M.I.G. - Oliver (Rammstein)
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Für Fans der Band Rammstein ist dieses feuerrote Shirt im M.I.G.-Design ein absolutes Muss. Der große goldene Frontprint zeigt reliefartig das Gesicht von Rammstein-Bassists Oliver Riedel. Darüber der M.I.G.-Claim "Made ... Weiterlesen
| Artikelnummer | 226352 |
| Erhältlich ab/seit | 25.01.2012 |
| Pflege-Hinweise | |
| Farbe | rot |
| Format/Produkt | T-Shirt, 100% Baumwolle |
| Kategorie | T-Shirts |
| Qualität / Material | 100% Baumwolle |
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Information
Für Fans der Band Rammstein ist dieses feuerrote Shirt im M.I.G.-Design ein absolutes Muss. Der große goldene Frontprint zeigt reliefartig das Gesicht von Rammstein-Bassists Oliver Riedel. Darüber der M.I.G.-Claim "Made In Germany", wobei das R im Wort Germany durch das Rammstein-Logo ersetzt wurde. Auf dem Rücken ist noch einmal der typische Rammstein-Schriftzug aufgedruckt.
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Reise, Reise
Interview

Globale Völkervereinigung
von Sven Lohnert (28.09.2006)Die History von Rammstein liest sich einfach wie ein wahrgewordener Traum aus 1001 Nacht. Gitarrist Richard Z. Kruspe flieht über Ungarn und Österreich nach West-Deutschland. 1989, nach dem Fall der Mauer, kehrt er in seine Heimatstadt Schwerin zurück, und steigt bei Orgasm Death Gimmick und Das Auge Gottes ein. Doch das Schicksal will es, dass er eines Tages auf den ehemaligen Jugendeuropameister und ex-DDR Auswahlschwimmer Till Lindemann trifft - eine Begegnung mit erheblichen Folgen. Richard teilt sich zu jener Zeit eine Wohnung mit Oliver Riedel und Christoph Schneider. Zwar werkelt das Trio im Jahr 1994 mit Hochdruck an einem gemeinsamen Bandprojekt, doch bei der Suche nach einem geeigneten Frontmann und Texter wird man nicht auf Anhieb fündig. So wird Till Lindemann ins Boot geholt, und man spielt in klassischer Viererbesetzung ein Demo ein. Paul Landers kommt nur etwas später an Bord, und so benötigt es nur noch einen Tastenmann, um den Sound zu komplettieren. Die Wahl fällt auf Flake Lorenz, der anfangs von der Idee und dem musikalischen Konzept der Jungs überhaupt nicht begeistert ist - doch er lässt sich breitschlagen, der Truppe beizutreten. Hier beginnt Rammsteins Siegeszug. Bei einem Bandwettbewerb gewinnen sie den ersten Preis: eine professionelle Studiorecording-Session. Der Rest ist Geschichte. Rammstein bekommen ihren ersten Deal mit Motor Music und starten von Beginn an voll durch.
Die Krönung ihres bisherigen Schaffens stellt nun die neueste DVD/CD "Völkerball" dar, die ab dem 17. November weltweit die DVD- und Tonträgerabteilungen des Handels schmücken wird. Der Bildtonträger featured 2,5 Stunden Live-Aufnahmen aus Frankreich, Japan, England und Russland. Dazu gibt es noch eine Audio-CD mit 75 Minuten Songmaterial aus den diversen Konzert-Mitschnitten. Als besonderen Bonus, für die wahren Fans, wird "Völkerball" zusätzlich in einer Spezial-Edition veröffentlicht, die on Top noch eine weitere DVD mit den Dokumentationen "Anakonda im Netz" und "Making Of ,Reise, Reise'" enthält - insgesamt mit einer zusätzlichen Spielzeit von 90 Minuten. Darin kommt neben ausführlichen Bandinterviews auch Rammstein-Manager Emanuel "Emu" Fialik zu Wort, der nicht nur mit der Aussage "ein Rammstein-Konzert ist wie eine Chorveranstaltung - dort findet eine ähnliche Gleichschaltung von Gefühlen statt" den berühmten Nagel auf den Kopf trifft, sondern auch einiges über das Phänomen Rammstein zu berichten weiß. Die Band plaudert aus dem Nähkästchen - so erfährt man zum Beispiel über das gemeinsame Ritual des "Schützenschnaps" vor einer jeden Show, der der Band das "jetzt geht's los"-Gefühl vermittelt. Der Fan bekommt einen Einblick in ordinäre, harte Songwriting- und Studioarbeit und darf Richards Kochkünste bewundern. Doch verraten wir nicht zuviel und lassen die Protagonisten selbst zu Wort kommen, die ihre Eindrücke von einer unvergleichlichen Welt-Tournee schildern.
