Nostradamus - Judas Priest - 2-CD

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Nostradamus von Judas Priest funktioniert in seiner verschachtelten Struktur nur als Ganzes, als Gesamtkunstwerk, als Filmsoundtrack ohne bewegte Bilder! Wie schon mit Angel Of Retribution haben Judas Priest die Fans ... Weiterlesen

Artikelnummer435456
Erhältlich seit13.06.2008
Format/Produkt2-CD
KategorieCDs
GenreHeavy Metal
Nostradamus von Judas Priest

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Letzte Bewertung: 19.08.2009

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Vorab: Das folgende wird keines dieser Negativ-Reviews, wie sie in allen genreinternen Magazinen und im Netz zur Genüge zirkulierten. Nennt mich geschmacklos oder nicht: ich bin einer der wenigen vehementen Verfechter dieser Platte!! "Nostradamus" ist für mich eine bisher ungeschlossene Lücke in der Historie von Judas Priest, die unbedingt gefüllt werden musste. Und die Scheibe blüht auf vor lauter Fantasie und Innovation!
Abgesehen von dem für eine Metalband womöglich untypischen Thema von "Nostradamus", weist dieses eine gaze Reihe von musikalischen Höhepunkten, aber auch Neuerungen im Stil der Priester auf. Es ist auf jeden Fall schwer, das Album als Compilation mehrerer Tracks anzusehen. Vielmehr ist "Nostradamus" als ein großes, faszinierendes Ganzes zu betrachten. Da alle Songs untereinander durch immer auf die Songs folgende bzw. neue Songs einleitende Akustik-Intros beinahe nahtlos aneinander anschließen, lassen sich nur schwer einzelne "beste Songs" beschreiben. Eindeutig zu meinen Favoriten gehören jedoch:
"Prophecy", erstes wirkliches Lied af der Platte, eingeleitet durch "Dawn Of Creation". Der Song beinhaltet, wie ich finde, alle wichtigen Priest-Elemente, nur plus einigem mehr! Ein leicht keyboarddominierter Mittelteil und epische Ausschmückungen des Chorus passen trotzdem vorzüglichnin die Songstruktur. Erster völliger Lichtblick, der die Hoffnung auf ein klasse Album erweckt.
Dann gibt es da "War". Ein schwer zu umschreibendes, so komplett anderes Werk als alles bisher Dagewesene. Effektiv besteht es nur aus einem sehr eingängigen Drumpart, der dem einer Kriegstrommel erschreckend nahe kommt, und aus der zeitweisen Einlage von Streichinstrumenten. Dieses Stück erzeugt, auf der richtigen Anlage gehört und laut genug, ganz sicher eine gehörige Gänsehaut...
Als nächstes ist das mit kleinen italienischsprachigen Gesangsparts verzierte, feierlich konzipierte "Pestilence And Plague", der dritte von vier "Teilen", innerhalb derer hintereinander die vier Apokalyptischen Reiter behandelt werden. Eine Nummer, die ganz klar reinhaut!
Richtig krass wird es mit "Lost Love". Niemals haben Priest vorher etwas so offensichtlich Weichliches gemacht. Ich hatte immer gedacht, das wäre der schlimmstmögliche Fall. Und verdammt, ich habe mich geirrt. "Lost Love" kann sich ohne Einschränkung mit so ziemlich jeder existenten Liebesballade messen, ohne großartige Einbußen befürchten zu müssen. Vom bloßen Hören wird sich ein Gefühl von Trauer und Glück zugleich einstellen. Ein mitreißendes Erlebnis und mehr als eine gelungene Abwechslung für den rauhbeinigen Rocker. Mit Abstand im Führungsfeld des Albums.
"Alone" ist ebenfalls ein mächtig astreines Stück Musik. Ruhig eingeleitet, bietet es ein saftiges Rockriff mit melodiösem Zwischenspiel und toller Gesangsleistung. Das gute alte Halford-Kreischen wird hierbei ebenfalls nicht vernachlässigt. Reinhören!!
Mit "Visions" schli´ßt sich ein weiterer toller Kracher an diese Kette an und entführt den Hörer in die Welt des Nostradamus und dessen Visionen. Schade hierbei: die tatsächlich auffällig technische Produktion der vorab veröffentlichten Single...
Wirklich und unabdingbar ergreifend und gewaltg wird es dann mit "Nostradamus". Ich wage mal diesen Schritt in Richtung Arschtritt von Fans der alten Priest-Songs und behaupte: dieses Meisterwerk ist der bisherige Höhepunkt der Schöpfung von Judas Priest! Nichts von vorher kann sich mit dieser FEIER messen! Das Intro ist in diesem Falle ein fehlerfrei und überwältigend gemeisterter Opernpart von Rob Halford, der einem alle Haare kribbeln lässt. Dann setzt sofort darauf ein Riff und ein Drumgewiter ein, das dasselbige auf "Painkiller" um Längen in den Schatten stellt, auch in puncto Geschwindigkeit. Halford hält hier mehr als 20 Sekunden lang den wohl geilsten Aufschrei der Geschichte des Heavy-Metal durch und pustet damit einfach ALLES weg! WAHNSINN!!! Der restliche Teil des Liedes ist ein einziger Orgasmus für die Ohren eines Genreliebhabers. Nur für diesen Song würde sich die Platte schon gelohnt haben... unbescheiblich!
Aus diesen einzelnen Teilen (und natürlich noch einigen mehr) setzt sich ein wahrhaft illuminiertes Großwerk zusammen, das eigentlich jeden Fan der Traditionsrocker hätte vom Hocker reißen sollen. Bedauerlich, dass diese Wirkung ausgeblieben ist...

An die, die den Mut zu Neuem haben und nicht stur an althergebrachten Priest-Tugenden festhalten (obwohl ich denen, die das tun, übrigens auch nur mitteilen kann, dass sich "Nostradamus" lohnt, denn an und für sich bin ich selbst Bewunderer des traditionellen Heavy Metal und dennoch LIEBE ich diese Scheibe!): Legt euch "Nostradmus" zu und entfleucht in eine phantastische Welt aus Melodie, Rhythmik, nie fehlender Härte und Epik!!

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