EMP Redaktion
von Patrick Schmidt(07/99)Aus dem Hause Napalm Records erreichten uns in letzter Zeit einige wahrlich herausragende Veröffentlichungen, man denke nur an Hollenthon oder die neue Scheibe von Malignant Eternal. Auch die Deutschen Lacrimas Profundere kommen aus dem Stall der Österreicher und wissen mit ihrem dritten Album "Memorandum" auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Musik ist eindeutig dem melancholischen Doom Metal-Genre zuzuordnen, versehen mit Einflüssen aus dem Gothic- und Death-Bereich. Trauernde Gitarren, akustische Zwischenparts und eine bedrohliche Atmosphäre lassen unweigerlich Parallelen zu den Frühwerken Anathemas aufkommen, was als Kompliment zu verstehen ist. Zu keiner Sekunde hat man das Gefühl, verschiedene Stilelemente seien unüberlegt aneinandergereiht, die Musik ist eine Einheit, flüssig vorgetragen und fesselnd arrangiert. Daumen hoch für Lacrimas Profundere, eine der Überraschungen dieses Monats.
Interview
Ganz besonders
von Markus Eck (07.05.2013)Seit dem 2010 erschienenen Album "The grandiose nowhere" haben sich die bayerischen Düster-Enthusiasten umfassend um möglichst stimmige neue Goth Rock-Songs gekümmert. Diejenigen, welche von der seit 1993 beständigen Band als gut genug auserwählt wur...
WeiterlesenSeit dem 2010 erschienenen Album "The grandiose nowhere" haben sich die bayerischen Düster-Enthusiasten umfassend um möglichst stimmige neue Goth Rock-Songs gekümmert. Diejenigen, welche von der seit 1993 beständigen Band als gut genug auserwählt wurden, schafften es nun auf den neuen Langdreher "Antiadore". Letzterer zeigt das Schaffen des Quartetts auf einigen neuen Leveln. Dies geschieht aber ohne, dass Lacrimas Profundere ihr ureigenes musikalisches Gesicht verloren haben, für das die weltweiten Melancholiker unter den Rock-Fans sie seit jeher außerordentlich hoch schätzen. Laut Gitarrist Oliver Nikolas Schmid lief der Kompositionsprozess zum aktuellen Album-Dreher im Großen und Ganzen super entspannt. "Wir wollten ja eine Platte für den Kopf, die Seele und die Eier haben. Also haben wir mit Hiili Hiilesmaa, bekannt durch seine Arbeiten mit Sentenced, Apocalyptica und HIM, in der Vorproduktion ausgesiebt und intensiv geschaut, dass ,Antiadore' so besonders wie nur möglich werden konnte. Er war also für den Kopf zuständig. Die Seele des Albums haben wir dann zusammen mit Corni Bartels als Engineer und Produzent erarbeitet. Corni hat ja bereits bei Bands wie beispielsweise End Of Green sein hervorragendes Gespür für diese Art von Musik mehrfach bewiesen." Dann ging das neue Material zu Tue Madsen. "Weil wir nach jemandem gesucht hatten, der eben alles, nur keinen Gothic Metal macht. Er hat uns dann diesen ultraharten und fetten Sound gebastelt, also sozusagen die Eier verpasst" [lacht]. Gezielt danach befragt, was genau die Hörer auf musikalischer Ebene nun auf dem neuen Lacrimas Profundere-Werk erwartet, kontert der Mann wie folgt: "Mehr Metal mehr Melancholie, mehr Brett! Die Riffs und Melodien stehen eindeutig im Vordergrund. Wir wollten neue Grooves zulassen, ja, haben diese sogar herbeigesehnt und uns bei einigen Parts sogar an meinen absoluten Lieblingsdrummer Shannon Larkin von Godsmack herangewagt. Selbst die Balladen sind härter, auch wenn wir versucht haben diesen Gänsehaut Faktor in der Tradition von Anathema einzufangen. Wir wollten uns öffnen und einfach alles zulassen, was uns in den letzten 20 Jahren geprägt hat, von At The Gates über Paradise Lost bis hin zu Katatonia. Wir haben uns Mühe gegeben, wie beispielsweise beim Stück ,Abandon', so richtig untypisch wie Godsmack meterhohe Riffgewitter einzubauen. Bei ,Remembrance Song' habe ich auch schon Vergleiche zu Iron Maiden gehört und manche unserer neuen Balladen könnten so auch bei Anathema durchgehen. Die Platte rockt. Punkt!"
von Oliver Kube (17.09.2012)Das neue Album der Gothic- und Symphonic-Rocker Lacrimosa ist das wohl metallischste in der mittlerweile 22-jährigen Karriere des Projekts. Kein Wunder, spielte doch Kreator-Boss Mille Petrozza die Gitarren ein und Accepts Stefan Schwarzmann saß an d...
