Information
Das niederländische Thrash Metal-Geschwader walzt abermals alles und jeden nieder und brilliert auf zehn erstklassigen Nackenbrechern, dessen messerscharfe Riffs schlichtweg göttlich sind. Die limitierte Deluxe Edition beinhaltet das Album inkl. Bonustrack, einen Studio-Report, einen Metalfest-Report aus dem Jahr 2010 und das Making Of des Photoshootings.
EMP Redaktion
von Markus Wosgien(05.01.2011)Wie ein Tornado fegten Legion Of The Damned in den vergangenen Jahren über die Thrash Metal-Gemeinde hinweg und hinterließen überall Schutt und Asche. "Descent into chaos" bürgt wie sämtliche Vorgänger der Niederländer für höchste Qualität und ein brachiales Gemetzel der Extraklasse. Erstmals mit Peter Tägtgren hinterm Produzentenpult wirkt die ohnehin massive Soundwand noch vehementer und brachialer. Das apokalyptische Intro "Descent into chaos" leitet das Unheil ein, das wie eine Donnerwalze mit "Night of the sabbath" und "War is in my blood" beschwörend abgeht. Abermals gelingt es der Legion eigenständige Killersongs mit Widererkennungswert zu produzieren. So kommt man nicht umhin, selbst lauthals bei Granaten wie "Holy blood, holy war" oder "Killzone" mitzugrölen und dem mächtigen Thrash-Gott für dieses vernichtende Geschwader zu danken. Als Bonus gibt es auf der limitierten Version zudem noch eine Coverversion ihres Evergreens "Legion Of The Damned", bei dem der Produzent selbst ins Geschehen eingreift und mitsingt. Klasse!
Interview
Holländischer Bombenhagel
von Markus Wosgien (22.12.2010)Sie sind die Thrash Metal-Entdeckung der vergangenen Jahre und mittlerweile eine feste Bastion in ihrem Genre. Legion Of The Damned haben es geschafft die Roots der Pioniere mit einer eigenen Note und dem heutigen Zeitgeist zu versehen. "Descent into...
WeiterlesenSie sind die Thrash Metal-Entdeckung der vergangenen Jahre und mittlerweile eine feste Bastion in ihrem Genre. Legion Of The Damned haben es geschafft die Roots der Pioniere mit einer eigenen Note und dem heutigen Zeitgeist zu versehen. "Descent into chaos" ist ihr neuster, fünfter Streich - abermals eine gnadenlose Vollbedienung, mit einigen Neuerungen. Denn bis dato wurden alle Longplayer unter der Obhut von Andy Classen (Tankard, Die Apokalyptischen Reiter u. a.) produziert. Für "Descent into chaos" wollte man jedoch bewusst frischen Wind und entschied sich mit Peter Tägtgren (Dimmu Borgir, Children Of Bodom u. a.) zu arbeiten. "Uns war es sehr wichtig, eine neue Herausforderung zu suchen und aus den alten Gewohnheiten auszubrechen", berichtet Frontmann und Sprachrohr Maurice Swinkels. "Natürlich kannten wir die Arbeiten, die Peter mit anderen Acts vollbracht hat, daher fanden wir die Kombination sehr spannend und wurden im Endeffekt mehr als nur positiv überrascht. Er war unser absoluter Wunschkandidat und er hat 110% aus uns herausgekitzelt und einen Sound kreiert, der wirklich atemberaubend ist. Wir haben uns tierisch wohl gefühlt und da Peter komplett in der freien Natur wohnt, umgeben von Bäumen und einem See, konnten wir uns vollends auf die Musik konzentrieren und das Abyss