Information
Diese Deluxe-Edition aus hochwertigem Holz enthält die CD in einem ledergebundem Buch (Hardcover), eine 2-LP mit einer digitalen Download-Karte, ein exklusives T-Shirt (100% Baumwolle, Größen M, L, XL), ein Poster (A1), zwei Kerzen und die dazugehörigen Kerzenhalter und eine Räucherkerze.
EMP Redaktion
von Carsten Henkelmann(03.06.2011)Ganze acht Jahre musste man auf ein neues Album von Morbid Angel warten. Die Erwartungshaltungen sind natürlich sehr hoch, auch weil Sänger/Basser David Vincent wieder dabei ist. Aber anstatt auf Nummer Sicher zu gehen und den Zuhörern typische Morbid Angel-Krachsalven vor den Latz zu knallen, traut sich die Band sogar alte Fans zu verlieren. Deutlich vom Industrial/Electro beeinflusste Songs wie "Too extreme!" sind beim ersten Durchlauf noch gewöhnungsbedürftig und auch (der zugegeben schwächste Song der Scheibe) "Radikult" wird Altfans schocken, meint man hier doch eher Marylin Manson rauszuhören. Dafür hat man dann mit dem überraschend melodiösen und eingängigen "I am morbid" eine zukünftige Live-Hymne am Start und Songs wie "Existo vulgoré", "Blades of Baal" oder der von Live-Auftritten schon bekannte "Nevermore" sind genau der Stoff, nach dem der Death Metal-Fan gelüstet und die zeigen, warum Morbid Angel immer noch zu den Größten des Genres gehören. "Illud divinum insanus" wird kontrovers diskutiert und angenommen werden - eben kein typisches Morbid Angel-Album.
Interview
Göttlich und Besessen
von Markus Wosgien (23.03.2011)Acht lange Jahre sind seit der letzten Morbid Angel-Platte "Heretic" ins Land gezogen. Kaum ein Album wird von seinen treuen Anhängern sehnlicher erwartet, als dieses neue Opus mit dem zur Band zurückgekehrten Frontmann David Vincent, mit dem Morbid ...
WeiterlesenAcht lange Jahre sind seit der letzten Morbid Angel-Platte "Heretic" ins Land gezogen. Kaum ein Album wird von seinen treuen Anhängern sehnlicher erwartet, als dieses neue Opus mit dem zur Band zurückgekehrten Frontmann David Vincent, mit dem Morbid Angel Meilensteine wie "Altars of madness" und "Blessed are the sick" in die Welt schickten. Nun rückt die Veröffentlichung von "Illud divinum insanus" endlich in greifbare Nähe. "Ich bin älter und hoffentlich auch etwas weiser geworden", beginnt es schmunzelnd aus dem charismatischen Frontmann zu sprudeln. "Mir macht es Spaß, unsere Musik zu spielen. Es hat lange Zeit gedauert, aber dafür haben wir ein neues, großartiges Album im Gepäck. Zwar gab es in der Zwischenzeit einige Herausforderungen zu meistern, doch alles, was nun zählt, ist diese neue CD." Seit 2004 ist der Frontmann nach siebenjähriger Abstinenz erneut an Bord, spielt hervorragende Shows und fühlt sich nach eigenen Angaben wieder rundum wohl bei Morbid Angel. "Unsere erste Tournee hat sehr viel Spaß gemacht, daher konnte ich wirklich aus Überzeugung dabei sein. Zu den Alben, die ohne mich veröffentlicht wurden, habe ich keine spezielle Bindung oder Meinung. Die Jungs mussten ihren Weg gehen, das war in Ordnung." Live wurde im Vorfeld bereits der neue Track "Nevermore" gespielt, den es vorab als Singleauskopplung geben wird. "Dies war der erste neue Song, den wir geschrieben haben. Er entstand vergleichbar schnell und ich würde fast sagen, dass er ein gewisses old school Feeling besitzt und daher eine gute Single darstellt." Seit dem 6. Juni steht "Illud divinum insanus" in den Läden und die Spekulationen über die musikalische Entwicklung wurden endlich beantwortet. "Ich denke, dass wir eine innovative Scheibe produziert haben. Die Scheibe ist ein weiterer Schritt in unserer Evolution, ähnlich groß, wie zwischen unseren ersten beiden LPs. Wir wiederholen uns nie, auch wenn wir natürlich charakteristische Merkmale haben, die wir weiterführen und auf ein neues Level manövrieren." Dennoch hoffen viele Fans, gerade durch die Rückkehr von David Vincent, auf eine gewisse Rückbesinnung zu den Bandwurzeln früherer Tage. "Ich schaue niemals in die Vergangenheit! Es geht immer nur nach vorne", manifestiert David mit fester Stimme. "Alles kommt von innen heraus - alles ist organisch und natürlich. Diese CD ist ein Rückblick auf alles, was in den letzten sieben Jahren geschehen ist. Es sind Titel dabei, die man als traditionell bezeichnen kann, aber auch sehr lange, siebenminütige Stücke mit ganz unterschiedlichen Merkmalen und einer ungewöhnlichen Atmosphäre. Ich finde, dass das Ergebnis sehr spannend und interessant ist. Jeder wird sofort hören, dass es sich um eine Morbid Angel-CD handelt." Eine gewisse Form der mystischen Dunkelheit verkörpert jedes Release, der in Florida beheimateten Formation, so auch "Illud divinum insanus". "Das ist ein essentieller Teil von uns allen. Ich liebe Horrorfilme und okkulte Schriften, aber dennoch gebe ich niemandem vor, wie er meine Texte zu interpretieren hat. Es ist eine Ansammlung von Anekdoten und Emotionen. Dinge, die mir im Schlaf begegnen und die ich notiere. Es kommt - wie alles - aus dem tiefsten Inneren."
