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Inkl. drei unveröffentlichten Nummern.
EMP Redaktion
von Markus Wosgien(Juni 2005)Während Udo Dirkschneider seine Fans diesen Sommer mit mehreren Accept-Shows auf den einschlägigen Festivals beglückt, tickt die Uhr seiner Stammformation U.D.O. unentwegt weiter. Als Vorgeschmack auf den am 4. Oktober erscheinenden zehnten U.D.O. Longplayer "Mission X" gibt es vorab eine 5-Track EP, die es wahrlich in sich hat. Gleich der Titelsong "24/7" zeigt U.D.O. von seiner hymnischen Seite und reiht sich nahtlos zu Klassikern wie "Heart of gold" ein. "Mean streets" hingegen ist eine klassische Midtempo Groove-Nummer im "Balls to the walls"-Stil, die sich jedoch ebenso schnell zum Ohrwurm mausert. Es folgen drei exklusive U.D.O.-Tracks, die das hohe Niveau konsequent fortführen. "Number for a number" ist eine starke Midtempo Hymne mit klassischem U.D.O. Refrain, während "Scream killers" wieder mehr auf's Gaspedal drückt und vor allem durch seine tolle Melodie überzeugt. Dirkschneider's Gesang sorgt auch hierauf erneut für Gänsehaut und man freut sich einfach, dass das Urgestein nichts an seiner Klasse und Ausstrahlung eingebüßt hat. "Hardcore lover" rundet die starke EP ab, setzt dem Ganzen noch den Kultstatus auf und lässt die Vorfreude auf den "Thunderball" Nachfolger ins Unermessliche steigen.
Interview
Neue Besen kehren gut
von Markus Wosgien (15.05.2013)Auf Panzergrenadier und Metalikone Udo Dirkschneider ist Verlass. Trotz immenser Änderungen in der Besetzung, dem Produzententhron und dem Kompositionsgespann, liefert der ehemalige Accept-Shouter mit seinem mittlerweile vierzehnten U.D.O.-Studioalbu...
WeiterlesenAuf Panzergrenadier und Metalikone Udo Dirkschneider ist Verlass. Trotz immenser Änderungen in der Besetzung, dem Produzententhron und dem Kompositionsgespann, liefert der ehemalige Accept-Shouter mit seinem mittlerweile vierzehnten U.D.O.-Studioalbum "Steelhammer" eine imposante Kampfansage ab - und nutzt den vielseitig wehenden frischen Wind, um so manchen Fehler der Vergangenheit auszumerzen und ins Positive zu wenden. Der 61-jährige Heavy Metal Titan ist bester Dinge: "Wir haben ein heißes Eisen geschmiedet, schlugen einige neue Wege ein und setzten uns vor allem keine Limits mehr." So erklingen auf "Steelhammer" nicht nur astreine Metalgranaten, sondern auch eine Orchesternummer ("Book of faith"), eine waschechte Pop-Ballade ("Heavy rain"), ein spanischer Rocksong ("Basta ya") sowie das brettharte "Deathride". Alles in allem sorgt diese Mixtur für eine willkommene Abwechslung, die vor allem auf die neue Allianz zwischen der Reibeisenstimme und Bassist Fitty Wienhold zurückzuführen ist. "Für uns bot sich die Möglichkeit an, dieses Mal anders zu arbeiten. Das begann bei den Kompositionen und endete bei der Produktion. In beiden Fällen hat es sich herauskristallisiert, dass Fitty und ich hervorragend miteinander harmonieren." Für die zuletzt des Öfteren kritisierte Produktion war bis dato der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Stefan Kaufmann verantwortlich. "Anfangs war ich etwas nervös, weil ich nicht wusste, wie es ohne Stefan weitergehen soll, umso zufriedener bin ich mit dem Ergebnis", resümiert die Szenenikone zufrieden. "Für mich war es kein Neuland zu produzieren; allerdings hatte ich das zuletzt in den Achtzigern gemacht. Aber so was verlernt man nicht. Mir war es wichtig, alle Musiker im Studio zu haben und keine Sounddateien per MP3 zu erhalten. Diese neue/alte Produktionsweise sorgte für einen natürlicheren Sound." Den vakanten Gitarrenposten entschied man - nach der Sichtung von rund 300 Bewerbern - mit dem Russen Andrey Smirnov, der zuletzt in der Live-Formation von ex-Iron Maiden Shouter Paul Di'Anno spielte, zu besetzen. "Er besuchte uns im Studio, spielte vor und ist gleich geblieben", schmunzelt Dirkschneider: "Andrey ist ein Multitalent, spielte letztendlich sowohl alle Solo- als auch die Rhythmusgitarren ein." Denn überraschenderweise zog Zweitgitarrist Igor Gianola nach 15-jähriger Bandzugehörigkeit kurz vor Torschluss mangels vorhandener Zeit den Stecker. Für ihn kam der 32-jährige Finne Kasperi Heikkinen neu hinzu. "Nun haben wir ein Hammergitarrenduo", freut sich der inzwischen auf Ibiza residierende Solinger. "Kaspari gehörte zuvor schon zu unserem engsten Kreis der Bewerber - und nach unserem Angebot dauerte es zwei Stunden, bis er zusagte. Mit der spielerischen Brillanz der Beiden können wir neue Dinge umsetzen und ebenso live auf Material zurückgreifen, das zuletzt in der Schublade bleiben musste. Zudem sind sie jung und bringen neue Einflüsse mit. Die Zukunft wird sehr spannend werden; auf der Bühne und ebenso im Studio."
