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Die niederländischen Vollblutheiden setzen zum nächsten Vorstoß an: Das neue Album strotzt vor impulsiven Ideen, die durchgehend für ausgelassenes Hörvergnügen sorgen.
EMP Redaktion
von Markus Eck(15.03.2010)Die niederländischen Vollblutheiden setzen zum nächsten Vorstoß an: Und das neue Album verdeutlicht den unbedingten Willen der gesamten Horde zum Erfolg. Denn für diesen wertvollen Kriegerschild haben sich diese künstlerisch so tapferen Mannen eine Unmenge an impulsiven Liederideen ausgedacht, die auf "Uit oude grond" durchgehend für ausgelassenes Hörvergnügen sorgen. Angehoben wurde neben der Vielfalt anspruchsvoller Gitarrenarbeit auch der Anteil an heroischen Klargesängen und mehrstimmigen Kehlenvorträgen. Besungen werden die Kompositionen in holländischer Sprache, was zur erhebenden Stimmung so gut passt wie die Heidenfaust aufs Priesterauge. Doch auch in den zündenden Uptempo-Passagen ihrer neuen Hammerplatte, brillieren die vor Leidenschaft schier lodernd brennenden Überzeugungstäter mit umfangreichem Können und mitreißenden Spieltechniken. Auch die wirklich hervorragend gemachte Schlagzeug-Maloche kann überzeugen, da bleibt kein Takt auf der Strecke. Bei allem wird aber auch dem nicht wenig relevanten Faktor Abwechslung bestens Rechnung getragen. Die teils erzfeinen Melodien entwickeln hin und wieder gar runenmagische Kräfte. Ein musikalisch zeitloses Denkmal.
Interview
Niederländische Waffenbrüder
von Markus Wosgien (05.03.2012)Dass Pagan Metal Acts in ihrer Muttersprache singen, ist Dank der skandinavischen Szene mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Im Falle von Heidevolk aus den Niederlanden, ist es dennoch ein Novum und besitzt Seltenheitswert. "Batavi" ist der viert...
WeiterlesenDass Pagan Metal Acts in ihrer Muttersprache singen, ist Dank der skandinavischen Szene mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Im Falle von Heidevolk aus den Niederlanden, ist es dennoch ein Novum und besitzt Seltenheitswert. "Batavi" ist der vierte Longplayer des Quintetts und erteilt uns zudem eine Lektion Geschichtsunterricht, die spannender nicht sein könnte. Der westgermanische Volksstamm der Bataver siedelte sich 50 v. Chr. an der Rheinmündung an, verteidigte sich gegen die Römer und kämpfte um's Überleben. Kriege, Allianzen, Intrigen und Verrat, sind Teil ihrer Geschichte, welche von Heidevolk in neun fesselnden Nummern aufgegriffen wird. "Ich wuchs in der Gegend, in der die Bataver einst angesiedelt waren und ihre Revolte gegen die Römer starteten, auf", erklärt Vokalist Joris den Boghtdrincker. "Daher war es ein innerer Wunsch, ihr Schicksal zu erzählen und dabei etwas tiefer in die Materie einzutauchen, denn in der Schule erfuhren wir nicht viel darüber." Das Ganze spielte sich vor über 2.000 Jahren ab, weshalb die Band eine umfassende Recherche startete. "Wir besuchten das Valkhof Museum in Nijmegen und befassten uns mit den historischen Funden aus dieser Zeit. Auch in dem Werk "Germania" des römischen Historiker Tacitus, fanden wir viele Quellen, die die Legenden bestätigten." Musikalisch ist Heidevolk damit ihr vielseitigstes und gleichfalls härtestes Album gelungen. "Je mehr wir uns mit der Thematik beschäftigten, desto heftiger wurden die Songs. Ein kleines Volk rebelliert gegen ein großes Imperium. Das schrie nach Zündstoff, weshalb viele Songs sehr aggressiv ausgefallen sind." Dennoch sind die Folk Einflüsse und die cleanen Chöre weiterhin ein prägnantes Element im Sound von Heidevolk. "Das große Plus von uns ist, dass wir alle aus unterschiedlichen Bereichen kommen, sei es dem Death- und Black Metal, dem Power Metal oder dem Punk. Die Liebe zur Folk Musik vereint uns dann alle wieder, hierbei mögen wir die traditionellen Bands." Ein weiteres Plus ist der druckvolle, klare Sound. "Unsere ersten Alben wurden von Neulingen produziert und dieses Mal entschieden wir uns für Peter Tägtgren (Hypocrisy, Dimmu Borgir, Amon Amarth u.a.), der genau erkannte, was wir brauchen und vollkommen auf unserer Wellenlänge lag." In der Landessprache zu singen, ist für den Frontmann selbstverständlich. "Für uns ist das etwas ganz Normales. In unseren Anfangstagen waren wir von Acts wie Menhir, Isengard und Skyforger beeinflusst, die alle in ihrer jeweiligen Sprache sangen. Wenn man authentische Musik spielt, dann ist es doch naheliegend, in der Muttersprache zu singen." Dies macht Heidevolk nun seit stolzen zehn Jahren. "Wir sind in der Zeit viermal durch Europa getourt und haben in außergewöhnlichen Ländern und Städten gespielt, was für uns das bis dato Größte war. Genauso stolz macht es mich, dass wir jüngst in unserer Heimatstadt Arnheim vor ausverkauftem Haus spielen konnten." Im März steht die nächste Rundreise an, dann geht es gemeinsam (mit u.a. Eluveitie) auf die Paganfest-Tournee.
