Information
Ltd. Edition CD inkl. 2 Bonustracks und Bonus-DVD.
EMP Redaktion
von Andreas Reissnauer(05.01.2010)Dark Tranquillity ist eine von wenigen Bands, die einfach nie enttäuscht! Das liegt zum einen natürlich daran, dass sich die Schweden von Album zu Album dezent aber stetig weiterentwickeln und große Experimente außen vor bleiben. Zum anderen sind Mikael Stanne und Co. aber auch exzellente Songwriter, denen die Ideen anscheinend nie ausgehen. Auf "We are the void" präsentiert uns das Sextett aus Göteborg elf neue Melodic Death Stücke, die jeden Vergleich mit den Großtaten der Vergangenheit standhalten und höchstes Niveau darstellen. Tolle Melodiebögen auf Gitarre und Keyboard gehen hier Hand in Hand, die Songs sind eingängig, aber nicht einfältig und ausreichend Hits für die kommenden Tourneen sind vertreten. Dazu gibt es noch eine kleine Überraschung. Der doomige, epische Abschlusstrack "Iridium" ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ein Highlight des Albums. Schön!
Interview
Construct ist ein wichtiger Schritt
von Peter Kupfer (14.05.2013)Dark Tranquillity ist mit "Construct" ein kleiner Quantensprung gelungen. Ausgeglichener erscheint das neue Werk der Schweden, die zweifelsohne zu der guten alten Göteborg- Schule gehören und sich nach vielen Jahren auch noch hier beweisen können. Ma...
WeiterlesenDark Tranquillity ist mit "Construct" ein kleiner Quantensprung gelungen. Ausgeglichener erscheint das neue Werk der Schweden, die zweifelsohne zu der guten alten Göteborg- Schule gehören und sich nach vielen Jahren auch noch hier beweisen können. Martin Henriksson, Gitarrist der Band, ist sichtlich erfreuet, als man das Gespräch mit einem Zuspruch hinsichtlich der Platte beginnt. "Ganz ehrlich", so der Schwede geradezu gerührt, "es freut mich auch nach all den Jahren noch, wenn man uns sagt, dass die neuen Songs Gefallen finden. Dies ist leider keine Selbstverständlichkeit wie ich finde und umso mehr freut es mich bei ,Construct', da wir hier sehr lange dran gearbeitet haben." Drei Jahre zogen ins Land in denen etliche Ideen wieder verworfen wurden, um sich erneut ans Schreiben der Songs zu machen. Dark Tranquillity sind keine Youngster mehr und so wirkt es verwirrend, wenn solche alte Hasen sich schwer tun hinsichtlich eines neuen Albums. "Dies hatte einige Gründe. Zum einen waren wir unglaublich lange mit ,We are the void' auf Tour und dies raubt einem auf der anderen Seite dann doch die Zeit um sich für ein neues Album zu sammeln. Und natürlich ist der Ausstieg von Daniel ebenfalls ins Gewicht gefallen." Der Bassist nahm den Hut und Martin persönlich griff zum Bass, um sich hier einer neuen Aufgabe zu stellen. "Im Grunde war es leichter als ich dachte. Die Songs und der Bass hierzu standen ja noch nicht und so musste ich keinen ausgereiften Ideen folgen und den Ausfall kompensieren. Im Gegenteil, durch meine Ahnungslosigkeit ergaben sich neue Elemente, die so sicherlich nicht auf dem Album gelandet wären." Martin spricht von den gemeinsamen Aufenthalten im Studio, lange Diskussionen wie Songs auf Zustimmung seitens der Mitglieder treffen, aber auch von Differenzen, wenn es darum geht, wie alle Ideen vereint werden können. "Im Grunde ist es eine Demokratie und man geht Kompromisse ein, wenn es darum geht, wie sich die Band sieht. Erwartungen gibt es immer, aber wir haben und bewusst isoliert und sind erst mit fertigen Songs nach außen getreten." Ein Klingeln ist zu vernehmen und ein kurzes "Sorry". Schritte gehen durch das Wohnzimmer des Dark Tranquillity-Gesprächspartners. "So, es war nur ein Freund. Wo war ich?" Er spricht weiter von Diskussionen über Erfolge, Chartplatzierungen und inwieweit diese heute noch wichtig sind. "Klar sind diese Sachen wichtig, da sie Leuten zeigen, wo die Band steht und ob man uns beispielsweise auf ein Festival buchen sollte. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass gewisse Dinge hier nicht mehr zutreffend sind. In Schweden braucht man ja viel weniger Platten als bei euch in Deutschland um in die Top 10 zu kommen. So sollte man dieses Konzept eventuell mal überdenken." Waren alte Zeiten besser? Gibt es Zustände, die er vermisst. Martin lacht! "Nein, ich will mich keinesfalls beschweren, da wir immer noch Musik machen und es uns Spaß macht. Wir kommen rum, sehen die Welt und können spielen. Und ausverkaufte Shows sind einfach super. Wer ein solches Glück hat, der kann sich nicht beschweren. Und mit dem neuen Album ,Construct' sind wir ebenfalls sehr zufrieden." Dies können Dark Tranquillity auch ohne Frage. "Ich denke, wir gehen einen weiteren Schritt in die Richtung, in die wir uns seit Jahren schon entwickeln. Nur dieses Mal wirkt dieser Schritt noch konsequenter." Dem ist nichts hinzuzufügen!