He who sleeps?
von Eugen Legat (30.08.2000)Morbid Angel
He who sleeps?
vom 30.08.00
von Eugen Legat
Gesegnet seien die Kranken. Während sich der bereits nach einem Album kaum noch aus dem komplexen Bandgeschehen wegzudenkende Bassist und Sänger Steve Tucker in der Lounge des Bochumer Ho...
WeiterlesenMorbid AngelHe who sleeps?vom 30.08.00
von Eugen Legat
Gesegnet seien die Kranken. Während sich der bereits nach einem Album kaum noch aus dem komplexen Bandgeschehen wegzudenkende Bassist und Sänger Steve Tucker in der Lounge des Bochumer Hollyday Inn Domizils selbst von Michael Jackson als Hintergrundbeschallung nicht aus dem Konzept bringen ließ, zeigte sich die Konzentrationsfähigkeit des unbestrittenermaßen genialen Autodidakten Trey Azagtoth bei der Koordination von brutalem Überlebenskampf in einem den Verfasser dieser Zeilen nicht im geringsten interessierenden Internet Ballerspiel und eines angeregten Gesprächs über das nunmehr sechste Morbid Angel Studioalbum "Gateways to annihilation" doch arg
überbeansprucht, so dass die zweitgenannte Mission eher nebenher mehr schlecht, als recht erfüllt wurde. Dabei war die angesichts der Aufgabe seines auf "Formulas fatal to the flesh" postulierten
Alleinherrscheranspruchs über Kompositionen, Texte und Produktion gestellte Frage nach einer Neudefinition von Treys Position in der Band gar nicht als Affront kalkuliert.
"Meine Position? Ich weiß es nicht ... so würde ich es nicht sehen. Mit dem letzten Album wollte ich meine umfassende Verbundenheit zu Morbid Angel nach David Vincents Ausstieg demonstrieren."
Nun hat der Gitarrist in einigen Interviews aber auch verlauten lassen, eine CD gut und gerne mit seinen eigenen Ideen füllen zu können, ohne der Kreativität weiterer Songwriter auf einem Morbid Angel Output Platz einräumen zu müssen.
"Da steckt keinerlei Kalkül hinter, es ist einfach der Weg der Dinge und nichts dergleichen, was du anscheinend hinein interpretieren möchtest. Außerdem haben z.B. Jim Morris und ich zu gleichen Teilen Hand an die Produktion gelegt. Wir gehören nicht zu den Bands, die gerne im Studio Songs schreiben, und so ist das Material bereits bis ins Detail vorstrukturiert. Einzig bezüglich der Effekte ergaben sich noch einige kleinere Veränderungen; ich bin mir bereits vor einer Produktion bewußt, wie das Ergebnis zu klingen hat."
Getreu des Buchstabencodes, der bislang alle Werke der Floridarianer miteinander vernetzte, wurde der aktuelle Donnerschlag in den einschlägigen Medien mit "G." angekündigt. Ein Spiel mit der verkorksten Sexualität von westeuropäischen Pressevertretern, oder schlicht ein Kommunikations-Fauxpas
des Labels?
"Diese ganzen Marketing Geschichten haben nichts mit der Band zu tun; wir haben vorab niemanden mitgeteilt, wie der Titel lauten wird, und so hat sich wohl irgendein Schlaumeier seine eigenen Gedanken dazu gemacht."
Wobei an letztgenannter Strategie eigentlich nichts auszusetzen ist;
zumindest nicht, wenn das Resultat so überzeugend ausfällt, wie "Gateways to annihilation".