von Andreas Reissnauer (28.12.2009)Mit ihrem dritten Album "Tribe of force" holen Van Canto zum großen Wurf aus. Zweifellos ist die a cappella Metalband mit das Originellste, was die Szene zu bieten hat. Doch reicht das aus, um den Mainstream zu erobern? "Wie wir auf die Idee zu Van C...
WeiterlesenMit ihrem dritten Album "Tribe of force" holen Van Canto zum großen Wurf aus. Zweifellos ist die a cappella Metalband mit das Originellste, was die Szene zu bieten hat. Doch reicht das aus, um den Mainstream zu erobern? "Wie wir auf die Idee zu Van Canto gekommen sind? Nach der Auflösung meiner vorigen Band, wollte ich etwas Gesangsorientiertes machen. Nach einigen Versuchen im eigenen Studio kam die Entscheidung, das Ganze als Band aufzuziehen. Es war aber nicht abzusehen, dass etwas wie Van Canto dabei entstehen würde", erklärt Stefan Schmidt, einer der fünf Sänger. "Canto stammt vom lateinischen ,cantare' und bedeutet ,ich singe'. Außerdem bedeutet es auf vielen romanischen Sprachen ,Gesang'. Dass Van hat keine bestimmte Bedeutung. Van Canto sieht aber auf Plakaten schön aus." Kann jemand von euch Gitarre oder Bass spielen? "Ja, die drei Rhytmussänger sind allesamt richtige Gitarristen. Nur hat das vorher kaum einen interessiert." Ist diese Technik erlernbar oder ist das eine reine Talentsache? "Singen kann man natürlich lernen, aber die Tatsache, dass Ikes Stimme wirklich klingt wie ein Bass oder dass Ross und ich wie verzerrte Gitarren klingen, ist sicher auch ein bisschen Glück. Oder meinetwegen auch Veranlagung. Wir haben einfach Glück gehabt. Bei der ersten Platte haben wir ja alles fast nur normal gesungen und dann erst bei ,Hero' gemerkt, dass wir einen besseren Sound hinbekommen, wenn wir wirklich versuchen, die Instrumente zu imitieren." Wie unterscheidet ihr euch beim Songwriting von einer herkömmlichen Metalband? "Der Jam-Faktor fällt halt etwas knapp aus. Man muss Van Canto Songs einfach genauer ausarbeiten als einen einfachen Riff auf der Gitarre. Deswegen sind die Arrangements schon recht fest, wenn sie in den Proberaum kommen." Wo liegen eure Einflüsse? Blind Guardian und Metallica und alles dazwischen? "Guter Treffer, haha! Also ich würde Nightwish noch nennen, was das Symphonische angeht. Und meine Vorliebe für richtig guten '80er Hardrock à la Europe hört man bei Songs wie ,I am human' vielleicht auch raus." Wie sind die Reaktionen der Metalheads, wenn sie das erste Mal mit euch konfrontiert werden? "Also live ist es inzwischen ja so, dass der ein oder andere wegen uns da ist und uns schon kennt. Ansonsten geht das meist von Ablehnung vor dem ersten Song über Erstaunen bei den ersten beiden Songs bis hin zu alle Arme oben beim vierten Song. Und wem es nicht gefällt, der hört sich halt eine Black Metal Band an. Kein Problem." Auf der letzten Scheibe hattet ihr noch wesentlich mehr Coversongs. Habt ihr jetzt mehr Selbstvertrauen, eure eigenen Stücke zu präsentieren oder woran liegt das? "Auf der ersten CD waren ja auch schon sieben Eigenkompositionen und nur zwei Coversongs. Das Selbstbewusstsein hatten wir also schon immer. Die Idee bei ,Hero' war einfach, die Cover, welche Teil unserer Live-Show waren, auch mal auf CD zu bringen. Aber wenn man sich die absoluten Überhits schon ausgesucht hat, wird die Auswahl natürlich irgendwann dünn, von daher konnten wir das nicht ewig machen. Wir fühlen uns auch nicht als Coverband, sondern als melodische Metalband mit einem etwas anderen Ansatz. Und diesen Ansatz kann man halt mit Coversongs sehr gut demonstrieren, gerade live." Gibt es schon Tourpläne für 2010? "Wir starten einen Monat nach der Albumveröffentlichung mit unserer eigenen Tour. Dann folgen die Sommerfestivals und in der zweiten Jahreshälfte wollen wir dann als Support einer größeren Band unterwegs sein."
von Jürgen Tschamler (19.09.2008)Neues im Musikbusiness zu machen ist äußerst schwierig, aber es gibt immer wieder Überraschungen die für Furore sorgen. Van Canto konnten schon mit ihrem Debutalbum "A storm to come" für diverse Ahs und Ohs sorgen. Aber was die erste a cappella Metal...
