Once - Nightwish - 2-LP
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Mit Once haben Nightwish wohl das kommerziell erfolgreichste Album ihrer Bandgeschichte und auch das letzte Album zusammen mit Frontfrau Tarja Turunen geschaffen. Im Veröffentlichungsjahr 2004 schoß Once als erstes Nightwish-Album ... Weiterlesen
| Artikelnummer | 303362 |
| Erhältlich seit | 20.04.2012 |
| Format/Produkt | 2-LP, Coloured, Limited Edition |
| Kategorie | Vinyl |
| Genre | Symphonic Metal |

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Information
Mit Once haben Nightwish wohl das kommerziell erfolgreichste Album ihrer Bandgeschichte und auch das letzte Album zusammen mit Frontfrau Tarja Turunen geschaffen. Im Veröffentlichungsjahr 2004 schoß Once als erstes Nightwish-Album auf Platz 1 der deutschen Album-Charts - zu recht. Die Bandbreite reicht von chartkompatiblen Songs wie Nemo über gewohnten Tönen bis hin zum knall harten Dead Guardians. Besonderes Highlight auf Once ist der finnische Akkustik-Song Kuolema Tekee Taiteilijan, mit dem Nightwish ihren Wurzeln in Finnland gedenkt. Hier erhaltet ihr Once als limitierte 2-LP im Gatefold-Cover, 180g Vinyl mit Poster. Die beiden Vinyle kommen also Coloured Edition in Weiß.
Tracklist
Nightwish - Once
- 1.Dark Chest Of Wonders
- 2.Wish I had an angel
- 3.Nemo (Album Version)
- 4.Planet hell
- 1.Creek Mary's blood
- 2.The siren
- 3.Dead gardens
- 4.Romanticide
- 1.Ghost Love Score
- 2.Kuolema Tekee Taiteilijan
- 3.Higher Than Hope
- 1.White night fantasy
- 2.Live to tell the tale
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Interview
Grenzenloser Wahnsinn
von Adam Weishaupt (16.09.2011)Leidenschaft trifft Perfektion
von Lisa Hofer (04.07.2007)"Die Musik von ,Dark passion play' ist schon seit einiger Zeit fertig, ich habe Ende 2005 damit begonnen die neuen Lieder zu schreiben. In rund vier Monaten glückten mir an die fünfzehn Lieder, wir haben den Sommer über geprobt und die Musik schließlich aufgenommen. Es war wirklich alles fertig, nur einige Orchesterpassagen fehlten noch und natürlich der Gesang. Die Gesangmelodien hatte ich zwar alle im Kopf, aber eine Sängerin zu finden war gar nicht so einfach, denn es musste viel mehr passen als nur die Stimme", berichtet Tuomas. "Wir waren über zehn Monate lang im Studio, allein für das Mixing haben wir 75 Tage verwendet. Natürlich gab sehr vieles zu arrangieren, was diesen Aufwand rechtfertigte. Allerdings muss ich auch zugeben, dass es mir jedes Mal aufs Neue schwer fällt, eine Platte als beendet zu betrachten. Es ist niemals perfekt, man könnte immer noch etwas verbessern. Es handelt sich dabei um minimale Details, die dem Hörer am Ende vermutlich gar nicht auffallen würden, doch es ist mir ein Anliegen meine Musik so perfekt wie möglich umzusetzen. An einem gewissen Punkt muss man sich dann aber sagen, dass man alles gegeben hat und das Ergebnis sehr, sehr nahe an der Perfektion liegt. Ansonsten hört es niemals auf", erzählt der Songwriter und die Leidenschaft für sein Werk schlägt sich in jedem seiner Worte nieder. "Dark passion play" wurde um der Perfektion Willen zum teuersten Album, das jemals in Finnland produziert wurde und es hat sich mehr als gelohnt. Die Musik der Genies Holopainen war also längst aufgenommen, während die Suche nach der passenden Stimme auf Hochtouren lief: "Wir wollten bis zuletzt warten, wirklich jeden Stein umdrehen und uns nicht früher als nötig auf eine Sängerin festlegen. So war es erst Ende Januar dieses Jahres, als ich Anette anrief und ihr mitteilte, dass in den nächsten Jahren einiges an Arbeit auf sie zukommt". Doch der Weg dahin war lang und steinig. "Wir haben über 2.000 Demos zugesandt bekommen und uns alle angehört. Von den ganzen Bewerbern haben wir an etwa 50 eine CD mit Instrumentalversionen einiger unserer Songs geschickt und letztlich waren es weniger als zehn Frauen, die wir getroffen haben um uns auf einer persönlicheren Ebene kennen zu lernen", fasst Tuomas die langwierige Suche kurz zusammen. Anette Olzon, die 35-jährige Schwedin war