Wertvolle Stahlarbeit
von Andreas Reissnauer (05.01.2010)Dark Tranquillity gehören nicht ohne Grund zu den Anführern der schwedischen Melodic Death Metal Szene. 1991 gegründet, haben sie über die Jahre zahlreiche, hochwertige Alben veröffentlicht und waren konstant auf den Bühnen dieser Welt zu sehen. Neue...
WeiterlesenDark Tranquillity gehören nicht ohne Grund zu den Anführern der schwedischen Melodic Death Metal Szene. 1991 gegründet, haben sie über die Jahre zahlreiche, hochwertige Alben veröffentlicht und waren konstant auf den Bühnen dieser Welt zu sehen. Neuester Output der Göteborger: "We are the void" - ein weiteres Exempel qualitativ wertvoller Stahlarbeit Made In Sweden. Wobei der Titel (zu Deutsch: Wir sind die Leere) vermutlich metaphorisch zu verstehen ist. "Das ist definitiv so", bestätigt Sänger Mikael Stanne. "Es geht darum, wie wir die Leere mit Dingen befüllen, um so die Antworten auf die wichtigsten Fragen des Lebens zu finden. Das ganze Album ist darauf angelegt und eines der Kernthemen ist der Aufwand, den wir betreiben, um unsichtbare Mauern um uns herum aufzubauen, mit welchen wir unsere Ängste und Unsicherheiten verbergen." Dark Tranquillity haben einen urtypischen Sound, der auf melodischen Gitarrenläufen, einem kraftvollen Riffing und atmosphärischer Keyboarduntermalung beruht. Fühlt ihr euch gelegentlich gefangen in diesem Sound oder nehmt ihr euch die Freiheiten, die ihr benötigt? "Ich denke wir haben über die Jahre bereits bewiesen, dass wir mehr oder weniger alles machen können. Trotzdem haben wir einen sehr eigenen Sound entwickelt und natürlich sind wir darauf stolz. Wir haben uns einst gegründet, um die besten Elemente unserer Lieblingsarten von Musik zu kombinieren und irgendwann sind wir dort gelandet, wo wir jetzt sind. Es ist ein fortlaufender Prozess, die Ideen und Emotionen aller sechs Bandmitglieder zu bündeln und so wie wir uns personell verändern, verändert sich auch der Klang der Band." Es ist das erste Album mit Daniel Antonsson am Bass. Hat er auch schon eigene Ideen einbringen können bzw. dürfen? "Daniel hat sehr schnell Zugang zu Dark Tranquillity gefunden und gemeinsam haben wir viele tolle Ideen und Arrangements entwickelt. Er hat auch einen Großteil des Songs ,Dream oblivion' geschrieben. Natürlich ist es noch ungewohnt für ihn, sich an unsere Art zu komponieren zu gewöhnen, schließlich machen wir das seit 20 Jahren so. Er ist aber ein guter Schüler und all seine Ideen sind immer Willkommen." Nach all den Wiederveröffentlichungen habt ihr 2009 auch eine DVD veröffentlicht und nun erscheint bereits das neue Album. Habt ihr die Befürchtung, eure Fans mit diesem Release-Overkill zu überfordern? "Gibt es überhaupt so etwas wie zu viel? Ich denke, das würde sich in rückgängigen Verkaufszahlen bemerkbar machen, aber bis jetzt läuft alles sehr gut, insofern scheinen die Fans damit kein Problem zu haben. Es beweist auch, dass die Leute nach wie vor gewillt sind, Geld für CDs und DVDs auszugeben, so lange das gebotene Material es wert ist." Ihr habt "We are the void" in eurem eigenen Studio aufgenommen. Das ist mit Sicherheit deutlich bequemer, als in einer anderen Stadt aufzunehmen. Werden auch andere Bands dort produziert? "Unser Keyboarder Martin Brändström hat das Studio aufgebaut, damit wir einen Ort haben, an dem wir komponieren und aufnehmen können. ,Friction' wurde bereits dort aufgenommen und es hat sich bewährt, weshalb wir das neue Album ebenfalls dort eingespielt haben. Wir genießen unseren persönlichen Frieden in dem Studio und da es sehr gut ausgestattet ist, können wir dort eine Topproduktion fahren. Das Studio ist auch anderen Bands zugänglich, einfach mal auf www.roguemusic.se schauen." Tue Madsen hat das letzte Album produziert, war er die logische Wahl, als es diesmal an den Mix ging? "Genau so ist es. Wir hatten alles aufgenommen, ehe er am Zug war und uns einen großartigen Mix gezaubert hat. Er steht total auf diese Art und Musik und versteht es hervorragend, sich in die Songs hineinzuversetzen. Darüber hinaus ist Tue ein sehr cooler Typ und unsere Beziehung zueinander ist fantastisch." Anfang 2010 setzt ihr nach Amerika über. Welche Tourpläne habt ihr für Europa? "Erst einmal werden wir im Sommer alle möglichen Festivals beackern. Eine größere Europatour ist für September angedacht."
