Information
"Crypts of the unrotten" - der neue Silberling der Death Metaller Dawn Of Disease kommt in der limitierten Edition als Digipak mit einem Bonustrack.
EMP Redaktion
von Björn Thorsten Jaschinski(06.03.2012)In den frühen 1990ern geriet der deutsche Death Metal trotz der großartigen Morgoth, Fleshcrawl und Torchure (...) etwas ins Hintertreffen. Seither haben sich mehrere Generationen nachhaltig in die Genre-Annalen eingemeißelt. Dawn Of Disease gewinnen vor allem durch die Vielseitigkeit ihres Zweitwerks: Rhythmisch oft dem US-Death Metal der brutaleren Spielart verhaftet, allerdings immer wieder aufgelockert durch spannende Soloschlachten, Gitarrenharmonien und Leads nach schwedischem Vorbild. Auch ein Bolt Thrower-Walzenpart passt ins Bild ("Catacombs"). Das Debut "Legends of brutality" bot Henri Sattler von God Dethroned (R.I.P.) als Gastsänger auf, der Nachfolger bringt ganz von alleine eine Hollandkante mit: Das Songwriting ist manchmal an die genannten Tulpenkiller angelehnt und nicht nur der mordsbrutale, aber verständliche Gesang erinnert immer wieder an Gorefest! "Crypts of the unrotten" meistert den Spagat zwischen old school-Vibes, Brutalität und anspruchsvoller Spielweise.
Interview

Die Unverwesbaren
von Björn Thorsten Jaschinski (01.03.2012)Wer glaubt, Dawn Of Disease würden nach der harten Death Metal-Maulsperre "Legends of brutality" nunmehr Easy Listening-Mucke machen, nur weil Michael Wächter seine Bassparts für "Crypts of the unrotten" sagenhafterweise an einem halben Tag eingezimm...
WeiterlesenWer glaubt, Dawn Of Disease würden nach der harten Death Metal-Maulsperre "Legends of brutality" nunmehr Easy Listening-Mucke machen, nur weil Michael Wächter seine Bassparts für "Crypts of the unrotten" sagenhafterweise an einem halben Tag eingezimmert hat, der täuscht sich gewaltig. Rhythmisch und von der oft hochmelodischen Gitarrenarbeit ist das Zweitwerk ein gewaltiger Schritt nach vorne. Die Idee sich Dawn Öf Disease zu schreiben, damit ihre Initialen näher am heiligen schwedischen DÖDsmetall liegen, kam den Norddeutschen aber noch nicht. "Das wollen wir dann doch lieber Deströyer 666 oder Motörhead überlassen", schmunzelt Gitarrist Olli. Naheliegend wäre es bei "But death goes on" als Hommage an Entombeds "But life goes on". "Eigentlich haben wir das nur gemacht, um uns bei ihnen einzuschleimen, damit sie uns auf Tour mitnehmen. Hehehehehe... Nein, Quatsch. Aber du hast Recht: Entombed gehören natürlich zu unseren Lieblingsbands, da lag das nah. Wir neigen total zu Arbeitstiteln, beim ersten Album war das extrem abgedreht. Bei ,Crypts of the unrotten' sind wir dazu übergegangen, die Songs von vornherein mit Nummern zu versehen. Das ist zwar nicht so kreativ und lustig, aber übersichtlicher." Schade, "Enter the gates" hätte auch "Climb Amon Amarth" heißen können, denn ab Minute 1:34 wird siegreich geschritten. Live dürfte das krachen ohne Ende! "Ja, über diesen Part haben wir schon einige Male gesprochen. Allerdings fanden wir ihn einfach zu cool, um ihn wieder zu streichen; auch wenn wir Gefahr laufen, dass diese Parallelen vermutlich in jedem Review stehen werden. Allerdings ist ein Vergleich mit Amon Amarth ja nicht der Schlechteste." Im Gegenteil, zumal eine andere Schwedentodikone ebenfalls kongenial ums Eck lugt: Die Gitarren im Chorus klingen nach Swanös Handschrift bei Edge Of Sanity. "Dan ist auf jeden Fall ein Vorbild, DER Schweden-Deather schlechthin. Ich liebe auch all seine anderen Sachen. Nightingale, Moontower und natürlich die ersten Bloodbath-Platten, bei denen er noch voll mit am Start war." Heutzutage kümmert Swanö sich vor allem um Mix und Mastering - das glorreiche Unisound Studio ist als Aufnahmetempel leider Geschichte. Dan diesbezüglich zu nutzen, lag schon beim Debutalbum nahe. Doch dann waren Dawn Of Disease für diesen Schritt mit der Arbeit von Jörg zu zufrieden. "Bei ,Crypts of the unrotten' wollten wir, dass das Album in einem Guss aufgenommen und produziert wird. Dan mit an Bord zu haben, ist aber doch noch ein unerfüllter Traum von uns. Ich kann mir gut vorstellen, dies beim dritten Album nachzuholen." Beim Titel "Skinless and Impaled" werden wohl einige direkt an die beiden Ami-Bands denken. "Hahahaha... ja das ist uns erst später bewusst geworden. Es sollte kein Werbesong sein, aber Skinless und Impaled sind schon coole Bands. Gerade Impaled gefallen mir persönlich sehr gut, auch wenn sie den Gore-Kram schon krass auf die Spitze treiben. Mit den beiden auf Tour wäre sicher super lustig."
von Carsten Henkelmann (23.03.2011)Hallo Tomasz! Die meisten werden mit der Geschichte von Dawn Of Disease nicht vertraut sein, kannst du uns also einen kurzen Abriss über die Historie der Band geben?
