Interview

Sabaton mit uns!
von Jürgen Tschamler (12.03.2012)Sabaton polarisieren und dennoch gibt der Erfolg den Schweden recht. Kaum eine andere Band aus dem Genre des hymnisch-/bombastischen Power Metal kann in den letzten Jahren auf solch eine Erfolgskurve zurückblicken. Und den Jungs wurde nichts geschenk...
WeiterlesenSabaton polarisieren und dennoch gibt der Erfolg den Schweden recht. Kaum eine andere Band aus dem Genre des hymnisch-/bombastischen Power Metal kann in den letzten Jahren auf solch eine Erfolgskurve zurückblicken. Und den Jungs wurde nichts geschenkt. Im Gegenteil, von den kleinsten Miefclubs hat man sich den Weg innerhalb relativ kurzer Zeit in die großen Hallen erspielt. Chartplatzierungen waren da vorprogrammiert. Nach dem Erfolgsalbum "Coat of arms" wollen die Fans neues Futter. Und die Schweden liefern prompt "Carolus rex". Ein Album, das auf Augenhöhe mit dem Vorgänger liegt. Sympathieträger und Fronter Joakim Brodèn lies uns in Donzdorf ins neue Album hören und hatte dazu auch gleich einiges zu erzählen. "Ich weiß nicht, ob dies unser stärkstes Album ist oder im Nachhinein unser stärkstes Album bleiben wird. Ich weiß aber, dass es ein verdammt gutes Album ist, haha. Und es ist besser ausgefallen, als ich erwartet habe. Aber lass mich das noch einmal nach einem halben Jahr analysieren, dann kann ich dir genauer sagen, wo "Carolus rex" in der Diskografie stehen wird. Bekannterweise haben wir das Album mit englischen wie schwedischen Texten aufgenommen. Das Album ist ein Konzeptalbum über das schwedische Empire und die Sache mit den schwedischen Texten ist eher einer Laune zuzuordnen. Ich habe darüber lange mit Pär (Sundström, Bass) gesprochen, weil wir immer wieder für die Gründe dieser Entscheidung gefragt werden. Es war interessant das zu machen und brachte gute Erfahrungen." Einer der Songs nennt sich "Gott mit uns", hat einen englischen Text und handelt vom schwedischen Empire. Erklär uns die Zusammenhänge! "Keiner von uns hatte diese Idee, dieser Ausruf vom König ist historisch belegt! König Gustavus, auch bekannt als Lion Of The North, ein brillanter Schlachtstratege, hatte durch die vielen Kriegswirren zuletzt viele deutsche Soldaten auf seiner Seite. Allerdings gab es Deutschland ja damals noch nicht, das waren alles kleine Staaten in einer Art Verbund. Jedenfalls kam es zu dem Ausruf "Gott mit uns" bevor es in eine Schlacht ging. Zu Beginn haben das auch die Schweden nicht verstanden, aber es wurde im weiteren Verlauf der Jahre sozusagen zum offiziellen Schlachtruf." Überraschenderweise habt ihr euch dieses Mal für Peter Tägtgren (Hypocrisy, Pain) als Produzenten entschieden. Musikalisch kommt er aus einem ganz anderen Genre! "Das stimmt, aber wir kennen Peter schon so lange und außerdem hat er sich uns ausgesucht! (Lachanfall). Das war so lustig. Peter hat für uns manchmal schon die Drums produziert oder das eine oder andere gemixt. Na ja, wir saßen zusammen und haben getrunken und er meinte: ,Hey, ich glaube ihr mögt mich nich!' Wir: ,Wie kommst du darauf, wir trinken mit dir!' Er: ,Ihr habt mich noch nie gefragt, ob ich euch produzieren soll.' ,Wir: doch haben.' ,Er: Nein, ich durfte noch nie vom ersten Tag an die Produktion machen.' Also sagten wir ihm zu und die Sache lief perfekt ab. Er hat nie probiert, seine Ideen einzubringen. Er hat gute Ideen bei uns erkannt und hat diese in die richtige Richtung gepusht. Er spielt auch bei dem Song ,Gott mit uns' mit!" Auf eurer Homepage wird eine Coverversion von Rammsteins "Feuer frei" erwähnt, die ihr aufgenommen habt. Die ist nicht auf dem Album zu hören. Was geschieht mit dem Song? "By the way, wir haben ein paar Coverversionen aufgenommen, z.B. noch Amon Amarth' ,Twilight of the thunder god', der Track kommt auf eine Limited Edition. Außerdem ,In the army now' von Status Quo. Der Track kommt allerdings nur auf die US-Version und Rammstein wird eventuell nur über itunes oder so verwendet. Oder als Bonus für die Vinyl-Version. Aber lass dir eins gesagt sein, ,In the army now' war einer der schwerst einzusingendsten Songs überhaupt!"
