Interview
Die große Freiheit
von Oliver Kube (19.12.2011)Neue Deutsche Härte mit unverschämtem Pop-Appeal. Bereits mit dem Vorgänger "Eiszeit" gelang Frontmann Alexx und dem musikalischen Mastermind Noel Pix der große Durchbruch. Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Monumentalwerkes "Die Hölle muss ...
WeiterlesenNeue Deutsche Härte mit unverschämtem Pop-Appeal. Bereits mit dem Vorgänger "Eiszeit" gelang Frontmann Alexx und dem musikalischen Mastermind Noel Pix der große Durchbruch. Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Monumentalwerkes "Die Hölle muss warten" sprachen wir mit dem Gitarristen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
EMP: Gratulation zu einem exzellenten Longplayer. Ihr habt sehr lange und intensiv an den Stücken gearbeitet. Wie schwierig ist es irgendwann zu sagen "So, jetzt sind wir fertig"?< br/>
Pix: Das ist verdammt schwer. Wir sind unglaublich happy mit dem, was wir jetzt veröffentlichen. Aber bereits jetzt gibt es ein paar kleine Dinge, die ich verändern würde. Zugegeben, das sind minimale Details, die jemand außerhalb der Bands gar nicht hören würde. Aber für mich, der es liebt im Studio zu tüfteln, ist ein Song eben niemals fertig... (lacht)
EMP: Nachdem ihr bisher als Indie-Band unterwegs wart, veröffentlicht ihr nun auf einem Major-Label. Hat sich da etwas für euch geändert? < br/>
Pix: Da hat sich einiges geändert. Uns steht einfach mehr Geld zur Verfügung. Was aber nicht heißt, dass wir uns jetzt gleich einen Porsche bestellt haben. Was uns dieses Geld vor allem erkauft, ist mehr Zeit und dadurch größere kreative Freiheit.
EMP: Das musst du näher erklären. < br/>
Pix: Bisher mussten wir neben unserer eigenen Musik noch arbeiten, um Eisbrecher überhaupt am Laufen halten zu können. Das sah dann so aus, dass wir erst nach acht bis zehn Stunden im Studio als Produzenten, Toningenieure und Mixer für andere Acts, dazu kamen an unseren eigenen Sachen zu feilen. Da geht natürlich vieles an Ideen verloren bzw. kann rein zeitlich nicht umgesetzt werden. Abgesehen davon, dass wir oft sehr wenig Schlaf bekommen haben... (lacht). Jetzt können Alexx und ich uns tatsächlich zu 100% auf Eisbrecher konzentrieren.
EMP: Wo wird "Die Hölle muss warten" überall veröffentlicht werden? < br/>
Pix: Zuerst kommt das Album natürlich im deutschsprachigen Bereich heraus. Aber unser Deal mit Sony gilt weltweit. Mit Ausnahme von Nordamerika, dafür sind wir bei unserem alten Indie-Partner geblieben, weil wir das vorerst noch für sinnvoller befinden. Der Rest Europas wird sicher im Laufe des Jahres folgen. Wir sind zum Beispiel in Frankreich und in Russland recht populär, dort haben wir auf der letzten Tour ja auch gespielt. Ich denke, die Label-Dependancen in diesen Ländern wollen erst einmal abwarten, wie wir uns in der Heimat machen, bevor sie einen Termin festlegen. Was völlig legitim ist. Schließlich muss eine Veröffentlichung auch Sinn machen bzw. durch Live-Shows etc. unterstützt werden.
EMP: Euer letztes Album "Eiszeit" ist 2010 in Deutschland auf Platz 5 in die Charts eingestiegen. Besteht da nicht ein gewisser Druck? < br/>
Pix: Den machen wir uns hauptsächlich selbst (lacht). Wir wollen immer besser sein als zuvor. Ansonsten denken wir nicht über die Erwartungen anderer nach. Wir müssen unsere eigenen Erwartungen erfüllen und das haben wir mit "Die Hölle muss warten" sehr gut geschafft.
Mal hart, mal zart
von Markus Eck (24.03.2010)Auch auf dem aktuellen vierten Froster-Album "Eiszeit" beweist Frontmann, Aushängeschild, Vokalist und Texter Alexander "Alexx" Wesselsky, dass seine tiefvoluminöse und faszinierend hypnotische Stimme noch immer zu den besten im gesamten Industrial M...
WeiterlesenAuch auf dem aktuellen vierten Froster-Album "Eiszeit" beweist Frontmann, Aushängeschild, Vokalist und Texter Alexander "Alexx" Wesselsky, dass seine tiefvoluminöse und faszinierend hypnotische Stimme noch immer zu den besten im gesamten Industrial Metal-Bereich überhaupt gehört. So erleben die neuen Kompositionen eine Kehlenkrönung nach der anderen - packende Gänsehautmomente zuhauf inklusive. Denn in Sachen Songtexte, widmet sich der bekanntlich stark gesellschaftskritische Einzelgänger auf "Eiszeit" einmal mehr aktuellen Themenkontexten, die aufgrund der gewählten, nicht selten sehr sarkastischen Wortkonstrukte, jeden geneigten Hörer unweigerlich in ihren Bann ziehen. Und Letzteres kann auch getrost über die Mixtur verkündet werden, welche aus raffiniertem Electronic Trip Rock und Neuer Deutscher Härte besteht.
