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Musik für eine neue Generation: Job For A Cowboy setzen der derbsten und gleichzeitig technisch ausgefuchstesten Verbrüderung von viehischem Grindcore, Prog- und Brutal-Death noch eins drauf. Von der Slam-Hölle in den Prügel-Himmel und vice versa.
EMP Redaktion
von Björn Thorsten Jaschinski(24.06.2009)Aus dem Nebenjob ist ein Beruf geworden: Die Hektiker vom Dienst, die aus Gewissensgründen keinen zweiten Takt im selben Rhythmus halten können, touren sich als Vorreiter einer neuen Extrem-Metal-Generation den Arsch ab. Hätten Venom gewusst, dass ihre "Erfindung" weniger als 30 Jahre nach "Welcome to hell" solche Früchte treiben würde, sie hätten sich schon viel früher und endgültig aufgelöst. Wobei das zweite Album von Job For A Cowboy inmitten seiner nervenzerfetzenden Aggressionseruptionen sogar einige für die Verhältnisse eingängige Momente beinhaltet - so zum Beispiel der Slayer-lastige Marschteil im letzten Drittel von "Summon the hounds". Die Band, welche jetzt schon mehr Shirtmotive hat, als Cradle Of Filth in den '90ern, ist in Sachen Extremität selbst Labelgenossen wie Cattle Decapitation oder den Brutal Death Metal-Urahnen Cannibal Corpse und Suffocation Meilen voraus. Vor dem Gesangseffekt am Ende von "Regurgitated disinformation" hätte selbst Oberdeibel Glen Benton Schiss.
Interview
Relevanz zwischen Death und Core
von Arne Kupetz (15.03.2012)"Demonocracy" heißt der neue Longplayer von Job For A Cowboy. Drei Jahre nach der Veröffentlichung von "Ruinition" geht es bei der Metal Blade-Kombo gewohnt extrem und bissig, jedoch kontrastreicher und songdienlicher zu. Das Quintett aus Glendale, A...
Weiterlesen"Demonocracy" heißt der neue Longplayer von Job For A Cowboy. Drei Jahre nach der Veröffentlichung von "Ruinition" geht es bei der Metal Blade-Kombo gewohnt extrem und bissig, jedoch kontrastreicher und songdienlicher zu. Das Quintett aus Glendale, Arizona blickt beim Aufbau seiner Stücke über limitierende Stil- und Genre-Fragen hinaus und erschafft einen bissigen, anspruchsvollen Brutalo-Crossover, der Hörer aus dem Death- wie dem Core-Bereich auf sich vereinen wird. "Die kreative Weiterentwicklung ist offenbar," meint Sänger Jonny Davy. "Demonocracy" ist kein kleiner Schritt in unserer Karriere, sondern ein Quantensprung. Im Songwriting legen wir von jeher Wert darauf, uns nicht zu wiederholen und Platten unter unterschiedlichen Gesichtspunkten zu schreiben. Dieses Mal ging es weit darüber hinaus. Wir haben acht, neun Monate hart an den neuen Songs gearbeitet und uns in dieser Zeit als Künstler wie als Menschen gefunden. Das Album spiegelt das wider." Gemeinsam mit den Neuzugängen, dem früheren Despised Icon-Gitarristen Tony Sannicandro und Cephalic Carnage-Bassist Nick Schendzielos, definieren Jonny Davy & Co. ein neues Brutalo-Verständnis für Job For A Cowboy, ohne dafür mit der Vergangenheit der Band zu brechen. "Dem Songwriting liegt ein bewusstes Storytelling zugrunde. So sind die Tracks einer beständigen Veränderung unterworfen und durchlaufen starke Kontraste, die die Spannung aufrecht erhalten", führt der Frontmann aus. "Was ich an ,Demonocracy' besonders schätze, ist die prominente Betonung des Bass-Spiels. Dass wir heute Soli sowohl mit den Gitarren als auch dem Bass spielen, bietet mehr Möglichkeiten, uns selbst und die Hörer zu überraschen. Und genau das ist das Ziel." Der Deathcore-Sparte, mit der Job For A Cowboy gemeinhin assoziiert werden, sind die Musiker längst entwachsen. An Hype-Potenzial mangelt es dennoch nicht. "Selbst im extremen Metal herrscht ein Kommen und Gehen," weiß Jonny Davy. "Ein Trend jagt den nächsten und die Leute feiern im Turnus von Monaten neue Heilsbringer der Metal-Welt ab. Wer als Band eine nachhaltige Karriere verfolgen und Bestand haben will, muss sich davon entkoppeln und sein eigenes Ding machen. So halten wir es und hoffen, unseren relevanten Platz im Metal zu verteidigen. Wir richten uns nicht an kurzlebige Trends, sondern streben danach, als Einheit beständig besser zu werden. Zudem vertrauen wir auf die Qualität unserer kreativen Arbeit." Während ihrer neunjährigen Karriere haben Job For A Cowboy gelernt, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Damit liegen sie goldrichtig, wie "Demonocracy" neuerlich belegt. Die Gruppe aus Arizona positioniert sich als ernst zu nehmender Death-Act, der nicht länger ignoriert werden kann: "Stagnation kommt für uns nicht in Frage und wir verbiegen uns auch nicht. Sicherlich würden wir mehr Geld verdienen, wenn wir immer noch im Deathcore-Stil der "Doom"-EP unterwegs wären. Diesen können wir heute jedoch nicht mehr authentisch verkörpern. Unsere Ansprüche und Fertigkeiten sind gewachsen."
