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"Teras", das neue Naglfar Album erscheint als 2-LP im schicken Gatefold Klappcover. Die 4. Seite der "Teras" 2-LP ist mit einem sehr edlen etching versehen!
EMP Redaktion
von Markus Eck(12.03.2012)Der Abgrund so einiger verdrängter Phobien wird sich beim Konsum dieses neuen brachialen Reißers auftun. Denn "Teras", das neue Naglfar-Album-Spektakel, stellt in seiner brutalen und gleichfalls kompromisslosen Vorgehensweise so manchen Genre-Konkurrenten direkt an die Wand. Dort exekutiert ihn dann der treffsichere Output des schwedischen Donnertrupps um Frontmann und Sänger Kristoffer Olivius mit kaltblütig-dreckigem Lächeln. Die dazugehörige Ritualmusik: Melodic Black Metal der Kategorie 1A. Mittlerweile zum Trio Infernale geschrumpft, orientieren sich die verbissen vorgehenden Urheber hierauf jetzt viel mehr an ihren richtig harten Zeiten. Exquisit! Und in Sachen Präzision darf man Weltklasse erleben. "Teras" ist das Licht am Ende des Tunnels und gleichzeitig der mächtige Schwarzmetall-Schnellzug, der einem dort hochrasant entgegenkommt. Auf den künstlerischen Schienen brillieren Naglfar mit monumentalem Hass und mit viel Bewusstsein für hervorragende Kälte-Melodien in einem. Druckvoll und höllisch pumpend knallen sie dem gesamten Genre fatal gute Songmonster hin, denen allesamt der erquickliche Duft von elitärem Oberliga-Stoff entweicht. Da heißt es: Ohrenschützer anlegen!
Interview
Primär auf Qualität fixiert
von Markus Eck (05.03.2012)Mit dem neuen und sechsten Studioalbum "Téras" knüpfen die nordschwedischen Sturmseelen Naglfar spieltechnisch an einstige Härtegrade an. Der zum Trio geschrumpfte Trupp liefert ein tosendes Melodic Black Metal-Referenzwerk der mächtigen Sonderklasse...
WeiterlesenMit dem neuen und sechsten Studioalbum "Téras" knüpfen die nordschwedischen Sturmseelen Naglfar spieltechnisch an einstige Härtegrade an. Der zum Trio geschrumpfte Trupp liefert ein tosendes Melodic Black Metal-Referenzwerk der mächtigen Sonderklasse ab. Auch Vokalist Kristoffer W. Olivius zeigt sich dabei in absoluter Hochform. Höchste Zeit wurde es, denn "Harvest", der vielfach gelobte Albumvorgänger der beliebten Band aus Umeå, erschien ja bekanntlich bereits 2007. Wie uns Gitarrist, Tieftoner und Keyboarder Marcus Norman zu berichten weiß, war es den Beteiligten aber vorher gar nicht möglich, die Fans mit einem neuen bissigen Langdreher zu beglücken. "Unser erklärtes Ziel war es, das bestmögliche und auch kraftvollste neue Naglfar-Album hinzubekommen, das uns überhaupt nur möglich ist. Um das zu erreichen, mussten wir uns den Umständen entsprechend aber die dafür erforderliche Zeit nehmen. Hohe Qualität dauert eben eine Weile. Zudem haben wir uns zu einem bestimmten Zeitpunkt dafür entschieden, als Trio weiterzumachen. Dieser wirklich sehr einschneidende Schritt bei Naglfar, brachte für jeden einzelnen von uns dreien nachfolgend noch viel mehr Arbeit, Verantwortung etc. mit sich. Und die gut bekannte Tatsache, dass wir in der Band hochgradige Perfektionisten sind, machte die Angelegenheit auch nicht wirklich einfacher für uns. Wir werden uns auch weiterhin alle nötige Zeit nehmen, um unseren eigenen hohen Ansprüchen zu genügen - möge es auch noch so lange dauern." Wie dieser bereits langjährig erfahrene und überaus leidenschaftliche Musiker dem EMP Magazin weiter zu erzählen vermag, spielte die wahrlich fulminant erdonnnernden Schlagzeugspuren sogar ein auserwählter Session-Musiker ein. "Wir entschieden uns in diesem Kontext für den fähigen belgischen Schlagzeuger Dirk Verbeuren und wir sind riesig froh, dass er uns hierfür so gut ausgeholfen hatte. Denn wir wollten Dirk unbedingt für den Job haben. Wir kennen und schätzen sein ganz besonderes Schlagzeugspiel allesamt sehr." Bislang sorgte Verbeuren bei Soilwork und Scarve für die Takte. Marcus schwärmt: "Auch auf menschlicher Seite kann Dirk durch seine tolle Persönlichkeit voll überzeugen. Seine Art zu zocken passt perfekt zu unseren Songs. Glücklicherweise hatte er die Möglichkeit, seine Parts in seinem eigenen Die Crawling Studio in Belgien einzuspielen, was optimale und vertraute Arbeitsweise für ihn mit sich brachte."