unter den ersten Bewerbern und konnte bereits damals überzeugen. Tuomas erläutert die Suchkriterien: "Die neue Sängerin von Nightwish musste natürlich den selben Stimmumfang haben wie Tarja, damit sie auch ältere Stücke wiedergeben kann. Allerdings legten wir sehr viel Wert darauf, dass die neue Stimme eine gänzlich andere Klangfarbe haben sollte als jene von Tarja. Auf ihre Art und Weise hat Tarja die Nightwish Songs perfekt gesungen, einen Klon von ihr zu engagieren hätte niemals an sie herangereicht. Tarjas Stimme war wie ein kalter, verträumter Morgen in den Bergen, dramatisch und schwer. Wir waren der Ansicht, dass eine märchenhafte, erzählende aber tiefgehende Stimme, die sanft und druckvoll zugleich sein konnte, sich von Tarjas Werk abheben würde. Anette verfügte über genau diese Stimme, das war uns sofort klar. Allerdings gehört zu einem neuen Bandmitglied weit mehr. Man muss sich verstehen, der Charakter ist am allerwichtigsten, denn der beste Musiker ist wertlos, wenn man keine gemeinsame Ebene findet. Eine fabelhafte Stimme zu entdecken ist schon kritisch genug, doch diese in Kombination mit einem Menschen anzutreffen, zu dem man eine Freundschaft aufbauen kann, ist etwas Rares. Im Moment bin ich sehr glücklich darüber wie alles verlaufen ist. Es ist ein Prozess, wir müssen uns alle erst aufeinander einstellen. Bis jetzt kann ich aber sagen, dass wir mit Anette stets eine gute Zeit hatten, sie ist sehr offen und freundlich und hat den gleichen Humor wie wir. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir jede Menge Spaß haben werden, doch nur die Zeit kann eine eindeutige Antwort darauf geben. Schließlich gibt es noch so vieles, was wir zusammen erleben werden, wir sind noch nicht gemeinsam aufgetreten, waren noch nicht auf Tour. Aber wir waren zusammen in Los Angeles beim Videodreh zu ,Amaranth' und es ist bestens gelaufen." Die Freude über die reibungslose Zusammenarbeit ist dem Keyboarder deutlich anzumerken. Inwieweit die Live-Performance sich verändern wird kann er bislang nur abschätzen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Anette sich in aufwendige Gothic-Roben schmeißt, dazu ist sie nicht der Typ. Anette ist Rock'n'Roll und ich kann mir gut vorstellen, dass man das auch auf der Bühne merken wird. In ihr brennt ein Feuer, soviel steht fest. Es bleibt ganz ihr überlassen wie sie sich geben wird, solange sie sich wohl fühlt und sich nicht verstellt ist das völlig in Ordnung. Das Äußere darf nicht überschätzt werden, wenn sie nun beschließt sich die Haare blond zu färben oder sich eine Glatze schneiden lässt, habe ich kein Problem damit, solange sie sich treu bleibt. Ich muss aber zugeben, dass ich mir in diese Richtung gehend kaum Sorgen mache, denn bislang hat Anette stets ein ausgezeichnetes Händchen in Sachen Styling bewiesen. Wir können über alles reden und das ist ein gutes Gefühl." Tuomas betont immer wieder wie gut die Zusammenarbeit auch auf der zwischenmenschlichen Ebene funktioniert, ein Hinweis darauf, dass es in der letzten Zeit mit Tarja sehr unentspannt gewesen sein muss. Aber das Thema Tarja scheint endgültig abgeschlossen - und zwar im Guten: "Wir haben keinen Kontakt mehr zueinander. Aber natürlich werden wir ihr das neue Album zuschicken, sie war auch so nett uns ihre Weihnachts-CD zukommen zu lassen. Ich habe keine schlechten Gefühle wenn ich an sie denke, die Fronten sind geklärt und was war ist Geschichte." Für "Dark passion play" war das Jahr 2005 jedoch maßgeblich: "Meinem Gefühl nach zu urteilen ist es das finsterste Nightwish-Album aller Zeiten. Eine ganze Menge negative Energien haben mich beim Songwriting und vor allem beim Schreiben der Texte beeinflusst, doch das ist nur natürlich. In der Musik eines Künstlers spiegelt sich zwangsläufig dessen momentane Lebenssituation wider und das Jahr 2005 war in vielerlei Hinsicht eine harte Prüfung für mich, daher die düstere Grundstimmung des Albums. Durch meine Kompositionen habe ich mir einen eigenen Mikrokosmos geschaffen in den ich mich häufig geflüchtet habe, das merkt