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Peter Tägtgren schlägt auf seinem Industrial/Gothic Nebenprojekt Pain deutlich härtere Töne an als zuvor. Abermals verzaubern gruselige Düstermelodien und peitschende Rhythmen, die sich zu einem schwarzen, elektrisierenden Tornado manifestieren
EMP Redaktion
von Adam Weishaupt(28.03.2011)Nach den ersten Sekunden des Openers "Let me out" wird man noch verdutzt auf die CD-Hülle schauen und sich vergewissern, ob man nicht doch eine alte Hypocrisy-CD erwischt hat - doch spätestens mit den ersten Elektrobeats und dem Einsetzen des klaren Gesangs von Peter Tägtgren, ist klar, wer hier am Werk ist - nur eben bewusst härter, schneller und lauter! In "Great pretender" schimmert Tägtgrens Liebe zu Rammstein durch und manifestierte eine großartige Industrial-Nummer, gefolgt von den klassischen Gothic-Tracks "The dark" und dem schleppenden Titelsong "You only live twice". Dabei jagen einem stets grandiose Melodien Armeen von Ameisen über den Rücken; stets jedoch mit einem gewissen Hypocrisy-Feeling der Marke "Fourth dimension" und "Abducted". Dazwischen steht das rockige "Dirty woman" sowie das ursprünglich für Sonic Syndicate geschriebene "Leave me alone", das unter dem Pain-Banner deutlich an Härte gewinnt. Düster und doomig wird es zum Abschluss auf "Sleeping with the dead", dem perfekten, musikalischen Schocker für jeden Zombiefilm.
Interview

Friedensvisionäre in Missionarsstellung
von Adam Weishaupt (15.11.2012)Peter Tägtgren ist ein Mann mit vielen Talenten, sei es als begnadeter Komponist, erfolgreicher Musiker oder als gefragter Produzent. Mit Hypocrisy schreibt er Death Metal-Geschichte und mit Pain führte er den Elektro Metal in eine neue Dimension. Se...
WeiterlesenPeter Tägtgren ist ein Mann mit vielen Talenten, sei es als begnadeter Komponist, erfolgreicher Musiker oder als gefragter Produzent. Mit Hypocrisy schreibt er Death Metal-Geschichte und mit Pain führte er den Elektro Metal in eine neue Dimension. Seit Mitte der Neunziger erschienen von Pain sieben erstklassige, stets visionäre und mutige Longplayer, denen nun mit dem umfassenden Live-Dokument "We come in peace" Tribut gezollt wird und welches die geballte Bühnenpower der Schweden demonstriert. Zu bewundern gibt es zwei vollständige Konzerte, die während der Tournee zum aktuellen Longplayer "You only live twice" mitgeschnitten wurden. Einerseits die spektakuläre Festivalshow auf dem tschechischen Masters Of Rock sowie einer intimen Club Show im schwedischen Stockholm. "Ich bin unheimlich kritisch, wenn es um die eigenen Aufnahmen geht, weshalb ich von Anfang an intensiv in den Produktions- und Schneideprozess der DVD bzw. Blu-ray eingebunden war. Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden, denn es ist authentisch und zeigt uns aus zwei verschiedenen Perspektiven exakt so wie wir sind." Beide Shows sind dem Tausendsassa noch allgegenwärtig, ebenso wie die Nervosität kurz vor den Auftritten. "Speziell auf den Festivals kann immer alles passieren. Einen Soundcheck gibt es so gut wie nie und man muss sich darauf verlassen, dass alles funktioniert. Doch sobald du auf der Bühne stehst, das Feedback der Fans spürst und realisierst, dass alles passt, dann ist es ein lange andauernder Adrenalinkick. Das Masters Of Rock war für uns etwas Besonderes, da wir zum ersten Mal dort spielten und eine tolle, späte Position bekamen. Die 20.000 anwesenden Fans waren umwerfend, die Show war grandios und ich bin froh, dass wir exakt diese aufgenommen haben. Es war ein Abend, an dem einfach alles passte." So auch die Gastperformance von Exodus-Rampensau Rob Dukes, der beim finalen Ohrwurm "Shut your mouth" die Bühne erklomm und nochmals kräftig einheizte. "Das Ganze war eine spontane Idee, denn Rob gefällt unsere Musik und er hat mich selbst schon oft gefragt, ob ich nicht bei Exodus einmal mit auf die Bühne kommen möchte. Wir haben das auf weiteren Festivalshows wiederholt. Ein liebenswerter, verrückter Kerl." Die im Stockholmer Club Debaser Medis aufgezeichnete Show, wurde zusätzlich mit einer Dokumentation und reichlich Backstage-Aufnahmen aufgewertet und fördert wie so oft manche Kuriosität zu Tage. "Die Kameras laufen meist immer erst dann, wenn wir schon betrunken sind. Das wird uns natürlich immer zum Verhängnis", scherzt Tägtgren, der von Grund auf eine absolute Frohnatur und Stimmungskanone ist. So auch auf der parallel zur Veröffentlichung von "We come in peace" stattfindenden "Into darkness"-Tournee, mit u.a. Moonspell und Lake Of Tears. "Unsere Schlafkojen sehen wir meistens erst bei Tagesanbruch", verrät der trinkfeste Skandinavier. "Aber hey, es hat sich noch niemand etwas gebrochen, alle leben noch und wir haben gemeinsam eine Menge Spaß. Zwar herrscht bei fünf Bands eine Menge Chaos, weshalb ich mir erst gar nicht vorgenommen habe in dieser Zeit Songs zu schreiben. Das wäre unmöglich."
