Interview

Positive Vibrationen!
von Matthias Mader (19.12.2011)Mit "Land of the crimson dawn" legen Freedom Call ihr siebtes Studioalbum vor. Ob man von einem wahren Meilenstein sprechen sollte, bleibt dahin gestellt, aber in jedem Fall ist es ein echtes Highlight und zudem wohl der insgesamt abwechslungsreichst...
WeiterlesenMit "Land of the crimson dawn" legen Freedom Call ihr siebtes Studioalbum vor. Ob man von einem wahren Meilenstein sprechen sollte, bleibt dahin gestellt, aber in jedem Fall ist es ein echtes Highlight und zudem wohl der insgesamt abwechslungsreichste Longplayer der Bandgeschichte. Gitarrist und Sänger Chris Bay fühlt sich ob dieser Worte durchaus geehrt: "Schön zu hören, vielen Dank! Es ist immer sehr schwer, sein gerade fertig gestelltes Album selbst zu bewerten. Aber es war schon immer die Stärke von Freedom Call, viele verschiedene Farben auf einem Album zu verbinden. Es gäbe nichts Langweiligeres, als 14 Songs mit ähnlichen Tempi und Rhythmen aufzunehmen. Ich bin mir absolut sicher: Wir werden auch mit den neuen Titeln viel Spaß mit dem Publikum auf der anstehenden Tournee haben!" Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, mangelt es "Land of the crimson dawn" nicht an hochklassigem und sehr variablem Songmaterial. "Rockstars" zum Beispiel ist eine super eingängige, sehr coole Nummer, die zu Freedom Calls eigenen "Dr. Stein" avancieren könnte. Chris Bay lacht: "He, he ... lustiger Vergleich. Ich sehe den Song ,Rockstars' auch als einen meiner Faves. Er hat schon bei den Recordings viel Spaß bereitet. Ich denke, gerade bei diesem Song kann man wieder gut erkennen, dass wir wirklich sehr viel Freude an unserem positiven ,Happy Metal' haben. ,Rockstars' explodiert geradezu, das ist ein gutes Beispiel für die Spielfreude, welche wir auf der Bühne haben und die wir in diesem Song perfekt auf das Album transferiert haben." Der zweite wirklich herausragende Song auf "Land of the crimson dawn" ist für mich "Hero on video", eine ebenfalls sehr melodische, ja fast Pop-Metal-artige Nummer, die total mitreißt. Chris erklärt den Entstehungsprozess des Stücks: "Diese Nummer hat schon sehr früh in der Songwriting-Phase existiert. Dabei haben wir das Stück bei der Produktion besonders songdienlich arrangiert, nach dem Motto ,weniger ist mehr'. Das Ergebnis ist, wie Du perfekt beschrieben hast, ein Song geworden, den ich auch nach zehnmaligem Hören immer noch toll und mitreißend finde." Aber Freedom Call wären natürlich nicht Freedom Call, hätte "Land of the crimson dawn" nicht auch seine epischen Momente. Natürlich gibt es auch die üblichen bombastischen Melodic Metal-Nummern wie "Crimson Dawn" oder "Back into the land of light" - die Mischung geht voll auf ... Das war laut Chris auch Ziel der Anstrengungen: "Wir haben uns, wie auch schon auf allen vorherigen Alben, herausgenommen neue Akzente zu setzen. Songs wie ,Crimson dawn' oder ,Back into the land of light' sind eher typische Freedom Call-Songs, die genau den Charakter und das Trademark von Freedom Call ausdrücken, mit dem wir zu Werke gehen. Positive Einstellung und optimistisches Denken. Wir wollen unserem Publikum eine gute Zeit schenken. Auf dem Album, als auch auf der Bühne." Ihre Fahne nach dem Wind ausrichten werden Freedom Call indes niemals: "Wer als Künstler immer versucht, sich dem Markt anzupassen und Trends hinterherzurennen, sollte sich eigentlich lieber an der Börse oder im kaufmännischen Bereich einen Job zulegen."
Royaler Melodic Metal
von Matthias Mader (28.12.2009)Freedom Call hat komischerweise keiner so richtig auf der Rechnung, wenn es um die Speerspitze deutscher Metal Bands geht. Dabei haben die Jungs aus Süddeutschland in den letzten zehn Jahren konstant gute Platten abgeliefert und waren auch live relat...
WeiterlesenFreedom Call hat komischerweise keiner so richtig auf der Rechnung, wenn es um die Speerspitze deutscher Metal Bands geht. Dabei haben die Jungs aus Süddeutschland in den letzten zehn Jahren konstant gute Platten abgeliefert und waren auch live relativ häufig präsent (aktuell ist man mit Gamma Ray zusammen auf Tour). Vielleicht sind Freedom Call also so etwas wie das letzte, unentdeckte Juwel des Melodic Power Metal?
