Das Album der Woche: H-Blockx mit Time To Move

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Die H-Blockx haben unser Album der Woche im Gepäck. Nein, kein neues Studioalbum, sondern vielmehr ein alter Juwel, der wieder zum Vorschein kommt. Man hat „Time To Move“ wieder auf Vinyl gepresst. Auch 25 Jahre nach der Veröffentlichung ist dieses Album ein ganz starkes Ding. Crossover wie er sein muss!

Die 90er waren schon eine Epoche für sich. Was sich hier so alles tummelte. Der Metal am Boden, der Grunge auf dem Höhepunkt und dann noch der Crossover. Es war eine wilde Zeit und viele Bands kamen. OK, einige sind davon auch wieder ganz schnell weg gewesen. Es war auch irgendwie die Zeit der Debüt-Alben. Was Rang und Namen hatte, feuerte bereits mit dem ersten Werke direkt aus allen Rohren. Nehme man Rage Against The Machine. Oder Clawfinger. Auch die Guano Apes konnten mit dem ersten Album direkt den Durchbruch für sich verbuchen. Und ja, auch unser Album der Woche gehört in diese Kategorie. Die H-Blockx schafften ebenfalls 1994 mit ihrem Debüt „Time To Move“ den ganz großen Durchbruch. Ob man es glauben will oder nicht, aber ja, die Band machte sich geradezu über die Landesgrenzen hinaus einen Namen. 

H-Blockx - Band

Grün waren die Jungs noch hinter den Ohren. Musikalisch gab es an der Band aber nichts zu nörgeln. (c) by H-Blockx

Die H-Blockx gehen durch die Decke!

62 Wochen war man in den Charts vertreten und die H-Blockx verkauften mehr als 750 000 mal das Album „Time To Move“. Dies bedeutete Goldstatus. MTV nominierte die Band für den „Breakthrough Artist Award“. Eine „German Local Hero“ Auszeichnung gab es von MTV ebenfalls noch on top. Und dies bereits vier Jahre nach Gründung der Band. Henning Weiland gründete die die Band am Gymnasium Wolbeck in Münster und die Marschrichtung war klar: Crossover! War damals angesagt und dies nicht nur in der Musikwelt. Selbst beim Kultfilm „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ konnte man am Soundtrack mitwirken. Nun schreiben wir das Jahr 2019 und wir schauen auf 25 Jahre „Time To Move“ zurück. Mehr als ein würdiger Grund das Kultalbum der H-Blockx auf Vinyl neu aufzulegen. Für uns natürlich ein Grund mehr das Album mal wieder aufzulegen. 

Henning Wehland

Henning Wehland ist grauer geworden. Ein gnadenlos guter Sänger ist er nach wie vor. (c) by Henning Weiland

„Time To Move“ ist zeitlos

Und ja, verdammt, es funktioniert noch. Zugegeben, ich hatte etwas Skrupel einen solch alten Schinken anzufassen. Der Crossover ist gelinde gesagt aus der Mode und wird nur noch von ein paar Bands künstlich am Leben erhalten. Ja natürlich haben Clawfinger eben Zuspruch und auch die Truppe um Zack hat sich wieder neu formiert. Ja, man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass der Crossover wieder angesagt ist. Aber im Vergleich zum Rest, der sich in der Musikwelt tummelt, sprechen wir eben nur von kleinen Auswüchsen. Per se ist der Crossover eher out. Bei uns aber diese Woche sicher nicht, denn die H-Blockx fahren auch 25 Jahre später mit „Time To Move“ die großen Geschütze auf. Bereits mit „Pour Me A Glass“ wird deutlich, dass die Herren den Groove für sich gepachtet haben. Bass-lastig und treibend geht es in die Vollen, bevor „Revolution“ mit einem schmissigen Riff daher kommt. 

H-Blockx - Artwork

Auch 25 Jahre nach der Veröffentlichung ist „Time To Move“ ein ganz starkes Album.

Für uns unser Album der Woche

Die Stimme von Henning ruft eine Glückseligkeit aus, die auch heute noch funktioniert. „Say Baby“ hat eine gewisse Lockerheit für sich gepachtet, während „Move“ alle Dämme bricht! Der Übersong damals ist auch heute noch ein Garant für gute Laune, gekonntes Kopfnicken und Hände-in-die-Luft-reissen. Wer bei Song Vier noch nicht voll angefixt ist, der hat einfach nicht zugehört. „Fight The Force“, „H-Blockx“ oder auch „Real Love“ sind astreine Songs, an denen es nichts zu meckern gibt. Jeder Riff sitzt, die Mischung aus Sprechgesang und Singen passt und von „in den Kinderschuhen stecken“ merkt man sicher auch nichts. Emotional ergriffen singt man „Little Girl“ mit und muss Henning attestieren, dass er ein unfassbar guter und begnadeter Sänger ist. Aber dies sollte sich in den letzten 25 Jahren rumgesprochen haben. Für uns ein ganz klarer Wochensieger und unser Album der Woche bei EMP: Die H-Blockx mit „Time To Move“

Kategorien: MUSIK Peter

Tags: Reviews Album der Woche Crossover EMP Plattenkiste H-Blockx Henning Weiland Time To Move Vinyl | permalink

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