James Bond und die bösen Mädchen
von Adam Weishaupt (22.03.2011)Pain-Mastermind Peter Tägtgren scheint als Kind in einen Kessel aus Zaubertrank gefallen zu sein, der ihm permanente Inspiration und eine Vielfalt an Ideen bescherte. Der Außerirdische auf dem exzellenten, neuen Coverartwork schließt den Kreis zu frü...
WeiterlesenPain-Mastermind Peter Tägtgren scheint als Kind in einen Kessel aus Zaubertrank gefallen zu sein, der ihm permanente Inspiration und eine Vielfalt an Ideen bescherte. Der Außerirdische auf dem exzellenten, neuen Coverartwork schließt den Kreis zu früheren Hypocrisy-Werken, denn "You only live twice" ist zudem verdammt heavy ausgefallen. "Es war meine vollkommene Absicht, diesmal ein etwas extremeres Werk zu erschaffen. Die Songs besitzen noch immer all die modernen Elemente, doch ich fand es spannend zu sehen, all diese typischen Merkmale in sehr harte, teils schnelle Nummern zu verpacken", erklärt Tägtgren. "Es ist kein schönes oder niedliches Album, sondern vielmehr dreckig und ein Schlag ins Gesicht." Der Albumtitel "You only live twice" lässt ein Faible für James Bond vermuten, doch der Schwede lacht und winkt ab: "Vermutlich werde ich mir das noch sehr oft anhören müssen, aber mit 007 hat dies nichts zu tun. Wünscht man sich nicht selbst, noch ein zweites Mal leben zu dürfen oder eine zweite Chance zu erhalten? Es geht aber auch darum, dass wir niemals mit unserer aktuellen Situation zufrieden sind, sondern immer mehr wollen - oder auf andere Personen neidisch und eifersüchtig sind, was totaler Blödsinn ist. In dem Track ist es so, dass die Person einen Pakt mit dem Teufel schließt, um ein zweites Leben in einer Fantasiewelt zu bekommen." Dazu lädt der sympathisch wirkende Außerirdische auf dem Frontcover jedenfalls ein. "Meine Intention war eine Mischung aus ,Nightmare before Christmas' und ,Alice in Wonderland' - und das ist dem Coverkünstler zweifelsohne gelungen", berichtet der Schwede. "Nun haben wir unser eigenes Maskottchen, unseren Eddie", schmunzelt der Frontmann und Produzent. "Ich denke, dass wir ihn für die Zukunft behalten werden und bin mir sicher, dass er sich super in die Bühnenshow integrieren lässt. Ich hoffe nur, dass sehr viele Besucher kommen, denn günstig wird diese Umsetzung nicht."
Eine der zahlreichen musikalischen Überraschungen auf dem neuen Opus ist die Pain-Version von "Leave me alone", eine Nummer die Tägtgren ursprünglich für Sonic Syndicate geschrieben hatte. "Ich mag es sehr, wenn ich für andere Acts Songs schreiben kann und mich quasi in deren musikalisches Hirn einlogge und ihnen etwas auf den Leib schreibe. Sonic Syndicate waren gerade bei mir im Studio, um Stücke mit ihrem neuen Sänger aufzunehmen und ich lieferte ihnen diese Ideen. Mit Pain wollte ich den Track anders machen, ob das nun eine gute Idee war, werden die Fans entscheiden." Den Rock 'n' Roll-Spirit liefert "Dirty woman" ab, worin das Szenenunikat mit der holden Weiblichkeit abrechnet. "Ich war zweimal verheiratet und bin zweimal geschieden. Frauen wackeln mit dem Arsch und machen dir schöne Augen, dann bekommen sie alles, was sie wollen. Wir Männer denken meist mit dem falschen Körperteil, deshalb bin ich leider schon sehr oft an die falschen Frauen geraten. Darüber musste ich nun einfach mal schreiben", sagt er mit einem tiefen Seufzer, fügt jedoch hinzu: "Es sind natürlich nicht alle Mädels gleich, denn ich führe nun auch schon lange eine glückliche Beziehung. Aber ich denke, jeder Mann weiß, wovon ich spreche."
