Die EMP Plattenkiste zum 01. Mai 2015

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Die EMP Plattenkiste am 01. Mai! Nun, wo mancherorts Steine fliegen werden und Autos wieder in Flammen aufgehen, kommen wir mit der EMP Plattenkiste daher. Der 01. Mai ist trotz Krawalle und Remmidemmi ein Tag an dem Platten veröffentlicht werden. Freitag ist Release-Tag heißt es ja so schön. Wir haben wieder die Feinheiten der Woche für euch mundgerecht zusammengestellt und servieren euch die feine Auswahl! Los geht es mit der EMP Plattenkiste zum 01. Mai 2015!

SatansWrath

Bis dato hatte ich Satan's Wrath nicht auf dem Schirm. Das ändert sich nun mit diesem Album!

Es ist nicht so, dass die EMP Plattenkiste nur bekannte Bands in das richtige Licht rückt. Satan’s Wrath kannte ich bis dato nicht und bin umso glücklicher, dass diese Perle nun einen Platz in meinem Plattenschrank finden wird. Die Griechen - trotz der flauen Wirtschaft gibt es doch noch Bands dort - gehen in ihr viertes Jahr und hauen mit „Die Devil“ bereits ihr drittes Album auf den Markt. Ich muss zugeben, dass ich die zwei vorherigen Werke nicht kenne, da der Black Metal nicht mein Hauptaugenmerk ist. Doch das kann sich nun mit Satan’s Wrath ändern, denen man stellenweise Parallelen zu Necrophobic attestieren muss. Die Schweden sind allgemein bekannt und geschätzt, die Griechen holen aber amtlich auf. Über 9 Songs und einer Spielzeit von rund 30 Minuten zündet man Riffs und zeigt mit Leads dazu noch, dass man an der Gitarre nicht unbeholfen agiert. Das Tempo welches an den Tag gelegt wird, kann sich wirklich zeigen lassen und der runde Sound unterstreicht das Können wirklich. Dazu kommt, dass stimmlich eine Hommage an die guten alten 80-er eingelegt wird, was Satan’s Wrath wirklich zu einer sehr sympathischen Band macht. Ein schönes Ding!

Korpiklaani

Korpiklaani singen dieses Mal konsequent auf Finnisch. Dadurch wirkt das Album authentischer.

Auch eine fleißige Band sind Korpiklaani, welche seit 2003 agieren und mit insgesamt 9 Alben ebenfalls einen guten Schnitt präsentieren. Folk-Metal praktiziert man auch mit „Noita“ und setzt hier also keine großen Umbrüche in musikalischer Hinsicht. Stets gewachsen und ihren Sound verfeinert, schaffen die Finnen es wieder mitzureissen. Aber hier nicht mit dem „Ole“ sondern eher mit einer melodischen Art. Gegensätzlich zu den älteren Alben kommen weniger Partyrufe zum Tragen, jedoch bleiben diese natürlich nicht aus. Passend zum Albumtitel legt man eher ein Midtempo ein und zeigt sich getragener. Keine Sorge, die 10 Songs reißen dennoch mit. Sehr cool ist, dass die Korpiklaani dieses Mal ihren bereits eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und ausschließlich auf Finnisch singen. Dies wirkt authentischer im direkten Vergleich zum Vorgänger, welcher ja noch zweisprachig daher kam. Eingänge Trinklieder findet man, wenn man genau hinhört, aber letztendlich fasziniert dann doch die Weiterentwicklung und das Entfernen von der reinen Bierlaune.

Tocotronic

Ein Konzeptalbum über Liebe? Nun, Tocotronic sind erfahren genug sowas zu machen.