Vorwärts in die Vergangenheit
von Markus Eck (08.01.2007)Bot der 2005er Albumvorgänger "Pariah" noch diverse Querverweise in massentauglichere Bereiche, so kehren Naglfar mit ihrem neuen Höllenauswurf "Harvest" nun wieder mehr zurück zu ihren diabolischen Wurzeln. Eine interessante Schrittweise, welche man...
WeiterlesenBot der 2005er Albumvorgänger "Pariah" noch diverse Querverweise in massentauglichere Bereiche, so kehren Naglfar mit ihrem neuen Höllenauswurf "Harvest" nun wieder mehr zurück zu ihren diabolischen Wurzeln. Eine interessante Schrittweise, welche man jedoch nur bei genauerem Hinhören wahrnimmt - denn die Nordschweden feuern auch aktuell sowieso wieder aus allen glühend-kreativen Rohren. Pechschwarz gesinnter Melodic Death Metal, wie aus dem erzsatanischen Bilderbuch also, vollführt in lichtloser Schönheit mit allerhöchster Bravour. Wir erbaten eine Audienz bei des Teufels exekutiver Kehle auf Erden persönlich, bei Kristoffer "Wrath" Olivius.
"Unser oberstes Ziel für ,Harvest' war es, sich auf gar keinen Fall zu wiederholen, koste es, was es wolle. Denn die mit ,Pariah' eingeschlagene stilistische Kerbe in kommerziellere Gefilde konnten beziehungsweise wollten wir nicht noch tiefer treiben. Somit lag es verständlicher Weise ja nur zu nahe, sich wieder mehr an älteren Zeiten von Naglfar zu orientieren." Demnach gestaltete sich das Songwriting für die Platte entsprechend, wie in Erfahrung zu bringen war: "Die neuen Songs spiegeln dies bestens wieder. Sie sind in hohem Grade differenziert, kompliziert zu spielen und dabei eigenständig - dennoch flutschen sie bei entsprechender Neigung mühelos in die richtigen Ohren. So soll es sein. Das ist exakt die extreme und gute Musik, die wir für ,Harvest' machen wollten", gibt Olivius mir vor. Der glatzköpfige Biestvokalist mit dem grimmigen Mörderblick legt nach: "Wir sind ja ohnehin keine Band, die überlegt, in welche musikalische Richtung es wohl gehen soll, um den jeweiligen größtmöglichen Erfolg damit zu haben. Trends kommen und gehen, gerade im Metal-Sektor. Von daher ist man verdammt schlecht damit beraten, sich als Künstler davon auch nur ansatzweise leiten zu lassen. Uns liegt das fern. Wir haben zudem auch noch das große Glück, dass wir unsere ganz eigene Art von Musik von ganzem Herzen vergöttern. So fiel es uns auch für ,Harvest' trotz aller Komplexität der neuen Songstrukturen und Gitarrenriffs nicht allzu schwer, die Stücke auszuarbeiten. Klar, trainieren müssen auch wir ständig, um uns weiterzuentwickeln - doch dies geschieht bei uns immer in absolut songdienlichem Maße. Schließlich sind wir unseren zahlreichen Fans, die wir selbst so sehr verwöhnt haben über all die Jahre, dadurch einiges schuldig."