Studio mit einer Granate im Gepäck verlassen." Generell sind die Grenzen im Thrash Metal eng gesteckt und bieten nur wenig Spielraum - dennoch haben es die Holländer geschafft, in allen Punkten zuzulegen, getreu dem Motto: härter, schneller, lauter. "Wir sind definitiv über unsere Grenzen hinausgegangen. An unserem Stil wollen wir grundsätzlich nichts ändern, aber wir haben viele Dinge verfeinert, z.B. diverse Gesangseffekte oder Akustikparts, wie es sie in der Form noch nie bei uns gab. Im Vordergrund steht jedoch immer: gute, knallharte Riffs zu kreieren, die jedem Thrasher das Hirn zerfetzen. Alle unsere Songs kommen aus dem Herzen und entstehen aus purer Überzeugung und Hingabe zur Musik, die wir lieben." In den vergangenen Jahren haben Legion Of The Damned mit so ziemlich allen Thrash Metal-Größen die Bühne geteilt, sei es auf Tourneen oder Festivals. Somit war Maurice seinen Idolen ganz nahe. "Vor allem durch die Tournee mit Kreator und Celtic Frost ging ein Traum in Erfüllung", schwärmt das blonde Gründungsmitglied. "Es gab zahlreiche Acts und Musiker die mich persönlich sehr beeindruckt haben, wie z.B. John Tardy von Obituary. Nach jedem Auftritt legt er sich direkt in die Koje um seine Stimme zu schonen, etwas das ich auch tun sollte, aber noch nie geschafft habe." Als Schmankerl haben sich die Legionäre schließlich selbst gecovert und präsentieren als Bonustrack (der limitierten Erstauflage inkl. einer Bonus-DVD) eine neue Version eines ihres wohl stärksten Tracks "Legion Of The Damned". "Wir wollten eine Coverversion machen und konnten uns lange Zeit nicht einigen, ob wir nun etwas von Slayer oder Merciless nehmen. Am Schluss entschieden wir uns dazu, einen unserer Hits herzunehmen und Peter Tägtgren als Gast einige Vocals einsingen zu lassen. Das Ergebnis kracht gewaltig!"
Schlachtnacht
von Markus Wosgien (20.03.2010)Von der ersten Sekunde an wurden Legion Of The Damned als die neuen Könige des Thrash Metals gehandelt und ihre Krone haben sie nach mittlerweile vier starken Longplayern stets erfolgreich verteidigt. "Slaughtering..." schimpft sich die erste DVD der...
WeiterlesenVon der ersten Sekunde an wurden Legion Of The Damned als die neuen Könige des Thrash Metals gehandelt und ihre Krone haben sie nach mittlerweile vier starken Longplayern stets erfolgreich verteidigt. "Slaughtering..." schimpft sich die erste DVD der Holländer und verspricht ein Rundum-Sorglos-Paket.
Sechs Jahre ist es her, als sich die damals noch unter Occult formierende Combo dazu entschied, ihren musikalischen Kurs zu korrigieren und unter einem neuen Namen nochmals von vorne zu beginnen. Dass dies der Beginn einer Bilderbuchkarriere werden sollte, hätte sich Bandchef und Frontmann Maurice Swinkels nicht träumen lassen. "Wenn man beginnt Musik zu machen, dann träumt man immer davon im Ausland zu touren, auf großen Festivals zu spielen und mit den Alben erfolgreich zu sein. Mit Legion Of The Damned schossen wir sogar über dieses Ziel hinaus und durften Acts wie Kreator oder Celtic Frost begleiten, die uns inspiriert haben und Vorbilder sind." So kommt es