Information
"War and pain", der Thrash-Klassiker schlechthin, feiert den 20. Geburtstag: Neben der eigentlichen LP gibt es diverse Demos zu hören, dazu einen kompletten '84er Live-Mitschnitt (u.a. mit Slayer- und Venom-Coversongs) sowie eine Multimedia-CD randvoll mit raren Fotos, Video-Clips, einer Biographie sowie Screensavers.
EMP Redaktion
Wie könnte man den 20. Geburtstag einer der einflussreichsten Metal-Platten aller Zeiten besser feiern als das Metal Blade Records mit dem Re-Release von "War and pain" tun? Sowohl in ihrer Rumpel-Thrash-Frühphase als auch später, mit "Killing technology", als die Songstrukturen zunehmends komplexer wurden, setzten Voi Vod Standards (die sich leider nicht in ihrem heutigen Status niedergeschlagen haben). "War and pain" selbst war im Jahre 1984, vielleicht nach Venom's "Welcome to hell", die zweitkompromissloseste Metal-Scheibe, die bis zu diesem Zeitpunkt das Licht der Welt erblickte. Deswegen ist es mehr als gerechtfertigt, dass aus diesem Vinyl-Klassiker in der jetzigen Form gleich 3 Silberlinge geworden sind: Neben der eigentlichen LP gibt es diverse Demos zu hören, dazu einen kompletten '84er Live-Mitschnitt (u.a. mit Slayer- und Venom-Covers) sowie, für Computer-Freaks wahrscheinlich wichtiger als alles andere, eine Multi-Media-CD randvoll mit raren Fotos, Videoclips, einer Biographie, Kommentaren zur Bandgeschichte sowie Screensavers. (Matthias Mader - April 2004)
Interview

Born again!
von Matthias Mader (07.01.2013)Janick Gers hat mir einmal erzählt, dass zwei Telefonate sein Leben von Grund auf verändert haben. Zuerst der Anruf von Ian Gillan und später Steve Harris' Angebot, bei Iron Maiden einzusteigen. Die Geschichte von Daniel "Chevy" Mongrain fällt sogar ...
WeiterlesenJanick Gers hat mir einmal erzählt, dass zwei Telefonate sein Leben von Grund auf verändert haben. Zuerst der Anruf von Ian Gillan und später Steve Harris' Angebot, bei Iron Maiden einzusteigen. Die Geschichte von Daniel "Chevy" Mongrain fällt sogar noch romantischer aus. Der Gitarrist stieg 2008 bei seiner absoluten Lieblingsband ein, nämlich Voivod: "Das stimmt! Voivod war schon immer meine Lieblingsband. Seit meinem elften Lebensjahr. Ich bin mit ihrer Musik aufgewachsen. Sie waren der Grund dafür, warum ich mir eine Gitarre gekauft habe und in einer Band spielen wollte. Voivod waren die Gruppe, die ich während meines kompletten Lebens am häufigsten gehört habe." Wow, könnte es in diesem Universum jemanden geben, der besser geeignet wäre, den Posten des 2005 leider viel zu früh verstorbenen Denis "Piggy" D'Amour zu übernehmen? Wohl kaum. "Es ist ein wirklich unwirkliches aber total spannendes Gefühl, jetzt bei Voivod zu spielen", findet Daniel Mongrain dann auch kaum Worte. "Es ist für mich eine große Ehre, von nun an ein Bestandteil Voivods zu sein. Kreativ betrachtet war dies bis dato die beste Reise in meinem Leben." Mongrain spielt hier natürlich auf die bärenstarke neue Scheibe "Target earth" an, an der er massiv mitgearbeitet hat: "Oh ja! Blacky und ich haben fast alle Ideen entwickelt und die Riffs ausgearbeitet. Danach haben wir alle zusammen die Stücke komplettiert. Snake hat seine Gesangsmelodien gefunden, während wir die Songs im Proberaum gejammt haben und Away hat diese extrem verrückten Drum-Grooves beigesteuert, die manchmal die Perspektive meiner Riffs (im positiven Sinne) total verändert haben. Am Ende haben wir dann die Kompositionen alle gemeinsam arrangiert - es war eine wirklich großartige Teamarbeit." "Target earth" markiert (nach 30 Jahren Bandgeschichte) so etwas wie die Wiedergeburt von Voivod. Anknüpfungspunkte an das klassische Bandschaffen inbegriffen. "Auf jeden Fall merkt man der Platte Querverweise zu alten Alben an", analysiert der neue Gitarrist. "Die Ästhetik von Voivod hat sich nicht