man den Stücken an. Gute Freunde von mir hörten der Platte diese dunkle Tendenz jedoch gar nicht an, es ist tatsächlich immer sehr viel Interpretation dabei und Anettes sanfte Stimme hellt das Gesamtbild durch ihre Leichtigkeit zudem wieder auf." "Dark passion play" ist keineswegs ein eindeutiger Titel: "Der Name der Platte ist grandios. Ich war überglücklich als er mir einfiel. Das passierte erst recht spät, ursprünglich sollte die Scheibe ,The poet and the pendulum', wie das erste Stück heißen. Jeder kann den Titel auslegen wie er will und soll ruhig ein wenig darüber nachdenken, ich werde meine persönliche Deutung für mich behalten. Tatsache ist aber, dass man ihn als ,Dark passion play' oder ,Dark passion play' lesen kann, was einen gewaltigen Unterschied macht." Wer sich nun um die Verständlichkeit von Tuomas Texten im Allgemeinen sorgt darf aufatmen, die Songtexte sind weit weniger verschlüsselt. "For the heart I once had" etwa ist ein typischer Nightwish-Song der sich mit der für immer verlorenen, verklärten Kindheit befasst: "Ich war mir bis zuletzt nicht sicher ob der Track auf die Platte kommt, er ist keiner meiner Favoriten". Der grandiose Opener hingegen liegt Tuomas am Herzen: "Es ist ein großartiges Lied und ich habe mir lange Zeit den Kopf über seine Position auf der Platte zerbrochen - schließlich ist es ganze dreizehn Minuten lang. Üblicherweise werden epische Stücke dieser Größenordnung an den Schluss des Albums gestellt, doch das wollte ich nicht, weil ich von solchen Klischees nichts halte. Das letzte Lied der Scheibe, ,Meadows of heaven', ist außerdem der perfekte Abschluss, wie eine friedliche Rückkehr in die Heimat. Es ist im Moment das Lied, das mich am meisten beeindruckt und rundet die gesamten 75 Minuten Spielzeit ab - es muss einfach am Ende stehen". Die Single "Amaranth" ist ein genialer Ohrwurm an dem man sich nicht satt hören kann: "Der Name ist an die wundervolle, fantastische Blume angelehnt, sie steht für Perfektion, für immerwährende Schönheit und Güte". Auch das von Bassist Marco Hietala gesungene "The islander" geht unter die Haut. Tuomas erinnert sich an die Entstehung: "Wir saßen vor einer Show in der Garderobe und Marco spielte mir auf der Akustikgitarre ein Lied vor, das in seiner zweiten Band Tarot keine Verwendung fand. Ich hörte die Melodie und dachte sofort an einen alten Mann, an einen Leuchtturmwärter und sein Leben auf der Insel. Diese Bilder passten sich perfekt in die keltisch klingende Instrumentierung der Nummer ein und haben keine tiefere Bedeutung. Dieser Text ist eine Geschichte und muss gar nicht erst hinterfragt werden." "Dark passion play" hält jede Menge unterschiedliche Facetten bereit, musikalisch, stimmlich wie inhaltlich ist es eine faszinierende Reise in die Welt der Fantasie. "Auf dieser Platte gibt es mehr von allem, was eine Herausforderung für den Hörer darstellt - aber es soll ihm schließlich nicht langweilig werden!", lacht Tuomas und fügt hinzu "erst nachdem man das Album mindesten zehn Mal gehört hat sollte man sich eine Meinung bilden".
Auf neuen Pfaden
von Jürgen Tschamler (20.04.2004)Die finnische Band um Fronfrau Tarja Turunen gehört mit Sicherheit zu
den großen Acts der letzten Jahre. Was immer die Band veröffentlicht hat, die
Begeisterung von Presse und Fans war ihr sicher. Kaum eine andere Band ging
selbstbewusster in der musikalischen Verbindung aus Klassik, Bombast und virtuosen
Metal-Elementen auf als Nightwish. Alben wie "Oceanborn", "Wishmaster"
oder eben "Century child" bewegen sich auf einem Level das andere Bands
kaum in der Lage sind zu erreichen. Visuell gibt es ebenfalls nur hochkarätiges
für die Fans. "From wishes to eternity" oder "End of innocence",
beides DVDs, sind Selbstläufer. Auch auf dem Live-Sektor lassen sich die finnischen
Superstars nicht lumpen und gehen souverän ihren Weg. Trotz des facettenreichen,
komplexen Songwritings wissen sie rund um den Globus zu überzeugen. So stellt
sich anno 2004 jeder Fan die Frage, wie denn wohl das neu angekündigte Nightwish
Album klingen mag.