WeiterlesenDas neue Album der Gothic- und Symphonic-Rocker Lacrimosa ist das wohl metallischste in der mittlerweile 22-jährigen Karriere des Projekts. Kein Wunder, spielte doch Kreator-Boss Mille Petrozza die Gitarren ein und Accepts Stefan Schwarzmann saß an den Drums. EMP sprach mit Sänger, Komponist und Mastermind Tilo Wollf über die Entstehung der Scheibe und über die kommende Tour, die die Band neben den deutschsprachigen Ländern auch nach Südamerika, China und Osteuropa führen wird.
EMP: Mit Mille habt ihr ja vor einigen Jahren schon mal kollaboriert. Woher kennst du Stefan?
Tilo Wolff: "Wir haben uns vor einer Weile im Backstagebereich eines Open-Airs kennengelernt, bei dem sowohl Lacrismosa als auch Accept auftraten. Da stellte sich heraus, dass wir in der Schweiz quasi Nachbarn sind. Eigentlich hätten wir uns eher mal an der Supermarktkasse über den Weg laufen müssen, als bei einem Festival in Polen."
EMP: War es schwierig die beiden zur Mitarbeit zu bewegen? Schließlich sind sie mit ihren Bands ja recht eingebunden.
Wolff: "Nein, überhaupt nicht. Mit beiden stehe ich regelmäßig in Kontakt und sie bekräftigten immer wieder ihr Interesse an einer Kooperation. Mille ist sogar derjenige, der den Stein für "Revolution" und wie es heute klingt losgetreten hat. Ich spielte ihm irgendwann mein Demo zum damals gerade geschriebenen Titeltrack vor. Er war gleich begeistert und bestand darauf, bei dem Track Gitarre zu spielen."
EMP: Und aus der einen Nummer wurde dann fast das ganze Album?
Wolff: "Genau (lacht). Als ich mir dann Milles Parts anhörte, kam mir schnell die Idee, dass dies nun der perfekte Zeitpunkt sei, Stefan ins Boot zu holen. Er war sofort und mit Feuereifer dabei. Ich habe in meiner kompletten Karriere noch keinen Musiker, geschweige denn einen Drummer, erlebt, der so präzise und perfekt vorbereitet an eine Session herangegangen ist, wie er. Es war ein reines Vergnügen mit so einem Vollprofi zu arbeiten."
EMP: Bei welchem Song der neuen Platte freust du dich besonders darau, ihn live zu präsentieren?
Wolff: "Oh, da gibt es einige. An erster Stelle steht wahrscheinlich ,Rote Sinfonie'. Er ist nicht nur allein durch seine Länge und die vielen Tempo- bzw. Stimmungswechsel sehr anspruchsvoll. Es wird auf der kommenden Tour bei diesem Song auch das erste Mal überhaupt passieren, dass ich auf der Bühne Gitarre spiele. Ich denke aber auch, dass beispielsweise ,Irgendein Arsch' großes Potenzial zu einem Live-Klassiker hat. Mal schauen. Ich bin schon oft überrascht worden, durch die Reaktionen des Publikums bei Stücken, die ich zunächst gar nicht so sehr auf dem Zettel hatte."
EMP: Werdet ihr denn viele Stücke von "Revolution" spielen?
Wolff: "Ja, definitiv. Ich denke, dass es sieben oder acht werden. Wer jetzt allerdings Angst bekommt, dass wir deshalb unsere älteren Songs vernachlässigen könnten, dem kann ich verraten, dass wir eine extrem lange Setlist planen. Inklusive einer kurzen Pause, wird unsere Show drei Stunden dauern. So dürften alle happy sein."
EMP: Abschlussfrage: Bist du eigentlich noch mit deinem Elektro-Projekt Snakeskin aktiv oder hat sich das erledigt? Allein klanglich, aber auch stimmungsmäßig wäre das ja ein schöner Kontrast zum neuen Lacrimosa-Werk.
