Interview

Volbeat lieben Deutschland, Deutschland liebt Volbeat
von Oliver Kube (16.09.2011)Sie sind die Aufsteiger der letzten Jahre. Mit Hilfe einiger göttlicher Longplayer und genialer Konzerte, schaffte der Dänen-Vierer den Sprung vom Insider-Tipp zum Status einer der aktuell größten Rockbands Europas. Anlässlich der Veröffentlichung ih...
WeiterlesenSie sind die Aufsteiger der letzten Jahre. Mit Hilfe einiger göttlicher Longplayer und genialer Konzerte, schaffte der Dänen-Vierer den Sprung vom Insider-Tipp zum Status einer der aktuell größten Rockbands Europas. Anlässlich der Veröffentlichung ihrer neuen DVD/Blu-ray/CD "Live from beyond hell/Above heaven" sprachen wir mit Frontmann Michael Poulsen.
EMP: Hallo Michael. Ihr seid gerade aus den USA zurückgekommen. Wie war's?
MP: Großartig, aber auch extrem anstrengend. Wir haben 32 Shows in etwa sechs Wochen gespielt. Was in Europa völlig okay ist. Allerdings haben wir erstmals nicht nur an den beiden Küsten gespielt und sind dann wieder zurück nach Hause. Wir sind im Bus erst rauf, dann runter, dann quer durch die Staaten gegurkt, bevor es wieder rauf und runter sowie zwischendurch auch noch nach Kanada ging. Da merkt man erst, wie unglaublich groß dieser Kontinent ist.
EMP: Habt ihr als Headliner gespielt oder wart ihr als Vorband unterwegs?
MP: Wir haben ausschließlich als Headliner in größeren Clubs und mittleren Hallen mit zwischen 2.000 und 4.000 Leuten gespielt. Es war grandios. Wir haben massig neue Orte gesehen und viele Freundschaften geschlossen.
EMP: Eure Deutschland-Tour im November ist bereits seit Monaten ausverkauft. Und das sind die ganz großen Hallen...
MP: Ja, das ist absoluter Wahnsinn. Wir lieben es, in Deutschland zu spielen. Und wenn man bedenkt, dass wir vor ein paar Jahren auch bei euch noch vor einer guten Handvoll Leuten angefangen haben, haut es mich einfach um, dass wir nun beinahe in jeder großen Stadt vor einer fünfstelligen Besucherzahl auftreten dürfen. Vielen Dank dafür. Die deutschen Fans sind einfach fantastisch zu uns...
EMP: Die neue DVD wurde vor ähnlich beeindruckender Kulisse mitgeschnitten. Erzähl mal ein wenig.
MP: Ja, wir haben vor 10.000 Fans im Kopenhagener Forum gespielt. Dabei sind wir von elf Kameras gefilmt worden, die uns aus allen möglichen Winkeln auf die Mattscheibe zaubern. Die technischen Aspekte sind allesamt sehr beeindruckend. Der Sound ist fett, das Bild top - also alles, was man von einer guten DVD so erwartet. Besonders spannend waren und sind natürlich die Gastauftritte, u. a. von Mercyful Fates Michael Denner oder unserem alten Freund Mille von Kreator.
EMP: Scott Ian und Rob Caggiano von Anthrax waren auch dabei, oder?
MP: Ja, die waren aber nicht in Kopenhagen am Start. Wir haben auch noch einen Auftritt aus dem House Of Blues im kalifornischen Anaheim auf der Disc. Da haben uns Scott und Rob mit ihrer Zweitband The Damned Things supportet. Wir baten sie bei ein paar Coverversionen mitzumischen und es lief super.
EMP: Habt ihr euch schon über euer nächstes Album gemacht?
MP: Ja, trotz des ständigen Tourens, habe ich tatsächlich bereits angefangen erste Stücke zu schreiben. Ich bin jetzt gerade bei der Phase angekommen, in der ich meine zunächst auf der akustischen Gitarre entwickelten Ideen mit der elektrischen weiterführe. Ich liebe es, aus netten kleinen Melodien, fette, sauheftige Riffs zu machen.