Von Auftrittsorten und ihrer Wirkung.
Richard Z. Kruspe: "Es war die letzte Show in Dänemark oder Schweden. Ich bin aus New York eingeflogen und fuhr gleich ins Hotel. Es hatte den ganzen Tag geregnet. Ich ging quasi direkt auf die Bühne. Irgendwann fällt dann der Vorhang und du fängst an zu spielen. Auf einmal habe ich diesen wunderschönen Hafen gesehen, den ich vorher überhaupt nicht gesehen hatte. Ich vergaß einfach den Einsatz. Die ganze Band hatte schon losgelegt und ich dachte mir Scheiße - nach 20 Sekunden habe ich dann weitergespielt!"
Paul Landers: "In Stockholm steht eine Riesenkiste (Stockholm Globen - der Verf.) Wir hatten immer in kleinen Clubs gespielt und sahen diese große Halle im Hintergrund glitzern. Ich konnte es kaum glauben, als unser Shuttle dort vorfuhr. Wir wundern uns oft, warum auf einmal 12.000 Schweden oder Finnen Rammstein sehen wollen."
Von Fans und ihrem Enthusiasmus.
Oliver Riedel: "In Nimes war es sehr schön zu spielen, weil dort genauso eine Hysterie herrschte wie sonst nur in Mexiko oder Südspanien. Mittlerweile ist es in Frankreich auch so, dass man schon, wenn man in die Stadt hinein fährt, viele Leute sieht, die zum Konzert wollen, oder Fans, die warten und Musik hören, damit die Stimmung schon vor der Show am Kochen ist."
Christoph Schneider: "Nimes in Südfrankreich ist eigentlich eine Urlaubsgegend, wo man die ganzen alten Gebäude, eine schöne Innenstadt und ein paar Urlauber dazwischen hat. Dort waren plötzlich Rammstein-Fans zu Tausenden, alle in Schwarz gekleidet und gestylt. Das wollte so gar nicht in diese Idylle passen."
Emanuel Fialik (Manager): Es gab viele junge Menschen, die aus ganz Frankreich angereist waren. Ich habe aber auch Fahnen aus Brasilien, kroatische Fahnen, Fahnen aus Griechenland und Deutschland gesehen. Es war klar, dass die Leute von überall zum Rammstein-Konzert gepilgert waren - das sind die besten Voraussetzungen für eine tolle Show."
Till Lindemann: "Diese Location war sehr außergewöhnlich. Eine Stierkampf- oder Gladiatorenarena, so ein Amphitheater. Es sieht steinalt aus und erinnert an das Colosseum in Rom - das ist fantastisch! Man kriegt irgendwie gute Laune. Die Akustik dort ist ziemlich extrem, denn sie bleibt in diesem Kessel - so kam mir das jedenfalls vor. Die Leute waren super drauf, die Franzosen sowieso. Ich kriege normalerweise nicht soviel um mich herum mit, vom Ambiente und so weiter, aber das war schon ziemlich besonders."
Paul Landers: "Nimes war wirklich ein Highlight. Vor allem weil die Leute an den Seiten der Arena so hoch sitzen und dir dadurch nahe sind. Man sieht plötzlich die vielen Menschen - irgendwie wirkt das ganze komprimiert.
Von einer Rammstein-Show und ihrem Aufwand.