WeiterlesenNeues im Musikbusiness zu machen ist äußerst schwierig, aber es gibt immer wieder Überraschungen die für Furore sorgen. Van Canto konnten schon mit ihrem Debutalbum "A storm to come" für diverse Ahs und Ohs sorgen. Aber was die erste a cappella Metal Truppe der Welt auf ihrem zweiten Album "Hero" auffahren, lässt selbst hartgesottene Metalheads aufhorchen. Das Sextett, fünf Mann, eine Frau, benötigen bis auf ein Schlagzeug keinerlei unterstützende Instrumente um Metalklassiker neu zu intonieren und fulminante Eigenkompositionen vorzulegen. "Hero" wird sicher eines der Aufregeralben des Jahres 2008 werden. Wir sprachen mit Stefan Schmidt, tieferer Rakkatakka-Gesang, über die Band und deren neues Album. Wie kommt man auf die Idee Metalsongs im a cappella Stil zu intonieren? "Wir saßen auf jeden Fall nicht abends zusammen und sagten, lasst uns mal machen. Es ist mit der Zeit entstanden. Wir haben im Studio rumprobiert bis die beiden ersten Songs standen. Dabei handelt es sich um Leute aus alten Bands in denen ich spielte oder Leute die ich von Gigs her kannte. Alle waren der Sache jedenfalls sehr zugetan."
Ist es schwierig a cappella Stücke zu schreiben im Vergleich zu normalen Songs?
"Die Songs schreiben ist normalerweise kein Problem, denn das habe ich auch schon bei meinen alten Bands gemacht. Das arrangieren und das Proben ist der große, schwierige Unterschied. Aber so langsam haben wir den Dreh raus wie wir die Stücke angehen müssen und wie die einzelnen Mitglieder die Stücke singen müssen. Am Anfang mussten wir alles ausprobieren, inzwischen geht es eher darum, welche Tonlage oder Stimme wo einzusetzen ist um das beste Resultat zu erzielen." Ihr habt fantastische Coverversionen von Metalklassikern abgeliefert. Gibt es da gewisse Kriterien die diese Songs erfüllen müssen um von euch umgearbeitet zu werden oder geht ihr locker an jeden Song ran?
"Auf dem ersten Album hatten wir nur einen Coversong, den ,Battery' von Metallica. Das Kriterium für das zweite Album war, dass wir eigentlich nur richtig große Songs machen wollten um zu zeigen, dass es auch mit echten Klassikern geht. Die Auswahl ging recht schnell über die Vorlieben der Band. ,Wishmaster' von Nightwish war wohl der schwierigste Track, da sie im Original schon viele Keyboards und Chöre reingepackt haben und wir das nur mit den Stimmen ausgleichen konnten. ,Fear of the dark' war aber auch eine richtig große Herausforderung." Ist es nicht anstrengend, das live vorzutragen?
"Ja, gerade für die Rhythmussänger, weil die nicht richtig Zeit zum Atmen haben. Das ist schon richtig Sport, aber inzwischen haben wir das auch recht gut drauf. Wir haben ja kürzlich in Wacken gespielt und da sind wir wirklich unglaublich angekommen. Festivalerfahrungen hatten wir bisher ja schon, aber Wacken ist schon eine andere Größenordnung. Richtig überrascht waren wir über die Reaktionen nicht, aber dass es so gut ankommt haben wir dann doch nicht erwartet. ,Fear of the dark' kam wohl mit am besten an, dadurch dass Iron Maiden den Tag zuvor gespielt hatten, war die Maiden Fandichte schon enorm."