verändert. Aber natürlich klingt die aktuelle CD unverbraucht und frisch. Nach wie vor sind Voivod gleichermaßen chaotisch wie melodisch, eingängig wie progressiv." Das kann man mit Fug und Recht behaupten. Als ich gewisse Parallelen des neuen Materials zu "Nothingface" erwähne, ernte ich von Daniel Mongrain Zustimmung: "Ja, das kann man schon sagen. Ein Vergleich mit ,Nothingface' oder auch ,Dimension hatröss' ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Zumindest was gewisse Passagen der Songs betrifft. Es ist Voivod pur. Blackys Bass-Sound ist zurück, der mich sehr an die ganz frühen Sachen erinnert." Während Daniel der Neue bei Voivod ist, hat sich vor geraumer Zeit ein anderer verabschiedet: Jason Newsted. Mongrain sieht ihn aber noch immer als Teil der Voivod-Familie an: "Yeah, ich habe ihn vor circa einem Monat in San Francisco getroffen, als wir einen Gig für die Neurosis-CD-Release-Party gespielt haben. Er ist ein wirklich netter Kerl. Als er mich zum ersten Mal traf, hat er mich gleich umarmt und mir gesagt, wie toll er es findet, dass Voivod noch existieren. Jason liegen seine Freunde wirklich am Herzen. Das Schicksal von Away, Snake und Voivod berührt ihn heute noch immer."
Die Geschichte geht weiter
von Jürgen Tschamler (07.07.2006)Kanadas Voi Vod waren schon immer etwas anders. Nicht nur, dass Voi Vod eine von wenigen Bands aus dem französisch sprechenden Teil Kanadas sind, auch musikalisch waren Voi Vod immer anders geartet. "Katorz" wird demnächst veröffentlicht und wir frag...
WeiterlesenKanadas Voi Vod waren schon immer etwas anders. Nicht nur, dass Voi Vod eine von wenigen Bands aus dem französisch sprechenden Teil Kanadas sind, auch musikalisch waren Voi Vod immer anders geartet. "Katorz" wird demnächst veröffentlicht und wir fragten bei Drummer Michael "Away" Langevin im fernen Montreal nach dem aktuellen Stand. "Seit dem 2003er Album haben wir an dem neuen Material gearbeitet. Als Piggy starb befanden sich all seine Gitarrenspuren auf seinem Laptop. Das Material ergibt 23 Songs, von denen sich nun ein Teil auf dem kommenden Album ,Katorz' wieder finden wird. Die komplette Aufnahmeprozedur war schon sehr komisch. Früher hatten wir Drums und Bass zuerst eingespielt, jetzt mussten wir alles zu den schon vorhandenen Riffs einspielen. Ich hatte ursprünglich die Befürchtung, dass die Songs durch dieses veränderte Aufnahmeverfahren wie mittelmäßige Demostücke klingen würden. Aber dem ist nicht so. Piggy's Gitarre dominiert die Stücke, was von uns auch so gewollt ist, denn die Stücke sind sein Vermächtnis." In welche Richtung geht das neue Material stilistisch? "Well, das neue Album wird sehr vielseitig, sehr variabel sein. Wir hatten früher sehr rockige Stücke, epische und auch punkige Einlagen. Auch die Progressive Seite der Band kommt nicht zu kurz. Das ganze Spektrum musikalischer Voi Vod Vergangenheit findet sich auf ,Katorz' wieder. Dies wird sich auch auf den nächsten Alben fortsetzen." Das heißt, Voi Vod werden weiterhin als Band agieren? Wie sieht es aber mit Konzerten aus - können wir davon ausgehen, dass die Band auch live spielen wird? "Voi Vod werden weiterhin bestehen, keine Frage. Live werden wir aber, das ist die aktuelle Lage, nicht spielen. Eine Tour ohne Piggy können wir uns nicht vorstellen. Zur Debatte steht vielleicht einmal eine Tribute Show hier in Montreal, mit verschiedenen Gitarristen, aber das ist auch nur eine Idee." Was bedeutet eigentlich der seltsame Albumtitel "Katorz"? "Das bedeutet im französischen ursprünglich 14, ist jedoch ganz abgeändert geschrieben. Piggy hat dies so auf die ganzen CD-Rs geschrieben die er uns mit dem Material zu den neuen Songs gegeben hat. Auf diesen CD-Rs sind die Demoversionen der Songs und wir kamen zu dem Schluss, dass dies ein interessanter Albumtitel wäre."