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Slayer sind Vergangenheit - Suicidal Angels die Zukunft. Was Slayer nicht mehr gebacken bekommen, das machen die Griechen umso besser. Old school Thrash mit Biss, Herzblut und vor allem Monsterriffs!
EMP Redaktion
von Jürgen Tschamler(16.12.2011)Die griechische Thrashdampfwalze macht auch auf dem neuen Album keinen Hehl daraus, dass Slayer den maßgeblichen Einfluss darstellen. Trotz dieser "Plagiatsaffäre" haben sich die Griechen zu einer festen Größe des Retro-Thrash-Genres entwickelt. "Bloodbath" macht von der ersten Sekunde an keine Gefangenen, ganz wie man es im Hause Suicidal Angels gewohnt ist. Zwar drosselt man vereinzelt das Tempo, um die Sache etwas aufzulockern, grundsätzlich hält man aber am Ufta-Ufta-Thrash-Grundtaktprinzip fest. Songtitel wie "Moshing crew", "Legacy of pain" oder " Bleeding cries" sind selbstredend. Die Produktion ist extrem trocken gehalten, sprich Retro as fuck. Die Band erfindet weder sich noch die Mucke neu, aber das was man hier abliefert ist: "Fucking Slayer at its best". "Face of god" ist so ein Track den Slayer nie wieder schreiben werden können, aber zum Glück gibt es junge, hungrige Truppen wie Suicidal Angels, die dieses Manko locker ausgleichen können. Live ist die Truppe zudem ein erstklassiges Abrisskommando, wie die vielen Touren der letzten Jahre bewiesen haben. Auf der kommenden Full Of Hate-Tour 2012 gehört Suicidal Angels ohne Zweifel zu den Höhepunkten.
Interview

Loud and proud
von Jürgen Tschamler (14.12.2011)Der griechische Thrash-Bulldozer Suicidal Angels hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der durchschlagkräftigsten Retro-Thrash Acts der Szene entwickelt. Drei Alben in drei Jahren, dazu unzählige Auftritte und Tourneen. Die Band scheint nicht mü...
WeiterlesenDer griechische Thrash-Bulldozer Suicidal Angels hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der durchschlagkräftigsten Retro-Thrash Acts der Szene entwickelt. Drei Alben in drei Jahren, dazu unzählige Auftritte und Tourneen. Die Band scheint nicht müde zu werden. Ihr aktuelles Album "Bloodbath" liefert erneut 'ne fette Breitseite old school Thrash mit Slayer-Einlagen. Wir klopften bei Gitarrist und Sänger Nick Melissourgos an, um die aktuelle Lage zu checken. Nick, drei Alben in drei Jahren, unzählige Tourneen in diesem Zeitraum. Wo findet ihr die Zeit, um neues Material zu schreiben? "Weißt du was? Es ist auf jeden Fall keine Frage der Zeit, sondern eher, welche Drogen du zu dir nimmst.....hahaha... Blödsinn. Wir üben jeden Tag und das gibt uns die Möglichkeit, sehr schnell zu arbeiten. Seitdem wir uns jeden Tag sehen und zwei bis vier Stunden proben, fließen die Ideen gerade so aus uns heraus und das setzen wir gleich in Songs um. Eine Menge Einsatz und Leidenschaft musst du aufbringen, um zu dem gewünschten Resultat zu kommen. Seit wir so viel touren habe ich noch keine andere Möglichkeit gefunden noch schneller neue Songs zu schreiben als wir es aktuell tun. Ich muss gestehen, ich mag dieses schnelle Arbeiten." Ihr verfahrt wohl nach dem Prinzip "Never change a winning team", denn einmal mehr habt ihr in Deutschland mit R. D. Liapakis (Sänger Mystic Prophecy) euer neues Album eingehämmert!? Keinen Bock, was Neues zu probieren? "Wie ich es schon in der Vergangenheit sagte, und du gerade eben auch erwähnt hast, ,Never change a winning team'. Wir haben mit Lia bisher zweimal in der Vergangenheit gearbeitet und waren äußerst zufrieden. Es gab also keinerlei Gründe, nicht mit ihm zu arbeiten. Da wir uns inzwischen gut kennen, waren die Aufnahmen recht leicht und wir konnten uns mehr auf Details konzentrieren und auf die Produktion im Ganzen. Ich denke, wir haben das bisher beste Ergebnis unserer Arbeit vorgelegt. In diesem Zusammenhang müssen wir auch Jorg Uken von den Sound Lodge Studios danken, der einen exzellenten Mix und ein geiles Mastering abgeliefert hat!" Langweilen dich inzwischen die Vergleiche mit Slayer, die einen nicht unerheblichen Einfluss in eurem Sound hinterlassen haben? "Slayer sind die Könige des Thrash Metals! Seitdem wir Musik spielen, sind sie ein Teil unserer Entwicklung und ein wesentlicher Bestandteil des Einflusses. Paganini ist der beste Violinenspieler aller Zeiten, wie wir wissen. Was heißt das also? Dass nach ihm niemand mehr eine Violine spielen darf? Es gibt noch genug andere gute Violinenspieler mit hervorragender Technik. Er war eben nur der Erste. So ist das auch mit Slayer und der dazu gehörigen Szene." Ihr tourt regelmäßig und lange mit vielen unterschiedlichen Bands. Was waren für euch die bisherigen Tourhighlights? "Jede einzelne Tour, die wir seit 2007 gespielt haben, war ein großartiges Erlebnis. Du kannst dich nicht auf eine beschränken, das wäre eine Lüge. Eine Tour ist der einzige Weg einer Band herauszufinden, ob sie selbst unter chaotischsten Bedingungen spielen kann. Selbst die bestorganisierteste Tour kann zu einem Desaster werden. Wenn du lange ohne Pause auf Tour bist, wirst du müde und dadurch wirst du nervös und unsicher. Ich könnte dir viele Stories von unseren Erlebnissen erzählen, aber das gibt es dieses ungeschriebene Gesetz, das besagt: Was auf der Straße passiert soll auch dort bleiben." Derzeit aus Griechenland zu kommen ist nicht gerade lustig. Wie ist eure persönliche Situation in dieser Krise? "Ich hoffe zuerst, dass es nicht noch schlimmer wird, als es schon ist. Ich finde es zum Kotzen, dass der Bürger für die Versäumnisse der Politik jetzt die Rechnung zahlen soll... weltweit. Ich hoffe auf Besserung."