Frischer Wind in Sachen Melodic Speed Metal
von Johannes Schult (30.01.2007)Alleine für die Idee, Melodic Speed Metal einzig mit vielstimmigem Gesang und Schlagzeug zu spielen, haben VAN CANTO Aufmerksamkeit verdient. Die Debüt-CD "A Storm To Come" hat jedoch nicht nur ebenso originelle wie gelungene Arrangements zu bieten, ...
WeiterlesenAlleine für die Idee, Melodic Speed Metal einzig mit vielstimmigem Gesang und Schlagzeug zu spielen, haben VAN CANTO Aufmerksamkeit verdient. Die Debüt-CD "A Storm To Come" hat jedoch nicht nur ebenso originelle wie gelungene Arrangements zu bieten, sondern besticht besonders durch ausgereifte Hymnen, die sofort ins Ohr gehen und zum Mitsingen einladen, ohne dabei die nötige Härte vermissen zu lassen. Ein Gespräch mit Stefan Schmidt über seine neue Band war deshalb Pflicht.
Gehe ich Recht in der Annahme, dass du die treibende Kraft hinter Van Canto bist?
"Ja, kann man schon so sagen. Ich habe die Songs komponiert, bis auf die Coversongs natürlich, und habe dann auch mehr oder weniger die Leute zusammengesucht, die da mitmachen sollen. Ich habe produziert, gemischt und das ganze Promogedöns ist auch auf meinem Mist gewachsen."
Wie haben die anderen Bandmitglieder reagiert, als du ihnen die Idee und die Songs vorgestellt hast?
"Als allererstes hat das Inga gehört. Sie war ziemlich angetan von der Idee. Aber eigentlich kann man bei allen Bandmitgliedern sagen, dass sie es lustig fanden, aber sich nicht wirklich was drunter vorstellen konnten. Die ersten Demos waren auch alle mit Klavier, damit man die Songstruktur erkennt. Dann hab ich dazu gesungen und mal bei einem Lied beispielhaft vorgemacht, wie dieses Rakkatakka klingen könnte. Die Antwort war eigentlich immer: 'Ja, das ist ja mal total krass. Das ist wirklich das Bescheuertste, bei dem ich je mitgemacht habe!' oder: 'Das ist total geil!' Ich hatte das Glück, dass alle, die ich dazu angefragt habe, sich darauf eingelassen haben. Dass es uns allen selbst so gut gefällt, wussten wir vorher auch nicht. Da war also ein bisschen Glück dabei."
Gab es einen bestimmten Moment, als langsam aber sicher klar wurde, dass das Ganze nicht nur eine verrückte Idee ist, sondern dass da wirklich schöne Musik dabei rauskommt?
"Als Ross eingesungen hat. Zuerst haben wir zu diesen Klavierdemos die Leadgesänge aufgenommen, Dennis und Inga. Ich konnte immer zwischendurch meine Stimmen singen, weil in meinem Studio aufgenommen wurde. Als Ross dazukam, war das die vierte Stimme. Da hat man zum ersten Mal gemerkt, dass das vom Klang her ein Bild abgibt. Vorher klang es immer ein bisschen zu wenig. Es war auch immer beim Aufnehmen und auch beim Komponieren die latente Unsicherheit da, dass wenn man es jetzt weitermacht, man doch irgendwann an den Punkt kommt, wo man einfach Bock hat die Gitarre auszupacken und noch schnell was dazu einzuspielen und ein ganz normales Metal-Album draus zu machen. Als Ross dann eingesungen hatte, hat sich zum ersten Mal angekündigt, dass das mit vier Stimmen schon sehr fett klingen kann. Danach hatten wir noch die Idee, das Ganze durch Gitarrenverstärker durchzujagen. Spätestens ab da war dann klar, dass es auf jeden Fall funktioniert."
"A Storm To Come" hast du auf deinem eigenen Label rausgebracht. Habt ihr euch mit dem Album überhaupt bei größeren Plattenfirmen beworben?
