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Whitesnake auf ihrem kommerziellen Höhepunkt- Headliner in Donnington. Das Gitarrenduo Vai/Vandenberg liefert einen gigantischen Gitarrenteppich und Coverdale ist in bester stimmlicher Verfassung! Ein großartiges Zeitdokument!
EMP Redaktion
von Jürgen Tschamler(24.06.2011)Satte 21 Jahre hat Coverdale das Teil in seinem Keller verschimmeln lassen, bis er es nun zum Release frei gab. In der Besetzung Rudy Sarzo (B), Tommy Aldridge (Dr), den beiden Saitenhexern Adrian Vandenberg und Steve Vai sowie selbstverständlich Coverdale, spielten Whitesnake einen grandiosen Gig vor 70.000 Leuten. Allerdings erreicht das Album dennoch nicht das Wahnsinnslevel des Whitesnake-Liveklassikers schlechthin "Live...in the heart of the city". Die Soundqualität der 2-CD ist überraschend gut, transparent und angenehm gitarrenlastig. Coverdale selbst ist in hervorragender stimmlicher Verfassung. Gitarrentechnisch zockt man hier wesentlich metallischer als in der frühen Phase, trotz relativ kommerzieller Stücke wie "Slip of the tongue", "Slide it in" etc. Qualitativ gesehen, ist die zweite CD eindeutig besser, aufgrund der Klassikerdichte wie "Fool for your loving", "Here I go again", einem Überfliegertrack wie "Still of the night" oder dem grandiosen "Ain't no love in the heart of the city". Donnington 1990 dürfte für Whitesnake sicher einer der ganz großen Höhepunkte ihrer Karriere gewesen sein und dies kann man jetzt im Nachhinein noch einmal miterleben.
Interview

Für immer Whitesnake
von Oliver Kube (01.03.2011)Ende 2003 reformierte Frontmann David Coverdale Whitesnake, um eine Konzertreise zum 25. Band-Jubiläum zu starten. Seit dem tourt man wieder regelmäßig und hat nun offenbar auch erneut Gefallen an der Arbeit im Aufnahmestudio gefunden. Wir sprachen m...
WeiterlesenEnde 2003 reformierte Frontmann David Coverdale Whitesnake, um eine Konzertreise zum 25. Band-Jubiläum zu starten. Seit dem tourt man wieder regelmäßig und hat nun offenbar auch erneut Gefallen an der Arbeit im Aufnahmestudio gefunden. Wir sprachen mit der Rock-Legende über den Kracher "Forevermore" sowie die neuen Bandmitglieder.
EMP: David, das ging ja überraschend flott, mit dem neuen Werk. Hattest du selbst damit gerechnet nach eurem Studio-Comeback "Good to be bad" jetzt schon nachlegen zu können?
DC: Im Vergleich zu meinen Anfängen in den '70ern sind drei Jahre zwischen zwei Alben eine halbe Ewigkeit. Heutzutage ist das aber recht kurz. Zumal wir zwei Welttourneen gespielt haben, diverse Besetzungswechsel vornehmen, ein neues Label finden und natürlich auch erst einmal Songs schreiben und aufnehmen mussten. Die Antwort lautet also: Nein, nicht wirklich. (lacht)
EMP: Aber du bist offenbar zufrieden mit "Forevermore"?
DC: Allerdings. Ich glaube tatsächlich, dass wir unserer Diskografie einen Klassiker hinzugefügt haben. Wir waren aber auch mit Feuereifer bei der Sache. Es war inspirierend, wie hervorragend ,Good to be bad' bei den Fans ankam. Unser Gitarrist Doug Aldrich und ich haben - auch durch das intensive Touren - eine tolles Verhältnis zueinander entwickelt. Wir schreiben, wenn er zu mir nach Lake Tahoe kommt. Aber auch via Telefon oder per Email kooperieren wir exzellent. Der Songwriting-Prozess war sehr fruchtbar, sehr kreativ. Es macht mir Spaß mit ihm zu arbeiten, weshalb die Ideen nur so fließen...
EMP: Gratulation zur Verpflichtung von Brian Tichy (Foreigner, Slash, Billy Idol, Stevie Salas etc.), einem der besten Trommler im Rock-Geschäft.