EMP hatte die Chance sich vorab das neue Album in der finnischen Hauptstadt
Helsinki anzuhören. Während draußen Schnee- und Regenschauer bei etwa
3-4 Grad runterprasselten, saß man in Tuomas Holopainen (Keyboards) Stammkneipe
"Loose" und wartete gespannt, was da in einigen Minuten aus den Boxen knallen
würde. Nightwishs Label hatte zur ersten Hörprobe von "Once" geladen.
Die Band war bis auf Tarja, die anderen Verpflichtungen nachging, komplett
anwesend. Das Gros des Materials, "Once" umfasst elf Songs, war fertig
gemixt, während der Rest im Rough Mix zu hören war. "Once" verlangt vom
Hörer eine höhere Aufmerksamkeit als die Vorgänger, das steht zumindest nach
der ersten Hörprobe fest. Aber das war gewollt, wie uns Hauptsongwriter Tuomas
Holopainen im nachfolgenden Interview wissen lies ... War es erklärtes Ziel
von Nightwish sich mit diesem Album musikalisch zu verändern, da aufgrund
des großen Erfolgs mehr und mehr Nachahmer in den Markt drängen, oder hat man
seiner musikalischen Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt?
"Zuerst muss ich erwähnen, dass ich bisher immer versucht habe mit jedem Album
Veränderungen, Neues, in die Band einzubringen ohne jedoch gewisse Trademarks
außen vor zu lassen, denn mir als Hauptsongwriter ist es unheimlich wichtig
nicht zu stagnieren. Als wir mit dem Songwriting des neuen Albums begannen,
hatte ich die Idee eines großen Orchesters das den Sound maßgeblich dominieren
sollte. Zudem wollte ich unbedingt einen Song in finnisch auf dem Album haben,
da ich diese Idee schon lange mit mir herumtrage. Ebenso wie das Stück wo der
Indianer zu hören ist. Diese Elemente sollen eigentlich das Album prägen. Ich
denke wir haben die Ideen gut verwirklicht. Die Songs sollen wie "Short Movies"
wirken, also mehr wie eine Art Filmmusik und weniger wie Rock Musik. Ich nenne
es Filmmusik unter dem Mantel von Heavy Metal. Das sind die Gründe, warum die
Songs anders klingen als von vielen erwartet. Dass es viele Nachahmer unser
Musik gibt, daran habe ich während des Songwritings nicht im geringsten gedacht.
Das ist für mich auch kein Problem, wenn ich ehrlich bin. Die machen ihr Ding,
wir unseres. Auf der anderen Seite können wir ja stolz auf uns sein, dass wir
so viele Bands beeinflusst haben, auch wenn sie sich nicht sonderlich kreativ
zeigen. Und wie du schon sagtest, mit diesem Album haben wir einen großen Schritt
in eine andere Richtung getan."
Man muss sich mit diesem Album wesentlich intensiver und länger auseinandersetzen
als zu erwarten war!
"Stimmt genau. Es ist das bisher ungewöhnlichste, ja schwierigste Album das
wir aufgenommen haben."
Besteht dabei nicht die Gefahr, dass man die Fans überfordert?
"Ich persönlich mag eher Alben die Überraschungen in sich bergen, als Alben
die zwar gut zu hören sind, aber nach einigen Durchgängen viel zu vertraut klingen.
Das Album ist eine Herausforderung für die Fans und ich bin mir sicher, dass
sie nach einigen Durchgängen die Vision des Songs begreifen."
Ein echt abgefahrener Song ist "Wish I had an angel", der total nach
Achtziger Jahre Pop Rock klingt und am Ende sogar mit Drumcomputer und Rammstein-ähnlichem
Riff mächtig überrascht! Interessant, aber doch sehr ungewöhnlich für Nightwish,
oder?
"Mag sein, aber genau diesen Überraschungseffekt wollten wir mit diesem ,neuen'
Sound erzeugen. Ich habe bisher so etwas noch nicht probiert und der Song gab
uns die Chance etwas tanzbares aufzunehmen. Wir wollten was Neues machen und
dabei kam dieser Song heraus. Ich denke das wird auch die zweite Single des
Albums werden! Die Leute werden wohl geschockt sein, aber darüber mache ich
mir keine Gedanken, ich will einfach mein Ding machen."
