Interview

Only killers, no fillers
von Jürgen Tschamler (08.03.2013)Der US-Fünfer Terror gehört zu den brachialsten Abrissbirnen im Hard-/Metalcore-Genre und mit "Live by the code" legen sie nach knapp zweieinhalb Jahren endlich einen neuen Longplayer vor. Kompromisse? Musikalisches Feingefühl? Fehlanzeige. Terror li...
WeiterlesenDer US-Fünfer Terror gehört zu den brachialsten Abrissbirnen im Hard-/Metalcore-Genre und mit "Live by the code" legen sie nach knapp zweieinhalb Jahren endlich einen neuen Longplayer vor. Kompromisse? Musikalisches Feingefühl? Fehlanzeige. Terror liefern straight wofür sie schon seit Beginn an stehen: Brachialen, ungebändigten Terror-Sound. Fronter Scott Vogel hatte kurz Zeit für einen Smalltalk. Scott, das Album ist ein Brett, aber es ist auch verdammt kurz. Nach zweieinhalb Jahren hätte man sich mehr gewünscht! "Wir hatten ursprünglich zwei Songs mehr aufgenommen, aber wir wollten ein Album rausbringen hinter dem wir zu 1000 Prozent stehen und die beiden weiteren Stücke haben nicht diesem Anspruch standgehalten. Auf der anderen Seite, waren all unsere Alben selten länger als 30/35 Minuten. Wir liefern lieber ein kurzes Album ab, das voll überzeugt, als dass wir es durch Fülle länger machen. Es ist was es ist. Was ist dein Favorit auf dem Album?" Ich finde "I'm only stronger" am besten, alleine durch das klassische Metalriff am Songanfang! "Yeah, das ist auch mein Favorit. Wir wollten aus unserem Schema ein wenig ausbrechen und uns nicht immer wiederholen. Als Band musst du einfach deinen Stil etwas ausdehnen. Sicher wird es wieder welche geben die das uncool finden, aber wir müssen uns mit dem wohlfühlen, was wir tun. Und am Ende des Tages musst du ohne Gewissensbisse in den Spiegel schauen können. Der Grat auf dem man sich bewegt ist sehr schmal, aber ich denke, die Fans werden das Album mögen. Die CD- sowie die Vinyl-Version kommen mit einem fetten Booklet, in dem wir alles zu ,Live by the code' sagen was uns wichtig ist. Das Album-Layout ist das Beste, das wir jemals hatten. Es entspricht unserem Lifestyle und bringt einem die Identität des Hardcore näher." Ticken Hardcore-Bands und -Fans heute anders als vor 20 und mehr Jahren? "Der Lauf der Zeit verändert die Dinge, am deutlichsten wird das ja im technologischen Bereich. Generell hat sich die Szene gewandelt, sie ist zum einen internationaler geworden und zum anderen ändern sich die Menschen darin. Ich finde allerdings, dass die meisten Bands immer noch nach den alten Codes leben, nur leben sie diese anders aus, aber mit dem gleichen Grundgedanken." Ich finde "Live by the code" klingt in vielen Bereichen sehr nach "Lowest of the low", also sehr radikal und sehr old schoolig! "Dieses Album ist das raueste, was du in Sachen Hardcore liefern kannst. Wir wollten ein Album liefern, das sich auf das Nötigste reduziert. Textlich hatte ich bei Aufnahmebeginn gerade einmal die Hälfte fertig, was natürlich nur supoptimal war, aber unter Druck liefere ich, das hab ich für mich selbst herausgefunden, eindeutig bessere Texte ab. Und im Studio war der Druck groß. Jordan, Martin und David haben mir diesbezüglich ein wenig unter die Arme gegriffen und bei einigen Songs mitgeholfen. Ich persönlich finde das gut, denn ich schreibe nun schon so lange Texte und manchmal kommt der Punkt, da geht es ohne Hilfe einfach nicht weiter." Ihr kommt mit Madball auf Tour. Warum seid ihr nicht Headliner? "Ah, die Jungs sind meine All Time-Faves und das hat was mit Respekt zu tun. Sie sind schon so lange dabei, gehören zu den dienstältesten Bands der Szene. Wir sind mit dieser Situation zufrieden und finden das absolut ok." Kannst du dich eigentlich am Ende einer Tour immer daran erinnern wo die Shows gut, bzw. mies waren oder geht das alles irgendwie unter? "Ich habe ein verdammt schlechtes Gedächtnis und außerdem trinke ich viel zu viel, so dass ich mich nur wenig erinnern kann. Bei mir prägen sich fast nur die absoluten Highlights ein, was so gesehen nicht sehr nachhaltig ist."
Mehr Hardcore Mehr Metal!
von Andreas Reissnauer (05.07.2006)Mit "Always the hard way" haben Terror ihr drittes und bislang bestes Album veröffentlicht. Sänger Scott Vogel - zuvor bei Slugfest, Buried Alive und Despair aktiv - darf zum ersten mal die Ernte einfahren, für die er jahrelang gekämpft hat. "Wir hab...
WeiterlesenMit "Always the hard way" haben Terror ihr drittes und bislang bestes Album veröffentlicht. Sänger Scott Vogel - zuvor bei Slugfest, Buried Alive und Despair aktiv - darf zum ersten mal die Ernte einfahren, für die er jahrelang gekämpft hat. "Wir haben auch mit Terror hart gearbeitet, Demos veröffentlicht und kleine Shows gespielt. Natürlich ist es geil, jetzt mehr Fans zu haben und von der Musik leben zu können. Aber selbst wenn wir nicht soviel Erfolg hätten, würden wir immer noch auf do-it-yourself Basis touren und Musik machen. Ganz einfach, weil wir gar nichts anderes machen wollen." Im Vergleich zum Vorgänger "One with the underdogs" klingt "Always the hard way" noch intensiver, direkter und auch schneller. "Wir hatten keinen Masterplan, als wir ins Studio gegangen sind, aber das Album klingt sicherlich aggressiver. Es klingt mehr nach Hardcore, aber auch mehr nach Metal - falls das einen Sinn ergeben sollte. Die Einflüsse von Bands wie Leeway oder den Cro-Mags treten jedenfalls noch deutlicher zu Tage. Und die Produktion ist natürlich um einiges besser als die der letzten Scheibe." In der Tat knallt das neue Album unglaublich! War es ein Leichtes für euch, Zeuss (u. a. Hatebreed, Shadows Fall, Throwdown) an die Regler zu lassen? "Wir hatten einige Optionen zur Auswahl, aber Zeuss gehört schon zu den Top-Produzenten und die von dir genannten Bands - Madball nicht zu vergessen - haben allesamt einen Top-Sound." Mit "One with the underdogs" habt ihr auf fast allen Kontinenten gespielt. Welche Orte haben euch am meisten beeindruckt? "Australien war großartig. Zum einen ist das Land wunderschön, man wird gut behandelt und kann eine Menge Spaß haben. Aber auch Brasilien war eine Erfahrung fürs Leben. Die Leute dort sind zum Großteil sehr arm und leben ein ganz anderes Leben, als wir es gewohnt sind. Für die ist eine Hardcore-Show alles, weil nicht viele Bands dort auftreten." Ihr habt auf dem Album mit "Dibbs and Murrs check in" auch eine HipHop-Nummer. "Ich selbst stehe total auf HipHop, auch wenn viele Hardcore-Kids das nicht nachvollziehen können. Ich sehe viele Verbindungen zwischen beiden Musikstilen, insbesondere in Sachen Attitude."