Griechenlands Antwort auf Slayer
von Jürgen Tschamler (20.09.2010)Gerade einmal ein knappes Jahr ist es her, seit Suicidal Angels mit ihrem Album "Sanctify the darkness" die Thrash-Szene aufmischten. Dass die Jungs untätig sind, kann man nicht behaupten, denn konstantes Touren und nebenbei neues Material zu schreib...
WeiterlesenGerade einmal ein knappes Jahr ist es her, seit Suicidal Angels mit ihrem Album "Sanctify the darkness" die Thrash-Szene aufmischten. Dass die Jungs untätig sind, kann man nicht behaupten, denn konstantes Touren und nebenbei neues Material zu schreiben, grenzt schon an Doppelbelastung. Die Jungs um Brüllbolide Nick Melissourgos haben dies aber souverän gemeistert. "Dead again", so der Titel des neuen Longplayers, offenbart keinerlei Schwächen, er hält sogar massive Steigerungen gegenüber dem erstklassigen Vorgänger parat. Old school Thrash Metal allerfeinster Güte! Schweißt das Tourleben doch zusammen, wird dadurch die Gruppendynamik gestärkt? "Well, touren ist für eine relativ junge Band, wie wir es sind, natürlich in erster Linie dazu da, um Erfahrungen zu sammeln. Du bist den ganzen Tag mit Menschen umgeben, die nur mit Musik zu tun haben, Tourmanagern, Merchandiser, Roadies etc., auch unterhältst du dich mit den anderen Musikern übers Songschreiben und tauschst Meinungen aus. Aber ich denke, in erster Linie wirst du auf Tour ein besserer Musiker. Im Studio verschwendest du weniger Zeit für die Aufnahmen und legst mehr Wert auf eine ordentliche Produktion. Du schaust einfach, dass der Sound besser wird und machst entsprechende Änderungen beim Gesang, änderst Riffs etc. - das resultiert aus dem vielen Touren." Nachdem ich mir "Dead again" ein paar Mal angehört habe, muss ich sagen, Slayer lassen massiv grüßen. Keine Bedenken, dass Leute euch als bloße Slayer-Kopie abtun? "Klar sind Slayer ein großer Einfluss in unserem Sound, aber nicht nur die. Wir hören viele verschiedene Stile, allerdings ist Thrash Metal unser bevorzugtes Genre. Einflüsse sind auch alte Sepultura, Dark Angel, Sacred Reich, Kreator, Forbidden, Paradox u.v.m. Ich glaube, mal abgesehen von den Einflüssen, haben wir schon gut versucht, unsere persönlichen Ansichten über Musik im Stil zu manifestieren. Das Album ist eine gute Kombination aus Einflüssen und persönlichem Stil." Einmal mehr habt ihr mit Mystic Prophecy Fronter R.D. Liapakis als Produzenten im tiefsten Süden Deutschlands gearbeitet. Ist Liapakis für euch erste Wahl, weil er auch Grieche ist? "Nein, absolut nicht. Er könnte auch Schwede, Engländer oder Deutscher sein. Lia ist klasse in dem was er tut und wir wissen wie er arbeitet, seit wir ,Sanctify the darkness' mit ihm aufgenommen haben. Wir haben also dieses Mal genau gewusst, was wir ihn fragen mussten und er wusste, wo er uns helfen konnte. Im tiefen Süden Deutschlands aufzunehmen ist nicht spektakulär. Wir haben letzten Juni dort aufgenommen und waren knapp zwei Wochen vor Ort. Das klingt nach nicht viel Zeit, aber wir waren dieses Mal extrem gut vorbereitet. Wir haben nicht an Songs oder Soli im Studio gearbeitet, wir wussten genau, was und wie alles zu klingen hat. Rein ins Studio, aufnehmen und that's it. In der Zeit, in der wir nichts zu tun hatten, gab es in der Ecke auch nicht viel zu machen. Wir sind ein bisschen rumgefahren, tranken Bier und haben Videos geglotzt. Da gibt es einfach nicht viel zu tun." Die Band wird auf der kommenden Thrash Fest Tour zusammen mit Exodus, Death Angel und Kreator europaweit touren. Ein heißes Package - irgendwelche Erwartungen? "Wir können es kaum abwarten bis zum Tourbeginn. Wir spielen zum ersten Mal zusammen mit den Big Guns der Thrash Metal-Szene. Wir sind alle Fans dieser Bands, sind mit ihnen aufgewachsen und nun haben wir die Möglichkeit, mit diesen Bands zu touren. Wir werden die Erwartungen an uns erfüllen, dafür lege ich die Hand ins Feuer. Das wird eine richtig geile Tour, kann ich nur betonen!"