17 Jahre und kein bisschen leise
von Jürgen Tschamler (30.03.2007)Der Göteborg-Sound ist weltweit ein Begriff und steht für eine ganze Generation Metal Bands. Die schwedischen Dark Tranquillity gehören mit zu den dienstältesten Metal Bands dieses Genres und ohne Zweifel auch zu den letzten Überlebenden dieses Sound...
WeiterlesenDer Göteborg-Sound ist weltweit ein Begriff und steht für eine ganze Generation Metal Bands. Die schwedischen Dark Tranquillity gehören mit zu den dienstältesten Metal Bands dieses Genres und ohne Zweifel auch zu den letzten Überlebenden dieses Sounds. Ihr Stil allerdings hat sich über die Jahre hinweg modifiziert, doch die Band legte immer Wert darauf ihre Roots nicht zu leugnen. Die Liste ihrer Veröffentlichungen ist inzwischen immens lang und wird dieser Tage um ein weiteres Spitzen-Album erweitert. "Fiction" nennt sich der neuste Longplayer aus dem Hause Dark Tranquillity. Gitarrist Martin Henriksson stand Rede und Antwort.
"Du liegst relativ richtig wenn du sagst, dass ,Fiction' musikalisch zwischen den alten und neuen Alben der Band liegt. Es ist nicht so, dass wir bewusst auf unsere Roots geschaut haben, wir haben versucht, wie auch bei all den anderen Alben, einer natürlichen Entwicklung zu folgen. Wir spielen immerhin schon 17 Jahre zusammen in der Band und da wäre es falsch nicht zu registrieren, wo wir musikalisch herkommen." Trotz der relativ dunklen Atmosphäre der Songs, wirkt das Album in seiner Gesamtheit irgendwie positiv. Gerade bei den längeren Stücken wirken die eingearbeiteten ruhigen Instrumental-Passagen auflockernd! "Wir haben uns auf jeden einzelnen Song extrem konzentriert und nicht versucht eine Abhängigkeit der Songs untereinander zu schaffen. Das schließt eine gewisse Ähnlichkeit der Songs untereinander aus. Wir haben explizit darauf geachtet, dass die Songs sich in ihrer kompletten Struktur voneinander unterscheiden. Ich denke daher klingt das Album in seiner Gesamtheit sehr frisch." Ihr seid eine der letzten echten Bands, die man mit dem Göteborg-Sound in Verbindung bringt und haltet hier eine eindeutige Spitzenposition. Ist die Konkurrenz in dem Metier inzwischen härter geworden? "Ich sehe das Ganze nicht als Wettkampf zwischen Bands. Und ich denke, viele der Bands in diesem Genre sehen das ebenfalls nicht als Wettkampf. Sicher sind Verkaufszahlen entscheidend, aber man darf sich nicht darin verlieren in einem Wettkampf zu stehen, sondern sich kontinuierlich weiter zu entwickeln." Ich habe gehört die Erstauflage von "Fiction" soll mit einer Bonus-DVD erscheinen! Was erwartet den Fan auf dieser DVD? "Ja, bis vor kurzem war das ein Thema für die Limited Edition Version des Albums, aber das wird leider nichts werden. Es wird für eine Limited Edition anderes Bonusmaterial auf einer CD zusammengetragen, als das welches der ursprüngliche Plan vorsah. U. a. wird es den Video-Clip zu ,Focus shift', Studio Footage, Proberaum-Szenen und verschiedenes anderes Zeugs geben. Das Artwork und die Verpackung der Limited Edition wird ebenfalls anders sein, als das der normalen Version. Es wird sich für den Fan auf jeden Fall lohnen."