Was ist aus der guten alten Hamburger Schule geworden? Wo sind die Bands, die damals für Aufsehen sorgten und auch Jahre später noch eine Flagge hochgehalten haben für all die Studenten? Nun, aus den ehemaligen Studenten wurden Juristen, Ärzte oder andere berufstätige Menschen. Klar, dass auch Tocotronic ihren Sound anpassen müssen um ein Fortbestehen zu garantieren. Mit dem gleichnamigen Album, welches auch das „rote Album“ genannt wird, bewegt man sich auf die Pfade des Pops. Über Liebe singt man und groovt dennoch. Schon beachtlich wenn man sich vor Auge hält, dass Dirk von Lowtzow auch schon die 40-er-Marke überschritten hat. Muss man hier dann die Liebe thematisieren? Wirkt dies nicht peinlich und/oder aufgesetzt? Fehlanzeige, denn wer, wenn nicht diese Band mit all ihren Erfahrungen, kann diesen Schritt wagen? Sicherlich werden sich manche Menschen an den Texten stören, welche auch in alter Manier in die Musik gepresst werden, dass es an jeder Ecke knarzt. Sicher werden manche Menschen auch die Themen skeptisch beäugen, aber das sind und ist Tocotronic. Aber ein Konzeptalbum - wie es eben hier vorliegt - über das Thema Liebe bietet nun mal keine wahnsinnige Abwechslung. Es ist was es ist: Ein tolles Album, wenn man sich von der Hamburger Schule wegbewegt und einfach die Musik sprechen lässt.

SixFeetUnder

Six Feet Under haben nichts an ihrer Brutalität eingebüßt. Gut so!

Wenn es um feingeistige und anmutige Musik geht, sind Six Feet Under nun sicher nicht die Band, die man als erste nennt. Zu blutig und zu brutal schlägt die Band um Chris Barnes in die Kerbe des Bösen und der Abgründe. Album Nummer 11 macht auch hier keine Ausnahme und stellt keinesfalls eine Weiterentwicklung dar – im positiven Sinne! „Crypt From The Hell“ erscheint wirklich als Zeichen aus der Hölle, die wie Schläge eines Triebtäters auf einen niederprasseln. „Open Coffin Orgy“ beweist dies direkt und textlich gesehen muss man teilweise schlucken! Groovig und mit enormen Rhythmusgefühl agiert man und zeigt auch im 20. Jahr der Bandgeschichte, dass man trotz des ewig verwehrten Durchbruchs eine Band ist, die man einfach lieben muss. Auch Vergleichen zu den ersten Werken von Six Feet Under kann „Crypt From The Hell“ standhalten und wer hier nun Gegenteiliges behauptet, schätzt und liebt die Band einfach nicht. Barnes wird sich darum einen Dreck kümmern und packt den Fan – und nur diesen – um mit seinen 10 Songs erneut unter Beweis zu stellen, dass Midtempo dennoch eine ungemeine Brutalität ausstrahlen kann.

To The Rats And Wolves

Eine fette Special Edition gibt es exklusiv bei uns! To Rats And Wolves haben es verdient!

Der Ruhrpott kann zwischenzeitlich als Mekka des Metalcores angesehen werden. Neben Any Given da und Caliban, haben auch Grenzgänger wie Eskimo Callboy ihren Weg ins Gehör der Menschheit gefunden. Letztere stehen in einer direkten Beziehung zu To The Rats And Wolves, welche nun ihr erstes Album „Neverland“ vorlegen. So hat doch Daniel Haniß von den Callboys das Ding produziert und stand To The Rats And Wolves mit Rat und Tat zur Seite. Das Resultat ist eine bunte Mischung aus Songs, die sowohl Härte, aber eben auch ganz große Melodien auffährt. Pop in feinster Manier trifft und ungezügelte Attacken. Filigrane Arbeit und viel Liebe zum Detail auf Riffwände und Geshoute. Einheitsbrei und Langatmigkeit werden kurzerhand weggespielt und mit 10 Songs ins Aus geschossen. Beigesteuerte Samples machen die Songs zu einer Sache, die pickepacke vollgestopft ist und an einer Dichte gewinnt, dass wenig Raum zum Erholen wird. Man ist hin- und hergerissen, auf was man sich zuerst konzentrieren soll und will. Dies ist aber genau das richtige Rezept, denn so wird gewährleistet, dass die Scheibe eine längere Halbwertszeit hat als viele andere Platten. Wir waren so angetan von der Sache, dass dies uns eine Special Edition wert war. Sticker hier, Album da und selbst eine Autogrammkarte, sowie ein Brettspiel haben wir reingelegt. Armbänder und Shirt runden das Ding komplett ab. Wobei das Album selbst schon eine runde Sache ist und wie ein geschmiertes Rad durch die Kante rollt.

Kategorien: MUSIK Peter

Tags: Korpiklaani Reviews Satans Wrath Six Feet Under To The Rats And Wolves Tocotronic | permalink

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