Wolff: "Ja, das wäre es in der Tat. Genau deshalb wird auch irgendwann von dieser Seite wieder etwas kommen. Ich hatte Kerstin Doelle, die ja die Stimme von Snakeskin ist, vor anderthalb Jahren ganz enthusiastisch von ein paar richtig guten Ideen erzählt, die ich für neue Songs hatte. Leider muss die Gute seit dem warten, dass ich mich endlich wieder diesbezüglich rühre. Durch das neue Lacrimosa-Album, die Vorbereitungen auf die Welttournee, aber auch durch die viele Arbeit mit dem von mir geführten Label Hall Of Sermon, auf dem ja auch noch andere Bands gesignt sind, komme ich derzeit einfach nicht dazu, diese Einfälle und Songfragmente weiterzuentwickeln. Snakeskin ist aber definitiv noch am Leben.
Über den Dächern New Yorks
von Markus Wosgien (20.03.2010)Seit ihrem starken "Ave end" Longplayer spielen Lacrimas Profundere in der ersten Liga der Gothic Rock Bands mit und mauserten sich ohne Skandale und Allüren, aber mit zwei weiteren fantastischen Alben im Gepäck, zur nationalen Speerspitze ihres Genr...
WeiterlesenSeit ihrem starken "Ave end" Longplayer spielen Lacrimas Profundere in der ersten Liga der Gothic Rock Bands mit und mauserten sich ohne Skandale und Allüren, aber mit zwei weiteren fantastischen Alben im Gepäck, zur nationalen Speerspitze ihres Genres, die auch im Ausland immer größere Erfolge feiert. "The grandiose nowhere" ist ihr jüngstes Baby, abermals in den Händen von Produzent John Fryer (HIM, Depeche Mode u.v.m.) aufgezogen und das zweite mit Ziehvater Rob Vitacca am Mikro.
"Es schreit, ist in der Nacht hellwach und hängt an der Flasche! Wir sind also sehr stolze Eltern", resümiert Gitarrist und Gründungsmitglied Oliver Nikolas Schmid, nachdem der Sängerwechsel mit Bravour überstanden ist. "Wir gehen konsequent unseren Weg weiter. Rob hat sich super integriert und es fühlt sich alles gut an und entwickelt sich auf natürliche Weise, wie der erste Rausch, der erste Kuss, der erste Sex, das erste blaue Auge - man macht sich da keinen Kopf!" Der Ausstieg von Olivers Bruder Christopher, der als Frontmann die Band wesentlich geprägt hatte, kam zu einem Zeitpunkt als die Band raketenartig nach oben schoss und selbst die Charts knackte. Dennoch steuert er weiterhin Ideen bei. "Er ist glücklich und wir verstehen uns besser denn je, aber wenn er sieht, dass wir mit Acts wie Marilyn Manson oder Type O Negative spielen, bereut er es doch ein wenig." Musikalisch haben sich die Süddeutschen konsequent weiterentwickelt und stetig gesteigert. Die Arbeit mit einem Profi wie John Fryer tut ihr übriges dazu, denn dieser weiß genau, wie er die Jungs zu Höchstleistungen bringt. "Er hält unseren Chaos-Haufen gut zusammen und wir kommen am Ende mit einer fertigen Platte aus dem Studio. Dabei haben wir uns bewiesen, dass es möglich ist, sich von Schubladen zu lösen und eine melancholische Rockplatte aufzunehmen die unvergleichlich ist!" Den irreführenden Albumtitel "The grandiose nowhere" erklärt der Guitarrero durch die zahlreichen Tourneen und die vielen Schauplätze, an die er sich alkoholbedingt teils gar nimmer erinnern kann. "Wenn du ständig auf Achse bist und dich deine Kinder Onkel Theo nennen, wenn du zurück bist, macht man sich seine Gedanken. In dieser Situation befanden wir uns, weshalb ich froh bin, diese Scheibe gemacht zu haben, da ich niemals gedacht hätte, dass wir zu so etwas Großem imstande sind." Selbstfindung ist das Schlagwort, denn während der Touren hat man auch die Zeit in sich zu kehren. "Du siehst viele Städte und Filme und hast viel Zeit um zu grübeln und zu texten. Zusammenfassend beschreibt die CD für mich die Gefühle und Gedanken eines Spaziergangs über den Dächern von New York City. Klingt komisch, ist aber so." Die Tracks wuchsen, ohne dass anfangs klar war, wohin die Reise geht. "Es war wie ein Last-Minute-Ticket am Flughafen; man will weg und es ist egal wohin. Wir wollten uns von dem ganzen Druck und den Schubladen, die uns im Rücken saßen, befreien. Die Gitarren mussten wieder in den Vordergrund, alles sollte aggressiver, dreckiger und härter werden. Diese Spontanität und Coolness macht die Scheibe so besonders!" Musikalisch werden Lacrimas Profundere gerne mit Paradise Lost, HIM und The 69 Eyes in einen Topf geworfen, worüber man heute stehen kann und witzelt: "Ich sehe uns eher als den betrunkenen Bruder von HIM, der mit Nietengürtel und Bikerjacke bei keiner Familienfeier gern gesehen ist oder die Schwester von Paradise Lost, die gelegentlich in einer Tabeldancebar jobbt und immer Ärger an der Backe hat." Auch eine Sichtweise.