mitunter nicht selten vor, dass die Legion auf besseren Positionen spielt, als manch etablierte Formation. "Das kommt des Öfteren vor, da sich der Status an Verkaufszahlen orientiert und wir so manch etablierte Größe überholt haben. Dennoch sind wir alle auf dem Boden geblieben und haben Respekt vor den ,alten Göttern' und würden niemals den Rockstar raushängen lassen." Für das "Slaughtering..." DVD-Paket wurden Shows auf dem Summer Breeze, dem Party.san und dem tschechischen Thrash Assault mitgeschnitten, was samt Bonusmaterial mehr als fünf Stunden Hör- und Sehvergnügen bedeutet. Jeder Auftritt war etwas Spezielles, wie Maurice untermauert. "Im Billing vom Party.san standen wir extrem weit oben und hatten eine Menge Pyros im Gepäck, während das Thrash Assault eine Hallenshow war, was wiederum einen völlig anderen Charm verspricht. Die Summer Breeze Show war für die DVD ursprünglich gar nicht geplant, aber die Resonanz vor Ort war so mächtig, dass wir den Auftritt unbedingt verewigen wollten." So geschehen durchaus Patzer, die man bewusst nicht herausgeschnitten hat. "Wir sind Menschen und keine Maschinen. Die DVD zeigt uns, wie wir sind. Bei der Party.san Show mussten wir durch die Pyros sehr viel beachten und konnten uns nicht in dem Umfang bewegen, wie wir es gewohnt sind. So hat die Show ein besonderes Flair und bleibt uns ebenso stets in Erinnerung." Maurice verdient seine Brötchen hauptberuflich als Videoregisseur und drehte bereits Clips für Acts wie Exodus, Masterplan oder zuletzt für Steelwing sowie natürlich seine eigene Band. Demnach entstand auch "Slaughtering...." unter seiner Aufsicht. "Ich habe über vier Monate an der DVD gearbeitet und ich schwör dir, am Ende konnte und wollte ich keinen unserer Songs mehr hören, haha! Ich wollte, dass alles perfekt wird und wenn wir alt sind, dass wir einen Schatz haben und eine Gänsehaut bekommen, wenn wir uns dann sehen. Es steckt eine Menge Herzblut in der Produktion, weshalb ich glaub' ich gar nicht anfangen werde Reviews zur DVD zu lesen, denn mit Kritik könnte ich dann nur schwer umgehen." Bei Legion Of The Damned ist es wie beim Metzger, frei nach dem Motto: darf es ein wenig mehr sein? Mehr als fünf Stunden DVD Material, plus einer 72-minütigen Bonus Live CD runden das Gesamtpaket ab. "Bei uns gibt es immer etwas extra dazu", lacht der blonde Frontmann. "Schon der ,Malevolent rapture' Scheibe lag eine DVD mit Clips zu jedem Track bei. Bei ,Sons of the jackal' war es eine DVD mit über zwei Stunden Spielzeit. Selbst in das Artwork von ,Slaughtering...' haben wir eine Menge investiert und dieses von Ken Kelly (Kiss, Manowar u.a.) zeichnen lassen. Wer sein hart verdientes Geld in uns investiert, soll dafür belohnt werden und etwas in den Händen halten können, dass ihm die Sprache verschlägt."
Riff kills brain
von Jürgen Tschamler (24.09.2008)Innerhalb kürzester Zeit haben sich Legion Of The Damned mit explosiven Killeralben wie "Malevolent rapture" oder "Sons of the Jackal" an die Spitze der europäischen Death Thrash Szene gerifft. Und schon klopft mit "Cult of the dead" das nächste Meta...