"Nein, wir haben das diesmal gar nicht erst an Labels geschickt. Man denkt immer, das sind voll die Götter, die da hocken. Meist sind es selbst gelangweilte oder frustrierte Musiker, die es mit ihrer eigenen Band nicht geschafft haben. Die werden dann A&R bei einer Plattenfirma. Je nachdem, ob sie gut oder schlecht geschlafen haben, antworten sie auf eine E-Mail. Da habe ich einfach keinen Bock mehr drauf. Die Mühe, die ich da hineinstecke, ist mir zuviel, als dass ich mir Absagen holen wollte, die dann mit einem Satz als Standardabsage formuliert sind. Das ist nicht angemessen, finde ich. Deswegen wollte ich mir das nicht mehr antun. Ich glaube auch, dass wenn eine Idee gut ist und eine Band gut ankommt, die Plattenfirmen von alleine kommen."
Ihr habt ein schönes Video zu "The Mission" gedreht. Hast du für die Finanzierung deine Gitarrensammlung verkauft?
"Nein. Bei dem ganzen Projekt ist das so wie immer, wenn man solche Sachen macht, dass man ziemlich viel auf Leute angewiesen ist, die einen ähnlichen Idealismus reinbringen und nicht unbedingt direkt aufs Geld schauen. Bei dem Video war es konkret so, dass ein langjähriger Freund von mir seine Diplom-Arbeit schrieb. Er macht irgendwas in der Schnittstelle aus Innenarchitektur und Mediendesign. Seine Diplom-Arbeit ist die Inszenierung von so einem Video. Sein Thema war, wie man die Art und Weise der Musik, die ohne Instrumente auskommt und trotzdem den ganzen Raum füllt, in Bilder übersetzt. Deswegen hatten wir sozusagen einen Regisseur, einen Cutter und einen Effektspezialisten, der das alles auch für sich gemacht hat und da keine Stunden aufgeschrieben hat und uns am Ende eine Rechnung präsentiert hat. Genauso mit den Kameramännern und dem Beleuchtungsassistenten: Die haben zwar alle Geld gekriegt, aber das bewegt sich im Rahmen."
Du hast deine Gitarren noch.
"Ich habe meine Gitarren noch und ich habe halt gespart. Wenn ich keine Musik mache, guck ich auch, dass ich mein Geld verdiene. Ich gebe es dann halt nicht für ein Auto aus und fahre seit vier Jahren nicht in den Urlaub, sondern gebe es für die Musik aus."
Ihr seid vier Sänger und eine Sängerin in der Band. Oft haben die Sänger das größte Ego in der Band. Wer hat bei euch das größte Ego?
"Ja, fünf Diven! Das größte Ego im Sinne von sich selbst überzeugt zu sein, da geben wir uns, glaub ich, alle nichts. Wir finden uns schon alle irgendwie toll. Wenn man nicht so ein bisschen Selbstbewusstsein hat, kann man sowieso nicht in einer Band spielen, weil man auf der Bühne sonst von den Leuten zerpflückt wird. Man muss auch irgendwie geil drauf sein, sich selbst ein bisschen darstellen, sonst hat das alles keinen Taug. Sonst kann man Liedermacher werden, aber kein Metal-Musiker. Im Sinne Ego, dass man das jetzt nach außen trägt, extrovertiert ist und es auch irgendwie schafft, die Leute zu beeindrucken und in den Bann zu ziehen, da würde ich schon als allererstes die beiden Leadsänger, also Dennis und Inga, nennen, die nicht zuletzt deswegen auch Leadsänger geworden sind. Die beiden haben es am ehesten drauf, ihr Ego nach außen darzustellen."
Hast du einen Lieblingsvokal zum Singen?
"Das ist eine gute Frage. Kommt immer ein bisschen auf die Melodien an. Ich singe meistens As und Os. Das kommt aber auch ein bisschen drauf an, wie hoch man mit der Stimme muss. Je höher eine Melodie ist, desto mehr wird der Mund aufgemacht und desto eher klingt es nach A. Ich würd am liebsten alles mit O singen, aber wenn es nach oben geht, geht es halt nicht mehr. Merkt man ja, wenn man sich alte HELLOWEEN anhört. Wenn der Kiske dann nach oben schraubt, klingt alles nur noch nach A. I want aat."
In welchem Rahmen würde du die Musik von VAN CANTO am liebsten live präsentieren?
