Seit Hatebreed hat die Hardcore Szene wieder unerwarteten Zulauf
bekommen.
"Wenn extreme Zeiten extreme Musik erfordern, ist es Zeit für Hatebreed"
heißt es treffenderweise in ihrer Biographie. Sänger Jamey Jasta
stand EMP Rede und Antwort...
Seit Hatebreed hat die Hardcore Szene wieder unerwarteten Zulauf
bekommen."Wenn extreme Zeiten extreme Musik erfordern, ist es Zeit für Hatebreed"
heißt es treffenderweise in ihrer Biographie. Sänger Jamey Jasta
stand EMP Rede und Antwort. Hatebreed gehören zu den wenigen Hardcore
Bands, denen es gelungen ist, selbst im Mainstream eine stetig wachsende Anhängerschaft
um sich zu scharren. Wie erklärst du dir diese Entwicklung?
"Das ist schwer zu sagen. Prinzipiell arbeiten wir immer nach dem gleichen
Muster: brutale Gitarren, schnelles Drumming und Lyrics, die dir ins Gesicht
zu springen scheinen. Wir sind einfach nur eine Hardcore Metal Band, die Musik
macht, die ihr gefällt und hofft, dass auch andere Leute sie mögen und etwas
mit den Texten anfangen können."
Mit deinen düsteren Aussagen fungierst du für viele Kids als Sprachrohr.
Manche lassen sich gar deine Texte auf die Haut tätowieren. Doch auch ein Jamey
Jasta scheint hin und wieder mal glücklich zu sein. Bei eurem letzten Album
"Perseverance" hatte man jedenfalls zunehmend den Eindruck, dir sei der
Schreibstoff ausgegangen.
"Nun, ich denke, mir ist es gelungen, gewisse Kapitel meines Lebens abzuschließen.
Das hat damit zu tun, dass ich Vater geworden bin und mittlerweile auch zu jedem
in meiner Familie ein großartiges Verhältnis habe. Insofern ist es tatsächlich
so, dass es weniger verletzte Gefühle und damit auch weniger zu bewältigen gab."
"Perseverance" verfügte, wie bereits erwähnt, im Verhältnis zu eurem
1997 erschienen Album "Satisfaction is the death of desire" über eine
ungewöhnlich positive Grundstimmung mit starkem Messagecharakter. "The rise
of brutality" lässt darauf schließen, dass sich das Blatt nun wieder gewendet
hat.
"Richtig, die neue Platte ist wieder sehr negativ. 'Negativ' ist dabei
allerdings nicht im Sinne von hoffnungslos zu verstehen, sondern bezogen auf
die Art und Weise, wie ich meine Gefühle kommentiere. Auf 'Perseverance'
habe ich noch versucht bis zu einem gewissen Grad eine Message der Hoffnung
zu formulieren und den Leuten zu sagen, dass sie die negative Energie nutzen
können, um positive Dinge zu erreichen. Diesmal gab es jedoch wesentlich mehr
negative Einflüsse in meinem Leben. Einerseits dadurch, dass ich um die ganze
Welt gereist bin und viel Schlimmes gesehen habe. Andererseits durch Schwierigkeiten
zu Hause und die Veränderungen, die man erlebt, wenn einen die Menschen als
erfolgreiche Band ansehen."
Wie sahen diese Veränderungen im Einzelnen aus?
"Gewisse Leute behaupten, der Erfolg hätte uns verändert. Man will uns am Boden
sehen. Deshalb geht es bei dieser Platte mehr darum, das beizubehalten, was
uns immer schon ausmachte."
Die Behauptung, dass Plattenfirmen ihre Bands zu sehr verwöhnen und dadurch
Starallüren provozieren, ist sicherlich nicht verkehrt...
"Aber auf uns trifft sie nicht zu. Universal ermöglicht uns lediglich
ein besseres Aufnahmebudget, doch unsere Platten erscheinen auf meinem Label!
Wir bestimmen jeden einzelnen Schritt selbst und für diese Platte sind wir nicht
mal in ein großes Studio gegangen. Persönliche oder stilistische Veränderung
kann man uns also wirklich nicht vorwerfen."