WeiterlesenInnerhalb kürzester Zeit haben sich Legion Of The Damned mit explosiven Killeralben wie "Malevolent rapture" oder "Sons of the Jackal" an die Spitze der europäischen Death Thrash Szene gerifft. Und schon klopft mit "Cult of the dead" das nächste Metalmassaker an der Tür um auch die letzten Zweifler zu überzeugen. Wir schnappten uns Riffmeister Maurice Swinkels um über das neue Album zu sprechen. Maurice, "Cult of the dead" wird mit verschiedenen Cover Artworks veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Idee? "Wir haben bei verschiedenen Leuten nach einem Design für "Cult of the dead" angefragt und wir bekamen so großartige Designs zurück, dass wir uns entschieden haben mehr als eine Version zu benutzen. So können die Fans selbst entscheiden welche Version sie mehr mögen. Ich mag die Idee mit den verschiednen Covern und die Teile sind ja extrem Old School und passen somit bestens zum Albumkonzept und den Texten." Auch wird es das Album in verschiedenen Editionen geben. Ist das nicht ziemlich viel Aufwand und muss das heutzutage sein? Reicht ein schlichtes Album nicht mehr aus? "Metalfans sind Sammler und ich denke, dass echte Fans was besonderes wollen. Sie wollen damit angeben was sie haben und in einer Art Wettkampf mit anderen Fans stehen. Wer hat die bessere, wertvollere Version etc... Der eine hat das Album mit einer DVD, der andere als Digipak, wieder ein anderer hat das Vinyl etc... Ich finde das cool, dass Fans soviel Optionen bei einem Album haben. Vielleicht denken viele Leute, das ist nur ein Grund schnell Geld zu machen, shit, vergesst das. Diese Extras kosten alle verdammt viel Kohle." Die Deluxe Edition enthält unter anderem eine DVD aus eurem Übungsraum wo ihr das komplette "Cult of the dead" Album sozusagen "live" runterprügelt. Wo liegen die markanten Unterschiede zur reinen Studiofassung? "Die Songs sind in einem einzigen Single Take gespielt, daher klingen sie viel geradliniger, tighter, eben wie ein Livegig. Das ist exakt so wie wir unsere Songs üben, jede Woche. Die Fans bekommen einen Einblick von unserem Übungsraum und ich finde die Idee besser als andere Specials die immer nur aus Liveperformances und ähnlichem bestehen." Habt ihr Gäste auf dem Album? "Definitiv, nein. Wir hatten die Idee Gary Holt von Exodus ein Solo spielen zu lassen. Er war damit einverstanden, aber durch zeitliche Probleme hat das bisher leider nicht geklappt." Ihr wurdet mit fetten, äußerst positiven Reviews zu euren Vorgängeralben geradezu überschüttet. Entsteht durch solche exzellenten Reviews und die großartige Presse zu euren Alben, nicht ein ungeheurer Druck auf euch, noch einmal einen drauf zu setzten mit "Cult of the dead"? "Nein, ein Druck besteht ja aber immer, aber wir sind nüchterne Holländer und sehr leicht zu händeln. Andy Classen, unser Produzent, ist auch sehr releaxed gewesen und beide Parteien wussten, dass dieses Album äußerst wichtig ist. Die Zeit im Studio war wirklich sehr entspannt und wir hatten mehr Studiotage als bei den Vorgängern und so konnten wir uns ziemlich gelassen an die Aufnahmen machen. Wir haben das zuerst für uns selbst gemacht und geben auch nicht viel darauf, was andere darüber denken. Wenn du anfängst darüber nachzudenken wer wohl was bei der Presse schreiben wird und wie sich das Album verkaufen wird, dann setzt du dich unbewusst einem enormen Druck aus. Wir sind zufrieden mit dem was wir aufgenommen haben und das Album repräsentiert die aktuelle Band in jeder Note."
Rarität neu aufgelegt
von Andreas Reissnauer (04.12.2007)Mit "Feel the blade" veröffentlichen Legion Of The Damned dieser Tage ihr drittes Album. Doch aufgepasst! Das Album ist eine Wiederveröffentlichung des Occult-Schwanengesangs "Elegy of the weak". Occult? Jawohl, so hießen Legion Of The Damned vor ihr...