Du bist der Hauptsongwriter bei Nightwish. Kannst du mit jeder Idee kommen,
die dann anstandslos vom Rest der Band akzeptiert wird, oder kommen auch Einwände?
"Wir sind eine sehr demokratische Band, ich bin eher ein happy Dictator! Man
akzeptiert im Großen und Ganzen die Ideen die ich vorbringe und gerade bei diesem
Song gab es keinerlei Diskussionen, jeder mochte ihn sofort."
Bei "Creek Mary's blood" fiel mir auf, dass du im zweiten Teil des
Songs diesen gigantischen Melodiebogen von John Miles' "Music"
mit eingebaut hast. Sehr gelungen, klingt eigentlich wie der ursprüngliche Höhepunkt
des Songs!
"Ah ja, aber ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich diesen Song leider
nicht kenne. Ich kann dir dazu keinerlei Angaben machen, aber das ist doch ein
interessanter Zufall. Ich werde mir den Song mal besorgen."
In diesem Song kommt auch der von dir erwähnte Indianer vor. Wer ist das
und woher kennt ihr diesen Native American?
"Ich bin schon seit Kindesjahren von der indianischen Geschichte fasziniert
und fühle mich von deren Einstellung zur Natur und ihren Ansichten über das
Leben angezogen. Es war einfach eine Frage der Zeit bis ich ein Song über und
mit einem Indianer machen würde. Der Punkt ist aber der, dass ich mit einem
echten Native American Musiker arbeiten wollte und diesen haben wir in John
Two-Hawks vom Stamme der Lakota gefunden. Er ist in den USA ein sehr bekannter
Musiker der schon sechs Alben veröffentlicht hat, sowie der Autor eines Buches
mit dem Titel 'Good medicine'. Bei 'Creek Mary's blood' singt
und spielt er Flöte. Das Gedicht das er in der Sprache der Lakota vorträgt stammt
übrigens von mir! Wir haben ihm vor Beginn der Zusammenarbeit unsere Demos rübergeschickt
und haben ihn dann eingeflogen, wonach er in kürzester Zeit seinen Part erledigt
hat. Er ging förmlich auf in dem Stück, das ja komplett fertig geschrieben war,
schon mit dem Hintergedanken, dass ein Indianer den fehlenden Part übernehmen
würde."
Habt ihr das gesamte Album in Finnland aufgenommen?
"Bis auf die Orchesterparts haben wir alles in Finnland aufgenommen. Die Orchesterparts
haben wir in zwei Sessions in London aufgenommen, Mit einem richtig guten Orchester,
denn mit den Leuten, mit denen wir bei 'Century child' zusammengearbeitet
haben, waren wir im nachhinein nicht zufrieden. Für dieses Album wollte ich
das bestmögliche Orchester haben das man bekommt. Es hat zwar eine Hölle Geld
gekostet, aber die Arbeit war jeden Cent wert. Die Arrangements haben mich zwei
Monate gekostet und aufgenommen war alles in zwei Tagen! Diese Musiker waren
unglaublich, die mussten noch nicht einmal üben. Du hast ihnen die Noten gegeben
und sie haben ohne Fehler perfekt gespielt. Das war ein großartiges Erlebnis
für mich."
Einer der Songs auf "Once", "Kuolema tekee taiteilijan", wurde
in finnisch eingesungen. Hatte das einen besonderen Grund?
"Ein Experiment das wir zuvor noch nicht gemacht haben und das mir schon lange
im Kopf herumschwirrte. Der Song ist eher im traditionellen Stil von Nightwish
gehalten und vermittelt in diesem Zusammenhang ganz gut, woher wir kommen."
Für viele ist schlicht und ergreifend Tarja Nightwish. Der Rest der
Band wird eher als Statisten angesehen. Bist du oder der Rest der Band deswegen
gekränkt, gerade auch weil du der Hauptsongwriter bist?
"Nein, nicht im geringsten. Aber die wahren, echten Nightwish Fans wissen,
dass dies nicht so ist und dass jedes Bandmitglied wichtig für das Gesamtergebnis
ist. Mich persönlich kränkt das nicht im geringsten."
Wie groß ist eigentlich Tarja's Einfluss im Songwrting, oder speziell
bei den Texten?