Udo, Udo, noch einmal!
von Oliver Kube (22.03.2011)Kultumwehter Metal-Veteran, dazu einer der coolsten Typen weit und breit: Ex-Accept-Frontmann Udo Dirkschneider ist eine lebende Legende. Anlässlich der Veröffentlichung von "Rev-raptor", des neuen Kracher-Albums seiner Sologruppe U.D.O. sprachen wir...
WeiterlesenKultumwehter Metal-Veteran, dazu einer der coolsten Typen weit und breit: Ex-Accept-Frontmann Udo Dirkschneider ist eine lebende Legende. Anlässlich der Veröffentlichung von "Rev-raptor", des neuen Kracher-Albums seiner Sologruppe U.D.O. sprachen wir mit dem passionierten Tarnanzugträger. Dabei erkundigten wir uns natürlich auch nach dem Befinden seines Gitarristen, Kompositionspartners, Produzenten und ehemaligen Accept-Bandkumpels Stefan Kaufmann.
EMP: Hallo Udo, die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Wie geht es Stefan?
UD: Oh, er fühlt sich mittlerweile wieder deutlich besser. Noch ist er nicht ganz bei 100%, aber das kann nicht mehr lange dauern.
EMP: Seine Rückenbeschwerden waren der Grund dafür, dass sich die Veröffentlichung von "Rev-raptor" verschoben hatte...
UD: Ja, die CD hätte eigentlich schon zum Jahresbeginn kommen sollen. Stefan hatte aber erneut heftige Probleme mit der Bandscheibe. An Arbeit war monatelang nicht zu denken. Zuerst sollte es eine Operation geben. Nun hat er aber einen Arzt gefunden, der das Ganze weit weniger invasiv, aber noch effektiver behandelt. Das Einzige, was er sich in Zukunft wohl verkneifen muss, ist allzu intensives Headbanging.
EMP: Das dürfte bei einigen eurer neuen Nummern schwer fallen. So heftig, wie die abgehen...
UD: Tja, das hat er sich dann aber selbst mit eingebrockt. (lacht)
EMP: Spürt ein dermaßen erfahrener Musiker wie du tatsächlich noch einen gewissen Druck, wenn es darum geht, ein neues Album zu machen? Speziell, wenn die beiden Vorgänger eure erfolgreichsten Platten seit langem waren?
UD: Nein, die Zeiten sind zum Glück vorbei. Natürlich wollen wir immer besser, jedoch auch etwas anders sein, als zuvor. Uns nicht selbst zu kopieren - oder zumindest nicht auf allzu plumpe Art (grinst) - ist die einzige Beschränkung, die wir uns auferlegen. Wir haben uns ansonsten aus dieser letztlich viele Bands erdrückenden Termin-Mühle verabschiedet. Wir haben mittlerweile ein Label und ein Management, die uns keine Ultimaten mehr setzen.
EMP: Bisher sind von euch nur Festival-Termine im Sommer angekündigt. Wird es noch eine große Tour geben?
UD: Ganz sicher. September und Oktober sind für unsere Headliner-Reise durch Europa eingeplant. In Deutschland werden wir in etwa zehn Städten auftreten.
EMP: Zum Abschluss muss ich dann doch noch eines fragen: Wie gefällt dir "Blood of the nations", das Comeback-Album deiner ex-Band Accept?
UD: Eine gute Platte. Ansprechende Songs, geiler Sound - ich kann verstehen, dass sie bei den Leuten gut ankommt.
