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Das herrlich kantige und unprätentiöse Material auf dem neuen Album von Sinner, kommt sehr geradlinig, homogen, flüssig instrumentiert und melodisch herüber. Schmissige Scheibe!
EMP Redaktion
von Markus Eck(29.06.2011)Wie sie hier mal wieder beweisen, zählen die Musiker von Sinner zu den stilistisch unermüdlich aufrecht agierenden Protagonisten aus der Riege deutscher Heavy Rock-Schmiede. So kommt das herrlich kantige und unprätentiöse Material der Band auf dem neuen Album sehr geradlinig, homogen, flüssig instrumentiert, berührend melodisch und teils auch mit einiger Gelassenheit herüber. Bestens getaktet dazu. Nicht selten droht das wunderbar erdig exerzierte Riffing glatt die Kraft von zehn übermütigen Elefanten zu entwickeln. Hier kann also ganz getrost von einer gelungenen 1:1-Umsetzung in Sachen Lust auf teutonische Heavyness gesprochen werden. Und mit Melodien hantieren sie in überlegter Weise. Denn was hier beim ersten Hören sehr traditionell gemacht anmutet, das nimmt sich mit der Zeit zu clever strukturierten Tonfolgenkonstrukten aus. Der Mix aus Guter-Laune-Knackigkeit und bodenständiger Melodic Metal-Manier, baut jedenfalls Stimmungsschranken effizient ab. Die Strickmuster werden überwiegend gezielt simpel gehalten, um möglichst unumwunden zu einer hohen Effizienz zu gelangen, die sich auch in den vokalisierten Gesangspassen zeigt. Ohne Umschweife und Mätzchen wird hier einfach nach vorne drauflos gerockt.
Interview

Typische Sinner Trademarks
von Jürgen Tschamler (16.09.2008)Sinner gehören zu den letzten Konstanten der deutschen Metalszene. Es gibt nur wenige deutsche Bands die auf solch eine lange Karriere zurückblicken können. Sicher hat die Band Höhen und Tiefen hinter sich, aber in musikalischer Hinsicht sind die Jun...
WeiterlesenSinner gehören zu den letzten Konstanten der deutschen Metalszene. Es gibt nur wenige deutsche Bands die auf solch eine lange Karriere zurückblicken können. Sicher hat die Band Höhen und Tiefen hinter sich, aber in musikalischer Hinsicht sind die Jungs um Bandleader Mat Sinner immer trendfrei geblieben. So auch auf dem neusten Streich von Sinner "Crash & burn", einem soliden Heavy Rock Boliden der wieder einmal enorm von Thin Lizzy beeinflusst ist. Wir sprachen mit Mat Sinner. Mat, euer neues Album ist wieder sehr erdig ausgefallen und erinnert mich stark an eure beiden Alben "The end of sanctuary" und "The nature of evil". Jede Menge Querverweise zu Thin Lizzy sind einmal mehr nicht von der Hand zu weisen! Würdest du dem beipflichten? "Nach dem Test ,Mask of sanity' und vor allem den darauf folgenden Liveshows haben wir gemerkt, dass es noch genügend Fans gibt, die Spaß und Bock auf eine Sinner Platte und Liveshows haben. Dann der zusätzliche Motivationsschub, einen neuen Deal mit einer super Firma wie AFM Records zu unterzeichnen. Unser Ziel vor den Recordings war glasklar - wir schreiben Songs mit den typischen Sinner Trademarks. Wir haben jede Menge Vintage Amps und Gitarren ins Studio geschleppt um eine ehrliche, dreckige, unbequeme, aber auch positive Platte aufzunehmen." Tja, wenn die zwei Sinner Hauptverantwortlichen bekennende Lizzy Fans sind, dann ist dieser schon immer typische Stil der Harmoniesolos und Riffs natürlich auch diesmal prominent vertreten. "Inzwischen produzieren wir wirklich nur noch Songs, auf die wir Bock haben... mit aller Konsequenz!" Mit "Little head" habt ihr eine recht obskure Coverversion von Butch Walker rausgekramt. Mal ehrlich, Butch Walker, da kommen nur Fragezeichen auf! "Wir hatten elf eigene Songs für die Platte geschrieben und waren auf der Suche nach zwei abgefahrenen Cover Versionen. Unser A&R Markus besuchte uns im Studio und hatte die bizarre Idee einen seiner alten Sinner Lieblingssongs ,Fast decision' aufzunehmen. Unser Drummer Klaus fand es eine Hammeridee und Henny meinte dazu auch: ,super ...', ich hab sie kollektiv gefragt ob sie eigentlich noch ganz dicht sind, aber die haben so lange auf mich eingequatscht, bis ich ok sagte unter einer Bedingung...: ich hab' einen Joker für den zweiten Bonustrack. Also suchte ich mir einen unüblichen und abgefahrenen Song aus, weil ich Fragezeichen in den Gesichtern meiner Kumpels sehen wollte. Ich stehe wirklich auf alles, was Butch Walker als Songwriter, Producer und Musiker gemacht hat. So kam ,Little head' zustande." Man hört Gerüchte, dass das Sinner Livealbum "In the line of fire" wiederveröffentlicht werden soll mit diversen Bonustracks. Ist da was dran? "Die CD gibt es nur noch für unverschämte Preise als Rarität. Deswegen habe ich auch die Idee, von AFM unterstützt, die CD neu aufzulegen. Wir haben gerade die Produktion remastered und vier geniale Bonustracks mit der Hilfe von Angel Schleifer ausgegraben. So haben wir aus einem Konzert, das im Radio übertragen wurde, vier Songs der ,Comin' out fighting'-Besetzung als Bonustracks zusätzlich auf der CD gepackt und ein neues Cover und Booklet entworfen. Ist 'ne prima Sache."
