Es gibt wenige Rocklegenden, die auch nach Jahrzehnten nichts an ihrem Kult eingebüßt haben. Alice Cooper ist mit seinem neuem Opus "Dirty diamonds" erneut ein kleines Meisterwerk gelungen. Ähnlich wie auf dem Vorgängeralbum "The eyes of Alice Cooper...
Es gibt wenige Rocklegenden, die auch nach Jahrzehnten nichts an ihrem Kult eingebüßt haben. Alice Cooper ist mit seinem neuem Opus "Dirty diamonds" erneut ein kleines Meisterwerk gelungen. Ähnlich wie auf dem Vorgängeralbum "The eyes of Alice Cooper" orientiert sich der Meister des Horror Rocks an den glorreichen Siebzigern, so hätte es sicherlich niemanden verwundert wäre "Dirty diamonds" vor dreißig Jahren zwischen Klassikern wie "School's out" (1972) und "Billion dollar babies" (1973) erschienen. Alice Cooper rockt, mit seinem unverkennbarem Charme und einer Leichtfertigkeit, die einen nur mitreißen kann.
"Es gibt viele Parallelen zu Früher und es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht dieses Album zu machen. Wir haben die Zeit genutzt und uns auf das wesentliche konzentriert, nämlich das Songwriting und die Performance, weniger auf die Produktion. Durch zu viel Technik geht verloren, worauf es bei Rockmusik ankommt. Du gehst ins Studio und siehst all die vielen Spielsachen, aber du vergisst dabei komplett den Song an sich. Ich habe großartige Musiker, uns hat es vollkommen genügt pro Tag eine Nummer einzuspielen und es bei dem Ergebnis zu belassen. Dadurch erzielten wir eine ehrliche Version, ohne sie unnötig zu verfremden und technisch aufzublasen."
Alice Cooper ist relaxt, obwohl er seine Welttournee bereits seit geraumer Zeit begonnen hat und ein Ende noch in weiter Ferne liegt. Der Altmeister hat alles in seinem Leben erreicht, er braucht niemandem mehr etwas zu beweisen und kann musikalisch genau das machen, worauf er steht und Lust hat: puren, erdigen Rock'n'Roll. Dabei scheut er sich nicht Blues, Country oder Southern Rock in seine Nummern einfließen zu lassen.
"Alle meine Alben, und das sind mittlerweile fast 30 Stück, waren immer Gitarren orientierte Werke. Alice Cooper steht für Hard Rock, doch ich will interessante Songs schreiben und Nummern die einzigartig sind. Rockmusik hat ein breites Spektrum, ich versuche dies auszunutzen und das Feeling wiederzugeben das jede Nummer besitzt."
Klassische Rocknummern gibt es auf "Dirty diamonds" zur Genüge, doch gerade ungewöhnliche Tracks wie das stark Country lastige "The saga of Jesse Jane" ragen heraus und machen die Scheibe so besonders.
"Jeder Longplayer von Alice Cooper besitzt eine Comedy Nummer, in diesem Fall habe ich versucht etwas im Stil von Johnny Cash zu schreiben",
sagt es und lacht mit tiefer Stimme.
"Dabei muss ich sagen, wenn es eine Art von Musik gibt, die ich überhaupt nicht abkann, dann ist es Country. Aber ich liebe es Dinge zu machen, die genau dem Gegenteil von mir entsprechen."
Rockmusik muss laut Alice Cooper nicht perfekt sein. Kleine Fehler sind erlaubt und machen die Musik liebenswert.
"Wenn ich an perfekte Rockmusik denke, dann kommen mir Bands wie Journey, Boston oder Foreigner in den Sinn. Das sind erstklassige Acts, die jedoch wenig Street-Credibility besitzen, verglichen mit den Ramones, Guns n' Roses oder den Stooges. Alles hat seine Berechtigung, aber es ist nicht nötig alles perfekt zu spielen, denn dadurch wird die Musik vorhersehbar. Deshalb liebe ich Mick Jagger, er trifft garantiert niemals alle Töne, aber er besitzt ein unvergleichbares Rock Feeling."
Diese Attitüde ist einer der Gründe warum "Dirty diamonds" so bodenständig und zeitlos klingt. Alice Cooper hat alles erreicht, aber genug hat er noch lange nicht. Die Erklärung liegt in der Rock'n'Roll-Geschichte.
"Jeder Musiker versucht sein ,Sgt. Pepper's lonely hearts' (The Beatles) zu schreiben. Es ist das großartigste Werk der Musikgeschichte und ich hoffe, dass ich mein bestes Album noch nicht gemacht habe, sondern dass es noch kommen wird."
"Dirty diamonds" ist in der Hitliste jedenfalls ganz weit oben!