Christoph Schneider: "Wir haben auf der letzten Tour überall die größten Hallen gespielt, mit mehr als 10.000 Leuten Fassungsvermögen. Da bedarf es schon eines riesigen Aufwandes, um sicherzustellen, dass jeder etwas sieht. Dass Pyro-Effekte, Licht und Musik nicht zu klein wirken, sich in Einklang befinden, alles in ein gutes Timing gebracht ist, sichergestellt ist, dass jedes Element seinen Platz bekommt und alles zusammen funktioniert. Bei unseren Shows sind schon jeden Abend 100 Leute im Einsatz. Ich schaue mir oft den Auf- und Abbau an - dann realisiert man, wie viele Arbeitsplätze an so einer zweistündigen Show hängen."
Paul Landers: "Es ist wie ein Zirkus. Wie eine kleine Stadt auf Reisen. Der Bürgermeister ist der Tourleiter. Es gibt Kraftfahrer, Sekretärinnen, Rigger (die an das Hallendach klettern und die Motoren für die ganze Technik hängen), Lichttechniker, Soundtechniker und Bühnenarbeiter sowie Band-Assistenten, die die Garderoben ausgestalten - im großen und ganzen sind das alle."
Von einer Rammstein-Show und ihrer Inszenierung.
Flake Lorenz: "Viele der ersten Konzerte einer neuen Tour sind cool, weil man die Bewegungsabläufe noch nicht so drauf hat und noch nicht weiß, was wann passiert. Man trifft sich während der Show normalerweise mit einem Mitmusiker und geht dann gemeinsam zu einem bestimmten Punkt. Bei den ersten Konzerten weiß das aber noch keiner und dann passieren natürlich auch viele lustige und manchmal peinliche Sachen. Man steht in einer Ecke und wird z.B. nicht abgeholt. Oder man sitzt im plötzlich Dunkeln. Ich bin am Anfang mit dem Sedgway gefahren. Die Band sagte irgendwann ,kannst du damit nicht aufhören? Das sieht aus, als ob du Rasen mähst. Das geht überhaupt nicht'. Ich dachte, ich mach' was gutes - fahr' hin und her, aber sie sagten, dass es unmöglich sei und ich mir etwas anderes ausdenken solle. Ich fragte: ,Was soll ich denn machen?'. Die Antwort: ,Rückwärts fahren'. So bin ich halt ein Stück rückwärts gefahren und habe mich gedreht, aber das ist ja auch albern. Die ersten sind die spannendsten Konzerte, wenn man ein bisschen eingeübt ist, wird alles routinierter."
Till Lindemann: "Ich habe vor den ersten Shows ein Schema im Kopf. Meist gibt es Probetage für uns vor ein neuen Tour. Dann laufe ich mit meinen Ideen im Kopf herum und überlege, ob das überhaupt so geht. Ich merke in den ersten fünf Konzerten was funktioniert und was nicht. Mir hilft das, eine Kontinuität rein zu bringen. Es ist auch sehr viel Unsicherheit dabei, wo ich nicht weiß, steh' ich da jetzt herum oder tut das dem Gesang einen Abbruch, wenn ich mich bewege - weil ich dann eventuell keine Luft kriege und die Vokale nicht mehr aussingen kann. Muss man sich alles genau überlegen. Nach fünf bis zehn Konzerten hat man alle Schritte und die Choreographie dann drauf."
Von einer Rammstein-Show und ihren Gefahren:
Flake Lorenz: "Viele Sachen auf der Bühne sind unangenehm. Das ist wie kaltes Duschen. Man will zuerst nicht, aber wenn man's gemacht hat, fühlt man sich hinterher besser. In dem Topf bei ,Mein Teil' ist es sauheiß. Beim Aufstehen verbrenne ich mir immer die Fingerkuppen am Rand. Wenn ich nicht aufpasse, schießt mir Till mit dem Flammenwerfer ins Gesicht oder die Haare brennen ab. Ich kann ausrutschen oder den Griff beim Aussteigen verfehlen und stürzen - es kann alles Mögliche passieren. Manchmal zünden die Pyrotechniker die Raketen zu früh und diese schießen mir ins Gesicht. Das ist alles schon passiert!