Rock pur- von der Basis und aus der Hüfte
von Jürgen Tschamler (09.01.2003)Sinner ist eine der ganz wenigen deutschen Bands die in den letzten
Jahren mit einer echten Qualitätskonstanten auffiel. Denn mit jedem ihrer Alben
wurden die Jungs um Blondschopf Matt Sinner besser. Hat man mit den beiden
Vorgängeralben ...
WeiterlesenSinner ist eine der ganz wenigen deutschen Bands die in den letzten
Jahren mit einer echten Qualitätskonstanten auffiel. Denn mit jedem ihrer Alben
wurden die Jungs um Blondschopf Matt Sinner besser. Hat man mit den beiden
Vorgängeralben "The end of sanctuary" und "The nature of evil"
die Messlatte sehr hoch platziert und einen nicht zu verheimlichenden Thin
Lizzy Einfluss auf den Alben untergebracht, bricht man nun zwar weitgehendst
mit dem übermächtigen Thin Lizzy Einfluss, hat Qualitativ aber erneut
zugelegt. Außerdem ist "There will be execution" das bis dato härteste
Sinner Album überhaupt. Wir haben bei Mr.Sinner angeklopft um
mehr zu erfahren ...Euer neues Album ist immens heavy ausgefallen und Vergleiche mit Primal
Fear braucht man nicht zu scheuen. Besteht nicht die Gefahr, dass beide
Bands sich zu sehr ins Gehege kommen?
"Das glaube ich nicht, Sinner hat eine ganz andere Basis. Außerdem sind
die Vocals doch total unterschiedlich und auch die Riffs sind anders aufgebaut.
Hier regiert viel mehr die Basis und ich konnte bei Sinner wirklich wieder
Dinge verwirklichen, die bei Primal Fear nicht möglich sind! Wir wollten
von Beginn an den ganzen Schnick Schnack weglassen und uns auf das Wesentliche
konzentrieren. Bass, Drums, zwei Gitarren und Vocals, möglichst pur und ohne
doppelten Boden. Kein Orchester, keine unnötigen Teppiche, keine aufgemotzen
Chöre, sondern Rock pur von der Basis und aus der Hüfte."
Hat die enorme Heavyness und diese Art Kurskorrektur in härtere Gefilde
damit zu tun, dass zwei ehemalige Bandmitglieder wieder bei Sinner aktiv
sind, Tom Naumann und Fritz Randow (Saxon)?
"Ohne diese Entwicklung hätte es keine neue Sinner Platte gegeben. Nur
mit Tom war diese Platte möglich, er war der Schlüssel, dass diese Produktion
überhaupt für mich ein Thema wurde. Wir haben eine 13-jährige gemeinsame Musikvergangenheit
und es war einfach an der Zeit, dass wir wieder was zusammen machen mussten.
Zeitgleich meldete sich Fritz in seiner ganz speziellen Art und meinte,
dass es ohne ihn keine neue Sinner Platte geben könnte. Dass Tom
nach seiner Pause etwas mehr Dampf ablassen wollte ist doch nur menschlich und
Fritz hat auch nichts gegen eine deftige Kelle und so entwickelte sich
das neue Sinner Puzzle etwas in die härtere Richtung. Wir hatten nichts
dagegen etwas energischer ans Werk zu gehen und ich sehe das nicht als Kurskorrektur.
Was wir hier machen kommt aus dem Bauch und nicht vom Reißbrett. Wir haben erst
mal einen Tag gequatscht und uns gefreut wie kleine Kinder, dass wir uns nach
dieser langen Pause wieder sahen und miteinander etwas Kreatives verbrechen
konnten."
Auffällig ist auf "There will be execution", dass der erwähnte Thin
Lizzy Einfluss enorm zurückgeschraubt wurde. Hat das bestimmte Gründe?
"Wir lieben weiterhin Thin Lizzy, nur waren wir in einer Phase wo wir
mit unseren Songs kein Tribut an eine andere Band kreieren wollten. Jeder hatte
ultra Bock zu rocken und das haben wir konsequent gemacht!"
Das neue Album kommt in der Erstauflage mit einer limitierten Bonus-CD auf
den Markt. Was genau hat es mit dieser Bonus-CD auf sich?
"Die Idee mit der Bonus-CD kam ursprünglich von unserem Promoter der ein tolles
Feedback für unsere Metallica Coverversion von "Wherever I may roam"
auf dem Metallica Tribute bekam. Neben diesem Song gibt es noch zwei
weitere Perlen auf der Bonusdisc. Zum einen ein fettes Remaster von "Troublemaker"
und ein grandioser Mix des Songs "Roses of yesterday" den ein gewisser
"Kotlett" remixed hat. Ich finde, das ist von unserer Plattenfirma eine
großzügige Entscheidung diese drei Exoten als Gratis-CD der Erstauflage beizulegen."