"Sie hat eigentlich gar keinen Einfluss! Die Songs und Texte werden zum allergrößten
Teil von mir geschrieben."
Und sie akzeptiert dies bedingungslos? Sie steht immerhin im Mittelpunkt
des Geschehens?!
"Ja, (grinsend) das ist wahrlich unglaublich, aber so ist es. Ab und an hat
sie eine Idee die sie mit mir dann austauscht, aber das ist eher selten. Sie
hatte auch keinerlei Probleme nicht mehr ganz so extrem hoch zu singen bei den
neuen Stücken. Sie hat das sehr gut gehandelt."
"Once" wird laut eurem Label, in vielen verschiedenen Versionen auf
den Markt kommen. Wessen Idee war das denn? Für die Fans stehen harte Zeiten
an, wenn sie alle Versionen ihr Eigen nennen möchten!
"Ich bin mir selbst nicht sicher wie viele verschiedene Versionen veröffentlicht
werden, ehrlich. Das ist alleinige Sache des Labels. Die 'Nemo' Single
wird es in drei oder vier verschiedenen Ausführungen geben, aber auch darauf
haben wir keinen großen Einfluss. Wir werden zwar gefragt, aber letztendlich
ist das Label für diese Komponente des Deals verantwortlich."
Die angesprochene Single "Nemo" handelt aber nicht von dem putzigen
kleinen Fisch des gleichnamigen Films ... ?
"Nein, nein, (lacht) nicht im geringsten. Du wirst es nicht glauben, aber das
ist ein sehr persönlicher Song über mich selbst. Vielleicht kennst du diese
Situationen nicht zu wissen wo du bist, wohin du willst, was gerade vorgeht.
Darüber handelt der Song."
Zu "Nemo" wird es ein Videoclip geben. Kannst du schon näheres dazu
sagen?
"Klar, Antti Jokinen hat Regie zu diesem Clip geführt. Das war absolut
Hollywood Style! Er hat schon mit Größen wie Shania Twain, Celine
Dion oder Eminem gearbeitet. Es gibt eine kleine Story im Clip, man
sieht die Band u.a. im Schneesturm spielen etc. ... Die Aufnahmen waren ein
echtes Erlebnis. Absolute Professionalität in jeder Sekunde. Solche Eindrücke
prägen."
Nach der Veröffentlichung des neuen Albums wird die Band zum ersten Mal
in ihrer Karriere in den USA touren. Tuomas, das ist der größte und wichtigste
Musikmarkt der Welt. Machst du dir Gedanken, was da alles in die Hose gehen
kann, oder stehst du der ganzen Sache grundsätzlich optimistisch gegenüber?
"Es wird unsere erste Tour in den USA sein und wir werden gleich headlinen.
Wir hatten letztes Jahr dort zwei Shows gespielt die zwar ausverkauft waren,
aber es bleibt dennoch der schwierigste Markt den man sich vorstellen kann.
Es funktioniert nach anderen Regeln und ist nicht mit Europa zu vergleichen.
Ich denke dennoch, dass wir dort interessant genug für den Markt sind. Wenn
man sieht, wie Evanescence dort begeistert aufgenommen werden, dann stehe
ich der Tour sehr optimistisch gegenüber. Meine Erwartungen? Volle Häuser und
super Shows. Während der 14 Shows wird uns übrigens Lullacry begleiten."
Vor einigen Monaten wurden Nightwish Boxsets veröffentlicht, die angeblich
... (Tuomas fällt mir sofort überraschend aufgebracht ins Wort)
"Ah, diese verfluchten Boxsets kamen aus Frankreich und wir konnten nichts
dagegen tun, zumal die Firma dort die Rechte dazu hatte. Wir sind aber mit einem
Anwalt dagegen angegangen. Das ist eine ziemlich vertrackte Situation und ich
hasse diesen Businesskram. So etwas bringt mich dennoch auf die Palme. Spinfarm
musste auf diese Boxsets reagieren und hat dementsprechend ebenfalls solche
Boxsets in der Mache. Als Musiker will ich mich eigentlich nicht um solche Dinge
kümmern müssen, meine ganze Aufmerksamkeit gilt der Musik, aber leider komme
ich nicht drum herum, mich auch mit solchen Problemen auseinander zusetzen.
Am liebsten würde ich von diesem ganzen Businesskram nichts mitkriegen, das
wäre die ideale Situation. Ich bin in solchen Sachen eine ziemlich naive Person
und somit gebe ich all diese Probleme an unseren Manager weiter. Ewo
wird es schon richten.
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