt Cobain – Wenn der Nachwuchs Nirvana nicht mag

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Kurt Cobain und der Schuss aus dem Gewehr hallen nach. Immer und immer wieder wird der Mann thematisiert und die Musik von Nirvana ausgegraben. Nun meldet sich aber auch mal die Tochter von Cobain – Frances Bean Cobain – zu Wort und spricht über ihren Vater, seine Musik und den Film „Cobain: Montage Of Heck“.

Die erste autorisierte Cobain-Dokumentation flimmert derzeit in ausgewählten Kinos über die Leinwand. Ende April wird dann mit der DVD und Blu-Ray nachgelegt, damit der kometenhafte Aufstieg und der freie Fall in den Freitod von Cobain und Nirvana zu Hause nachvollzogen werden kann. Wir haben neulich schon in unserer Popcornkiste auf diesen bewegenden Film hingewiesen.

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Frances Bean ist zu einer jungen Frau herangewachsen.

Nun wurde die Tochter Frances Bean Cobain, welche auch Co-Produzent der Dokumentation „Cobain: Montage Of Heck“ ist, zu ihrem Vater und dem Drumherum vor das Mikrophon gezogen. Bereitwillig gab die 22-Jährige Auskunft wie es ist, der Sprössling eines bekannten Musikers zu sein, dessen Leben nun erneut beleuchtet wird. Sie spricht von emotionalem Journalismus, was die Doku angeht, dem Wunsch, keinesfalls die Person Cobain zu stilisieren und als Ikone darzustellen, aber eben auch über den Moment, als sie Nirvana zum ersten Mal bewusst hörte.

"Ich mag Nirvana nicht wirklich. Sorry, Promotionjungs und Universal Records. Ich stehe mehr auf Mercury Rev, Oasis und Brian Jonestown Massacre. Die Grunge-Szene hat mich nie groß interessiert. Aber „Territorial Pissing“ ist ein verdammt großartiger Song. Und „Dumb“ – Ich schreie jedes Mal wenn ich ihn höre. Es ist eine runtergebrochene Reflexion von Kurts Selbstwahrnehmung – sich selbst auf Drogen, von Drogen weg und der Empfindung sich ungeeignet zu fühlen als Stimme einer ganzen Generation im Fokus zu stehen."
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Cobain hinterlässt einen großen Schatten in der Musikszene.

"Er wollte erfolgreich sein, aber sicher kein verdammtes Sprachrohr für eine gante Generation"

Wenn man sich vor Augen führt, dass Frances Bean keine zwei Jahre alt war, als sich ihr Vater das Leben nahm, ist es geradezu nachvollziehbar, dass sie mit der Grunge-Bewegung wenige Berührungspunkte hatte. Nach dem Freitod der Vaters wurde die revolutionäre Musikbewegung geradezu gegraben, wenn auch Bands wie Soundgarden, Pearl Jam oder auch Mudhoney bis heute noch aktiv sind. Doch auch auf dem Nachwuchs muss eine gewisse Last gelegen haben, wenn man angibt, wessen Tochter man ist. War dies nicht ein Problem? Ergreift man nicht automatisch Partei für den Vater, seine Musik und sein Leben? Oder war es nicht schwierig  als Teenager kein Fan von Nirvana zu sein?

"Nein. Für mich wäre es viel schwieriger gewesen, wenn ich ein Fan gewesen wäre. Ich war um die 15 Jahre alt als ich realisierte, dass er unausweichlich ist. Selbst wenn ich in einem Auto saß und das Radio lief, war mein Vater da. Er ist größer als zu seinen Lebzeiten und unsere Kultur ist davon besessen einen Kult um tote Musiker zu machen. Wir lieben es, sie auf ein Podest zu heben. Wenn Kurt doch nur ein anderer Kerl gewesen wäre der seine Familie auf die schrecklichste Art verlassen hätte… aber er ist es nicht! Er inspirierte geradezu Menschen ihn auf ein Podest zu heben, der heilige Kurt zu werden. Er wurde einfach größer nachdem er tot war als er es jemals zu Lebzeiten war. Man dachte, dass dies nicht geht, aber es ging."
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Novoselic und Grohl sind bewegt, wie sehr Frances ihrem Vater doch ähnelt.

Nirvana 2014 - Man trifft sich bei Frances Bean

Neben der Erfahrungen als Tochter der Nirvana-Ikone, als Kind aus einem zerrütteten Elternhaus und den Konflikten mit der Mutter Courtney Love, sprach Frances Bean auch über die Dokumentation „Cobain: Montage Of Heck“. Da sie als Co-Produzentin agierte und bei der Entstehung aktiv dabei war. Dies hatte zur Folge, dass sie auch die ehemaligen Weggefährten Dave Grohl, Krist Novoselic und Pat Smear traf, da als Zeitzeugen und enge Vertraute in der Dokumentation berücksichtigt werden sollten.

"Sie kamen zu dem Haus in dem ich lebte. Es war auch das erste Mal seit langer Zeit, dass die ehemaligen Nirvana-Mitglieder sich wieder trafen. Und sie hatten diese „K.C. Gänsehaut“ wie ich es nenne. Diese tritt dann auf, weil sie mich sehen und gleichzeitig Kurt. Sie schauen mich an und gleichzeitig einen Geist. Die haben alle diese unfassbar starke K.C. Gänsehaut bekommen. Dave sagte „Sie ist so sehr Kurt“. Sie unterhielten sich über die damalige Zeit, rekapitulierten alte Geschichten die ich schon eine Million Mal gehört hatte. Ich saß auf einem Stuhl, rauchte Kette und schaute total gelangweilt. Dann kamen sie auf mich zu und sagten „du machst genau das, was dein Vater auch gemacht hätte.“

Frances Bean wird sich nach der Veröffentlichung von „Cobain: Montage Of Heck“ wieder auf ihre eigenen Projekte stürzen. So will sie ihrer Passion „Malerei“ nachkommen und versucht sich eben hierfür zu motivieren. Das Schlimme an kreativen Jobs sei, dass man sich unfassbar zwingen müsse, überhaupt aus dem Bett aufzustehen um der Kunst nachzukommen. Wir werden sehen wie erfolgreich der Spross von Cobain sein wird und wünschen maximalen Erfolg!

Kategorien: MUSIK Peter

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