EMP Redaktion
von Jürgen Tschamler(20.09.2006)Hammerfall haben 1997 mit ihrem "Glory to the brave" Album den Metal wieder ins Tagesgeschehen zurück geholt. So bleibt das Album für die Band das Maß der Dinge. Keines der folgenden, obwohl großartigen Alben, konnte dieses Stück Metal-Geschichte toppen. Auch "Threshold" schafft das nicht, ist jedoch bei nüchterner Betrachtung das wohl stärkste Werk der Schweden nach ihrem Debutalbum. Die typischen Trademarks der Jungs um Oscar Dronjak bilden weiterhin das Rückgrat des Hammerfall-Sounds, allerdings hat man sich von all zu fetten Chören und zu eingängigen Melodien gelöst. Das Material ist im Ganzen gesehen schneller, leicht roher und drückender. Die Gitarrenläufe sind hochkarätig bangerkompatibel. Nummern wie "Reign of the hammer", "Genocide" oder "Howlin'with the pac" geben ein galoppierendes Tempo vor das jeden Hammerfall Fan umgehend auf die Knie fallen läst. Die erste Single, "Natural high", überzeugt mit einem knalligen Grundriff und einem superben Gesangseinsatz von Joacim Cans. Ein ziemlich tightes Stück als erste Single-Auskoppelung! So gesehen alles beim Alten, nur viel besser! Hammerfall werden den Erwartungen komplett gerecht und scheren sich einen Dreck um all die nörgelnden Besserwisser. In diesem Sinne, "The fire burns forever"!
Interview
Livehaftig und laut
von Adam Weishaupt (16.11.2012)Mitte der Neunziger bildete das schwedische Quintett Hammerfall die Speerspitze einer neuen Generation an jungen, aufstrebenden Heavy Metal-Acts. Ihre Karriere verlief konstant steil nach oben und bescherte der Metal-Gemeinde bis dato acht erstklassi...
WeiterlesenMitte der Neunziger bildete das schwedische Quintett Hammerfall die Speerspitze einer neuen Generation an jungen, aufstrebenden Heavy Metal-Acts. Ihre Karriere verlief konstant steil nach oben und bescherte der Metal-Gemeinde bis dato acht erstklassige Silberlinge. Für 2013 haben Hammerfall nun erstmals eine Pause angekündigt, um ihre Batterien aufzutanken und neue Inspiration zu schöpfen. Das laufende Jahr schließen die Skandinavier jedoch mit der Veröffentlichung des eindrucksvollen Live-Vermächtnisses "Gates of Dalhalla" ab. Speziell ist bereits die abgefahrene Location, in einem historischen Steinbruch mit einer Bühne, umgeben von Wasser. Noch spezieller ist die 26 Tracks umfassende Setlist des Abends, samt einer Menge illustrer Gäste und alter Weggefährten. "Mit 135 Minuten war es unsere bis dato längste Show und zudem eine unserer besten", resümiert Gitarrist Oscar Dronjak über die im Juli 2012 performte Show in der schwedischen Provinz. "Wir haben nicht nur eine Vielzahl an Pyros in die Luft gejagt, sondern unglaubliche 80 Marshall-Boxen aufgestellt, womit wir unseren eigenen Rekord nochmals überbieten konnten. Die Bühne in dieser ehrwürdigen Kulisse war ein Traum und was das ganze Spektakel noch abgerundet hatte, waren die zahlreichen Gastmusiker." Mit dabei waren u.a. die beiden Hammerfall Ur-Mitglieder Jesper Strömblad (ex-In Flames) und Mikael Stanne (Dark Tranquility) sowie ihr langjähriger Gitarrist Stefan Elmgren (Fullforce). "Es war wie ein großes Familientreffen mit Freunden", gesteht der Saitenhexer. "Sie haben sich alle sehr wohl gefühlt und genossen es, bei dem Spektakel dabei zu sein. Jesper war anfangs sehr nervös, doch er rannte so oft und schnell über die Bühne, wie ich ihn noch nie erlebt hatte. Mit Stefan war es, als sei es gestern gewesen. Er hat uns bei ,Riders of the storm' und ,Last man standing' unterstützt und grub seine alten Bühnenklamotten wieder aus. Es war als hätte es die vier Jahre ohne ihn nicht gegeben. Mikael kam zu ,Steel meets steel' auf die Bühne und ich denke, es ist für alle interessant zu sehen, wie wir mit unserem ersten Sänger klangen." Ein weiterer Höhepunkt findet gegen Ende der Show statt, als ein in Mönchskutten bekleideter Chor die Bühne betritt: das Team Cans, dem Gewinnerchor einer schwedischen Castingshow unter der Leitung von Hammerfall Vokalist Joacim Cans. "Mit ,Oh fortuna' traten sie damals im Fernsehen auf", erklärt Dronjak und fährt fort: "Gänsehaut bekomme ich bei der Chor-Version von ,One more time', die sehr massiv rüberkommt. Es freut mich, dass wir diesen und andere Momente für alle Zeit verewigen konnten." Im kommenden Jahr will der Guitarero keinesfalls auf der faulen Haut liegen. Auf dem Plan steht unter anderem seine Hammerfal- Biografie sowie eine Reunionshow inklusive der Neuauflage des Debuts "The book of truth" von Ceremonial Oath, der melodischen Death Metal-Formation in der Oscar zusammen mit Jesper Strömblad und Anders Iwers (Tiamat) vor Hammerfall spielte. "Ich werde massiv üben müssen, denn in einer Ceremonial Oath-Nummer stecken so viele Riffs wie in zehn Hammerfall- Tracks - und sie sind rasend schnell."