Till Lindemann: "Ich mag es nicht, wenn ich angesehen werde. Ich suche keinen Blickkontakt mit der ersten Reihe. Ich schaue meist zum Mann am Mischpult. Klar, wenn es sich beim Song ergibt, suche ich schon dieses gestenreiche Zwiegespräch mit den Fans. Das Schlauchboot ist ein sehr guter Effekt. Das macht Laune und ist so ein Entspannungsteil für uns. Für einem Moment schaut niemand mehr zur Band auf die Bühne. Flake war früher der Kapitän. Den hat das Publikum oft bis ganz hinten durchgereicht, wo er dann auf die Erde gefallen ist und sich ein paar blaue Flecken holte. Als er zurückkam, hat er wie in Huhn gezetert!"
"Völkerball" verdeutlicht in extremer Weise, dass Rammstein DIE Vorzeigeband Deutschlands ist, und dass, obwohl man dem von Christoph Schneider ausgegebenen Produktionsleitspruch von "Reise, Reise" nur zustimmen kann: "Es ist doch nur Musik!"
Rammstein:
Till Lindemann - Gesang
Paul Landers - Gitarre
Oliver Riedel - Bass
Richard Z. Kruspe - Gitarre
Flake Lorenz - Keyboard
Christoph Schneider - Schlagzeug
Discographie
Herzeleid (1995)
Sehnsucht (1997)
Live aus Berlin [CD + DVD] (1999)
Mutter (2001)
Lichtspielhaus [DVD] (2003)
Reise, Reise (2004)
Rosenrot (2005)
Völkerball [DVD + CD] (2006)
Märchenerzähler?
von Sven Lohnert
Es begab sich im Jahre 1995 als mir ein Tape einer unbekannten, deutschen Band vorgespielt wurde. Ein Newcomer wie jeder andere? Weit gefehlt! Die druckvolle Produktion, die schneidenden Gitarren und die martialischen Texte - etwas nie Dagewesenes. Zu Beginn will die Band als Einheit verstanden werden, die Individuen spielen zuerst keine Rolle. Die Stärke bezieht Rammstein aus ihrem Zusammenhalt und der Kameradschaft. Das Sextett schwimmt sich frei!
Bereits zu DDR-Zeiten spielen alle Mitglieder bei diversen Szene-Bands. Christian "Flake" Lorenz musiziert zusammen mit Paul Landers bei den sogar im Westen bekannten Feeling B, Oliver Riedel zupft bei den mittlerweile aufgelösten The Inchtabokatables den Bass, Sänger Till Lindemann verdingt sich bei First Arsch als Schlagzeuger und Christoph Schneider trommelt bei Die Firma. Einen völlig anderen Weg beschreitet Klampfer Richard Kruspe. Noch vor dem Mauerfall flieht er über Ungarn und Österreich nach Westdeutschland, wo er eine Band namens Orgasm Death Gimmick gründet. Kurz nach dem Mauerfall 1989 kehrt er in seine Heimatstadt Schwerin zurück, um für kurze Zeit bei Das Auge Gottes in die Saiten zu greifen. Dort trifft er auf Till Lindemann, den ehemaligen Auswahlschwimmer der DDR und Vizeeuropameister im Jugendbereich, der sein Geld als Korbflechter verdient. 1994 entsteht ein gemeinsames Projekt, das neben Kruspe auch Lindemann, Riedel und Schneider auf der ersten Demo präsentiert. Das Quartett wird durch Landers und Lorenz verstärkt und so bewirbt man sich mit dem Demo bei einem Bandwettbewerb, bei dem ein Studioaufenthalt winkt. Spiel, Satz und Sieg für das Sechserpack! 1995 sind sie als Support für Project Pitchfork auf Tour, unterschreiben ihren Deal mit Motor Music und beginnen mit Unterstützung von Clawfinger-Produzent Jacob Hellner mit den Aufnahmen für das Debut "Herzeleid".
Das Ausland beäugt Rammstein zuerst ebenfalls sehr kritisch und sieht in ihnen eine schlichte, kalte Melange aus Alice Cooper und Marilyn Manson. In Deutschland räumt "Herzeleid" in kürzester Zeit völlig ab. Die perfekte Mischung aus tonnenschweren Gitarrenriffs, exzessiven Technobeats sowie ausdrucksstark-provokanten Lyrics, verleiht Rammstein ihre Einzigartigkeit. Dank dem bekannten Filmemacher David Lynch, der die Tracks "Rammstein" und "Heirate mich" für seinen "Lost Highway"-Soundtrack verwendet, wird über Nacht in Amerika das Rammstein-Fieber entfacht.