DC: Oh, danke. Ich habe Brian schon sehr lange im Auge gehabt. Er hatte z.B. mit Pride & Glory im Vorprogramm unserer ,Restleass heart'-Tournee in Deutschland gespielt. Eigentlich wollte ich ihn bereits 2003 zum Comeback haben. Das hat sich damals leider zerschlagen. Doch nun ist er dabei und ich könnte nicht glücklicher sein. Er hat eine unglaubliche Energie. Und das nicht nur an seinem Instrument, auch als Person ist er eine große Bereicherung.
EMP: War es Tichy, der dann euren neuen Bassmann Michael Devin empfohlen hat?
DC: Ja, ich bat ihn, mir ein paar Wunschkandidaten seinerseits zu nennen. Die Chemie zwischen Schlagzeuger und Bassist ist einer der entscheidenden Faktoren dafür, ob und wie eine Band funktioniert. In der Anfangszeit von Whitesnake hatten wir mit Ian Paice und Neil Murray eine perfekte Kombination. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass diese beiden Musiker dazu geboren wurden, um miteinander zu spielen. Bei Brian und Michael scheint es ähnlich zu sein. Sie hatten schon mehrere gemeinsame Jobs, bei denen sie spektakulär harmonierten - zuletzt mit Lynch Mob. Michael ist ein wunderbarer Mensch - sanft und intelligent. Ein echter Künstler und doch offen und sympathisch. Ich freue mich darauf, mit den beiden um die Welt zu reisen und viele tolle Shows zu spielen.
Wie in guten alten Zeiten
von Markus Eck (11.03.2008)Nach über einer Dekade Veröffentlichungspause mit einem dermaßen hammerguten neuen Studioalbum wie "Good to be bad" aufzukreuzen, dazu gehört schon was - und was viele Hardrock-Fans erst gar nicht für möglich gehalten hatten, das machen Whitesnake hi...
WeiterlesenNach über einer Dekade Veröffentlichungspause mit einem dermaßen hammerguten neuen Studioalbum wie "Good to be bad" aufzukreuzen, dazu gehört schon was - und was viele Hardrock-Fans erst gar nicht für möglich gehalten hatten, das machen Whitesnake hierauf mit absoluter Bravour wahr. Als wäre die Zeit einfach stehen geblieben, brillieren Oberschlangen-Beschwörer und Ausnahmesänger David Coverdale samt Band wie in den allerbesten Erfolgszeiten der weltberühmten hart rockenden Sympathieträger aus England. Umso besser, dass David nicht nur ein noch immer absolut begnadeter Vollblut-Vokalist ist, sondern auch im erfreulich herzlichen Interview-Gespräch viel zu erzählen hatte.
"Hätten wir zwei uns vor zehn Jahren unterhalten, hätte ich dir in aller Offenheit gesagt, dass ich kein weiteres Album mehr mit Whitesnake auf den Markt bringen werde. Viel zu sehr war ich von der Musikindustrie enttäuscht und desillusioniert. Hinzu kommt, dass auch die bei uns immer sehr ausgedehnten globalen Konzert-Tourneen ihren körperlichen Tribut fordern, was einen mit jedem Jahr mehr schlaucht. Doch gefehlt hat mir das Ganze mit der Zeit schon sehr, denn ich liebe diese Musik nun mal über alles - und kann ohne sie einfach nicht leben. Doch irgendwann geriet ich glücklicherweise an die neue Plattenfirma, und die Leute stellten sich mir als echte Musikfans vor, denen Geld nicht restlos alles bedeutet", erzählt mir der Sänger voller Funken sprühendem Enthusiasmus, welcher nicht lange zu überlegen hatte, was die anschließende Vertragsunterzeichnung anbelangt. Mit seiner Band ist der Brite rundum zufrieden: "Ich arbeite mit einigen aus der Gruppe schon seit Längerem fantastisch zusammen, von daher gibt es da gar keine Probleme - wir sind ein Spitzenteam, was wir auch bei der sich gerade in Planung befindenden kommenden Tour zum neuen Album unter Beweis stellen werden. Als wir das Songwriting angingen, machte sich schnell eine Art positive und kreative Magie breit, welche sich unserer Sinne machtvoll bemächtigte. Nach und nach entstanden somit neue Kompositionen, die überraschenderweise den Geist und die Kraft alter Whitesnake-Klassiker offenbarten. Wir ließen uns derart inspirieren und machten munter weiter, bis das Album stand." "Good to be bad" - laut David der perfekte Brückenschlag zwischen sämtlichen (alt)bewährten künstlerischen Tugenden seiner Hardrock-Combo und modernen Produktionsmöglichkeiten: "Die Scheibe enthält einfach rein alles, was Whitesnake ausmacht."