Elvis lebt!
von Thomas Clausen (28.06.2010)Wild gefeierte Shows auf dem With Full Force-Festival, in Wacken, bei Rock am Ring/ Park und spektakuläre Support-Jobs für Megastadion-Bands wie Metallica oder AC/DC - die aus Kopenhagen stammenden Rockabilly Country Metaller von Volbeat sind in letz...
WeiterlesenWild gefeierte Shows auf dem With Full Force-Festival, in Wacken, bei Rock am Ring/ Park und spektakuläre Support-Jobs für Megastadion-Bands wie Metallica oder AC/DC - die aus Kopenhagen stammenden Rockabilly Country Metaller von Volbeat sind in letzter Zeit öfter auf deutschen Autobahnen und Raststätten anzutreffen gewesen, als so mancher Berufspendler. Auch im Spätherbst darf sich die Fanbase wieder auf das eine oder andere unverhoffte Spontantreffen On The Road gefasst machen, wenn die Dänen ihr brandneues Album "Beyond hell/ above heaven" live vorstellen. Frontmann Michael Poulsen könnte nicht zufriedener sein: Zurück gegelte, schwarze Schmalztolle, Motörhead-T-Shirt. Auf den kunterbunt zugestochenen Unterarmen prangen fett die Schriftzüge Elvis Aaron Presley und Social Distortion, auf den Fingern präsentiert der sympathische Thirty-Something stolz die Namen seiner Eltern. Er könnte kaum cooler aussehen. Außerdem haben Volbeat eine Platte im Gepäck, mit der man ab demnächst auch die letzten verbliebenen Rekorde knacken will. Alles perfekt eigentlich, wäre da nicht dieser dänische Akzent. "Unser großer Traum ist es, dass Metallica demnächst als Vorband für uns eröffnen", lässt Poulsen sein berüchtigtes Guitar Gangster-Grinsen übers ganze Gesicht erstrahlen. "Aber mal im Ernst: Wir können uns wahrlich nicht beschweren. Wir sind immer noch ganz normale Typen, keine Glamband oder so genannte Rockstars. Ich habe mir gerade ein kleines Häuschen gekauft, das ich mir wirklich hart erarbeitet habe. Es könnte nicht besser laufen für uns. Obwohl wir in Dänemark wirklich unheilig hohe Steuern bezahlen müssen..." Trotz Dauerstress mit dem königlichen Fiskus, gibt man sich auf "Beyond hell/ above heaven" kraftvoller und mitreißender denn je: Mit mehr Country, mehr Rock 'n' Roll und mehr Metal, erzählt das skandinavische Quartett nun seinen mit dem 2008er Vorgängeralbum begonnenen Punkrock-Krimi zu Ende. "Die Songs ,7 shots' und ,The mirror and the ripper' schließen die Story ab. Es geht wieder um diesen Typen, der so viel Scheiße erlebt hat. Einerseits ist er die Hölle auf zwei Beinen, andererseits steckt auch ein guter Kern in ihm, der ihn manchmal das Licht am Ende des Tunnels erkennen lässt. Ansonsten bedeutet der Titel, das Böse ebenso wie das Gute zu akzeptieren. Man muss erkennen, dass alles im Leben miteinander zusammenhängt, dass man selbst für seine Taten verantwortlich ist und niemanden sonst für irgendwas anklagen kann. Wir alle haben mit unseren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen. Volbeat sind weder eine politische noch eine religiöse Band - dieser Titel war meine Art, die Idee von der Hölle und des Himmels ein wenig auf die Schippe zu nehmen und alles nicht immer so bierernst zu sehen: Wenn wir tiefer als die Hölle graben würden, sähe der Himmel wohl wie die Hölle aus, oder?" Bleibt nur noch eine letzte Frage: Wo lebt der King heute? "Oh, Elvis ist schon lange tot", lacht Poulsen. "Er liegt in Graceland begraben. Ich muss es wissen, immerhin habe ich dort gerade vor ein paar Monaten geheiratet..." Glückwunsch nachträglich und bis bald auf deutschen Straßen!