Auf dem Weg ins Paradies
von Lisa Hofer (29.08.2008)Das jüngste Baby von Peter Tägtgren hat es in sich: wuchtige Gitarrenwände, pulsierende Bassläufe, atmosphärische Keyboardschwaden, treibendes Drumming und aggressiver Gesang machen "Cynic paradise" zu einem wahren Kleinod. Ein gewisser Zynismus haft...
WeiterlesenDas jüngste Baby von Peter Tägtgren hat es in sich: wuchtige Gitarrenwände, pulsierende Bassläufe, atmosphärische Keyboardschwaden, treibendes Drumming und aggressiver Gesang machen "Cynic paradise" zu einem wahren Kleinod. Ein gewisser Zynismus haftet auch Peter an: "Mein Glas ist immer halb voll, ich bin ein Optimist", grinst er und fügt hinzu "ganz sicher nicht! Mein Glas ist natürlich immer halb leer. Optimismus ist nichts für mich." Zur neuen Platte äußert er sich daher mit Vorsicht: "Sein eigenes Werk im Vorfeld zu loben ist nicht mein Ding. Es hängt alles von den Leuten da draußen ab, die Entscheidung liegt ganz bei ihnen und ich bin wirklich gespannt, wie sie ,Cynic paradise' finden werden. Der Sound erinnert ein wenig an die Zeiten unserer ,Rebirth' Platte, es gibt reichlich elektronische Parts aber auch fette Riffs." Würde Herr Tägtgren seine Musik denn auch selber hören? "Natürlich, ich schreibe nur Songs, die ich auch selber mag. Ich würde mich niemals für irgendwen da draußen verstellen", so Peter empört. Ein besonderes Highlight ist der Gastauftritt von Nightwish Frontfrau Anette Olzon: "Wir waren mit Nightwish auf Tour und haben uns wirklich prima verstanden. Die Band und ihre Crew sind allesamt großartige Menschen. Anette arbeitet sehr professionell, sie kam ins Studio und hat gesungen - fertig. Es gab nichts auszubessern." Die Platte entstand im Verlauf des letzten Jahres in Tägtgrens hauseigenem Abyss Studio, das im schönen Schweden liegt. Er mag seine Heimat: "Hier gehöre ich hin, hier wurde ich geboren und hier werde ich sterben. Ich liebe die Natur und die Einsamkeit, vor allem wenn ich von einer Tour zurückkehre, weiß ich das sehr zu schätzen." Ein Umzug wäre also ausgeschlossen? "Der einzige andere Ort auf dieser Welt an dem ich mir ein Leben vorstellen könnte ist New York. Die Stadt ist faszinierend, aber ich denke dann an meinen Sohn, der in Schweden bestimmt eine bessere Kindheit hat als in so einer Metropole", zeigt Peter sich als verantwortungsvoller Vater. Peters gesundheitliche Probleme haben ihn gelehrt nicht mehr in die Vergangenheit zu blicken sondern nach vorn zu schauen, wie er verrät. Er bereut also nichts. Gar nichts? Nach kurzem Grübeln fällt ihm ein: "Ich hätte schon viel früher wieder zu Nuclear Blast zurückkehren sollen und ich bin heilfroh, dass der Schritt jetzt getan ist." Herr Tägtgren hat "Cynic paradise" in die Hände echter Profis gegeben, was dem ohnehin hochkarätigen Album zusätzlichen Aufwind bescheren wird.
Heute ein König
von Yvonne Zymolka (04.04.2007)Peter Tägtgren will's wissen. Pain, sein bereits über eine Dekade bestehendes Ein-Mann-Projekt, geht in die fünfte Runde: "Ich bin ein Kämpfer", raunzt er jetzt nicht ohne Stolz: Musik, Text, Produktion und Mix, alles im Alleingang, wer kann das scho...
