Meine Güte, mit "Sons of northern darkness" ist es den Norwegern Immortal doch tatsächlich gelungen, auf den superben Vorgänger "Damned in black" noch einen draufzusetzen. Das neue Langeisen strotzt nur so vor Kraft und Erhabenheit, wurde punktgenau ...
Meine Güte, mit
"Sons of northern darkness" ist es den Norwegern
Immortal doch tatsächlich gelungen, auf den superben Vorgänger
"Damned in black" noch einen draufzusetzen. Das neue Langeisen strotzt nur so vor Kraft und Erhabenheit, wurde punktgenau eingeprügelt und von
Peter Tägtgren mit einer an Härte und Intensität kaum zu überbietenden Produktion versehen. Dabei begehen
Abbath, Horgh und Iscariah nicht den Fehler, von vorne bis hinten durchzuprügeln, sondern lockern ihren druckvollen High Speed-Sound mit allerhand Midtempo-Passagen auf, die in den Songs
"Tyrants" und
"Beyond the north waves" sogar episches
Bathory-Feeling versprühen. Ich kontaktierte
Bassist Iscariah, der außerordentlich auskunftsfreudig Rede und Antwort stand.
"Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Album, weil sich darauf Songs befinden, die wir schon vor Jahren gerne gemacht hätten, damals aber gefühlsmäßig noch nicht so weit waren, gewisse Dinge auszuprobieren",
erzählt der erst 1995 zur Band gestoßene Iscariah einleitend.
"Im Vergleich zu den früheren Alben haben wir sehr viel experimentiert und dadurch eine sehr viel tiefere Atmosphäre erzielen können."
Es war allerdings keine pure Absicht, den Speed-Anteil ein wenig zugunsten der Midtempo-Parts zu reduzieren.
Iscariah: "Immortal haben schon immer Einflüsse aus den frühen Achtzigern und auch aus der Bathory-Zra transparent gemacht, vielleicht erscheinen sie auf "Sons of northern darkness" einfach deutlicher."
Iscariah ist sich ziemlich sicher, dass auch Fans der ersten Stunde mit der Entwicklung mithalten können.
"Ich sehe keinen Grund, warum sie uns den Rücken zukehren sollten, denn wir sind noch immer eine extreme Band. Es hat sich nicht so viel geändert, wie es den Anschein hat, die Songs sind nach wie vor 100 Prozent Immortal. Außerdem macht es keinen Sinn, ein Album wie "Pure holocaust" noch einmal aufzunehmen, denn wir haben uns als Musiker und Persönlichkeiten weiterentwickelt."
Mit "Sons of northern darkness" haben Immortal im Black Metal-Bereich einen Standard gesetzt, der schwer zu toppen sein dürfte, auch von Immortal selbst.
"Immortal ist eine Band, die immer von Album zu Album denkt. Wir machen uns keine großartigen Gedanken darüber, ob das nächste Album jetzt erfolgreicher und besser wird als sein Vorgänger, sondern wir entscheiden immer nur situationsspezifisch und lassen unseren Gefühlen freien Lauf."
Fast schon beängstigend erscheint mir die Entwicklung von Drummer
Horgh, der auf "Sons of northern darkness" eine der besten Drum-Performances abliefert, die ich je im Black Metal-Bereich gehört habe.
"Horgh ist ein Perfektionist und ein unglaublich extremer
Schlagzeuger. Er steht bereits früh morgens auf, um Schlagzeug zu spielen und außer Essen und Schlafen macht er dann den ganzen Tag auch nicht mehr viel",
grinst mein Gesprächspartner durch den Hörer. Zu einem wichtigen Faktor für Immortal ist auch Peter Tägtgren geworden, in dessen Abyss Studio die letzten drei Immortal-Scheiben veredelt wurden.
"Peter hat eine sehr hilfreiche Funktion, in dem er uns berät und Tipps gibt. Er hat uns mit der Produktion von "A heart of winter" den richtigen Weg gewiesen und es ist eine wahre Freude, mit ihm zu arbeiten."
Mit "Sons of northern darkness" sind Immortal zum Indie-Giganten Nuclear Blast gewechselt, was Die Hard-Freaks für gewöhnlich doch ein wenig abschreckt.
"Es ist mir ziemlich egal, wie andere darüber denken. Fakt ist, dass uns Nuclear Blast einfach weiter bringen können, als Osmose. Und rein musikalisch gesehen, sind wir im Gegensatz zu Bands wie Dimmu Borgir keinen Deut von unserer Linie abgewichen."