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Für wahre Freunde der Deutschrock-Band Frei.Wild ist dieses schwarze T-shirt mit Doubleprint. Auf der Brust sticht besonders das große W mit Geweih aus dem typischen Frei.Wild-Logo hervor. Darum herum sind verschiedene Marine-Symbole wie Anker und Kompass zu sehen, umringt vom Claim "Wahre Freunde - Unterwegs". Auf dem Rücken ist das Frei.Wild Logo in unauffälligem Dunkelgrau und ein Auszug aus der Single "Diesen Schuh Musst du Dir Nicht Anziehen": Falsche Menschen gibt es immer, wahre Freunde nicht viele, folge deinem Herzen, es hat andere Ziele.
Interview
Beachtlicher Schritt nach vorne
von Hannes Utrecht (12.09.2012)Mit "Feinde deiner Feinde" ist nun das 8. Studioalbum im Kasten. Wie beschreibt ihr die Entwicklung der Band seit dem Debutalbum bis heute?
Philipp: "Ja kommt drauf an. In Kurzform? Beachtlich. Wider erwarten ganz schön über unserer damaligen Vorstel...
WeiterlesenMit "Feinde deiner Feinde" ist nun das 8. Studioalbum im Kasten. Wie beschreibt ihr die Entwicklung der Band seit dem Debutalbum bis heute?
Philipp: "Ja kommt drauf an. In Kurzform? Beachtlich. Wider erwarten ganz schön über unserer damaligen Vorstellung und irgendwie schon auch total gerecht :). Nein im Ernst, wie beschreibt man sowas am besten? In 11 Jahren geht die Sonne schon einige Male auf und wieder unter. Da passiert so einiges im Leben aber auch mit einer Band. Dinge, die man vorhersehen kann, Dinge an denen man arbeiten kann und vor allem, das Hineinwachsen in eine gewissen Sache und diese vor allem immer mehr lieben lernt. Wenn man erkennt, dass diese Sache es wert ist, daran festzuhalten, für sie zu kämpfen und wirklich alles zu geben, ist es natürlich umso schöner, wenn man Fortschritte feststellen kann. In unserem Fall ging die Kurve im Vergleich zu den meisten anderen Bands relativ langsam nach oben, dafür aber kontinuierlich. Es ist ein wunderbarer Lohn für eine hart arbeitende Band, ihre Crew und selbst ihre Fans. Etwas Glück gehört bestimmt auch dazu, aber wir haben das Ziel auch wahrlich nie aus den Augen verloren und nie vergessen, woher wir kommen."
Eure Fangemeinde ist größer geworden, bemerkt ihr hier eine deutliche Veränderung oder sprecht ihr noch denselben Fan wie damals mit eurer Musik an?
Philipp: "Nun, das ist schwer zu sagen. Im Großen und Ganzen sind noch zahllose Fans aus der Anfangszeit und insbesondere der ersten Jahre mit dabei. Natürlich hat sich auch hier was getan, wäre schlimm, wenn nicht. Musik sollte nie nur eine gewisse Altersgruppe bedienen, nie nur eine Sparte abdecken, nie nur für irgendjemanden gedacht sein. Das Gefühl zu verspüren, mit seinen Songs Menschen aus allen Schichten, allen Altersgruppen, vieler Herkunftsnationen und vor allem auch über so lange Zeit hinaus zu berühren, ist eine wunderschöne Sache. Manchmal staunen wir echt nicht schlecht beim Blick von der Bühne. Da ist echt alles dabei, was man sich vorstellen kann. Das ist gut so und zeugt davon, dass unsere Musik eigentlich schon da gelandet ist, wo wir sie hinführen wollten. Sie sollte für jeden da sein, ganz ohne Klischee und halt eben aus dem Leben in die Herzen gehen - ohne Umwege, ohne Lügen und nah am Geschehen."
Die Konzerte an sich sind auch größer geworden, ihr spielt fette Hallen, was macht euch mehr Spaß, das Tourleben oder die Arbeit im Studio?