Der Panzer rollt und rollt......
von Jürgen Tschamler (24.03.2010)Dass Sabaton polarisieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Und dennoch gelten die sympathischen Schweden als absolut zukunftsfähig. Ihre Fangemeinde wächst von Album zu Album und ihre Liveshows werden inzwischen von den Fans regelrecht zelebriert. ...
WeiterlesenDass Sabaton polarisieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Und dennoch gelten die sympathischen Schweden als absolut zukunftsfähig. Ihre Fangemeinde wächst von Album zu Album und ihre Liveshows werden inzwischen von den Fans regelrecht zelebriert. Mit ihrem letzten Langeisen "The art of war" haben sie ihren Sound/Stil vertieft und die Erwartungen für das kommende Album enorm nach oben getrieben. Schon vorab kann man behaupten, mit "Coat of arms", so der Titel des neuen Albums, haben Sabaton alles, wirklich alles richtig gemacht. Sänger Joakim Brodèn strahlt daher wie ein Honigkuchenpferd, was aber auch an den Unmengen an Bier hätte liegen können, die man bis dahin "entsorgt" hatte...
"Ich finde, wir haben unseren Sound mit diesem Album entgültig gefunden, aber ich denke nicht, dass wir ,The art of war' kopiert haben. Die Parallelen sind zwar unüberhörbar da, aber gerade im Gitarrenbereich haben wir zugelegt und die Keyboards ein bisschen zurückgenommen. Hier und da sogar etwas experimentiert! Grundsätzlich sind die Songs einen Zacken schneller und hymnischer ausgefallen. Klar sind die Keyboards ein mächtiger Bestandteil unseres Sounds und ehrlich, wir haben das alles auch schon ohne Keyboards probiert.... das klang schrecklich, haha. Dadurch, dass wir unser Album selbst produziert haben, hatten wir die Möglichkeit, solche Spielereien mit und ohne Keyboards auszuprobieren. Die Drums wurden allerdings von Peter Tägtgren (Pain, Hypocrisy) aufgenommen, der eigentlich auch den ganzen Mix hätte machen sollen, aber aufgrund von Tourplänen leider nicht mehr dazu kam. Fredrik Nordström (Dream Evil....) hat dann den finalen Mix für ,Coat of arms' gemacht." Textlich seid ihr nicht ganz unumstritten. Dein Faible für das Thema Krieg ist hinreichend bekannt. Wie sehen das deine Bandkollegen inzwischen? Oder interessiert sie der textliche Teil eurer Musik nicht und du hast diesbezüglich freie Hand? "Gute Frage. Sicher bin ich der Hauptsongwriter, aber auch die anderen steuern ihren Teil bei, der eine mehr, der andere weniger, so dass es in letzter Konsequenz dennoch eine Gemeinschaftsarbeit darstellt. Somit teilen sie zwangsläufig die Leidenschaft für dieses Thema. Die Jungs singen lieber über den Krieg, als über Drachen!" Einer der neuen Tracks heißt "Wehrmacht"- hm, gerade in Deutschland hört man bei Songs mit solch einem Titel genauer hin und schaut sich die Band genauer an, die ihn spielt. Habt ihr den provokativen Titel bewusst gewählt? "Nee, definitiv nicht. Wir haben auf dem Album ganz andere Songs, die sicher mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, haha. Wir glorifizieren den Krieg nicht, wir geben Denkanstöße. Selbst als wir einen kritischen Text über den 6-Tage Krieg in Israel aufnahmen, haben wir dafür keine Schelte bekommen. Bei ,Wehrmacht', eigentlich sagt das ja der Titel schon aus, handelt es sich um den einfachen Soldaten, der an vorderster Front lag und nur sein Überleben im Sinne hatte und dem es wahrscheinlich scheißegal war, was da zu Hause abging, aber dem man nach dem Krieg eine Generalschuld an allen Grausamkeiten unterstellte. Das ist ein diskussionswürdiges Thema. Hey, und in Diskussionen über mein Lieblingsthema, bin ich richtig gut! Ehrlichweise muss ich aber auch sagen, dass es immer einige Leute gibt, die uns beim ersten Mal hören gleich in die rechte Ecke stellen- was ja absurd ist. Denen bringe ich immer entgegen, sie sollen sich die Texte genauer ansehen, bevor sie solche falschen Behauptungen aufstellen."