Über 18 Monate sind seit "The arrival" aus dem Hause Hypocrisy vergangen. Kein Wunder, dass unter den Fans die Frage aufkommt, wann denn Mastermind Peter Tägtgren wieder in die Pötte kommt. Er ist in die Pötte gekommen, und wie er in die Pötte gekomm...
Über 18 Monate sind seit "The arrival" aus dem Hause Hypocrisy vergangen. Kein Wunder, dass unter den Fans die Frage aufkommt, wann denn Mastermind Peter Tägtgren wieder in die Pötte kommt. Er ist in die Pötte gekommen, und wie er in die Pötte gekommen ist. Der neue Schädelspalter nennt sich schlicht "Virus" und präsentiert Hypocrisy eine ganze Kante thrashiger und wütender als auf dem schon nicht gerade leicht verdaulichen Vorgänger. Wir klingelten bei Herren Tägtgren an um nach dem rechten zu sehen.
"Die kürzlich beendete US-Tour mit Soilwork, Dark Tranquility und Mnemic war außerordentlich erfolgreich. Es lief wirklich verdammt gut für uns, besser als wir erwartet hatten, echt. Es war ja nicht unsere erste Tour in den USA, aber definitiv unsere bisher erfolgreichste. Soilwork waren zwar Headliner, aber wir haben ordentlich Gas gegeben und dementsprechend haben die Fans darauf reagiert. Wir haben dieses Mal auch weniger Party gemacht, denn alles war ziemlich straight organisiert und der Zeitdruck war nicht zu unterschätzen. Ich kann dir nichts skandalöses erzählen! Schwer zu glauben, eh? Außer einigen Saufgelagen im Tourbus gibt es nichts zu vermelden!"
Euer neues Album nennt sich schlicht "Virus" und ist nach dem ersten kurzen Höreindruck wesentlich aggressiver als der Vorgänger ausgefallen!
"Stimmt. ,Virus' ist eine ganze Kante thrashiger ausgefallen und hat auch einige superschnelle Parts, man muss das Album generell jedoch in eine Ecke mit "The arrival" stellen. Wir hatten ja schon letzten November aufgenommen, musste dann jedoch mit Pain auf Tour und hatte erst danach wieder Zeit zum Arbeiten am Album. Es mussten noch ein paar kleinere Dinge verändert werden, dann wurde gemixt und gemastert und daraufhin ging ich schon wieder mit Hypocrisy auf Tour. So hat sich die ganze Geschichte länger hingezogen als erwartet. Ah, dazwischen machte ich noch den Endmix des neuen Destruction Albums ... äh, das Jahr war schon ziemlich ausgefühlt bis jetzt."
Du bist ja konstant sehr beschäftigt. Wo findest du überhaupt die Zeit Songs für Hypocrisy zu schreiben?
"Keine Ahnung, ehrlich. Ich trage immer eine Menge Ideen und Riffs in meinem Kopf mit herum. Wenn ich die Zeit habe nehme ich diese Ideen kurz auf Tape auf um sie zu dokumentieren, so dass ich sie nicht vergesse. Wenn es dann an die Arbeit zum neuen Album geht höre ich mich durch die ganzen Ideen und schreibe komplette Songs daraus. Man kann also nicht sagen, wir hätten "Virus" gezielt thrashiger, härter aufgenommen, weil manche Leute "The arrival" ansatzweise zu groovy fanden. Vielleicht hat das auch was mit Horgh (Drummer) zu tun, der jetzt mehr Input hatte als auf "The arrival". Es ist aber auch gut möglich, dass wir als Vierer Line-Up (Andreas Holma ist nun festes Bandmitglied und kein temporärer Tourgitarrist mehr) einfach ein höheres Aggessivitätspotential haben, ha, ha."
Das neue Album wird ja erst im September veröffentlicht. So gesehen gehen euch die ganzen Festivals flöten, oder?
"Nein, wir sind bei vielen Festivals (u.a. Earthshaker, Up From The Ground, beide Deutschland) gebucht. Aber ich muss dann noch einmal mit Pain auf Tour, deswegen ist es Momentan schwierig einen passenden Zeitraum für eine Hypocrisy Tour zu finden."
Wer genießt derzeit bei dir höhere Priorität: Pain oder Hypocrisy?
"Schwer zu sagen, aber ich brauche beide Bands. Beide Bands geben mir auf eine Art Befriedigung die ich nicht missen möchte. Habe ich früher viel mehr Parties abgezogen, bringe ich heutzutage beiden Bands mehr Aufmerksamkeit entgeben und außerdem will ich ein besserer Musiker werden, daher weniger Parties, ha, ha."