Ungebremst zu neuen Höhen
von Jürgen Tschamler (22.03.2011)Hammerfall sind ein Garant für unverfälschten Heavy Metal und dennoch nicht ganz unumstritten in der Szene. Was aber auch egal ist, denn die Herren aus Göteborg ziehen ihr Ding durch und überraschen immer wieder mit unerwarteten Schritten. So auch be...
WeiterlesenHammerfall sind ein Garant für unverfälschten Heavy Metal und dennoch nicht ganz unumstritten in der Szene. Was aber auch egal ist, denn die Herren aus Göteborg ziehen ihr Ding durch und überraschen immer wieder mit unerwarteten Schritten. So auch bei ihrem neuen Longplayer "Infected", denn man ließ sich mit James Michael als Produzenten ein. Michael ist u.a. dafür bekannt, schon mit Mötley Crüe, Papa Roach, Scorpions, Alanis Morissette, Meat Loaf oder eben Sixx:A.M. gearbeitet zu haben. Bei letzterer Truppe ist er zudem auch noch Sänger. Das hat nicht viel mit dem traditionellen Sound von Hammerfall zu tun. Was zum Teufel hat die Schweden geritten, mit diesem Mann zu arbeiten? Bandleader und Gitarrist Oscar Dronjak erklärt: "Es ist eigentlich die gleiche Musik wie immer, nur frischer, knackiger und rauer. Wir haben bisher noch nie so frisch und up to date geklungen und dabei unsere Trademarks beibehalten. Die Zusammenarbeit mit James war sehr cool. Allerdings hatte ich zu Beginn Bedenken, das muss ich zugeben. Ich kannte ihn nicht, wusste nicht, was wir zu erwarten hatten. Es geht in diesem Augenblick nicht nur um Musik, sondern darum, ob du mit dieser Person auch menschlich klar kommst. Ich muss aber auch klarstellen, dass wir einen großen Teil des Albums in unserem Übungsraum in Schweden aufgenommen haben, das wir in ein Studio umfunktioniert hatten. Nur der geringere Teil wurde bei James in Nashville aufgenommen. Also Vocals, Gitarrensolos und ein paar Keyboardpassagen. Das war von Grund auf eine ganz andere Verfahrensweise, als wir es bei den letzten Alben mit Charlie Bauernfeind gemacht hatten. Dass wir mit einem Amerikaner die Vocals aufgenommen haben, brachte zudem den Vorteil mit sich, dass gerade im textlichen Bereich einiges verbessert wurde. Und da James selbst singt, konnte er Joacim tatkräftig mit Tipps zur Seite stehen. Die Entscheidung für James lag hauptsächlich darin, dass wir uns von dem Sound der letzten Alben lösen und was Neues ausprobieren wollten. Es war ein logischer Schritt mit einem überraschenden Ergebnis! Für James war dies auch eine neue Erfahrung, denn er hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie mit einer Band gearbeitet, die den typischen, nennen wir es Euro Metal, spielt. Die Zusammenarbeit war äußerst angenehm, kann ich nur sagen." Ihr habt von einer ungarischen Band einen Song gecovert. Wie kam es zu dieser obskuren Idee? "Diese Idee trage ich schon lange mit mir herum. Pokolgép sind ihrer Heimat Ungarn eine ganz große Nummer und schon seit ewigen Zeiten dabei. ,Hol van a szo' ist der ursprüngliche Titel, den wir dann in einen englischen Text umgearbeitet haben. Jetzt heißt er ,Send me a sign'. Wir haben ihn in Ungarisch und Englisch aufgenommen, wobei es bezüglich des Textes nicht ganz leicht war, denn wir haben ihn erst ins Schwedische übersetzt und dann ins Englische." Bei einigen Songs kann man Keyboards ausmachen. Muss man sich in Zukunft an dieses Instrument in dieser Form in eurem Sound gewöhnen? "Bei ,Redemption' und ,666 - The enemy within' haben wir Keyboards benutzt, wie wir sie bisher noch nicht in unseren Sound involviert haben. Bei letztgenanntem Track wurden viele Passagen vom Keyboard übernommen, die ursprünglich für die Gitarre gedacht waren. Aber gerade in diesem Stück treiben die Keyboards an. Mach' sie weg und der Song wirkt belanglos. Schwierig zu beschreiben, aber es klingt großartig." Wann gibt es die Tour zum neuen Album? "Im Sommer starten wir mit vielen Festivals wie Sonisphere in der Schweiz, Hellfest etc. 20 Festivals sind es insgesamt, glaube ich, und im Herbst beginnen wir dann unsere eigene Welttour."
