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Limitierte Erstauflage im Digipak.
EMP Redaktion
von Markus Wosien(25.03.2011)Mit ihrem Vollgas-Rock 'n' Roll steuern die vier Jungs von Kärbholz in die vierte Runde und damit auf direktem Weg der Zielgerade entgegen. Ihre Musik ist ehrlich, vielseitig und kommt frei Schnauze aus dem Bauch heraus. So wandelt ihr Textgut zwischen traditionellem Prollgut ("Timmi halt's Maul"), klassischem Punk ("Dumm geboren") und einem Schuss Patriotismus ("Diese Stadt"), sorgen stets für Unterhaltung und sprechen einem ähnlich wie Frei.Wild öfter mal von der Seele. Musikalisch präsentieren sich Kärbholz gewohnt offenherzig, und streuen spritzige Ska- und Country-Elemente in ihren Mix aus Punk und Metal. "100%" ist ein rundum stimmiges, vielseitiges und abwechslungsreiches Album, einer gereiften Band, die zum großen Wurf ansetzt und im Zuge von Frei.Wild durchaus ein großes Stück vom Kuchen abbekommen wird. Dafür sprechen die zahlreichen Gute-Laune-Hits wie "Auf beiden Beinen" oder das Volbeat-artige "Nichts zu verlieren". Daumen hoch!
Interview
Rastlos in Ruppichteroth
von Oliver Kube (28.12.2012)Die aus dem bergischen Land stammenden Kärbholz haben sich in den letzten Jahren zu einem der Top-Acts der harten Deutschrock-Szene gemausert. Anlässlich der Veröffentlichung ihres fünften Longplayers "Rastlos" sprachen wir mit den bestens aufgelegte...
WeiterlesenDie aus dem bergischen Land stammenden Kärbholz haben sich in den letzten Jahren zu einem der Top-Acts der harten Deutschrock-Szene gemausert. Anlässlich der Veröffentlichung ihres fünften Longplayers "Rastlos" sprachen wir mit den bestens aufgelegten Musikern.
EMP: "Rastlos" ist euer vielseitigstes und mit Abstand am besten komponiertes und gespieltes Album bisher. Habt ihr bewusst auf diese Aspekte hingearbeitet oder hat sich das einfach so ergeben?
Adrian Kühn (Gitarre): "Beides irgendwie (lacht). Nach unserem letzten Album ,100%' haben wir uns tatsächlich hingesetzt und analysiert, was wir anders oder vielleicht sogar besser machen könnten."
Torben Höffgen (Gesang): "Das haben wir zum ersten Mal überhaupt getan. Wir haben ja angefangen, als ein paar Typen, die auf Partys für ihre Freunde spielen. Bisher hatten wir uns nie groß Gedanken darüber gemacht, wie unsere Musik wohl ankommt. Wir wollten nur, dass die Leute nicht weglaufen (lacht)."
Adrian Kühn: "Dabei haben wir das Album nicht reißbrettmäßig geplant. Wir haben aber zumindest den einen oder anderen Fehler vermeiden können. Was die bessere Instrumentierung angeht, stellt sich das mit mehr Üben, mehr Spielpraxis und bewussterem darauf Achten, was man regelmäßig falsch macht, quasi von selbst ein."
EMP: Ihr habt in zwei Stücken, englischsprachige Segmente in die Texte eingebaut. Eines davon - "Pure love" - trägt sogar einen englischen Titel. Habt ihr vor, mal einen Song komplett auf Englisch aufzunehmen?
Torben Höffgen: "Nein, das werden wir nicht tun. Deutsch ist die Sprache, in der wir uns am besten ausdrucken können und die unser Publikum am besten versteht. Was die beiden Lieder angeht, so war das nicht geplant. Im täglichen Gespräch baut man ja auch mal fremdsprachige Phrasen ein. So etwas wie ,C'est la vie' oder ähnliches. Das ist doch heutzutage ganz normal."
EMP: Wie seid ihr auf dem von den Betontod-Kollegen geführten Better Than Hell-Label gelandet? Dank eurer Freundschaft zu Frei.Wild hätte man vielleicht eher damit gerechnet, euch auf deren Label Rookies & Kings zu sehen.
Adrian Kühn: "Wir kennen die Jungs von Betontod ebenfalls schon ewig und haben mehrfach mit ihnen gespielt. Irgendwann fragten sie uns, ob wir uns vorstellen könnten auf ihrem Label zu veröffentlichen. Da die Vertriebssituation sehr gut ist und eine von Künstlern geführte Plattenfirma uns sehr entgegen kommt, ging das recht schnell. Was Rookies & Kings angeht, ist das ein tolles Label. Allerdings haben wir da nicht drüber nachgedacht und auch gar kein Angebot erhalten. Die haben aber ja auch schon so viele geile und erfolgreiche Bands unter Vertrag, da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn nicht alle Acts dieser Richtung auf dem gleichen Label unter Vertrag stehen, oder?"