1997 räumt "Sehnsucht" außerhalb Deutschlands vor allem in den USA megamäßig ab. Eine gigantische Tour folgt zwischen 1998 und 1999. Nach dem relativen, kommerziellen Ableben der Scorpions gilt das Berliner Sextett heute so ziemlich als einziger deutscher Act von internationaler Bedeutung.
2001, nach extensiven Live-Aktivitäten, erscheint das dritte Studioalbum "Mutter", das wie auch der Vorgänger direkt nach Veröffentlichung die Pole Position der Charts einnimmt. Rammstein sind auf dem Rock-Olymp und ziehen sich nach einer fantastischen Konzertrundreise ins Privatleben zurück. Erst im Sommer 2004 erscheint dann die neue Platte "Reise, Reise" und avanciert bereits im Oktober zur erfolgreichsten europäischen Langrille des Jahres 2004 und noch während der laufenden Sommer-Shows kündigt die Band für Oktober 2005 einen Nachfolger an.
Nun ist an der Zeit Bassmann Oliver Riedel zu befragen, wie es denn dazu kam, dass Rammstein nach "Reise, Reise" so schnell schon wieder eine neue Platte am Start haben.
"Wir hatten zu der 'Reise, Reise'-Session bereits 18 fertige Titel aufgenommen - hatten also schon sieben neue Songs für ein weiteres Album komplett. Wir wollten nicht so lange warten bis wir diese auch veröffentlichen. Bei uns ist es so, dass wenn wir Tracks aufnehmen und sie dann zu lange liegen lassen, sie für unseren Geschmack immer schlechter werden. So hatten wir ursprünglich die Idee die neue Platte als 'Reise, Reise 2' zu releasen. Die Fans sollten wissen, dass diese Aufnahmen auch aus der alten ,Reise, Reise'-Session stammen. Wir mussten noch vier/fünf neue Lieder schreiben, was wir in den letzten drei Monaten getan haben. Das Resultat ist nun ,Rosenrot'."
Hierbei sind Parallelen zu "Herzeleid" und "Sehnsucht" erkennbar. Dort hattet ihr auch schon fast die komplette "Sehnsucht" mit aufgenommen. Eigentlich sollte ja auch das Stück "Sehnsucht" mal "Afrika" heißen. Ist diese Art Aufnahmetaktik ein bevorzugtes Instrument von euch?
"Eigentlich nicht, da wir diesmal die Stücke, die wir bereits zu ,Reise, Reise' aufgenommen hatten auch so belassen und nichts mehr daran geändert haben. Bei ,Sehnsucht' damals haben wir noch vieles neu und anders gemacht."
Das Stück "Rosenrot" zählt ja auch zu den fertigen Songs aus der ersten Session und sollte damals schon die erste Single werden. Nun wird der neue Longplayer "Rosenrot" heißen und das gleichnamige Stück wird dennoch nicht als erste Auskopplung veröffentlicht?
"Als wir wussten, dass wir sieben fertige Songs haben und ,Rosenrot' zu den stärkeren Nummern zählte, haben wir uns dafür entschieden die neue Platte ebenfalls ,Rosenrot' zu nennen"
bekräftigt Oliver.
"Jede Platte hat starke und schwächere Nummern und für die neue Scheibe wollten wir gute Songs in der Hinterhand behalten. ,Reise, Reise' wollten wir ja auch ursprünglich etwas härter gestalten und wenn man sich den neuen Silberling anhört sind halt auch wieder einige ruhigere Ideen dabei. ,Rosenrot' ist viel melancholisch-romantischer als ,Reise, Reise' obwohl die Aufnahmen teilweise aus der gleichen Zeit stammen."
In eurem neuen Info zu "Rosenrot" wird der Spagatschritt unternommen, eine Verbindung zwischen Goethe, den Gebrüder Grimm bis hin zu Rammstein herzustellen - was durch die Art der Lyrik in Tills Texten oft genug nicht von der Hand zu weisen ist.