WeiterlesenMit "Feel the blade" veröffentlichen Legion Of The Damned dieser Tage ihr drittes Album. Doch aufgepasst! Das Album ist eine Wiederveröffentlichung des Occult-Schwanengesangs "Elegy of the weak". Occult? Jawohl, so hießen Legion Of The Damned vor ihrem Namenswechsel! "Die Idee, diese Scheibe noch einmal zu veröffentlichen, hatten wir bereits vor dem Release des ersten L.O.T.D.-Albums 'Malevolent rapture'. Wir entschlossen uns dann aber dazu, erst jenen Longplayer rauszuhauen und gleich eine zweite Platte hinterher zuschieben", berichtet Sänger Maurice Swinkels. "Jetzt ist der Name etabliert und die Zeit reif für diesen Re-Release." Welche Gründe gibt es überhaupt für die Wiederveröffentlichung? "Da gibt es einige! Es war das erste Occult-Album ohne die weibliche Stimme von Rachel, es war die erste Zusammenarbeit mit unserem heutigen Stammproduzenten Andy Classen und - was noch viel wichtiger ist - das Album ist nur noch sehr schwer auffindbar. Wäre 'Elegy of the weak' erfolgreich und überall erhältlich gewesen, hätten wir diesen Re-Release niemals in Angriff genommen. Aber so war es einfach eine Schande, dieses Killer-Album verstauben zu lassen. Außerdem können wir jetzt endlich auch diese Songs live spielen, ohne dass sich die Leute fragend anschauen müssen." Laut Maurice lohnt sich ein Neukauf auch für die wenigen Leute, die "Elegy of the weak" bereits ihr Eigen nennen. "Wir haben viel Geld in neue Fotos, das Layout, ein Remastering und die Aufnahmen für zwei neue Stücke und den Cover-Song gesteckt. Darüber hinaus enthält das Album eine Bonus-DVD mit über 127 Minuten Spielzeit." Aus welchen Sessions stammen die Bonustracks? "Die zwei neuen Songs sind tatsächlich brandneu! Wir haben sie zwischen zwei Tourneen für ,Sons of the jackal' geschrieben." Weshalb habt ihr das Album nur remastered und nicht neu eingespielt? "Ganz einfach, weil der Originalsound schon sehr brutal und kraftvoll gewesen ist. Ein Remastering war völlig ausreichend, jetzt klingt das Ganze noch massiver!" Weshalb habt ihr die Songreihenfolge geändert? "Wenn man ein Album produziert, muss man oft schnelle Entscheidungen treffen, die man später bereut. Mittlerweile denke ich, dass die jetzige Reihenfolge der Dynamik des Albums viel zuträglicher ist." Legion Of The Damned wollen sich 2008 etwas rarer machen. Warum? "Wir wollen das Jahr nutzen, um das vierte Album vorzubereiten, welches Anfang 2009 erscheinen soll. Wir haben in den letzten zwei Jahren mächtig Gas gegeben, viele Leute haben uns sehr häufig gesehen und es ist an der Zeit, dass wir uns von der Live-Front für eine Weile zurückziehen. So werden die Fans wieder etwas hungriger und wir natürlich auch! Es ist zudem schwer, ein Album zu schreiben, wenn man ständig auf Tour ist und zu Hause die regulären Jobs auf einen warten. Kommenden Sommer werden wir in Deutschland nur das Party.San Festival spielen, dort werden wir es dann aber mächtig krachen lassen!" Viele Leute glauben, ihr seid nur durch den Namenwechsel berühmt geworden. Einige Bands haben sich das in den letzten Monaten zum Vorbild genommen und das gleiche gemacht. Ganz so einfach ist es aber nicht, stimmt's? "Haha, ich wünschte, es wäre so einfach gewesen! Jede Band kann ihren Namen wechseln, aber was passiert dann? Was ist der nächste Schritt? Man benötigt eine gute Promotionkampagne und ein gewisses Budget, um das durchzuziehen. Zusammen mit Boomer Entertainment und Massacre Records waren wir dazu in der Lage, aber es war auch eine ganze Menge Arbeit und mit viel Stress verbunden. Ach ja, ein gutes Album ist sicherlich auch nicht von Nachteil ...".
Verdammte Okkultisten
von Björn Thorsten Jaschinski (20.12.2006)
Legion Of The Damned
Verdammte Okkultisten
von: Björn Thorsten Jaschinski
vom: 20.12.2006
Zwei beim näheren Hinsehen und -hören aus alten Bekannten bestehende Berserker-Kommandos haben in der letzten Saison die Äcker der Festivalgelände bes...