Hallo Carsten! Gegründet wurde Dawn Of Disease 2003. Das erste richtige Lebenszeiche...
WeiterlesenHallo Tomasz! Die meisten werden mit der Geschichte von Dawn Of Disease nicht vertraut sein, kannst du uns also einen kurzen Abriss über die Historie der Band geben?
Hallo Carsten! Gegründet wurde Dawn Of Disease 2003. Das erste richtige Lebenszeichen war die MCD ,Through bloodstained eyes', welche im Oktober 2004 veröffentlicht wurde. Die MCD war innerhalb weniger Monate ausverkauft und es wurden einige Konzerte/Festivals gespielt. Auf Grund von Besetzungsproblemen, haben wir uns allerdings im Jahre 2007 aufgelöst. Im Frühjahr 2009 wurde die Band wieder ins Leben gerufen. Vom alten Line-Up bin nur noch ich über geblieben, wobei Mathias auch noch kurz vor der Auflösung in die Band gekommen ist. Mit dem neuen Line-Up haben wir im Juni 2010 das Soundlodge Studio aufgesucht, um unser neues Album ,Legends of brutality' aufzunehmen. Ein halbes Jahr später haben wir dann einen Vertrag bei NoiseArt (Label) und Rock The Nation (Booking) unterschrieben.
Was hat dich dazu bewogen, nachdem die Band eigentlich längst aufgelöst war, wieder neu zu starten?
Die Auflösung von Dawn Of Disease beinhaltete einen fließenden Übergang in eine neue Band (mit ex-DOD-Mitgliedern) und somit war ich eine Zeit lang beschäftigt. Als diese Band 2009 auch ein Ende nahm, hatte ich natürlich Bock wieder was zu machen. Mathias hat mir dann von Lukas erzählt, mit dem er schon ein paar Mal geprobt hatte. Die Besetzung wurde mit Olli und Michael schnell vervollständigt.
Welche musikalischen Einflüsse und Vorlieben treffen denn jetzt in der aktuellen Besetzung aufeinander?
Death Metal in all seinen wundervollen Variationen und eine ganz kleine Prise Black Metal, um wirklich Einflüsse zu nennen, die später in unserer Musik wiederzufinden sind. Privat sind die Geschmäcker ganz weit gefächert von Rock, über traditionellem Heavy Metal bis hin zu Grind/Crust.
Gibt es sowas wie einen roten Faden oder ein Konzept in den Songs bzw. den Lyrics?
Nein. Die Lyrics sind typisch Death Metal. Sie sind weder sozialkritisch, politisch noch wollen wir Satan huldigen. Trotzdem versuchen wir mit den unterschwelligen Gitarren-Melodien eine gewisse Atmosphäre zu erzeugen, die sich durch alle Songs zieht.
Wer oder was sind die "Legends of brutality"?
Es gibt viele ,Legends of brutality'. Die Brutalität zieht sich durch die ganze menschliche Geschichte und wird wahrscheinlich auch immer ein Teil davon bleiben. Bei unseren ,Legends of brutality' handelt es sich überwiegend um Personen/Ereignisse aus dem Mittelalter. Damals machte es vielen Menschen einfach nur Spaß andere zu foltern und zu töten oder dabei zuzusehen. Es gab keine Grenzen und die Kreativität ließ auch nicht zu wünschen übrig. Frei nach dem Motto: The art of torture - so many ways to kill.
Das Album habt ihr ohne ein Label im Rücken aufgenommen und finanziert. Was hat euch dazu bewogen diesen Schritt zu gehen?
Wir wollten es einfach versuchen. Heutzutage brauchst du dich als kleine Band erst gar nicht mit Demoaufnahmen bei Labels zu bewerben. Die Labels wollen gleich das fertige Produkt in den Händen halten und sich nicht erst Gedanken darüber machen, wie das Ganze denn klingen/aussehen könnte. Selbstverständlich war es auch für uns als Band wichtig, die Songs in einem ordentlichen Sound zu präsentieren.
Wie sehen die Pläne für die nächste Zeit aus?
Im Moment bereiten wir uns auf die Festivalsaison und die kommenden Konzerte vor. Nebenbei arbeiten wir bereits an neuem Material. Wenn alles klappt, werden wir noch Ende dieses Jahres wieder ins Studio gehen. Man darf also gespannt sein!