Das Album der Woche: Decapitated mit Anticult

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Decapitated legen nicht nur das Album der Woche bei EMP vor. Nein, die Herren aus Polen zaubern uns kurzerhand eine Schlachtplatte der ganz besonderen Klasse hin. Vergesst „Blood Mantra“ auch wenn e schmerzen wird. Mit „Anticult“ machen die Jungs einfach alles richtig.

Was war ich sprachlos damals. Decapitated zimmerten vor rund 3 Jahren ein Album zusammen, welches auch 2017 schon mehrmals seinen Gang zum Plattenteller erleben durfte. Wobei Teller hier das Schlagwort ist, denn diesen benötigt man bekanntlich, wenn man am reichhaltig gedeckten Buffet sich bedienen will. Decapitated, dass waren für mich bis heute diese Typen, die quasi einen Erfolg feiern konnten. Einen, den man ihnen nicht zugetraut hätte, aber eben passierte. Ein Album, welches wohl das Korn ist, welches auch das blinde Huhn mal findet. Wie gesagt, dies galt bis 2017. Und nun muss ich mein Weltbild neu ordnen, denn „Anticult“ belegt, dass wir eben nicht von einer Eintagsfliege sprechen können.

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So irritierend dieses Bild sein mag, so klar ist die Vision des Albums.

Eintagsfliege? Ach was! Weit davon entfernt!

Nun hauen diese Polen einfach mal 8 Songs raus, die im Ganzen eben das besagte Album „Anticult“ ergeben. Nummern, die sich so dermaßen aggressiv offenbaren, dass einem die Spucke wegbleibt. Messerscharfe Riffs, groovige Parts, die breitbeiniger nicht ausgetragen werden können. Tja, und Rafael keift sich regelrecht die Stimmbänder aus dem Hals. Und das Schlimme an der Sache ist, dass dies so dermaßen butterweich von der Hand zu gehen scheint, dass technischer Death Metal wahrlich neu definiert werden muss. Wer ein Bolzenschussgerät durch seinen Ferienjob bei Zimmermännern kennt, der wird sich regelrecht an diesen erinnert fühlen. Versprochen.

DECAPITATED - band

Decapitated sind weit davon entfernt, eine Eintagsfliege zu sein. Das neue Album beweit dies.

Decapitated zerlegen alles

Sei es das Brett vor dem Herrn, welches auf den glorreichen Namen „Deathvalution“ hört. Oder „Earth Scar“, welches akustisch besticht, durch die konträren Attacken aber Haken schlägt. Oder das Gewitter aus Stakkato-Attacken mit dem Namen „One Eyed Nation“. Was soll man hierzu bitte sagen außer „what the fuck“?! Ja, große Momente erlebt man hier geradezu im Minuten-Rhythmus und dies ist auch gut so. Man feiert den Death Metal ab um diesen gleichzeitig auf eine völlig neue Ebene zu heben. Und dies gelingt sogar mit dem ruhigen Rauswerfer „Amen“, welcher in der Kirche doch so viel wie „ja, so ist es“ bedeutet.

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Andere brauchen 8 Alben. Diese Band nur 8 Songs!

Und was gibt das in Summe?

Doch wo kann man Decapitated in etwa einordnen. Nun, da gilt wie immer die Regel „nichts Halbes, nichts Ganzes“. Wir sprechen von Momenten, die an Vader oder Fear Factory erinnern. Aber auch Machine Head und/oder Gojira, Sepultura beziehungsweise Meshuggah mag der geneigte Hörer vernehmen. Doch ein kleiner Tipp am Rande. Von all genannten Bands nur die ganz großen Momente ins Gedächtnis rufen. Und dann hat man in etwa das, was Decapitated mit „Anticult“ zelebrieren. Bockstarkes Ding!

Kategorien: MUSIK Peter Reviews

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