Piepen, Pfeifer, Dicke Eier
von Björn Thorsten Jaschinski (04.12.2007)"Wenn man etwas selber geil findet, sollte man es machen.", so lautet das Credo von Lacrimas Profundere Gitarrist und Songschreiber Oliver Nikolas Schmid. Mit dieser Einstellung hat er "Songs for the last view" komponiert, ein Album am Scheideweg. Ge...
Weiterlesen"Wenn man etwas selber geil findet, sollte man es machen.", so lautet das Credo von Lacrimas Profundere Gitarrist und Songschreiber Oliver Nikolas Schmid. Mit dieser Einstellung hat er "Songs for the last view" komponiert, ein Album am Scheideweg. Geht ein charismatischer Sänger, dazu noch der eigene Bruder, dann kann das jede Band ins Verderben stürzen. Bei den deutschen Vorzeige Gothic-Metallern - in ihrem Fall ergeben beide Genre-Komponenten Sinn - wird dieser Wechsel ganz bestimmt nicht den Anfang vom Ende markieren. Dafür sind die neuen Songs und der neue Sänger Rob Vitacca zu außergewöhnlich: Jung und fotogen - das mag Teile der weiblichen Zuhörerschaft verzücken. Darüber hinaus ein begnadeter Vokalist und unsagbar vielseitiger Interpret, der ohne Allüren mit einem Weltklasseproduzenten wie John Fryer über sich hinauswächst. "Im Proberaum ist immer nur eine grobe Gesangslinie entstanden. John hat sich extrem in die Songs reingelegt", bestätigt Vitacca. Als roter Faden des Albums erklingt der Piepton einer Herzfrequenz im ersten Song und wird nach dem letzten wieder aufgegriffen. "Ist blöd, Lindenstraßen-mäßig. Aber mir taugt's. Man sollte nicht zu lange überlegen. Was mir gefällt, mach ich", führt Schmid sein Lebensmotto aus. Die Balladen am Anfang und am Ende von "Songs for the last view" repräsentieren also das Leben bzw. die Rückkehr dorthin. Dazwischen liegt der Tod. Und das ist gut so. "Der Tod ist Rock. Nicht langweilig und Trauer. Wenn ich sterbe tobt hoffentlich der Bär", sinniert der Mann mit dem Doppelnamen, "Es wäre fair, wenn jeder mehrfach wiedergeboren werden würde: Einmal normal, einmal in den Slums und einmal mit goldenen Löffeln aus der Gebärmutter herausgeholt, so wie Paris Hilton. Sollte es nur ein Leben geben, dann finde ich es echt scheiße, dass Bon Jovi die Kohle machen und wir hier in den Lungfull-Studios sitzen." Sein Sangeskollege sieht das Jenseits pragmatischer: "Keine Ahnung, alles scheiße. Nutten for free, Bier und Zigaretten. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod". Es geht noch tiefgründiger. "Der Vampir-Song, den ich geschrieben habe, hat mir nur Häme eingebracht", lacht Schmid über die Metamorphose "Suicide sun". "Ich war arbeiten, als mir der Song genommen wurde." Rob assistiert: "Der Text handelt von althergebrachten Themen: Liebe, Schmerz." Einen Stilbruch hat der Jungspund also nicht zu verantworten. Seine Duettpartnerin für "The shadow I once kissed" ist entgegen erster Kommentare keine Dame von der sündigen Meile in Hamburg, sondern eine gute Bekannte des Schlagzeugers. "Auch wenn Rob super hohe Sachen singen kann: Als Solopart sollte in diesem Song wirklich eine Frau ran", bemerkt Schmid, "Obwohl wir im Gothic Rock Wasser schwimmen, wollten wir härter werden. Deshalb die ganzen Flageolett-Töne. Ich liebe Zakk Wylde. Höre mal gezielt nur auf die Pfeifer!" Der Härte wegen geht es zum Mastering konsequent nicht nach Finnland, sondern "nach Amerika, einmal so richtig dicke Eier haben." Wohl bekommt's.
