Interview
Zu jung zum Sterben!
von Lothar Landt (28.03.2007)Wie viele Italiener sind auch Cosimo Binetti (Gitarre) und Daniele Santori (Vocals) von The Dogma echte Plaudertaschen. Und natürlich des Englischen nur bedingt mächtig. Trotzdem hatten die beiden Sympathieträger viel zu erzählen, denn mit "A good da...
WeiterlesenWie viele Italiener sind auch Cosimo Binetti (Gitarre) und Daniele Santori (Vocals) von The Dogma echte Plaudertaschen. Und natürlich des Englischen nur bedingt mächtig. Trotzdem hatten die beiden Sympathieträger viel zu erzählen, denn mit "A good day to die" ist dem Quintett aus Ancona ein ganz starkes Melodic Metal Album gelungen.
"Beim Debut waren wir sehr open-minded, haben aber auch unsere Einflüsse verarbeitet", legt Cosimo los. "Diesmal sind wir etwas fokussierter gewesen, obwohl die Unterschiede zwischen den beiden Scheiben nicht so groß sind. ,A good day to die' beinhaltet alle Gefühle, die wir als Band im vergangenen Jahr, aber auch in unserem ganzen Leben durchgemacht haben. Da ist Traurigkeit, Wut, aber auch Lustiges in den Songs zu spüren. Und all die Energie, die wir rein gesteckt haben. Da ist beispielsweise der Titelsong. Der Text stammt von Daniele. Er hatte im vergangenen Jahr viel Ärger und Pech. Es gab immer wieder Missgeschicke, und eines Tages meinte er zu mir, dass heute wohl ein guter Tag zum Sterben sei. So ist der Albumtitel entstanden." Bei der Musik gibt der Gitarrist den Ton an und sorgt für das Gros der Songs. "Ich schreibe die meiste Musik, aber die anderen bringen sich auch ein. Die Texte schreiben vorwiegend Daniele, Stefano und ich. Meistens schreibt der den Text, der das Gefühl der Musik am besten erfasst und auf den Punkt bringt", erläutert er. "Nimm ,Bitches street', das nur indirekt von Huren handelt. Eigentlich geht es um Freiheit. Ich weiß noch, wie ich mit meinem Vater als Kind mal an einem Straßenstrich vorbeigefahren bin, wo all die Frauen standen. Er meinte, dass sie von ihren Zuhältern dazu gezwungen werden. Und dieses Bild habe ich vor Augen, wenn ich mich unfrei und eingeschränkt fühle. Dann versuche ich immer einen anderen Weg zu finden, mich durchzusetzen und zu befreien." Daniele stimmt dem zu: "Das ist auch die Message des Albums. Jeder Mensch muss Träume haben und versuchen, diese Träume zu leben. Wer nicht träumt, der ist doch verloren, hat keine Ziele mehr und muss sich tot fühlen." Aber nicht nur ernste Themen finden bei The Dogma Beachtung. Mit "In the name of rock" ist ihnen eine exzellente '80er Jahre Hardrock-Hymne gelungen. "Der Text zu ,In the name of rock' ist auf der Tour mit Lordi entstanden, als wir recht betrunken waren. Die Musik habe ich erst später geschrieben. Ich hatte diesen Song und dann viel mir der Text ein, den wir damals geschrieben haben, und es passte perfekt zusammen", erläutert Cosimo. "Für mich ist das unser ,Youth gone wild', das auf einem geilen Rock-Riff basiert." Die Lordi-Tour war für The Dogma ein echtes Erlebnis mit vielen Überraschungen, die das Quintett so nicht erwartet hat. "Da waren viele Fans, die auch uns sehen wollten. Am Anfang war ich skeptisch, denn Lordis Musik ist ja ganz anders als unsere. Aber wir mussten viele Autogramme geben, wurden bejubelt und viele Fans hatten The Dogma T-shirts an. Das war echt geil. Und deshalb kommt auch ,In the name of rock' so glaubwürdig rüber."
Vielversprechend
von Matthias Mineur (28.03.2006)
Dogma, The
Vielversprechend
von: Matthias Mineur
vom: 28.03.2006
Newcomer aus Italien, die wirklich Beeindruckendes zu bieten haben, sind nicht eben an der Tagesordnung. The Dogma allerdings, eine Band, die sich einer heißen Mischung aus Pr...
Weiterlesen
Dogma, The
Vielversprechend
von: Matthias Mineur
vom: 28.03.2006
Newcomer aus Italien, die wirklich Beeindruckendes zu bieten haben, sind nicht eben an der Tagesordnung. The Dogma allerdings, eine Band, die sich einer heißen Mischung aus Progressive Metal und Gothic verschrieben hat, könnten das Zeug zu Stars haben. Ihr Debutalbum "Black roses" wurde nicht nur von Rage-/Axel Rudi Pell-Schlagzeuger Mike Terrana eingetrommelt, sondern auch von Siggi Bemm (Tiamat, Samael) im Hagener Woodhouse Studio produziert. Alle Anzeichen deuten also darauf hin, dass hier ein südeuropäischer Act unmittelbar vor einer großen Karriere steht. Fragen dazu an Sänger Daniele Santori und Gitarrist Cosimo Binetti.
Eure Entstehungsgeschichte ist durchaus skurril. Bitte fasst sie in wenigen Sätzen zusammen.
Binetti: "Ich lernte Daniele auf einem Friedhof in Ancona kennen, auf dem er arbeitete. Ich musste einen Freund zu Grabe tragen und traf Daniele bei dieser Beerdigung. Wir kamen ins Gespräch, unterhielten uns über Musik und stellten fest, dass unsere künstlerischen Vorstellungen durchaus zusammen passen. Also verabredeten wir uns, um gemeinsam Songs zu schreiben und Mitglieder für eine gemeinsame Band zu suchen. Das dauerte zwar einige Monate, klappte aber letztendlich."
Der Bandname klingt sehr entschlossen und selbstbewusst.
Santori: "Wir wollten einen Begriff, der internationale Bedeutung hat und deshalb in der ganzen Welt verstanden wird. Das Wort Dogma kommt aus dem Lateinischen und hat gleichzeitig etwa Festes, Unverrückbares wie auch etwas Mystisches."
Wie würdet ihr die Musik auf eurem Debutalbum "Black roses" umschreiben?
Santori: "Die Grundlage ist auf jeden Fall traditioneller Metal. Aber durch Danieles Gesang bekommen die Song ein leichtes Gothic-Flair und durch die rhythmische Vielfalt einen progressiven Touch. Ich denke, diese Mischung ist ziemlich einzigartig."
Setzt sich dieser Stil auch in den Texten durch?
Santori: "Ja, unsere Stücke sind sehr emotionsgeladen, haben Romantik und Leidenschaft zum Thema. Ich denke, das passt perfekt zu der stilistischen Ausrichtung der Musik."