Philipp: "Grundsätzlich schon das Tourleben, aber auch im Studio kann man ungemein Spaß haben. Es kommt auf die Mischung an, die in unserem Falle ja Gott sei Dank genau da ist, wo sie hingehört. Wir haben diesbezüglich eine echt ausgewogene Balance, spielen nicht zu oft und können uns so auch jedes Mal auf die Show einstellen, ,vor'- freuen, auf der Bühne alles geben und uns hinterher auch an jede einzelne Show erinnern. Das ist gut so und sollte auch so bleiben. Aber bekanntermaßen verbringen wir auch massig Zeit im Studio, doch auch hier gönnen wir uns notwendige Auszeiten um nicht in Routine zu verfallen."
Seid ihr Tech-Freaks, die mit Equipment herumexperimentieren oder versucht ihr eher Neuerungen zu vermeiden, ganz nach dem Motto "Rock 'n' Roll" und einfach drauflos?
Zegga: "Jonas ist schon ein kleiner Tuner, der gerne an seinen Pedalen rumschraubt, experimentiert und seine Amps bis zur Schmerzgrenze austestet. Philipp hingegen spielt die Scheiße einfach, die ihm die Backliner auf die Bühne stellen. Klar, manchmal kommt auch er mit neuen Flausen im Kopf an, dieser Tonabnehmer mit dieser Gitarre und diesem Amp, fragt sich dann aber schon während des Gespräches, warum er sich eigentlich selbst darum kümmern sollte. Es sind ja Leute da, die genau dafür bezahlt werden :)."
Was können die Fans von eurem neuen Werk erwarten, was ist das Besondere an "Feinde deiner Feinde"?
Philipp: " ,Feinde deiner Feinde' ist ein top Frei.Wild-Album, das Frei.Wild-Album überhaupt. Hoher Wiedererkennungswert, gut produziert, mit viel Liebe zum Detail und mit ganz viel Härte und Herz. Dass so manche Reise in dennoch unbekanntere Gewässer unternommen wurde und sich auch instrumental einiges getan hat, schenkt dem ganzen Ding das ganz gewisse Etwas, das so bisher nicht da war. Wenn die Leute da draußen das Teil so in ihr Herz schließen wie wir es tun, haben wir alles richtig gemacht. Und davon gehen wir aus. Vorher wären wir mit dem Album auch nie gekommen, jetzt ist es fertig und schreit danach durch eure Gehörgänge zu preschen."
Abschließende Worte an eure Fans oder Ergänzungen?
Philipp: "An alle Fans überhaupt. Euch verdankt so ziemlich jede Band ihren Antrieb, ihre Leidenschaft und Bestätigung ihres Schaffens. Egal, welcher Richtung ihr angehört, egal, wie viel euch diese Bands bedeuten, vergesst bitte eine Sache niemals: Musik ist Unterhaltung, Musik soll und darf euch auch berühren, Musik ist aber auch für andere da. Bitte verliert den Sinn dahinter nie aus den Augen. Musik kann euch vieles geben. Euer Glück und euer Leben selbst solltet ihr dennoch selbst in den Händen halten und nie vergessen, dass es ungemein viele Bands gibt, deren Musik großartig ist. Frei.Wild kann eine davon sein, eine andere wiederum ebenso. Umso schöner, umso dankbarer, umso geehrter fühlen wir uns, dass ihr Teil unserer Familie geworden seid und uns nun seit 11 Jahren so treu zu Seite steht. Ihr seid und bleibt der wichtigste Teil von uns. Danke dafür. Wir sehen uns im November auf der Tour!!!"
Gegen alle Widerstände
von Jürgen Tschamler (14.09.2010)Deutschrock ist "in" und Frei.Wild sind es noch mehr. Was sich seit dem Erscheinen des letzten Studioalbums "Hart am Wind" bei den Südtirolern getan hat, ist kaum zu glauben. Stöhnt das gesamte Musikbusiness bezüglich rückläufiger Albumverkäufe, gehe...