WeiterlesenPeter Tägtgren will's wissen. Pain, sein bereits über eine Dekade bestehendes Ein-Mann-Projekt, geht in die fünfte Runde: "Ich bin ein Kämpfer", raunzt er jetzt nicht ohne Stolz: Musik, Text, Produktion und Mix, alles im Alleingang, wer kann das schon. Zwischenzeitlich hing aber auch der umtriebige Workaholic in den Seilen, kurz davor zu Boden zu gehen, so wie in "Nailed to the ground": "Mir waren die Hände auf den Rücken gebunden, niemand außer mir schien am Erfolg von Pain zu arbeiten. Dann ging auch noch meine zweite Ehe in die Brüche und die alten Freunde führen schon lange ein anderes, normales Leben. Musik ist eben meine Lebensentscheidung." Zurück in die Ecke. Ein neues Team, eine neue Platte: "Psalms of extinction" spielt nicht in der Amateurliga. Die Synthesizer und Verstärker glühen, als wolle der 36 Jahre alte Schwede Tägtgren die Schwergewichte des amerikanischen Industrial-Metal herausfordern. "Ich bin ärgerlich und wahnsinnig ehrgeizig, wenn es um Pain geht, aber mein Gegner, das bin nur ich selbst. Ich möchte der Beste sein in dem was ich tue, da aber keine andere Band so genreübergreifend klingt wie meine Mischung aus Gothic, Heavy Metal und wilden Sound-Experimenten, kann ich nur versuchen mich selber zu schlagen." Tatsächlich hat der Mastermind wohl zu viel in der Steckdose genascht, seine Synapsen scheinen förmlich zu brutzeln, als er begeisterte Monologe über seinen künstlerischen Sturm und Drang hält: Fertige Drumloops? "Langweilig!" Computer generierte Samples? "Stümperei!" Peter ist Handwerker aus Überzeugung: "Drums und Sounds bastelte ich aus den Geräuschen eines Händeklatschens, Türenschlagen, klappernden Löffeln oder dem Ausstöpseln einer E-Gitarre, die danach rückwärts abgespielt, verzerrt und zusammengeschnitten werden. Genau das macht Spaß." Neben viel metallischen Riffing, einer sich bei aller Härte nie ganz verlierenden Melodie und Unmengen elektronischen Bombasts, darf man sich auch über eine Prise Bakersfielder Nu Metal-Schule freuen: "Ich liebe Korn. Rhythmus ist ein sehr wichtiger Grundbaustein in Pain. Und ich bin ein Fan von unverschnörkeltem AC/DC-Drumming, man muss ein Stück mitklatschen können, dann funktioniert es. Catchy Songs zu schreiben mit starken Refrains, bei denen man sich fühlt als wehe plötzlich ein befreiender Lufthauch durch den Raum - das ist gar nicht so einfach!" Besonders, wenn keines der zwölf Stücke klingt wie das andere. Von reduzierter Brachialhärte eines "Computer God" bis zur "Just think again" Industrial-Power-Ballade, Peter wirft alles in den Ring, was das Mischpult hergibt und lud zudem hochkarätige Gäste zum Showdown. Einmarschieren durfte zum "Zombie slam" Motörhead-Drummer Mikkey Dee, In Flames-Bassist Peter Iwers zupfte gleich mehrfach kräftig am Bass und Children Of Bodoms Alexi Laiho lieferte ein zünftig triefendes '80er Strechhosen-Gitarrensolo. "Alexi ist ein verdammter Held. Ich bin der lausigste Gitarrist von allen und eigentlich ja Drummer", grinst der Hypocrisy-Frontmann geständig. "Na und Mikkey, das war so eine typische Festival-Bekanntschaft", lacht er und mimt einen schwer taumelnden Piraten. Ja der Alkohol, "Bottles nest" widmet sich dem hochprozentigen Gefährten: "Jedes Mal, wenn unser Nightliner das Festivalgelände erreicht skandiere ich lauthals: Diesmal bleibe ich nüchtern! Und 20 Minuten später liege ich bereits wieder in der Ecke. Ich bin nun mal ein Party-Tier." Die aktuelle Form ist dennoch top. Frisch verliebt und tatendurstig, wagt der rastlose Skandinavier gar einen Urlaub auf Gran Canaria, während er Europa mit seinen Weltuntergangs-Ideen überzieht: "Psalms of extinction" handelt nicht von irgendwelchen Außerirdischen, die uns vernichten, sondern prangert die Menschheit selbst an. Der zweifache Vater zeigt sich besorgt: "In 15 Jahren haben wir vielleicht kein Trinkwasser mehr und draußen brennt einem die Sonne Hautkrebs auf den Pelz: Hurra! Wohin wollen wir dann noch gehen?" Peter Tägtgren geht jedenfalls nicht k.o., sondern reckt die Faust in die Höhe. Ein klarer Sieg nach Punkten.
von
Pain
Nichts ist unmöglich
vom 10.07.02
von Patrick Schmidt
In Schweden besitzt der Name Pain längst Superstarstatus, weshalb ì
es kaum verwundert, dass Pain und Peter Tägtgren im Elchenland stets hoch in den Charts einsteigen. Bei uns in Ger...