EMP: Du selbst wolltest aber nicht mehr bei Accept mitmachen?
UD: Nicht um jeden Preis. Ich bekam eine Anfrage und habe es mir gut überlegt. Den von mir an eine Rückkehr geknüpften Bedingungen wollten die anderen aber nicht zustimmen, was für mich völlig okay ist. Was mich allerdings enttäuscht hat, ist die Art, wie Wolf Hoffmann reagierte und nun in Interviews Unwahrheiten über mich verbreitet. Derlei haben Leute unseres Alters eigentlich nicht mehr nötig, finde ich...
Moderne Metal Game Show
von Lisa Hofer (28.03.2007)Er ist ein Urgestein der Metal-Szene und setzt mit seinen Alben immer wieder einen eigenen Maßstab. "Mastercutor" geht mit seiner modernen Produktion neue Wege ohne die Vergangenheit zu verleugnen und wird für reichlich frischen Wind sorgen. Aber las...
WeiterlesenEr ist ein Urgestein der Metal-Szene und setzt mit seinen Alben immer wieder einen eigenen Maßstab. "Mastercutor" geht mit seiner modernen Produktion neue Wege ohne die Vergangenheit zu verleugnen und wird für reichlich frischen Wind sorgen. Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen.
"Wir sind mit der neuen Platte mehr als zufrieden, wir haben U.D.O. was den Sound angeht ein wenig verändert. Musikalisch sind wir bei unseren Wurzeln geblieben, haben aber durch neue Arrangements einige moderne Aspekte in Angriff genommen. Es kommt viel Spielfreude und Spaß rüber", so Herr Dirkschneider über das jüngste Werk. Der rote Faden, der sich durch das Album zieht ist recht außergewöhnlich, der Albumtitel "Mastercutor" gibt einen Hinweis: "Der Mastercutor ist ein Showmaster, eine Zusammensetzung aus Master und Executor, der durch die Platte führt. Im Song ,Mastercutor' geht es um die ganzen bekloppten Game Shows. Mittlerweile bekommt man schon Punkte dafür, dass man seinen Freund umbringt." Doch nicht alle Texte widmen sich dieser Thematik, wie Udo erklärt: "Wir sind nach wie vor eine sozial angehauchte Band. Auf ,One lone vioce' geht es darum, dass wir vorsichtiger mit der Welt umgehen müssen, wenn wir nicht demnächst in Deutschland Bananen pflücken wollen. Auf ,Tears of a Clown' singe ich darüber, dass die Menschen immer nur einen gut gelaunten Künstler sehen wollen und dieser oft zum lächeln gezwungen ist, auch wenn es in ihm anders aussieht. ,Walker of the dark' beschäftigt sich mit der ganzen Bandbreite sexueller Perversionen, einmal die Reeperbahn rauf und runter. Mit ,We do - For you' zollen wir den Fans Tribut, die uns die Treue halten." Udo ist wahrlich schon lange im Geschäft, gibt es für einen routinierten Profi wie ihn noch Herausforderungen? "Jeden Abend auf der Bühne zu stehen und sein Bestes zu geben ist eine Herausforderung. Die Leute sollen eine gute Zeit haben, ihre Probleme für ein paar Stunden vergessen und eine Party mit uns feiern. Es ist schön lachende Gesichter zu sehen und vor allem festzustellen, dass in den letzten Jahren immer mehr junge Fans dazugekommen sind, die vor der Bühne richtig abgehen. Auch jedes neue Album ist eine Herausforderung. Ich bin immer gespannt wie es ankommen wird, etwas Aufregung gehört schon dazu. Wenn dieses Bauchkribbeln eines Tages verschwunden ist, befürchte ich, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man aufhören sollte." Daran denken U.D.O aber noch lange nicht, schließlich gehen sie mit "Mastercutor" neue Wege, die auch der Videoclip zur Single "The wrong side of midnight" widerspiegelt. "Wir haben einen sehr abgefahrenen Clip dazu gedreht, mit einer ganz jungen Künstlerin. Alles wirkt ultramodern und hat mit unseren früheren Videos kaum etwas zu tun. Ich bin gespannt, wie die Leute darauf reagieren!", so der Meister. Auch für die Zukunft hat Herr Dirkschneider reichlich Pläne: "Erst einmal geht es auf eine riesige Welt-Tournee. Auf lange Sicht würde ich gerne ein U.D.O. Klassik Album produzieren und unsere Musik für ein Orchester umschreiben." Man darf also gespannt sein.