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Legion Of The Damned
Verdammte Okkultisten
von: Björn Thorsten Jaschinski
vom: 20.12.2006
Zwei beim näheren Hinsehen und -hören aus alten Bekannten bestehende Berserker-Kommandos haben in der letzten Saison die Äcker der Festivalgelände besonders umgepflügt, nachdem ihre Debut-Alben schon verbrannte Erde hinterlassen haben. Die Rede ist von der schwedischen Einmann Armee (samt Untoten-Quartet) und den holländischen Ultra-Thrashern Legion Of The Damned. Letztere waren beim Debut "Malevolent rapture" noch mit der finalen Occult-Besetzung identisch. In knapp einem Jahr haben sie sich einen gehobenen Status erspielt und mit einem ausgewechselten Basser - für Twan kam Harold (Inhume und Mangled) - ihr zweites höllisches Langeisen "Sons of the Jackal" geschmiedet. Frontalkeifer Maurice Swinkels rekapituliert die Arbeitsweise seiner Kampfeinheit. "Unsere Musik entsteht grundsätzlich im Proberaum, wir treffen uns meist zweimal in der Woche. Sobald ein Album aufgenommen ist, schreiben wir neue Songs, um nicht in Zeitdruck zu geraten. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Richard mit einem fertigen Song ankommt und uns erzählt, was wir zu tun haben. Meist spielt er ein Riff, dann steigt Erik mit seinem Schlagzeug ein und ich sage dann entweder, das Riff ist scheiße oder der Rhythmus passt nicht." Die schnörkellose Bezeichnung Thrash Metal reicht dabei völlig aus, den kompromisslosen und traditionellen Stil der Legion zu kategorisieren. "Es wundert mich, was manche Leute als Thrash ansehen, z.B. The Haunted. Für mich ist nicht nur ihr neues Album etwas anderes, eine viel modernere Form von Metal. Trotzdem werden wir mit ihnen verglichen." Der Kleinunternehmer - seine Firma Lowlife Media filmt Clips und Konzert DVDs, u.a. gehören Edguy, Aborted und Testament zum Kundenkreis - hat eine sehr genaue, traditionelle Vorstellung von seiner Lieblingsmusik. Ihm ist wichtig, dass die Aggression von Legion Of The Damned kontrolliert ist. Dabei hat er als Schlagzeuger von Bestial Summoning noch vor der Gründung von Occult und deren Debut mit rein improvisierter Musik angefangen. Schon damals war ein guter Freund künstlerisch involviert, obwohl er nicht Bandmitglied war. "Kim hat das Bestial Summoning-Logo entworfen und das Cover für unser einziges Album gemalt.", erinnert sich Maurice. Wirkte das Bild von "The dark war has begun" noch etwas unbeholfen, so hat sich Kim als Autor für Occult und Legion Of The Damned enorm gesteigert. "Er investiert wirklich sehr viel Zeit und Mühe in die Texte, ohne dafür bezahlt zu werden. Deswegen habe ich Kim für ,Sons of the Jackal' und zuvor ,Malevolent rapture' keine Vorgaben gemacht. Er schreibt seit dem letzten Occult Album ,Elegy for the weak' für uns. Damals habe ich ihm gesagt, dass die Songs von Serienkillern, Krieg usw. handeln sollen." Obwohl der Ghostwriter zuletzt also freie Hand bei der Themenwahl hatte, verlangt manchmal die Praxis nach anderen Lösungen. "Der letzte Song unseres neuen Albums hatte zuvor einen anderen Titel und ich kam rhythmisch schon im Proberaum mit den Zeilen nicht zurecht. Also habe ich Kim gebeten, einen komplett neuen Text zu schreiben, bevor wir zu Andy