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Gojira, frankreichs wohl größte Metal-Konstitution poltert im Sommer mit neuem Album durch die Musik-Gemeinde. "L'Enfant Sauvage" heißt das neue Werk, was übersetzt so viel heißt, wie wildes Kind! Genau so wild wie der Titel des neuen Gojira Albums, ist auch der Inhalt! Die Special Edition enthält zusätzlich zwei Bonustracks und eine Bonus DVD, die ein komplettes Konzert aus dem Jahre 2009 enthält!
EMP Redaktion
von Jürgen Tschamler(11.05.2012)Ob man den Franzosen Gojira den Exotenstatus zugestehen darf/kann, ist diskussionswürdig. Allerdings ist Fakt, dass in der internationalen Knüppelliga keine andere französische Truppe solch ein Standing genießt, wie eben Gojira. Ihr enorm anspruchsvoller Death Metal - mit hohem Prog-Einschlag, ausgefeilten, ungewöhnlichen Rhythmen und ihren immer wieder eingeflochtenen Grooveparts - haftet schon eine gewisse Exklusivität an. So geht das Quartett auch auf "L'Enfant sauvage" wieder enorm anspruchvoll zur Sache und findet dabei sogar noch die Muße Melodiepassagen und abgefahrene Rhythmusakrobatik verblüffend wirkungsvoll zu verbinden. "Liqiud fire" beginnt stakkatohaft, im weiteren Verlauf verblüfft man mit einer eingängigen Gitarrenarbeit und mehrstimmigem Gesang, zerfetzt diese für Gojira-Verhältnisse eindimensionale Spielweise mit einem ohrwurmhaften Riffgewitter und killt die Nackenmuskulatur. Hammer! Das gewaltige "Impermanence" ist ähnlich aufgebaut, hat aber einen höheren Ohrwurmfaktor trotz seiner ungewöhnlichen Songstruktur. Auch hier wechselt man wieder lässig zwischen Death Metal-typischen Growls und klaren Gesangspassagen. Ganz großes Kino! Gojira liefern hier ihr Referenzwerk für Zukünftiges ab! Brillant.
Interview
Frankreichs letzter Stolz
von Jürgen Tschamler (18.05.2012)Gojira gehört zweifelsohne zu Frankreichs wichtigstem Musikexport in Sachen Death Metal. Wobei Death Metal in der Zwischenzeit sicher eine diskussionswürdige Genrezuordnung ist. Extrem Metal wäre wohl die bessere Kategorisierung der Gebrüder Duplanti...
WeiterlesenGojira gehört zweifelsohne zu Frankreichs wichtigstem Musikexport in Sachen Death Metal. Wobei Death Metal in der Zwischenzeit sicher eine diskussionswürdige Genrezuordnung ist. Extrem Metal wäre wohl die bessere Kategorisierung der Gebrüder Duplantier und ihren beiden Mitstreitern Labadie und Andreu. Auf ihrem fünften Album gehen die Franzosen weiterhin einen extrem konsequenten Weg. "L' enfant sauvage" (in etwa "The wild child") bildet die Fortsetzung dessen, was man auf den Vorgängeralben vorgelegt hat nur noch gereifter, noch ausgefeilter. Musikalisch wie textlich läuft das Quartett außer Konkurrenz, das haben auch Metallica festgestellt die Gojira als Opener für ihre Touren gezielt rauspickten. Nur einen weiteren Ansporn nennt Gitarrist und Sänger Joseph Duplantier dieses Zwischenspiel und kommt gleich zum Thema:
"Aufgenommen haben wir ,L' enfant sauvage' mit Josh Wilbur (produzierte u.a. Lamb Of God) in den Spin Studios in Queens, New York in der zweiten Hälfte des letzten Jahres. Wir haben ein neues Management, ein amerikanisches, und von Seiten des US-Büros unserer Plattenfirma war man auch darauf bedacht, dass wir dieses Mal in den USA aufnehmen. Josh war eine gute Wahl und hat uns immer wieder nach vorne an neue Grenzen gepusht,. Viele uns liebgewonnen Abläufe mussten wir dabei hinter uns lassen. Wir haben mit vielen neuen Sounds experimentiert wie man beim hören von "L'enfant sauvage" feststellen wird. Höre dir nur mal ,Mouth of kala' an, wo wir unseren Emotionen freien Lauf lassen."
Im Vorfeld des neuen Albums hieß es, der Titel habe u. a. mit der "Frage von Freiheit und Verantwortung" zutun. Wie ist das zu verstehen?
"Bei diesem Album geht es um viele Dinge, aber hauptsächlich um den menschlichen Geist. Das ist zwar schon seit Beginn ein Topic für Gojira, aber dieses Mal geht es tiefer. Freiheit ist ein kniffliges Ding, sie zu finden und zu bewahren ist nicht ohne. Mit Freiheit kommen aber auch Probleme und Verantwortung auf einen zu. Man kann das aus so vielen verschiedenen Positionen sehen. Ich habe mich selbst gefragt. Was ist Freiheit? Was bedeutet sie mir? ,L'enfant sauvage' befasst sich damit. Sicher, darauf gibt es keine Antwort, es gibt nur Leben und Fragen. Ich bin in meinem Leben an einem Punkt angekommen wo ich viele Dinge anders sehe als zu der Zeit als ich ein Teenager war. Eigentlich behandeln Gojira Alben mehr das Universum, die Geheimnisse des Lebens und das Schicksal der Menschheit im Ganzen, dieses Mal geht es mehr um meine Stellung in der Gesellschaft. Ich wundere mich weniger über die Gesellschaft, eher darüber was ich tue. Letztendlich versuche ich ein Freigeist zu bleiben."