WeiterlesenDeutschrock ist "in" und Frei.Wild sind es noch mehr. Was sich seit dem Erscheinen des letzten Studioalbums "Hart am Wind" bei den Südtirolern getan hat, ist kaum zu glauben. Stöhnt das gesamte Musikbusiness bezüglich rückläufiger Albumverkäufe, gehen Frei.Wild Steil und beweisen, dass man mit guter Mucke doch noch richtig was verkaufen kann. Album in den Charts, Tour ausverkauft - Frei.Wild sind die Deutschrockband der Stunde. Zwölf Monate später steht nun mit "Gegengift" der neuste Streich der Deutschrockstars an. Die ersten Durchläufe zeigen, die Band ruht sich nicht auf den Lorbeeren des Vorgängers aus, sie agiert vielfältiger und verliert dennoch nie den Kontakt zu ihren musikalischen Ursprüngen. Wir sprachen mit Sänger, Gitarrist und Bandleader Philipp Burger. "Ich denke, wir werden keinen, der uns musikalisch die letzten zehn Jahre gefolgt ist, mit dem neuen Album enttäuschen. Es gibt verschiedene Stile auf dem Album, es ist abwechslungsreich und es ist ein weiterer kleiner Schritt für uns in die richtige Richtung" eröffnet der Südtiroler Frontmann das Gespräch. Hat euch der Erfolg von "Hart am Wind" letztes Jahr kalt erwischt oder war es aus eurer Sicht klar, dass das Teil in den Charts einschlagen wird? "Ja, das hat uns schon überrascht, alleine aus dem Hintergrund heraus, dass die Band ein Jahr zuvor fast vor dem Aus gestanden hat. 2/3 des Albums sind ja eigentlich alte Frei.Wild-Songs, sozusagen eine Art Best Of-Album mit neu eingespielten Songs. Eine Erklärung, warum das dann so abging, habe ich allerdings nicht. Es war das erste Frei.Wild-Album, das in größerem Maße beworben wurde. Sonst wurden unsere Alben eigentlich nur von kleinen Mailorder-Shops beworben. Das könnte ein Aspekt sein. Zum anderen war das unser bis dato best produziertes Album, die anderen Alben waren eigentlich nichts anderes als bessere Proberaumaufnahmen." Du hattest zuvor erwähnt, "Gegengift" ist ein enorm vielseitiges Album geworden. Was ist für dich der aussagekräftigste, wichtigste Song des Albums? "Ich denke ,Allein nach vorne' ist das Stück, das für mich am meisten Aussagekraft hat. In den knapp dreieinhalb Minuten spiegelt sich in diesem Stück der Werdegang der Band wieder. Der Text gibt die pure Wahrheit wieder. Wir haben schnell gemerkt, dass du als Deutschrockband jeder Menge Vorurteilen ausgesetzt bist. Von Beginn an musstest du dich gegen Vorurteile wehren, mit Leuten auseinandersetzen oder rumschlagen, die dir eine Gesinnung anheften wollen die nicht richtig ist. In vielen Foren wird über uns und auch andere Deutschrockbands hergezogen, in dem Maße, dass wir in ein Licht gestellt werden, in dem eigentlich keine Band stehen möchte. Anderseits sind diese Leute auch dafür verantwortlich, dass die Band nach außen hin viel interessanter dargestellt wird, als sie es wohl ist. Für mich ist es daher sehr lustig zu sehen, dass diesen Leute das alles eigentlich gar nichts gebracht hat." Haben die Vorurteile gegenüber Deutschrockbands mit der Geschichte der Böhsen Onkelz zu tun? Ist das vielleicht ein Aufhänger für viele? "Ich denke, das sind nicht nur die Böhsen Onkelz. Ich denke, es liegt eher im Punkrock. Was die Onkelz gespielt haben, ist ja auch nichts anderes als Punkrock mit 3-4 Akkorde-Songs. Schöne schnelle Songs eben, es ist ja kein Jazz, den wir hier spielen. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten in diesem Bereich zu spielen. Man ist entweder so wie Die Ärzte, Wizo oder Die Toten Hosen, also extrem auf der linken Seite, oder man ist sofort auf der rechten Seite. Das ist dieses typisch deutsche Schwarz-Weiß-Denken in der Gesellschaft. Also kommt man in diesem Zusammenhang nicht um die Onkelz rum, da die ja jede Menge Schlagzeilen gehabt haben und viele Leute davon geprägt sind." Ist das Schwarz-Weiß-Denken nicht eine Unterstellung? Denn in den letzten beiden Jahren hat sich die Deutschrockszene enorm entwickelt und Veranstaltungen wie das G.O.N.D. sind unglaublich gewachsen. Da kann man den Leuten doch nicht unterstellen, dass sie politisch falsch liegen? "Es gibt gewisse Kreise die sehen in dieser Veranstaltung rechtes Potential, also ein Festival mit rechten Tendenzen, sonst könnte man sich doch nicht mit den Onkelz so identifizieren. So zumindest ist die Meinung dieser Leute. Diese übersehen aber, dass sich dort viele verschiedene Deutschrockbands unterschiedlichster Genres zusammenschließen und somit deren Ansichten entkräften, dass es sich dort um eine rechte politische Veranstaltung handelt. Ich finde diese Entwicklung positiv." Für viele sind Frei.Wild mittlerweile so etwas wie ein Böhse Onkelz-Ersatz. Fühlst du dich wohl in dieser Rolle? "Die Onkelz waren eine wahnsinnig erfolgreiche Band, die uns toll unterhalten und auch beeinflusst hat. Sie waren sicher der Auslöser, dass wir als Band angefangen haben. Aber wenn man sich mit den Texten auseinandersetzt, dann merkt man doch schnell, dass Frei.Wild eine eigenständige Band ist. Auch spielen wir wesentlich punkiger. Uns daher als Nachfolger zu bezeichnen, ist nicht ganz richtig." Das Musikbusiness klagt konstant über rückläufige CD-Verkäufe etc., einzig Deutschrock hat sich die letzten beiden Jahre dem Trend wiedersetzt. Woran kann das liegen? "Für mich ist das auch verwunderlich und interessant. Wenn ich zum Beispiel im Metal Hammer oder Rock Hard lese, dass wirklich etablierte, sehr bekannte Bands auf Nightliner-Touren sind und dann Besucherzahlen von 170 oder 250 Leuten haben, ist das schon sehr bedenklich. Zumal wir im gleichen Augenblick in Hallen vor 2000-3000 Leuten spielen. Was für mich immer noch unvorstellbar ist! Das liegt wohl daran, dass der richtige Metal vor ein paar Jahren geboomt hat und nun Deutschrock boomt. Das ist wie ein Rad, das sich immer weiter dreht. Vielleicht ist das Phänomen Deutschrock in kürzester Zeit schon wieder kein Thema mehr." Liegt das eventuell auch daran, dass viel jüngeres Publikum zu euren Konzerten kommt und die generell ein anderes Musikverständnis haben als die älteren? "Die primäre Altersklasse liegt zwischen 16-25 Jahren. Wobei auch immer noch Leute über 30 Jahre dabei sind, allerdings in der Minderzahl. Es ist gut möglich, dass die jüngeren Fans ein ganz anderes Verhältnis zu Deutschrock haben als ältere, das will ich nicht ausschließen. Deutschrock lebt ja im Gegensatz zu vielen anderen, harten Musikrichtungen von den Aussagen der Texte. Deutschrock-Texte sind keine Texte für Akademiker. Und wenn sich die Fans von diesen Texten mehr angesprochen fühlen als von den Texten einer Death Metal-Band, die man eh nicht versteht, dann bedeutet das doch nichts anderes, als dass die Leute reale Themen in der Musik hören wollen in denen sie sich gegebenenfalls wiederfinden. Ich denke, dass das der Grund ist, dass Deutschrock so boomt." Philipp, das letzte Album "Hart am Wind" gab es in drei verschiedenen Varianten. Wird das bei "Gegengift" auch wieder der Fall sein? "Nein, dieses Mal nicht. Geplant ist nur eine Version zum Veröffentlichungstag am Start zu haben. Eventuell gibt es später mal eine Limited Edition, da viele Fans in den Foren so etwas fordern, weil sie etwas Besonderes haben möchten. Was ich als gute Idee sehe. Hätte es solche Limited Editions früher auch schon gegeben, hätte ich diese bestimmt auch immer von den Bands, die ich mag gekauft."