Chip-chip hurra?
von Björn Thorsten Jaschinski (28.03.2007)Es gibt Dinge im Leben, die nur von echten Männern gelöst werden können; harten Kerlen, denen die Knarre locker sitzt. Was ein angemessener Job For A Cowboy ist, weiß das gleichnamige Ami-Quintett aus dem Wüsten-Staat Arizona am besten: Auf Tour gehe...
WeiterlesenEs gibt Dinge im Leben, die nur von echten Männern gelöst werden können; harten Kerlen, denen die Knarre locker sitzt. Was ein angemessener Job For A Cowboy ist, weiß das gleichnamige Ami-Quintett aus dem Wüsten-Staat Arizona am besten: Auf Tour gehen und dort die Sau rauslassen. Zwar wird ihr Debut "Genesis" erst noch veröffentlicht, aber das hindert die Deathcoreler nicht daran, bereits mit ihrer "Doom" Mini-CD in Hinterhand und neuen Killer-Songs den Heimatkontinent zu betouren. So heißt es von irgendwo in Kanada lapidar: "Unser Bandname war ein Witz und jetzt bleiben wir daran kleben", was leider nicht erklärt, ob man sich nun Lag Wagons Melo-Punk Album "Hoss" (kennt noch irgendwer "Bonanza"?) huldigt oder einen zynischen Kommentar zu US-Präsidenten wie Ronald Reagan oder den Bushs ablässt. Der Textinhalt von "Genesis" jedenfalls ist hochpolitisch und brisant. "Die CD ist ein Konzeptalbum über den Verichip (ein ambulant unter die Haut spritzbarer Mini-Computerchip, der für Krankenhäuser und Gefängnisse entwickelt wurde - Anm. d. Verf.). Wenn ich jetzt ins Detail gehe, brauche ich ein Jahr für meine Ausführungen. Cattle Decapitation sind übrigens gute Freunde von uns", verweist Ravi auf lyrisch ähnlich engagierte Landsleute, die ebenfalls bei Metal Blade unter Vertrag stehen. Die musikalische Überlegenheit des ersten Albums gegenüber dem alten Material ist für ihn offensichtlich: "Vorher waren wir einfach unreife, junge Kids. Mit ,Genesis' hieven wir unsere Musik auf ein ganz anderes Niveau. Für ,Doom' haben wir einfach nur Riffs geschrieben, in einen Schmortopf geworfen und gedacht, es seien Songs.", lacht der Axtschredder, dessen musikalischen Einflüsse mit Borknagar, Mastodon und Nile ebenso exquisit wie breit gefächert sind. Die bisherigen Erfahrungen auf Tour, mit dem neuen Schlagzeuger Jon "Charn" Rice, müssen mehr als angenehm sein, wenngleich die Trennung von Elliott ohne böses Blut vonstatten ging. "Eliot ist immer noch einer unserer engsten Freunde. Er wollte noch mal die Schulbank drücken und spielt nebenher in einer kalifornischen Band namens Stick To Your Guns. Ich freue mich, dass er für sich die richtige Entscheidung getroffen hat. Aber es macht auch Spaß mit Charn zu spielen, er ist ein unglaublicher Drummer."