Nach einem Intermezzo mit At The Gates Ikone Tomas Lindberg
ist noch vor Abschluss der "Crowned In Terror" Live Promotion der nun
scherzhaft Satan from hell genannte alte Schreihals Johan Lindstrand
wieder unter den gekrönten (Halb-) Sch...
Nach einem Intermezzo mit At The Gates Ikone Tomas Lindberg
ist noch vor Abschluss der "Crowned In Terror" Live Promotion der nun
scherzhaft Satan from hell genannte alte Schreihals Johan Lindstrand
wieder unter den gekrönten (Halb-) Schweden. Finnland Import Janne Saarenpää,
Drumdynamo und Kommunikator fühlt sich rundum wohl."Wir sind jetzt seit 14 Jahren als Band dabei und momentan kann sich keiner
von uns vorstellen, wie wir ein besseres Album als 'Possessed 13' zustande
bringen sollten. Bislang sind wir stetig die Karriereleiter hochgeklettert,
mit kleinen Verbesserungen von Platte zu Platte. Als wir anfingen hatten wir
keinen Masterplan, in unserer Death Metal Welt schien es das größte zu sein,
ein Demo und vielleicht eine Single aufzunehmen. Sicher haben wir früher teilweise
wie Deicide geklungen und nennen uns heute spaßeshalber selbst das Rock'n'Roll
Überbeast. Glenn Benton und seine Jungs sind wahrscheinlich zu sehr in
ihrer Nische gefangen, um eine ähnliche Entwicklung zulassen zu können. Auf
'The burning' befanden sich so viele unterschiedliche Songs, die wir
über eine längere Zeit gesammelt hatten; das ließ uns die Türen offen. An der
Arbeitsteilung hat sich aber nichts geändert. Marko (g) und Magnus
(b) schleppen die meisten Ideen in den Proberaum und führen uns Riffs vor. Auf
der Bonus-CD der Erstauflage wird ein Song von mir zu hören sein, ein sehr langsames
Stück vom ersten Demo. Neben den beiden Tapes wird dort noch eine Vorproduktion
von 'Execiutioner', dem zweiten Track auf 'Deathrace king' zu
hören sein, in einem lokalen Studio aufgenommen. Außerdem ist ein Cover von
Bathory enthalten, 'Burning leather', ein Outtake aus Quorthons
Frühphase, der nur auf einer der Jubileums CDs zu finden ist. Wir haben dem
Stück den The Crown Touch verpaßt."
Und der ist nunmehr noch härter und direkter; vergleicht man die doch recht
üppige Gesamtspielzeit mit der gefühlten Länge der 13 Tempobolzen (Ausnahme:
"Dawn of emptiness" und die Instrumentale), so beginnt man an der eigenen
Wahrnehmung zu zweifeln.
"Noch vor den Proben haben Magnus und ich uns darauf verständigt, alles
straighter zu gestalten, um auf der Bühne mehr Möglichkeiten zu haben, den Songs
gerecht zu werden, ohne andauernd vor der Frage zu stehen ... shit ... werde
ich diesen Part heute meistern?. Trotzdem ist ein 10 Minuten Monster wie 'Death
of god' (vom un-göttlichen zweiten Streich, noch unter Crown Of Thorns
veröffentlicht - Anm. d. Verf.) für uns nicht aus der Welt. Jetzt haben wir
uns entschieden, die Songs in drei Gruppen gleichartiger Charaktere zu sammeln,
so gibt es eine klassische Abfolge von Einleitung, Steigerung und schließlich
Zerstörung, Auflösung. Wirklich philosophisches steht nicht dahinter."
Dann wäre im mittleren Teil also der Kniefall vor den Idolen untergebracht.
"Nicht unbedingt. Hier geht es um maximale Energie und Dynamik. Als wir mit
der Band anfingen, war ich 14 und 'Leprosy' von Death oder Morbid
Angel waren das einzig tolerierte. Einige Jahre vorher hatte ich mit Mötley
Crüe den Einstieg in die Szene gefunden; im Gegensatz zu Bands wie Anthrax
war mir das auch nie peinlich, obwohl alles ohne Death Growls ohne Metallica
damals für uns pussy-Stoff war. 1997 habe ich die Crue in Roskilde gesehen und
einen Drumstick von Tommy Lee gefangen, obwohl zehn Hände danach griffen
und ich total besoffen war. Das Buch von Tom G. Warrior über die Geschichte
von Celtic Frost habe ich noch nicht gelesen. Als Magnus den gleichnamigen
Song 'Are you morbid?' geschrieben hatte, wusste er von dem Buchtitel
auch nichts. Was unseren Track 'Kill 'em all' angeht: Marcus wird
Metallica unter allen Umständen verteidigen, auch wenn wir anderen maximal
bis zum schwarzen mitziehen würden. Wer bin ich, über eine solche Band zu urteilen?
Aber ehrlich gesagt finde ich den Drumsound auf 'St. Anger' fürchterlich.
Bevor wir alle das Riff zu 'Kill 'em all' das erste mal hören sollten,
wurden wir vorgewarnt, es würde stark nach einer sehr bekannten Band klingen.
Danach haben wir uns kollektiv beinahe totgelacht. Als der Text stand, gab es
keinen Anlass, mit der Inspiration Verstecken zu spielen."
Umsichtig versteckt dagegen wurde die "satanische" Botschaft in "Natashead
overdrive", einem Titel, der auch den ganzen skandinavischen Rotzrock Geschwadern
von Gluecifer bis Turbonegro gut zu Gesicht stehen würde.
"Das ist unser Party-Hit No. 1. Tatsächlich sind zwei der ältesten Riffs unserer
Geschichte in dem Stück verbraten. Magnus und Marco scheinen einen
Harddisc-Player im Kopf zu haben. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Riff
nicht vergessen wird. Wir sind froh, so einige Ideen nicht schon früher genutzt
zu haben, weil wir jetzt ein ganz anderes Niveau haben. 1990 haben wir gerade
angefangen, unsere Instrumente zu spielen."
Ein weiterer Killertrack ist "Bow to none", ein Slogan, den schon
Benediction zu nutzen wußten.
"Eigentlich wollten wir dazu ein Video drehen, haben und dann aber für 'Face
of destruction - deep hit of death' entschieden, um niemanden auf die falsche
Fährte bezüglich des restlichen Albums zu geben. Leider habe ich das Resultat
noch nicht gesehen."
Das Coverkonzeopt in Gestalt eines auf alt getrimmten Kinoplakats ist grundätzlich
keine neue Idee - u.a. Entombed und Tiamat oder gerade erst The
Vision Bleak haben sich ähnlichen Gestaltungskriterien verschrieben, mit
der Horror-Optik aus Stummfilmtagen aber konsequent, stilvoll und originell
umgesetzt. Fragt sich nur, warum das Bandlogo so frappierend an die Gestaltung
des Earache Schriftzugs angelehnt ist.
"Es ist vom selben Künstler wie die The Crown / Venom Persiflage beim
letzten Album. Wegen der ganzen alten Riffs ist 'Possessed 13' auch ein
Tribut an dieses Label. Sie mögen als Firma nicht immer zu Gunsten ihrer Bands
entscheiden, aber als sich die '80er langsam ins nächste Jahrzehnt verabschiedeten,
kamen beinahe alle wichtigen extremen Metal Alben auf diesem Label heraus."
Vor jenen niederzuknien widerspricht nicht der Gesinnung der ansonsten Unbeugbaren.