"Mal abgesehen davon, dass es derzeit kälter sein könnte, geht es mir hervorragend! Danke der Nachfrage", verlässt es den Mund von Alexx. Eisbrecher und kein Ende in Sicht - wie sehr ist die Band eigentlich bislang (besonders in Deutschland) erfolgreich? "Wie erfolgreich man ist, sollte man der Einschätzung anderer überlassen. Wir tun was wir können und hoffen, es kommt an. Wir verkaufen ordentlich Platten, aber es gibt immer noch andere, die die Nase weiter vorn haben im Rattenrennen der Eitelkeiten; das muss sich ändern. Wir sehen das olympisch: Nur ein Platz auf dem Treppchen zählt. Es gibt noch viel zu tun." Im weltweiten Genre Industrial/ Electronic Rock sind Eisbrecher laut Feststellung von Alexx "irgendwo dabei". Wir erfahren weiter: "Wir sind von allem etwas und vor allem immer anders; wir singen Deutsch, wir rocken und wir sehen auch nicht schlechter aus als andere (lacht). Die DJs spielen unsere Songs neben jenen der internationalen Elite; das ist ein gutes Gefühl. Wir sind da! Das muss erstmal reichen." Auf musikalischer Ebene erwartet die Hörer auf dem aktuellen Album eine musikalische Reise durch Lust, Schmerz, Leid und Euphorie, so der Vokalist. "Also genau das, was an uns interessierte Hörer erwarten dürfen: Mal hart, mal herzlich, mal Zuckerbrot, mal Faust! Das Album ist rockiger als ,Sünde', uns gefällt es und es wird gut ankommen! Die Clubs dürfen sich auf neues Tanzfutter freuen." Als wir zu musikalischen Einflüssen übergehen, welche die neuen Songs prägten, nennt mir mein Gesprächspartner Folgendes: "Popmusik, Rockmusik, EBM, Gothic. Billy Idol, Sisters Of Mercy, Depeche Mode, Nine Inch Nails. Alles Mögliche, wie bei den Vorgängeralben auch; Ohren geputzt und aufgemerkt. Wir verstecken unsere Anspielungen und Einflüsse nicht."
Süße Sünde
von Lisa Hofer (24.06.2008)Alexx und die Eisboys haben ihren Dampfer auf Kurs gebracht. Das Ziel: die Spitze der Musiklandschaft. Mit ihrem neuen Album "Sünde" machen sie auf ihrer Fahrt reichlich frostige Hindernisse platt, denn auf der Scheibe geht es heiß her, und so schmel...
WeiterlesenAlexx und die Eisboys haben ihren Dampfer auf Kurs gebracht. Das Ziel: die Spitze der Musiklandschaft. Mit ihrem neuen Album "Sünde" machen sie auf ihrer Fahrt reichlich frostige Hindernisse platt, denn auf der Scheibe geht es heiß her, und so schmelzen nicht nur die Eisberge dahin.
Alexx zeigt sich stolz über sein neues Baby und stellt mit einem viel sagenden Grinsen fest: "Ohne Sünde geht gar nichts. Man kann Kindern keine Angst machen, öden Ehefrauen und Ehemännern nicht fremdgehen, Angestellte nicht ausbeuten, mit dem Sauberfinger nicht auf böse Menschen zeigen, keine schwarzen Clubs besuchen, keine böse Musik machen und sich von den Blutsaugern der Musikindustrie nicht aussaugen lassen. Man kann auch keine Kriege führen oder sich von Benedikt XVI. heilig sprechen lassen. Hape Kerkeling hätte seinen Pilgertrip nicht machen können und Millionen Einfaltspinsel hätten sich keine Löcher in ihre Ökosandalen gelaufen. Ohne Sünde hätte Eva wohl in Adams Nase beißen müssen, weil weder Apfel noch Schlange da gewesen wären. Es ist ein Album für alle! Chapeau Eisbrecher! Hier wird sich jeder wieder finden, selbst wenn die Musik nicht gefallen sollte, wovon wir natürlich nicht ausgehen". Gelegentlich erinnert "Sünde" an Rammstein: "Nachdem Rammstein eine immens erfolgreiche Band ist, könnte uns der Vergleich zur Ehre gereichen. Mit den Erfolgreichsten, was nicht heißen muss den Besten, verglichen zu werden hat manches für sich. Dennoch möchten wir klarstellen: Wir sind die mit den Melodien, wir sind die mit den abwechslungsreichen Alben, wir sind die mit den anderen Themen und wir können auch mehr als nur Zweisilber grunzen. Wir sind anders, aber durchaus attraktiv für Rammstein Fans." Thematisch geht es auf "Sünde" heiß her, doch Alexx scheut Verbrennungen nicht: "Rockmusik ohne Ecken und Kanten ist ungefähr so spannend wie Müsli zum Frühstück oder Nordic Walking. Wer will schon von allen geliebt werden, wenn er nicht Bundespräsident oder Johannes B. Kerner ist? Ob das ein Erfolgskonzept ist, weiß ich nicht. Wir sind wer wir sind und haben es nach so vielen Jahren im Geschäft alles andere als nötig, unser Fähnchen in irgendeinen lauen Wind zu hängen. Es gibt uns nur so und wem das nicht passt, der kann mit Unheilig oder Oomph! glücklich werden." Alexx, der keine seiner Sünden bereut, freut sich auf die Reaktionen seiner Fans: "Sie werden sich vor Glück in die schwarzen Kittel machen und feststellen, dass "Sünde" jeden Cent wert ist!"