"Wir sind jetzt natürlich ein bisschen am rumspinnen. Ich denk mal, es ist nichts, was man irgendwie abendfüllend machen kann, alleine wegen der Belastung. Man kann nicht anderthalb Stunden in dieser Intensität singen. Das geht einfach nicht. Von daher wäre es schon schön, wenn man mit Bands, die sich in den etwas bombastischeren melodischen Metal-Gefilden tummeln, zusammen ein Programm aufziehen könnte. Jetzt ganz alleine auf Tour zu gehen und den Leuten ein abendfüllendes Programm zu bieten, dürfte schwer sein."
Wie realistisch ist es, dass ihr als relativ junge Band mit einer etablierten Band auf Tour geht?
"Da mach ich mir keine großen Illusionen. Was wir als erstes definitiv probieren wollen, sind die Festivals, weil das auf einem Festival sehr gut kommen kann. Die Leute dort sind gewohnt, dass nur die Topacts wirklich zwei Stunden Programm fahren und vorher auch mal Bands da sind, die kürzer spielen. Das ist etwas, das gerade bei einem Festival, wo die Stimmung sowieso schon etwas ausgelassener ist, auch einfach Spaß machen kann; wo man sich auch nicht als der beste Musiker präsentieren muss, sondern einfach sagen kann: Wir machen jetzt mal was total anderes und das ist vielleicht lustig. Nicht, dass wir Bands wie J.B.O. oder Knorkator da Konkurrenz machen wollen. Aber es ist schon etwas, worüber man auch ruhig mal lachen kann, ohne dass irgendwer ein schlechtes Gewissen haben muss."
Ich habe ein Problem: Ich würde gern zu eurer Musik Luftgitarre spielen, aber ihr habt keine Gitarren. Kennst du irgendwelche Alternativen?
"Du kannst ja trotzdem die Bewegung der Gitarre simulieren. Das würde ja dazu passen, was wir mit dem Mund auch machen. Aber das ist natürlich ein Problem. Ich weiß auch noch nicht so richtig, was wir live mit den Mikroständern anstellen wollen. Vielleicht müssen wir das irgendwie aufgreifen und in ein Gesamtkonzept einbetten. Sollte dir irgendwas einfallen, musst du es bitte sofort sagen."
Ihr beschreibt eure Musik als Helden-Metal. Wer sind deine Helden?
"Musikalisch sind all die meine Helden, die es irgendwie schaffen mit ganz, ganz wenig Aufwand oder in ganz, ganz kurzer Zeit mich so gefangen zu nehmen, dass ich völlig in der Musik drin bin und an nichts anderes mehr denke. Das ist zum Beispiel bei Hansi Kürsch so, wenn er auf der 'Imaginations ...' singt, obwohl die Musik überhaupt nicht einfach ist, die Blind Guardian machen. Aber es ist einfach so: Wenn irgendeiner der Refrains kommt, dann ist es für mich gelaufen. Eric Adams von Manowar würde ich da auch dazu zählen. Wenn der Typ anfängt zu singen, dann ist mein Tag auch gelaufen im positiven Sinne. Dann vielleicht noch Joey Tempest von Europe. Das sind meine Helden musikalischer Art. Ansonsten sind es im echten Leben immer Leute, die ihr Ding durchziehen und die das auch lange durchziehen und auch nach Jahren noch dazu stehen, was sie vor zehn Jahren gemacht haben, und sich nicht über sich selbst lustig machen: 'Oh Gott, was hab ich denn da für Musik hört?' Oder: 'Oh Gott, wie sah ich da denn aus?' Auf solche Leute stehe ich nicht. Ich mag lieber die, die sagen: Ich war da so und kann das auch immer noch gut verstehen, warum ich so war und das hat auch alles seinen Sinn gehabt. Vielleicht höre ich das, was ich damals gehört habe, nicht mehr täglich oder bin auch nicht mehr genauso so, aber es ist auf jeden Fall ein Teil von mir und ich bin mir dessen bewusst."
Werdet ihr in Zukunft konsequent auf Gitarren, Bass usw. verzichten?
"Auf jeden Fall. Das macht Sinn jetzt. Ich finde die Songs schon auch selbst gut. Aber ich bin mir bewusst, dass wenn die Songs normal instrumentiert würden, wir garantiert in der Veröffentlichungsflut untergegangen wären. Es gibt so viele gute Songschreiber in Melodic Metal-Bands und von denen hört keine Sau irgendwas. Also das Ding ist definitiv Acapella mit Schlagzeug. Das wird auch so bleiben."