Classen ins Stage One Studio fahren. Resultat war ,Diabolist', ein Text über Teufelsverehrung. ,Atomicide' ist hingegen die Fiktion eines Selbstmordattentäters, der sich eine Atombombe umgebunden hat." Wobei die Zusammensetzung des Wortes nach dem raffinierten Mord an einem ehemaligen russischen Spion einen ganz neuen, tagesaktuellen Bezug bekommt. Wie auch immer: Der Erfolg des letzten Jahres kommt nicht aus dem Nichts. "Mich nervt dieser Neid, wenn andere Leute, speziell Musiker, sagen: ,Legion Of The Damned sind nichts besonderes mit ihrer simplen Musik, dass können wir auch.'", macht Maurice seinem Ärger Luft. "Wir sind groovy, eingängig und man kann perfekt zu uns im Moshpit abgehen. Ich kann nichts mit diesen völlig technischen Bands anfangen, die spätestens alle drei Sekunden ein neues Riff aus dem Hut zaubern. Wenn ich sie auf der Bühne sehe, weiß ich nie, was ich mit mir anfangen soll. Erik ist als Drummer z.B. sehr exakt und gut, aber eigentlich spielt er immer dasselbe - weil es funktioniert. Zusammen sind wir eine Einheit, niemand muss sich beweisen. Bei uns muss man nicht über verquere Rhythmen oder ausgefallene Soli philosophieren, wir sind einfach sehr direkt. Diese Strategie geht mindestens seit drei Alben auf." Nach der Zurückhaltung im Anschluss an "Malevolent rapture" erstaunt diese Offenheit, mit der Maurice selbst Bezug auf die Vorgängerband Occult nimmt. Damals war es Legion Of The Damned und dem Label extrem wichtig, als neue Band wahrgenommen zu werden. Damit ist jetzt Schluss. "Zu den zwei bisherigen Alben auf Massacre kommt demnächst die Wiederveröffentlichung von ,Elegy of the weak', dem letzten Occult Album. Wir sind die treibende Kraft hinter dieser Idee, denn das Label ist natürlich vor allem an neuem Stoff von uns interessiert. Von der Produktions- und Spielweise her ist ,Elegy ...' ein echtes Legion Of The Damned-Werk. ,Warbeast' und ,Slut of Sodom' sind Killer-Tracks, außerdem haben wir damals bereits bei Andy Classen aufgenommen. Das Album hat sich so gut wie gar nicht verkauft, es hat keinerlei Werbung dafür gegeben. Es war noch nicht in die Läden gestellt, da gab es Probleme zwischen der alten Plattenfirma und dem Vertrieb Plastic Head. Die Verbreitung entspricht in etwa meiner kleinen Nachbarschaft. Das hat es nicht verdient, deswegen will ich ihm unter dem Namen Legion Of The Damned eine zweite Chance geben. Ende 2007 wird es soweit sein, mit einem neuen Cover und vielleicht zwei bis drei neuen Stücken oder einer weiteren DVD. Danach werden wir auch Stücke wie die beiden genannten live spielen. Momentan wäre das unvernünftig, da man die CD nirgendwo kaufen kann." Bis dahin aber heißt es, das Frühjahr eifrig "Sons of the Jackal" zu studieren, damit in der Festivalsaison die Texte sitzen. Denn sonst wird man ohne große Diskussionen vom "Avenging archangel" attackiert und steht der "Infernal wrath" des "Sepulchral ghoul" hilflos gegenüber.
Hollands neue Höllenbrut
von Jürgen Tschamler (06.01.2006)
Legion Of The Damned
Hollands neue Höllenbrut
von: Jürgen Tschamler
vom: 06.01.2006
Erst knapp über ein Jahr existieren Legion Of The Damned, doch schon mit ihrer ersten Demo-EP "Malevolent rapture" haben sie in der Death-Thrash Szene wie e...