Weiterlesen
Pain
Nichts ist unmöglich
vom 10.07.02
von Patrick Schmidt
In Schweden besitzt der Name Pain längst Superstarstatus, weshalb ì
es kaum verwundert, dass Pain und Peter Tägtgren im Elchenland stets hoch in den Charts einsteigen. Bei uns in Germany regiert King Peter noch immer mit seiner Hauptband Hypocrisy, Pain liefen bislang stets im Windschatten hinterher. Das könnte sich mit dem dritten Machwerk "Nothing remains the same" ändern, denn auf dem Album tummeln sich die Hits wie die Wespen auf der Sahnetorte. Stärker denn je setzt der Meister auf Keyboards und Sounds, jede Menge Ohrwurm-Melodien und rundum verbesserte Arrangements. Weshalb er allerdings für den Song "Just hate me" auf Britney Spears-Produzent Max Martin zurückgegriffen hat, verrät er uns lieber selbst.
"Es war eine neue Erfahrung für mich, mit einem Pop-Produzenten zu arbeiten, denn für gewöhnlich mache ich alles selbst. Im Prinzip war das reiner Luxus für mich, denn alles was ich tun musste, war, diesen Song einzusingen."
Ein Großteil der Songs, die auf "Nothing remains the same" stehen, erinnern mich an eine Mischung aus Bands wie Stabbing Westward, Depeche Mode, Zeromancer und Rammstein. Peter kann mit diesem Vergleich durchaus leben."Ich habe in der letzten Zeit viel diese Mucke gehört, das ist wahrscheinlich der Grund dafür, warum "Nothing remains the same" so vielseitig klingt. Bei "Rebirth" war der Rahmen noch relativ eng gesteckt, während ich auf dem neuen Album viel mehr Dinge ausprobiert habe."
Die Zielsetzung hinter Pain ist somit ziemlich eindeutig definiert."Ich möchte noch einmal klarstellen, dass es mir bei Pain nicht um Kommerzgeilheit und Profitgier geht",
sagt Peter in einem etwas energischerem Ton.
"Bei Pain geht es mir einzig und allein um die Befriedigung meiner kreativen Bedürfnisse. Pain gibt mir den Freiraum, all das auszuprobieren, was ich bei Hypocrisy nicht ausprobieren kann."
Dabei geht es dem Musikgenius in erster Linie um seine ì
Produzententätigkeit."Ich möchte als Produzent nicht ausschließlich auf Metal beschränkt sein, sondern auch andere Arten von Musik produzieren können. Bei Pain kann ich durch Ausprobieren lernen, das ist ein Privileg."
Ursprünglich hatte Peter sogar vor, mit Rammstein-Sänger Till ein Duett zu singen. Leider ist aus dieser Idee nichts ì
geworden.
"Er hat es aus terminlichen Gründen leider nicht auf die Reihe bekommen. Er sollte in "It's only them" den Part des Teufels übernehmen, der mich zum ständigen Alkohol trinken überredet, während ich in dem Song versuche, davon wegzukommen."
Einen absoluten Höhepunkt auf "Nothing remains the same" stellt mit Sicherheit das Beatles-Cover von "Eleanor rigby" dar, das auch schon live absolut überzeugen konnte."Ich verehre die Beatles fast so sehr wie Kiss",
lacht Peter.
"Genau genommen war "Eleanor rigby" einer der ersten Gothic-Songs überhaupt. Die Idee, diesen Song in ein typisches Pain-Gewand zu hüllen, hat mich einfach nicht mehr losgelassen, wobei mich insbesondere die überwältigenden Live-Reaktionen dahingehend motiviert haben, den Song fürs Album aufzunehmen."
Zu den Songs "Shut your mouth" und "Just hate me" wurden zwei Videos gedreht, wobei sich die Frage stellt, ob sich eine derartige Investition heutzutage überhaupt noch lohnt."Der Musikbereich, in dem ich mich mit Pain bewege, lebt in erster Linie von Videoclips, durch die man die Massen auf ein Produkt aufmerksam machen kann. Mit Hypocrisy ist das natürlich eine vollkommen andere Sache, kein Musiksender würde heutzutage noch Hypocrisy-Clips spielen. Insofern hoffe ich, dass wir mit den Pain-Clips weitere Hörerschichten erreichen können."