Interesanterweise kommt das neue Gojira Album bei Roadrunner Records raus, einem Label das laut euren eigenen Aussagen die perfekte Heimat für die Band wäre. Allerdings wurden gerade alle europäischen Büros von RR geschlossen und...
"Wir wissen momentan nicht wie sich diese Geschichte entwickelt, aber das Album wird veröffentlicht werden. Und Leute die uns mit diesem Album kommerziellen Ausverkauf unterstellen wollten sei nur gesagt, die Musik hat sich nicht im geringsten verändert. Wir hätten exakt das gleiche Album veröffentlicht wenn wir noch bei einem Independent Label unter Vertrag wären. Das muß einmal klargestellt und gesagt werden."
Gojira sind eine der ganz wenigen, oder gar derzeit die einzige Metalband die in der Oberliga mitspielt. Wie fühlt man sich da?
"Hm, es ist gut zu wissen dass man die Flagge für sein Land hoch hält, aber darüber mache ich mir ehrlich gesagt keinerlei Gedanken. Meine Priorität gilt alleine der Musik. Und ehrlich, woher man kommt ist doch egal."
The way of all flesh
von Andreas Reissnauer (19.09.2008)Sind die derzeit erfolgreichste und beste Metalband Frankreichs und es ist an der Zeit, dass dies auch die hiesigen Metaller erfahren und neugierig werden. Gojira veröffentlichen mit "The way of all flesh" ihr viertes und mit Sicherheit bestes Album,...
WeiterlesenSind die derzeit erfolgreichste und beste Metalband Frankreichs und es ist an der Zeit, dass dies auch die hiesigen Metaller erfahren und neugierig werden. Gojira veröffentlichen mit "The way of all flesh" ihr viertes und mit Sicherheit bestes Album, welches ein sicherer Anwärter auf jede Top 10-Jahresliste ist. Sänger und Gitarrist Joe Duplantier hat darüber hinaus im Laufe des Jahres durch sein Mitwirken bei Cavalera Conspiracy auf sich aufmerksam gemacht und so die Promo-Maschinerie für das neue Gojira Album in Gang gebracht. In wieweit hat sich die Zusammenarbeit mit Max und Igor bei Cavalera Conspiracy auf die Arbeiten an "The way of all flesh" ausgewirkt? "Gar nicht, da mich die Arbeiten an Cavalera Conspiracy nur drei Wochen gekostet haben und das schließt sowohl die Proben als auch die Aufnahmen mit ein. Alles ist sehr spontan vonstatten gegangen. Max ist der Supervisor gewesen, es ist sein Projekt und ich glaube, sie haben die Band in erster Linie gegründet, um sich als Brüder wieder näher zu kommen." Wie haben denn deine Bandkollegen von Gojira auf die Offerte reagiert? "Oh, sie hatten Angst, ich würde die Band verlassen", schmunzelt der Sänger und Gitarrist. "Nein, im Ernst, wir waren alle hocherfreut darüber. Zunächst war unser Bassist Jean-Michel für den Job angedacht, aber er hatte keine Zeit, also bot ich mich an, schließlich kann ich auch ganz passabel den Viersaiter bedienen. Für mich war es sehr interessant zu beobachten, wie sie arbeiten. Alles ist viel spontaner und sie arbeiten schneller als wir bei Gojira, das ist faszinierend. Allerdings mögen wir es nun einmal ausufernder und bevorzugen eine genaue Recherche. Also müssen wir damit leben, dass sie ein Album in zehn Tagen schreiben, während wir dafür ein ganzes Jahr benötigen." Mit "From Mars to Sirius" habt ihr die Messlatte extrem hochgelegt. War der Druck beim neuen Album spürbar, etwas Gleichwertiges nachlegen zu müssen? Seitens der Fans, des Labels oder des Managements? "Den meisten Druck machen wir uns ehrlich gesagt selbst. Wir nehmen die Band unglaublich ernst und dann entsteht automatisch eine Menge Druck. Mein Bruder und ich sind Perfektionisten und verglichen dazu ist der Druck, den Fans oder die Presse aufbauen können, einfach zu ertragen." Ehrlich gesagt hatte ich die Befürchtung, dass ihr aufgrund eurer Erfolge in Frankreich, England und den USA zugänglicher, kommerzieller werden würdet. Doch nichts dergleichen, das neue Album atmet dieselben anspruchsvollen, tiefgängigen Vibes wie "From Mars to Sirius". "Das freut mich zu hören. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Sounds und Textinspirationen, stellen Fragen und suchen die Antworten. Unsere Arbeit ist sehr ehrlich und mit viel Seele verbunden, das ist es, was uns glücklich macht und die Leute brauchen keine Angst zu haben, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern könnte." Ändern sollte sich aber in jedem Fall die Präsenz der Band in Deutschland. "Ich weiß, wir haben bei euch einiges nachzuholen, bislang hatten wir nur zwei Gigs auf dem Rock Hard und dem Summer Breeze Festival. Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen, aber bislang hat sich einfach nichts ergeben. Jetzt kommen wir aber mit In Flames auf Tour und ich hoffe, das ist erst der Anfang."