Bandkopf, Gitarrist und Sänger Chris Bay macht sich über die Rangordnung innerhalb der deutschen Metal Szene keine wirklichen Gedanken: "Die Hierarchie entscheiden ganz alleine die Fans. Anstatt sich Gedanken darüber zu machen, welche Band an welcher Stelle dieser Bewertung steht, nutzen wir diese Zeit besser, indem wir versuchen ein gutes Album an den Start zu bekommen und uns sehr gut auf die Tour vorzubereiten. So können die Fans am besten selbst entscheiden, welche Band ihr Favorit ist." Das sind wirklich weise Worte und in der Tat haben Freedom Call diese Zeit sehr gewinnbringend in ihr neues Album "Legend of the shadowking" investiert. Das Songmaterial ist sehr episch ausgefallen, was natürlich auch seinen Grund hat: "Dadurch, dass das neue Album über das Leben König Ludwigs II. - einer authentischen Person - erzählt, hat es von Grund auf einen stark epischen Charakter. Bei ,Legend of the shadowking' konnten wir uns vollkommen in eine Welt versetzen, die von der harten, tragischen Wirklichkeit bis hin zu seiner überschwänglichen Neigung zur Phantasie erzählt. Allerdings haben wir uns textlich schon in dem vorherigen Album immer wieder zwischen Realität und Phantasie aufgehalten." Handelt es sich also um ein Konzeptalbum im klassischen Sinne? Dreht es sich ausschließlich um das Leben von König Ludwig II.? Chris Bay erklärt: "Das Hauptthema des Albums ist das Leben von König Ludwig II., seine Leidenschaften und sein tragisches Ende.
Allerdings sind auch ein paar Songs auf dem Album, welche wir frei von diesem Konzept gehalten haben. Da wir uns beim Songwriting fast schon gedanklich in der emotionalen Welt Ludwigs aufgehalten hatten, war es uns nicht möglich, so manche im Vorfeld entstandenen Ideen in das Konzept mit einzubinden." So erklären sich also auch Songtitel wie "Tears of Babylon" oder "Merlin", die nicht direkt in das eigentliche Konzept integriert sind. Wo kam aber nun die Inspiration her, ein ganzes Album über einen bayerischen König zu schreiben? Aus der Literatur oder vom Film? Chris Bay zögert bei seinen Ausführungen nicht lange: "Da Freedom Call aus Nürnberg in Bayern stammt, ist die Geschichte um Ludwig II. Bestandteil der Historie unserer Heimat. Schon als Kind bekam ich Geschichten über ein Schloss namens Neuschwanstein erzählt, über einen König, der sich das Leben im Starnberger See nahm. Sicherlich hat man sich zur Recherche zusätzlich in Literatur eingelesen und sich biographische Filme angesehen, um der wirklichen Tragik um den bayerischen König näher zu kommen. Der Hang König Ludwigs zu Richard Wagners Musik hat uns dann noch zusätzlich inspiriert."
Happy Metal
von Sven Müller (28.03.2007)Freedom Call melden sich mit zwei neuen Bandmitgliedern und dem fünften Longplayer "Dimensions" zurück. Wie verlief der Split von Bassist Elker und Gitarrist Cedric? "Wir haben uns in freundschaftlichem Einverständnis voneinander getrennt und sind im...
WeiterlesenFreedom Call melden sich mit zwei neuen Bandmitgliedern und dem fünften Longplayer "Dimensions" zurück. Wie verlief der Split von Bassist Elker und Gitarrist Cedric? "Wir haben uns in freundschaftlichem Einverständnis voneinander getrennt und sind immer noch ständig in Kontakt", berichtet Gitarrist und Sänger Chris Bay. "Ein Split ist immer eine traurige Sache, aber wir haben leider nicht den Status, dass man alleine von Freedom Call leben könnte. Beide hatten noch andere Tätigkeiten neben der Band, also mussten wir die Entscheidung der beiden akzeptieren, sich mehr dem Arbeitsleben zu widmen." Wie hat sich der Einstieg der beiden neuen Leute auf das Songwriting ausgewirkt? "Mit Armin Donderer und Lars Rettkowitz haben wir zum Glück nicht nur ausgezeichnete Musiker, sondern auch sehr gute Songwriter in das neue Line-Up bekommen. Auf dem neuen Album ,Dimensions' sind immerhin ein Drittel der Songs von Lars und Armin. Das ist auch gut so, denn nur so kann ein richtiges Band-Feeling entstehen." Worin siehst Du die markantesten Unterschiede zwischen "Dimensions" und seinem direkten Vorgänger? "Wir haben wieder verstärkt schnelle Songs geschrieben und es zeigt sich auf dem neuen Album ebenfalls, dass wir in den letzten Jahren viele Erfahrungen in Sachen Songwriting und Arrangement sammeln konnten." Mir scheint, als hättet ihr bei den Refrains versucht, etwas erwachsener zu klingen, ohne euch der Eingängigkeit zu berauben. War das eine Vorgabe, als es an das Schreiben der neuen Stücke ging? "Der Zugang von Armin und Lars hat dazu geführt, dass die Songs und deren Sound reifer und erwachsener klingen und in den Arrangements doch immer wieder Überraschungen auftauchen. Eine Vorgabe als solche gab es aber nicht, Musik ist nun mal reine Gefühlssache, die man vorher nicht unbedingt kalkulieren kann." Freedom Call werden oftmals als "Happy Metal" Band förmlich verschmäht. Macht euch das was aus, könnt ihr darüber lachen oder wird so etwas geflissentlich ignoriert? "Sicherlich gibt es immer wieder Leute, denen wir nicht hart genug sind, aber wir können auch ständig viele Fans gewinnen, die einfach Bock auf gute Laune haben. Den Begriff Happy Metal finde ich prima, das heißt ja nur, dass bei uns Party herrscht und man sich wohl fühlen kann." Werdet ihr im Herbst auf Headliner-Tour gehen oder eine größere Support-Tour absolvieren? "Wir haben schon einige Shows bestätigt, die bis Ende dieses Jahres reichen. Des Weiteren werden wir auf einigen großen Festivals zu sehen sein."