Stillstand ausgeschlossen
von Jürgen Tschamler (19.06.2008)Halbe Sachen gibt es nicht bei Hammerfall. Auch wenn man sich dieses Jahr live etwas rarer macht heißt das nicht, dass man auf der faulen Haut liegt. Fast gleichzeitig veröffentlichen die Gralshüter des True Metal eine CD mit dem Titel "Masterpieces"...
WeiterlesenHalbe Sachen gibt es nicht bei Hammerfall. Auch wenn man sich dieses Jahr live etwas rarer macht heißt das nicht, dass man auf der faulen Haut liegt. Fast gleichzeitig veröffentlichen die Gralshüter des True Metal eine CD mit dem Titel "Masterpieces" sowie ein fettes DVD Paket mit dem Namen "Rebels with a cause - Unruly, unrestrained, uninhibited". Parallel dazu musste man den Ausstieg von Gitarrist Stefan Elmgren verarbeiten und einen Ersatz finden. Inzwischen wurde The Poodles Gitarrist Pontus Norgren als Ersatz bestätigt. Keine schlechte Wahl wie die ersten Reaktionen zeigen. Oscar Dronjak zum Ausstieg von Stefan Elmgren:
"Wir haben Verständnis für die Entscheidung von Stefan sich nun seinen Traum zu erfüllen und Pilot zu werden. Dass Gitarrist bei Hammerfall und Pilot sein sich nicht vereinbaren lässt, ist offensichtlich. Es ist schade dass er geht, aber das ist seine Entscheidung und wir haben sie zu akzeptieren. Mit Pontus Norgren haben wir sicher die richtige Wahl als Ersatz getroffen. Es geht ja nicht nur darum, dass wir einen guten neuen Gitarristen brauchen, sondern auch einen der menschlich zu uns passt. Anders (Johansson, Drummer) kennt Pontus schon seit Jahren und weiß, dass auch er z.B. Accept mag und neo-klassischen Metal. Also daher gesehen sollte es mit ihm wunderbar klappen."
Aktuell haben Hammerfall erneut eine DVD am Start "Rebels with a cause - Unruly, unrestrained, uninhibited". Einen dokumentarischen Charakter kann man der DVD schon zusprechen, oder?
"Ja, sicher. Gerade durch die Interviewsequenzen und unsere vielen selbstgedrehten Filmchen kommt man der Band sehr nahe. Wir wollen den Fans einen ziemlich realistischen Eindruck von uns geben, wie wir wirklich sind, was wir auf Tour machen, etc. Dazu dann noch jede Menge Promo- und Liveclips. Die ganzen Clips vom schwedischen TV, die es nur dort zu sehen gab. Es ist schon verdammt viel Material zusammengekommen in den letzten sechs Jahren. Da war es zum Teil auch schwierig zu entscheiden was wir mit auf die DVD packen und was nicht. Geplant war der Release eigentlich schon viel früher, zur Veröffentlichung unseres Best-of Albums, was leider nicht geklappt hat. Ich denke, die DVD ist eine gute Ergänzung zu den Vorgängern und zeigt viele neue Aspekte in Sachen Hammerfall."
Zeitgleich habt ihr auch noch die "Masterpieces" CD fertiggestellt. Jetzt habt ihr endlich alle jemals von euch veröffentlichten Coverversionen auf einer CD zusammengezogen!
