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Neben den 13 besten Songs der gesamten Bandgeschichte gibt es auch zwei neue Songs.
Interview
Feierei mit Botschaft
von Nicko Emmerich (21.05.2012)Spätestens jetzt kann der Sommer so richtig beginnen - auf ihrem neuen Album "Days gone by" präsentieren sich die US-Punkrock-Urgesteine von The Offspring pünktlich zur Open Air-Grill- und Dosenbier-Saison in Höchstform! Und das, obwohl sich der Albu...
WeiterlesenSpätestens jetzt kann der Sommer so richtig beginnen - auf ihrem neuen Album "Days gone by" präsentieren sich die US-Punkrock-Urgesteine von The Offspring pünktlich zur Open Air-Grill- und Dosenbier-Saison in Höchstform! Und das, obwohl sich der Albumtitel sowie die gleichnamige erste Single von Frontmann Dexter Holland, Drummer Pete Parada, Bassist Greg Kriesel und Gitarrist Noodles auf den ersten Blick eher melancholisch anhören. Noodles nickt. "Es klingt tatsächlich ein wenig melancholisch. In dem Song geht es darum, Zeuge zu werden, wie die Menschen leiden und welches Unglück ihnen heute widerfährt. Überall bricht die Wirtschaft zusammen, Menschen verlieren ihre Jobs und noch viel dramatischer - ihre Häuser, können sich keine Krankenversicherung mehr leisten und ihre Beziehungen brechen schließlich auseinander. Der Song soll genau diesen Menschen wieder Mut und Hoffnung machen und ihnen sagen: Hey, auch diese Scheiße wird eines Tages vorbei sein! Es gibt Licht am Horizont." Wobei die Vier aus dem Kalifornischen Orange County noch nie ein Blatt vor den Mund genommen und zwischendurch immer wieder auch eher ernste Themen aufgegriffen haben. "Songs wie "The kids aren't alright" oder "Gone away" haben uns schon immer sehr viel bedeutet. Was gibt es Schöneres, als einen Song zu machen, der sich nicht nur geil anhört, sondern auch noch eine tolle Botschaft hat, die Leute zum Nachdenken und zusätzlich zum Feiern bringt? Es kommt immer auf die Balance an. Es gibt eine Menge Songs, die wichtige Aussagen haben, auf der anderen Seite gibt es Songs, die nur lustig sind und die Leute dazu bringen sollen, ein Bier zu zischen und eine gute Zeit zu haben. Was die Ernsthaftigkeit angeht, so würde ich unser letztes Album ,Rise and fall' als noch ernsthafter bezeichnen, viel weniger Humor. Was wir tun ist, Fragen zu stellen. Wir lösen mit unseren Alben nicht die Probleme der Welt. Aber wir fragen nach und ermutigen unsere Hörer, selbst nach Antworten zu suchen und danach zu handeln. Es geht darum, gewisse Dinge auf den Tisch zu bringen und nicht zu allem zu schweigen. Wir sind nicht die, die mit erhobenem Zeigefinger herumlaufen, sondern die, die nachhaken! Ein Stück wie ,Cruising California' zum Beispiel ist das genaue Gegenteil von einem Track wie ,Days gone by': Ein Track der nur eine Message hat: Feierei ohne Ende"; dem ultimativen Pop-Punk-Mix aus The Offspring und Bands wie den Black Eyed Peas. "Ein kompletter Popsong! Jahrelang hat Dexter immer behauptet, er könne gar keine echten Popsongs schreiben, selbst wenn er wollte... Und voila: Here we go. Er ist komplett bescheuert, null Botschaft aber er groovt wie Hölle! Ein Ohrwurm, den man so schnell nicht mehr los wird, wenn man ihn einmal gehört hat. "Obwohl es so ein simples Lied ist, haben wir uns den Arsch abgearbeitet, alles so hinzubekommen. Was den Sound und auch die Lyrics betrifft. Es braucht eine Menge Arbeit, einen Song zu schreiben, der absolut keine Aussage und Null Tiefgang hat...".
Ein Fall für Bob
von Marcel Anders (28.04.2008)Die letzten Jahre, das gibt Dexter Holland offen zu, haben es The Offspring deutlich ruhiger angehen lassen - zum ersten Mal in ihrer Karriere, die 1984 im kalifornischen Garden Grove begann. "Ich glaube, das hatten wir bitter nötig. Einfach, um uns ...
WeiterlesenDie letzten Jahre, das gibt Dexter Holland offen zu, haben es The Offspring deutlich ruhiger angehen lassen - zum ersten Mal in ihrer Karriere, die 1984 im kalifornischen Garden Grove begann. "Ich glaube, das hatten wir bitter nötig. Einfach, um uns mal um unsere Familien zu kümmern und das, was wir uns erarbeitet haben, ein bisschen zu genießen", so der Mann, der eigentlich Bryan Keith Holland heißt, und die Pause u.a. zu einer Weltumrundung in seiner Cessna nutzte. Ein Selbsterfahrungstrip, den er sich nach 32 Millionen verkaufter CDs und fast Tausend Gigs leisten konnte. Und den er genauso nötig hatte, wie eine musikalische Frischzellenkur. Denn nach dem enttäuschenden "Splinter" von 2003 schienen Gitarrist Noodles, Bassist Greg K., Drummer Pete Parada (ex-Face To Face) und Dexter ihren Sound nahezu ausgereizt zu haben. Kurzum: Es war Zeit für etwas Neues. Also engagierten sie Metallica-Producer Bob Rock, pendelten zwischen LA und Hawaii und nahmen ein Dutzend Songs auf, die einerseits den dynamischen Pop-Punk ihres '94er Bestsellers "Smash" beschwören, sich andererseits aber auch um neue Ausdrucksformen bemühen - sei es in Form von Balladen, Midtempo-Stücken oder elektronischen Anleihen. "Wir wollten unsere Grenzen ausloten und das Ganze so aufregend wie möglich gestalten", so Dexter über das achte Album "Rise and fall, rage and grace". Was sich in den Texten fortsetzt: Da geht es um Kindesmissbrauch, Obrigkeitsdenken, Medienpropaganda und Promikult. "Wenn selbst ein Nachrichtensender wie CNN mehr Zeit darauf verschwendet, über Britneys fehlende Höschen zu berichten als über die Krise in Darfur, dann läuft etwas falsch. Ich hoffe nur, dass die Amerikaner so klug sind, bei der nächsten Wahl nicht McCain zum Präsidenten zu machen. Das wäre eine Katastrophe." Weshalb sich der 42-jährige die düstere Zukunftsaussicht durch clevere Geschäftsideen versüßt: Sein Indie-Label Nitro erlebt einen überfälligen Re-Launch, und mit Gringo Bandito, einer feurigen Hot Sauce, steigt er ins Lebensmittelgeschäft ein. "Ich bin ein großer Fan der mexikanischen Küche, aber irgendwie haben mir die Saucen nie gefallen - bis ich meine eigene entwickelt habe. Sie besteht ausschließlich aus frischen Zutaten und ist so scharf, dass es dich aus den Socken haut." Erhältlich in jedem gut sortierten US-Supermarkt. Genau wie "Rise and fall, rage and grace", das die Vier demnächst auch live präsentieren. "Spätestens im Herbst sind wir wieder in Deutschland", verspricht Dexter. "Dann drehen wir richtig auf." Eine charmante Drohung!