Wieder aktiv
von Matthias Mineur (25.09.2006)Die Nachricht gleicht einer Sensation: Anfang November 2006 veröffentlichen Whitesnake nicht nur ihr neuestes Bühnenwerk "Live ... In the shadow of the Blues", sondern stecken gleichzeitig voller Pläne für die folgenden Monate. Kopf und Ideengeber Da...
WeiterlesenDie Nachricht gleicht einer Sensation: Anfang November 2006 veröffentlichen Whitesnake nicht nur ihr neuestes Bühnenwerk "Live ... In the shadow of the Blues", sondern stecken gleichzeitig voller Pläne für die folgenden Monate. Kopf und Ideengeber David Coverdale & Co. planen für das kommende Jahr ein neues Studioalbum und geben jetzt bereits einen vagen Vorgeschmack darauf: Vier brandneue Stücke, die Coverdale mit seinem Gitarristen Doug Aldrich geschrieben und mit der Band im Studio aufgenommen hat, sind auf "Live ..." zu finden. Was es dazu und zu allen weiteren Aussichten zu sagen gibt, erklärte uns Meister Coverdale in einem interessanten Gespräch.
David, entgegen deiner Ankündigung vor einigen Jahren, dass Whitesnake in deinem Leben keine Zukunft mehr haben wird, ist die Band jetzt aktiver denn je. Was ist passiert?
"Die Fans haben mich wieder daran erinnert, was meine Mission ist. Als wir auf unserer Website www.whitesnake.com unsere Anhänger dazu aufforderten, sich etwas von uns zu wünschen, war die Resonanz überwältigend: Eine Live-DVD, ein Greatest Hits-Album und eine neue Studioscheibe. Eigentlich war ein neues Studioalbum gar nicht in meinen Zukunftsplanungen vorgesehen. Jetzt aber weiß ich, dass ich es machen muss und unbedingt auch machen will. Es ist ein komplett neuer Anfang für Whitesnake."
Und einer, bei dem du auf das beste Line-Up seit Jahren zurückgreifen kannst, nicht wahr?
"Absolut. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 100 Konzerte in dieser Besetzung gespielt und sind dabei als Band von Show zu Show stärker geworden. Ich hatte schon früher das Gefühl, dass Whitesnake im Studio zwar eine Macht sind, aber erst auf der Bühne erlebt man uns wirklich in unserem Element."
Die Überraschung der Scheibe sind dabei noch nicht einmal die Live-Aufnahmen, sondern die vier brandneuen Studiosongs, die du mit deinem neuen Gitarristen Doug Aldrich geschrieben hast.
"Doug ist ein jahrelanger Fan von Whitesnake und kennt meine Stimme ganz genau. Deshalb war es einfach für mich, mit ihm neue Songs zu schreiben. Die Stücke ,Dog', ,If you want me - I'll come running' und ,Ready to rock' sind packende Rocknummern, die speziell für die Bühne komponiert wurden und das bei Whitesnake immer wieder beliebte Thema Sex behandeln. Meine Frau war mit den Texten übrigens einverstanden. Und ,All I want is you' ist eine klassische Power-Ballade á la Whitesnake."
Welches sind deine Lieblingssongs der Live-Aufnahmen?
"Speziell ,Slide it in' klingt besser als jemals zuvor. Das Stück wurde von mir leicht umarrangiert und entfaltet jetzt all seine Kraft."
Wie geht es weiter? Gerüchte besagen, dass ihr noch in diesem Herbst die Vorbereitungen auf ein neues Studioalbum beginnen werdet?
"Ja, das stimmt. Wir haben bereits acht weitere Stücke geschrieben, demnächst werden Doug und ich noch zusätzliche Ideen ausarbeiten. Und Rob rief mich erst kürzlich an, dass er an einem Riff von der Stärke eines ,Still of the night' arbeitet. Ich sagte ihm: Mach weiter so, jeder ist herzlich eingeladen, Whitesnake zu neuen Höchstleistungen zu verhelfen."