Interview

Feste Einheit
von Markus Eck (22.03.2011)Mit ihrem neuen Albumspektakel "All beauty must die" werden die Kölner Krypteria so manches Gothic Metal-Herz im Sturm erobern können. Denn das enthaltene edle Songmaterial überrascht mit granitener Härte sowie atemberaubend ausgefeilten Strukturen u...
WeiterlesenMit ihrem neuen Albumspektakel "All beauty must die" werden die Kölner Krypteria so manches Gothic Metal-Herz im Sturm erobern können. Denn das enthaltene edle Songmaterial überrascht mit granitener Härte sowie atemberaubend ausgefeilten Strukturen und bombastisch inszenierten Arrangements vom Allerfeinsten. Viele Gedanken haben sich die beteiligten Akteure hier auch um den relevanten Kontext Kontrastreichtum gemacht, wie aktuell deutlich zu hören ist. Und die Umsetzung dessen wurde von dem versierten Quartett um die koreanischstämmige Ausnahmesängerin Ji-In Cho nicht nur herrlich unverkrampft auf angenehm natürliche Weise vollzogen, sondern gar mit riesengroßer Bravour gemeistert. Berauschend opulent inszenierte Lieder also, so hart wie das Leben, aber auch so sehnsüchtig und inniglich wie erzdüstere Romantik. "Das Wichtigste für uns ist nach wie vor (neben den wirklich fetten Konzerten der letzten Live-Gigs), dass die Band auch im siebten Jahr in der Urbesetzung zusammen ist und eine feste Einheit bildet", weiß Drummer S.C. Kuschnerus zu berichten. Und natürlich sind diese Vier entsprechend wild entschlossen, jetzt mit ihrem neuen Album "All beauty must die" wieder mit Schmackes anzugreifen, so der Schlagzeuger: "Da kann man auch verkraften, dass unser Bassbiest und Profiwahnsinniger Frank den Rest der Band speziell auf Tour immer wieder nah an den Rand der Verzweiflung gebracht hat", gibt der Fellklopfer lachend zu Protokoll. Wie er dem anfügt, waren die letzten anderthalb Jahre für Krypteria ehrlich gesagt kein reines Zuckerschlecken: "Es wurden uns immer wieder aus allen möglichen Ecken Knüppel zwischen die Beine geworfen. Aber dass die Musikbranche kein Streichelzoo ist, ist ja keine neue Erkenntnis." Andererseits gab es auch viel Schönes. "So waren neben den Festivalshows die Touren an der Seite von Doro beispielsweise echte Highlights. Die Doro-Mannschaft und ihre Fans waren sehr gut zu uns und während der Zeit sind viele Freundschaften entstanden. Dass Doro Pesch nun auf unserem neuen Album auch ein Duett mit Ji-In zum Besten gibt, verpasst dem Ganzen natürlich die Sahnehaube. Dann fühlen wir uns zum ersten Mal richtig frei, denn wir sind im vergangenen Herbst zu einem brandneuen Independent Label gewechselt, an dessen Spitze ganz zufällig unser Gitarrist und Produzent Chris steht. Das heißt, dass uns niemand in die kreative Suppe spuckt und wir stets in alle Entscheidungen rund um Krypteria eingebunden werden. Wir sind davon überzeugt, dass man der neuen Scheibe unsere neu gewonnene Freiheit auch deutlich anhören kann. Nichts ging 2009 und 2010 allerdings über die Begegnungen und den Austausch mit unseren Fans und Freunden. Das ist der Treibstoff, der uns immer wieder befeuert hat", freut er sich.
Theatralischer Bombast
von Markus Eck (03.01.2007)Gitarrist Chris Simons, Bassist Frank Stumvoll und Drummer S.C. Kuschnerus gründeten nach jahrelangem Sammeln von Erfahrungen 2001 schließlich ihre eigene Band - Krypteria war geboren. Ursprünglich für Musical-Rock Konzerte sowie als Produzenten und ...
WeiterlesenGitarrist Chris Simons, Bassist Frank Stumvoll und Drummer S.C. Kuschnerus gründeten nach jahrelangem Sammeln von Erfahrungen 2001 schließlich ihre eigene Band - Krypteria war geboren. Ursprünglich für Musical-Rock Konzerte sowie als Produzenten und Studiomusiker unterwegs, konnten sie all ihr Wissen und Können in Krypteria einfließen lassen. Somit stellt das aktuelle Debutalbum "Bloodangel's cry" eine in allen Belangen reife Bombast Metal-Leistung dar. Und inmitten dieser Ansammlung von Souveränitäten samt orchestraler Opulenz kann sich die halbkoreanische Vokalistin Ji-In mit ihrer bezaubernd variablen Stimme bestens entfalten.
"Natürlich sind wir alle sehr aufgeregt angesichts der Veröffentlichung unseres neuen Albums am 19. Januar 2007. Tatsächlich ist es aber so, dass wir einander enger stehen als je zuvor und ein enorm eingeschweißter Haufen sind - dazu beigetragen hat sicherlich auch zusätzlich die Deutschland-Tour mit Subway To Sally, die eine großartige Erfahrung für uns war. Frank, Chris und ich kennen uns ja eh schon seit Ewigkeiten und Ji-In muss man einfach immer mehr lieben, je besser man sie kennen lernt. Insofern kann man sagen, dass wir uns trotz oder gerade wegen eines turbulenten und auch streckenweise stressigen Jahres 2006 zwischenmenschlich nie näher standen", eröffnet mir Schlagzeuger S.C. Kuschnerus alias Kuschi. So war und ist es für die Band von Anfang an besonders wichtig, ihre musikalische Identität zu dokumentieren. "Dies konnten wir mit unserer EP ,Evolution principle' schon ansatzweise verdeutlichen, allerdings wird ,Bloodangel's cry' sicherlich am umfassendsten präsentieren, wofür der Name Krypteria steht. Dies ist uns deshalb so wichtig, damit der interessierte Musik-Fan einschätzen kann, was er von uns auf Platte und live erwarten kann. Und natürlich sind wir sehr glücklich darüber, dass wir alle vier unsere individuellen musikalischen Vorlieben und Ideen auf dem aktuellen Debutalbum wieder finden - was bei den doch sehr unterschiedlichen Charakteren in der Band kein einfaches Unterfangen war, letztlich aber komplett geglückt ist." Auf der aktuellen Scheibe gibt es mehr Härte, mehr Abwechslung, mehr Facetten, mehr Details, mehr Tiefe und letztlich auch mehr Kawumm, so Kuschi. "Was geblieben ist, sind einerseits die Melodiebögen, eine gehörige Portion Bombast und Ji-In's mitreißende Emotionalität."