Gothic Romantiker
von Markus Wosgien (05.07.2006)
Lacrimas Profundere
Gothic Romantiker
von: Markus Wosgien
vom: 05.07.2006
Ehrlichkeit und Kontinuität führt am Ende doch zum Ziel. So auch bei Lacrimas Profundere, die mit ihrem neuen Studioalbum "Filthy notes for frozen hearts" ihr absolut...
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Lacrimas Profundere
Gothic Romantiker
von: Markus Wosgien
vom: 05.07.2006
Ehrlichkeit und Kontinuität führt am Ende doch zum Ziel. So auch bei Lacrimas Profundere, die mit ihrem neuen Studioalbum "Filthy notes for frozen hearts" ihr absolutes Meisterstück abgeliefert haben und verdientermaßen die Früchte des langjährig erkämpften Erfolges ernten dürfen. John Fryer (Depeche Mode, Nine Inch Nails, Cradle Of Filth u.v.m.) stand der jungen Combo aus Bayern als Produzent zur Seite und ist selbst davon überzeugt, dass seine Schützlinge den Erfolg von HIMs "Razorblade romance" übertreffen könnten. Euphorische Worte von jemandem, der es wissen muss. "Eigentlich halte ich nicht viel von Lobeshymnen", relativiert der sympathische Frontmann und Frauenschwarm Christopher Schmid. "Aber wenn es ein Typ sagt, der die ,Razorblade romance' selbst produziert hat, dann ist das schon geil! Wir finden einfach, dass der Welt, was Gothic Rock angeht, ein Tritt in den Hintern fehlt und das haben wir geändert! Wir waren ein super Team, haben uns sehr gut verstanden und ganz nebenbei die mit Abstand beste Lacrimas Profundere Platte aufgenommen!" Zurecht schweben die sechs Jungs auf Wolke sieben, zumal der Hype um sie bereits mit dem Vorgängeralbum "Ave end" eingesetzt hat, dessen Titelsong sogar im Rock Votingpool beim damals noch Klingelton freien Musiksender Viva bis auf Platz eins schoss. "Es ist cool plötzlich auf Viva und VivaPlus zu laufen und mehr Platten zu verkaufen! Aber das ist noch immer nicht unser eigentliches Ziel. Die Magie besteht darin dieses Abenteuer zu haben, an verschiedene Orte zu fahren und neue Dinge zu sehen. In den letzten Jahren haben wir uns die Finger blutig gespielt, waren auf jeder noch so abgefuckten Bühne und in fast jedem Scheißhaus in ganz Deutschland, das neben der Autobahn liegt beim Pissen. Nun sind wir seit 1993 dabei und spielen immer noch Gothic weil wir Bock drauf haben. Wir haben schon viele Trends kommen und gehen sehen. Jeder Fan merkt eh ob die Musiker es ernst meinen, oder nur dem Trend hinterher hecheln." Vorab gab es noch die 6-Track EP "Again it is over", dem stärksten und hymnischsten Song auf dem neuen Opus. "Die Nummer hat sich erst im Studio und mit der Hilfe von John so entwickelt. Die Riffs waren schon fertig, aber als John dann mit den verschiedenen Spuren am Gesang gearbeitet und experimentiert hat, wurde der Track immer besser und besser. Er knallt einfach alles weg und hat trotzdem noch diesen Ohrwurmcharakter." Es steckt viel Herzblut in "Filthy notes for frozen hearts", dass die Jungs in München produziert, in London gemixt und schließlich in Finnland gemastert haben. Möglicherweise das Erfolgsrezept, warum ihr Sound internationaler klingt und es locker mit Größen wie Paradise Lost oder The 69 Eyes aufnehmen kann. "Wir haben das nicht so geplant, sondern uns einfach die Studios und den Produzenten ausgesucht die wir haben wollten", erklärt der Sänger, der selbst von der Qualität des Eisens vollkommen überzeugt ist. "Es ist einfach ein monströser Goth-Rock Trip geworden und ich denke, kein Fan wird von dem neuen Album enttäuscht sein. Wir haben eine Menge Schweiß und harter Arbeit in dieses Album gesteckt, und vor allem das Teamwork mit John werde ich nie mehr vergessen. Die Scheibe läuft bei mir seit dem Studioaufenthalt immer noch täglich im Autoradio. Ich würde sagen ,Filthy notes for frozen hearts', ist unser ,Master of puppets' geworden." Die Weichen sind gestellt und die schwarzen Tanztempel der Nation gehören eigentlich schon ihnen.