"Ja, stimmt. Ich hoffe man unterstellt uns jetzt nichts Böses mit diesem Album, aber es haben viele Fans danach gefragt. Viele der Coverversionen waren ja meistens Bonus- oder B-Seiten Material oder sonst irgendwie veröffentlicht. Zusätzlich gibt es drei ganz neue Coverversionen zu hören: Zum einen Riot, Europe und, nun werden wohl einige die Nase rümpfen, Skid Row. Aber "Youth gone wild" ist ein klasse Party Song! Ich denke wir haben den Spirit des Songs gut eingefangen ohne die typischen Hammerfall Attribute in Frage zu stellen. Jetzt werden wir uns aber wieder auf die Arbeiten zum neuen Album konzentrieren das aller Voraussicht im Frühjahr 2009 kommen soll. Es geht etwas langsamer voran als erhofft, was mit vielen Dingen zusammenhängt, wobei Stefans Weggang ein Faktor davon ist."
The fire burns forever!
von Jürgen Tschamler (25.09.2006)Gerade einmal ein Jahr ist vergangen seit der Veröffentlichung von "Chapter V: Unbent, unbowed, unbroken", da legen die schwedischen Hammerfall schon ihr sechstes Studioalbum vor: "Threshold". Hammerfall sind seit ihrem ersten Auftauchen in der Metal...
WeiterlesenGerade einmal ein Jahr ist vergangen seit der Veröffentlichung von "Chapter V: Unbent, unbowed, unbroken", da legen die schwedischen Hammerfall schon ihr sechstes Studioalbum vor: "Threshold". Hammerfall sind seit ihrem ersten Auftauchen in der Metal-Szene ein Eckpfeiler des klassischen Metals geworden. Ihr 1997er Debut "Glory to the brave", hat den Metal ins Tagesgeschehen zurückbefördert und dem traditionellen Metal mehr Aufmerksamkeit eingebracht. Mit jedem weiteren Hammerfall Album wurde die Fanschar größer und die Jungs wurden auch über die Grenzen des Metals hinweg bekannt. Es sind gerade einmal eine handvoll echter Metal-Bands die in den letzten zehn Jahren den Durchbruch packten, Oscar Dronjak und seine Jungs gehören zweifelsohne dazu.
Mit den Aufnahmen zum neuen Album habt ihr auf einen vertrauten Produzenten gesetzt der schon zwei Mal mit euch gearbeitet hatte. So vermeidet man jedes Risiko, oder? "Mag sein, aber wir haben sehr gute Erfahrungen mit Charlie Bauernfeind gemacht und da fand überhaupt keine Diskussion statt wo und mit wem. Er weiß genau wie wir klingen wollen, und er weiß auch genau wie er uns dazu bringt genau so zu klingen wie wir es haben möchten. Es ist sehr angenehmes Arbeiten mit ihm und das Lundgard Studio in Dänemark ist zwar weit von zuhause weg, aber auch wieder nicht so weit als dass man bei Bedarf nicht mal kurz wieder nach hause könnte." Ihr habt euch für das neue Album erneut mit Sportlern zusammengetan um einen weiteren Track für Hammerfall aufzunehmen. Schon bei "Hearts of fire" (vom "Crimson thunder" Album) habt ihr mit dem schwedischen Curling Team (Eisstockschießen) zusammen gearbeitet. Jetzt ging es sogar einen Schritt weiter, denn zu "The fire burns forever" habt ihr ein Video mit schwedischen Spitzensportlern gedreht und durftet den Track sogar live bei der im August stattgefunden Eröffnungsfeier der 19. Leichtathletik-Europameisterschaft vorstellen! "Ja, das stimmt. Wenn ich richtig informiert bin, wurde das Event in über 54 Ländern live übertragen. Da saßen bestimmt 200 Millionen Leute vorm Fernseher und haben das Spektakel geschaut und wir waren ein Teil davon, einfach unglaublich. Im Station selbst waren 100.000 Leute anwesend. Das Produktionsteam, das damals für die Zusammenarbeit zwischen uns und dem Curling Team verantwortlich war, kam erneut auf uns zu, da sie von der Zusammenarbeit damals sehr beeindruckt waren und fragte ob wir nicht bei einem Video zu dem Leichtathletik-Event mitmachen wollten. Das Timing war eigentlich perfekt, denn wir waren gerade dabei Material für ein neues Album zu schreiben, so konnten wir das verbinden. Wie wir zu dem Auftritt bei der Eröffnungsfeier kamen ist das eigentlich coole, denn die Athleten mit denen wir das Video drehten machten sich für einen Auftritt dort stark. Vor allem Robert Kronberg (110 m Hürden Champion) setzte sich für unseren Einsatz dort ein. Das war auch der Typ der den Track im Studio mit Joacim im Duett einsang und dies dann auch live tat!"