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Legion Of The Damned
Hollands neue Höllenbrut
von: Jürgen Tschamler
vom: 06.01.2006
Erst knapp über ein Jahr existieren Legion Of The Damned, doch schon mit ihrer ersten Demo-EP "Malevolent rapture" haben sie in der Death-Thrash Szene wie eine Bombe eingeschlagen. Das Quartett aus der holländischen Grenzregion hat Großes vor, wie man nun auf dem vorliegenden Debut gleichen Namens, sowie der Demo-EP vernehmen kann. Oberliga Death-Thrash der alten Schule in technisch hochwertiger Ausführung zieht einen perfekten Mittelscheitel. Wir wollten mehr über die talentierten Newcomer wissen und nahmen mit Shouter Maurice Swinkles Kontakt auf.
Maurice, die Band existiert gerade etwas mehr als ein Jahr, aber schon steht ihr mit einem höllischen Debut am Start!
"Das stimmt. Knapp über ein Jahr ist die Band nun zusammen in genau dem Line up, in dem sie gegründet wurde. Jeder von uns vieren hat Erfahrungen in anderen Bands gesammelt und bringt nun seine ganze Power in Legion Of The Damned ein."
Ihr seht alle ziemlich jung aus. Mit was verdient ihr euer Geld zum Leben, oder geht ihr noch zur Uni oder ähnliches?
"Ha, ha, das ist gut. Wir sind nicht mehr so jung wie wir aussehen. Wir alle sind Anfang bis Mitte 30 und haben verschiedene Jobs. Ich habe z. B. meine eigene Company namens Lowlifemedia die Metal Videoclips und DVDs produziert. Ich mache das nun schon seit drei Jahren und es läuft recht gut. Ich habe schon für Exodus, Immolation, Aborted, One Man Army sowie Primal Fear gearbeitet."
Euer Debut klingt über weite Strecken ziemlich old-schoolig. Ging die Band mit genau dieser Vorstellung des Sounds ins Studio?
"Wir wussten wie wir klingen wollten, denn das ist genau der Stil Musik, den wir lieben. Ich denke, Thrash Metal ist die beste Musik um bei einem Gig voll wild abzugehen. Die Achtziger haben uns maßgeblich beeinflusst, allerdings haben wir in vielen Passagen einen leicht modifizierteren Sound. Slayer und Destruction sind wohl die Haupteinflüsse in unserer Musik, wobei ich aber ebenso Pestilence und Necrodeath ausdrücklich erwähnen möchte, die ebenfalls Spuren in unserem Sound hinterlassen haben."
In der Presse hat eure Demo-EP fantastisch abgeschnitten. Die Erwartungshaltung war nun dementsprechend hoch. Seid ihr euch während der Aufnahmen zum Album
diesen Umstandes bewusst gewesen?
"Die Resonanzen auf die Demo-EP waren wirklich unglaublich. Ich hoffe, die Presse wird das Album nun genauso lieben, ha, ha. Nein, während der Aufnahmen bestand keinerlei Druck den wir gezwungen waren zu erfüllen. Das Wort ,Druck' haben wir komplett aus unserem Vokabular gestrichen! Wir machen schlicht das, worauf wir Bock haben und sollte es Leute geben die das nicht mögen- Fuck off!"
Die Erstauflage eures Debut wird mit einer Bonus-DVD veröffentlicht. Was wird sich alles auf dieser DVD finden?
"Darauf befindet sich unter anderem eine Motion Photo Gallery die der absolute Killer ist! Zudem gibt es eine unzensierte Version des Videoclips ,Bleed for me' und ein 52 minütigen Clip! Alles Songs des Albums sind untereinander gekoppelt und die Übergänge wurden mit allerlei privatem Zeugs angereichert. Ist 'ne cool Sache."
Habt ihr in der kurzen Zeit, in der die Band existiert, live überhaupt schon Erfahrungen sammeln können?
"Ich kann nur sagen genug, um die Leute mit einem beeindruckenden Blick und einem ,Kill' auf den Lippen hinter uns zu lassen!"
Ihr werdet auf den anstehenden No Mercy Festivals 2006 mit am Start sein ...
"Ja, das wird sicher Granatenmäßig, das wird unsere erste richtige Tour sein. Allerdings habe ich schon mächtige Alpträume deswegen! Aber hey: We will kill!"