"Dies steht bei uns in der Band überhaupt nicht im Vordergrund. Natürlich ist das lyrische und romantische in Tills Texten vorhanden, nur ist ein Vergleich mit Goethe oder den Gebrüder Grimm von unserer Seite her nicht beabsichtigt oder gar gewollt."
Das Frontcover zur neuen Platte "Rosenrot" ist eigentlich im großen und ganzen das Cover der japanischen Version von "Reise, Reise". Wie kam es dazu? Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Weg Cover-Motive auszusuchen.
"Die Japaner wollten nicht das normale ,Reise, Reise'-Cover übernehmen, was ich persönlich ziemlich dreist finde, aber die meinten das mit dem Flugschreiber-Cover machen sie nicht und wir sollten doch ein anderes Motiv an den Start bringen. Wir haben ihnen dann einen Vorschlag gemacht - das war der mit dem Boot - und den fanden sie gut. Letztendlich hat uns aber auch selber das Motiv so gut gefallen, das wir nun das ,Rosenrot'-Cover draus gemacht haben. So wird es nochmals für alle zugänglich und ist nicht nur für die Japaner! Zuerst sollte die Platte ja ,Reise, Reise 2' heißen und dies hätte vom Motiv her auch besser gepasst. Aber nun heißt halt das Schiff 'Rosenrot' und das ist auch okay."
Gehen wir mal ein paar Tage zurück. Zu "Reise, Reise" habt ihr nicht in Amerika getourt, ein Land, das Rammstein frenetisch abgefeiert hat. Wie kam es dazu wo doch euer Gitarrist Richard in den Staaten lebt und Rammstein dort sehr populär sind?
"Wir wollten ursprünglich im Oktober/November in Südamerika und Mexiko eine Tour spielen. Nur mussten wir leider alles absagen, weil unser Keyboarder Flake mit Mumps im Bett lag. Was Amerika betrifft, ist es letztendlich so: beim dortigen Touren fressen dich die horrenden Kosten auf. Momentan ist es auch etwas undankbar mit Amerika - okay wir können dort überall in den größeren Clubs vor 2.000 bis 3.000 Leuten spielen, aber wenn du zur gleichen Zeit in Europa vor 10.000 oder 15.000 Fans spielen kannst, ziehst du Europa automatisch vor. Durch lange Touren haben wir alle sehr viel Energie verloren. Wenn wir vielleicht in den Staaten mal einen großen Hit haben, der dann auch von den Radiostationen unterstützt werden würde - denke ich, würden wir den Markt USA auch nochmals in Angriff nehmen. Man muss dort sehr viel Promotion machen und richtig hart an einem Erfolg in arbeiten. Die Amerikaner vergessen halt schnell, die Mentalität in Europa ist eben eine ganz andere. Wir sondieren die Märkte für uns. Zu ,Reise, Reise' haben wir in ganz Europa und in Japan gespielt. Eigentlich müssten wir auch noch nach Australien, und die Südamerika- und Mexiko-Tour versuchen nachzuholen, wenn Flake wieder in Ordnung ist."
Eure Tourneen sind ja mittlerweile auch schon zu richtig bombastischen Materialschlachten ausgeufert. Seid ihr dem nicht überdrüssig und wie kommt ihr damit auf den monatelangen Reisen zurecht?
"Trotz des großen Erfolges und der langen Tourneen ist intern bei uns alles okay, denn durch den Standard, den wir mittlerweile auf Tour haben, hat jeder einzelne von uns seine Freiräume und man kann seinen persönlichen Wünschen und Angelegenheit nachgehen. So ist das ganze sehr angenehm und dadurch macht auch das Touren wieder sehr viel Spaß."
Wie sieht es mit einer "Rosenrot"-Tour aus - können sich die deutschen Fans darauf freuen?
"Momentan planen wir noch keine Tour mit ,Rosenrot'. Wir sprechen darüber die Südamerika und Mexiko-Shows eventuell nachholen und vielleicht nächstes Jahr einige Festivals spielen."
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