EMP: Wie wird das Jahr 2013 für euch aussehen?
Stefan Wirths (Bass): "Im März startet unsere Tour zum Album. Bisher stehen neun Termine, zu denen in den nächsten Wochen hoffentlich noch ein oder zwei dazukommen. Dann stehen Festivals im In- und eventuell auch im benachbarten Ausland an. Je nachdem, wie die Platte und die Tour laufen, gehen wir im Herbst vielleicht nochmal auf Tour. Also kommt zahlreich zu den ersten Dates!"
Vollgas Rock ` n´ Roll
von Markus Wosgien Deutschrock ist auf dem Vormarsch - und ganz vorne mit dabei sind die vier Jungs von Kärbholz, aus dem Bergischen Land. "100%" lautet der Titel ihrer vierten Scheibe und ist ein klares Statement, denn man ist sich seiner Klasse durchaus bewusst. "Es ...
WeiterlesenDeutschrock ist auf dem Vormarsch - und ganz vorne mit dabei sind die vier Jungs von Kärbholz, aus dem Bergischen Land. "100%" lautet der Titel ihrer vierten Scheibe und ist ein klares Statement, denn man ist sich seiner Klasse durchaus bewusst. "Es ist das beste Album, das wir bis dato gemacht haben", sprudelt es aus Gitarrist Adrian Kühn heraus. "Ich glaube, wir haben einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht." Acht Jahre haben Kärbholz auf dem Buckel und seitdem geht es konstant in kleinen Schritten und mit großer Fannähe nach vorne. "Wir sind konstant am touren und in der doch recht kurzen Zeit hat das Projekt ,eigene Band' immer größere Früchte getragen. Mehr als jeder von uns anfangs für möglich gehalten hatte. Uns geht es darum, den Spass, den wir selbst haben, den Leuten zu vermitteln." Der Oberbegriff Deutschrock hat im Falle von Kärbholz viele Facetten: Metal, Punk, Ska und ein Schuss Country. "Einst hatten wir das ganze Vollgas Rock 'n' Roll genannt, denn wir toben uns aus und fühlen uns musikalisch keinem Metier angehörig. Diese Freiheit haben wir uns immer genommen und gerade beim neuen Album konnten wir diese auch zu 100% umsetzen. Eben Elemente aus unterschiedlichen Bereichen zu kombinieren, um so einen eigenen Sound zu kreieren." Im Infoschreiben ihres Labels fallen dabei Namen wie die Onkelz, Motörhead und Volbeat - irgendwo dazwischen sind Kärbholz zuhause. Adrian selbst lebt dabei sein Faible für Country Musik aus. "Ich mag diese Rhythmen und diese gewisse Geradlinigkeit", so der Gitarrist. "Es erinnert mich an das Feeling des Films ,Crazy heart', in dem dieser einsame, gezeichnete Typ, der mit sich selbst und seinem Leben im Kampf steht, seine gesamte Wut und Emotion in Lieder steckt und trotz aller Selbstzweifel die Leute zum Tanzen bringt." Die Kärbholz-Texte sprechen Klartext und sind frei Schnauze. "Wir schreiben darüber, was uns bewegt", so der Vollblutrocker. "Unsere Texte sind ehrlich, heben aber nicht den Zeigefinger. Ich kann nichts damit anfangen, wenn mir eine Band sagt, was für tolle oder böse Typen sie doch sind." Politik ist ein Thema, das dabei nahezu außen vor ist. "Wir sind keine sonderlich patriotischen Menschen und machen Politik nicht zum Thema in unserer Musik. In der Vergangenheit hatten wir Nummern wie ,Sag es laut', doch wir gehen damit nicht auf Konfrontationskurs, da uns die ganze Politik reichlich wenig interessiert. Uns schwirren meist andere Gedanken im Kopf herum." Der Erfolg von Frei.Wild eröffnet Acts wie Kärbholz, die ebenfalls härtere, deutschsprachige Musik spielen, durchaus neue Möglichkeiten und zeigt, dass das Verlangen auch nach dem Ende der Böhsen Onkelz nach dieser Musik weiterhin sehr groß ist. "Ich mag keine Vermutungen anstellen, ob wir mal Hallen mit 3.000 Besuchern füllen oder in die Charts einsteigen. Wir hoffen, dass sich unser neues Album gut verkauft und es den Leuten gefällt! Für die nähere Zukunft wären ein paar Auftrittsmöglichkeiten auf Festivals schön, die musikalisch breiter gefächert sind, um die Möglichkeit zu bekommen, unsere Musik einem größeren Publikum zu präsentieren."