Kreatives Feuer
von Markus Eck (20.03.2010)Kürzlich hat das verbrüderte Sextett endlich die Arbeiten am neuen Album "Uit oude grond" erfolgreich abgeschlossen. Diese heldenhaft anmutende Kriegerscheibe vereint alles, was das leidenschaftliche Pagan Folk Metal-Herz begehrt. Erneut hocherhaben ...
WeiterlesenKürzlich hat das verbrüderte Sextett endlich die Arbeiten am neuen Album "Uit oude grond" erfolgreich abgeschlossen. Diese heldenhaft anmutende Kriegerscheibe vereint alles, was das leidenschaftliche Pagan Folk Metal-Herz begehrt. Erneut hocherhaben gekrönt von heroischen Klargesangseinlagen und hypnotisch beschwörenden Männerchören, gelang den Niederländern ein ebenso homogen wie stimmig wirkendes Gesamtwerk von immenser Tiefe, komplett in holländisch lyrisiert. Anmutige Folklorepassagen, zuweilen animierend beschwingter Natur, sorgen ebenfalls für begeisternde Momente.
Einen Blitzkurs in holländischer Sprache muss aber niemand aus den Reihen der Heidevolk-Anhänger buchen, wie Sänger Joris gut gelaunt Entwarnung gibt: "Wir haben zu den niederländischen Songtexten extra auch die englischen Übersetzungen ins CD-Begleitheft gepackt, sodass auch die Nichtholländer alles genau nachlesen können." Die meisten der Lieder für die neue Platte, schrieben Heidevolk wie immer bisher gemeinsam als Gruppe, so der Vokalist: "Doch diesmal machten wir uns auch als Duo oder einzeln ans Komponieren, Strukturieren und Arrangieren. So entstand eine variantenreichere Mischung, als man das bislang von Heidevolk kannte - und ganz besonders die Fans, die uns als Band von Anfang an treu begleiteten, werden dies ganz deutlich heraushören." Er geht dazu gerne noch in die Tiefe: "Die besten Ideen für gute Lieder kommen uns noch immer nach einem langen Spaziergang durch unsere schöne Natur hier in den Kopf. Auch hin und wieder nach dem Lesen eines guten Historienbuches. Wenn ich persönlich also solcherlei erlebten Impressionen gedanklich hinterher hänge, muss ich einfach damit beginnen, meine gewonnenen Eindrücke und Visionen in Song-Ideen für Heidevolk zu verwandeln!" Themen und Inspirationen für die neuen Nummern waren Folklore und Mythologie gleichfalls als auch Historie und die Naturkreisläufe der vier Jahreszeiten. "Zwei Stücke beziehen sich sogar direkt auf unsere noch immer provinzielle Heimat Gelderland - und zwar sind das die Songs ,Een geldersch lied' und ,Karel van egmond'." Wie uns der sympathische Frontmann auch noch zu berichten weiß, existiert jedoch kein kreatives Standardprozedere hierzu in der Band: "Ach, in der Regel schmeißen wir die besten unserer Ideen in einen Topf und kochen das Ganze auf. Vieles kann bei uns ein entscheidender Zündfunke sein, welcher zu einem neuen Liedfeuer führt."