Für die Fangemeinde der Children Of Bodom gab es im Januar 2005 extrem schlechte Nachrichten: Alexi Laiho, der Haupt-Songschreiber der Gruppe hatte sich in einem alkoholbedingten Verkehrsunfall seinen Arm gebrochen. Der Zeitpunkt alles andere als gün...
Für die Fangemeinde der Children Of Bodom gab es im Januar 2005 extrem schlechte Nachrichten: Alexi Laiho, der Haupt-Songschreiber der Gruppe hatte sich in einem alkoholbedingten Verkehrsunfall seinen Arm gebrochen. Der Zeitpunkt alles andere als günstig; hatte doch Alexi gerade Killerriffs für das neue Bodom Album "Are you Dead Yet?" geschrieben. Sechs Monate später sitzen Laiho und der Keyboardvirtuose Warman in einem großen Sommerhaus im Osten Helsinkis. Lebhafte Musiker lachen und scherzen eifrig miteinander - und dafür gibt es einen guten Grund. Das fünfte Studioalbum der Children Of Bodom ist fast fertig und klingt vielleicht noch besser, böser und intensiver als jemals bevor. Nun, es klingt immer noch wie traditionelle Bodom-Musik - aber noch stärker, falls das überhaupt möglich ist.
"Wir haben schneller gearbeitet als jemals zuvor. Die Aufnahmen sind wirklich fantastisch geworden, ob ihr's glaubt oder nicht",
sagt Alexi.Was ist der Grund dafür? Vielleicht macht ihr nach den anstrengenden Tourneen der letzten drei Jahre sogar noch bessere Musik ...
"Ich weiß es nicht. Kann schon sein. Aber andererseits ist unterwegs keine Zeit zum Proben. Wir trinken nur ein paar Bier vor der Show, aber nach dem Auftritt geht es meistens ziemlich heftig ab. Oder sogar noch heftiger. Und wenn du am nächsten Morgen aufwachst, sind Proben nicht unbedingt das Erste, das du tun möchtest. Aber was ich betonen möchte, ist, dass wir unsere Shows niemals durch Alkohol hochgeschraubt haben. Nein, wir machen zuerst einen ordentlichen Job und anschließend machen wir Party, falls es einen Grund dafür gibt. Und oftmals gibt es wirklich einen Grund",
lächelt Alexi.
"Ich erinnere mich, dass es der 30. Jahrestag von John F. Kennedys Ermordung war, als wir in den Staaten waren. Ich und der Bassist Henkka besuchten den Tatort der Ermordung in Dallas. Dort waren jede Menge Menschen, und dann erkannten wir, dass dies wahrscheinlich der bestmögliche Ort für Terrortaten sei. Darum beschlossen wir den Ort sofort zu verlassen",
erzählt uns Janne von seinen Tourerinnerungen.
"Tja, Roope (Latvala, Gitarre) hat mittlerweile auch einen ordentlichen Platz in der Band gefunden, das ist vielleicht auch ein Grund für die schnellen Aufnahmen. Während der ersten Tour der Children Of Bodom war Roope immer so eine Art Außenseiter, und darum trank er in manchen Nächten auch viel zu viel. Zu der Zeit waren wir uns nicht ganz sicher, ob er wirklich der Richtige für unsere Band sei. Aber nach den anfänglichen Problemen hat sich das alles gelegt und er ist jetzt ein vollwertiges und wichtiges Mitglied unserer Band. Und natürlich ist es klasse, dein eigenes Gitarrenidol in der Band zu haben",
sagt Laiho (Falls es jemand nicht wissen sollte: Roope spielte in den Achtziger und Neunziger Jahren bei den Finnischen Speed Metal Pionieren Stone und es gibt einen Stone Cover Song "No Commands" auf der C.O.B. "Hatebreeder" Deluxe Edition). Nun, in Finnland bedeutet Sommerhaus manchmal wirklich ein kleines Häuschen ohne Strom und so weiter... Ehrlich gesagt sprechen wir hier aber nicht von einem traditionellen Sommerhäuschen, sondern von einem großen Haus, dass viele finnische Bands (Stratovarius etc.). in den vergangenen Jahren für Aufnahmen genutzt haben. Der berühmte finnische Metal Produzent Mikko Karmila und Children Of Bodom beschlossen ebenfalls, diesen Ort zu nutzen. Das Haus ist wunderschön am Meer gelegen und die Bodom Jungs haben neben den Aufnahmen sogar noch Zeit gefunden in die Sauna zu gehen und im Meer zu schwimmen.
"Vorher haben wir in den schwedischen Abyss Studios und in den Astia Studios in Ostfinnland unsere Aufnahmen gemacht. Dieses Mal war es wirklich großartig hier in Helsinki zu arbeiten. Mein Apartment liegt ganz in der Nähe. Darum wache ich morgens in meinem eigenen Bett auf und fahre hierher, um an dem Album zu arbeiten. Und am Abend kann ich wieder nach Hause fahren. Nun, wir haben jetzt etwas Alkohol getrunken und darum konnten wir nicht fahren",
lacht der Gitarrist.
Und wie war es mit Mikko Karmila zu arbeiten?
"Wirklich fantastisch! Klar, Mikko ist ein ganz anderer Typ als Anssi Kippo von den Astia Studios. Anssi ist ein total verrückter Kerl - aber im positiven Sinn. Manchmal musste ich einen bestimmten Teil eines Songs ungefähr hundert Mal mit Anssi singen, weil er immer alles perfekt haben möchte. Oder vielleicht noch mehr als perfekt! Darum ist es anders mit Mikko zu arbeiten. Er macht auch einen perfekten Job, aber seine Arbeitsmethoden unterscheiden sich von Anssis Methoden. Und vielleicht war es auch an der Zeit, einmal etwas ganz anderes auszuprobieren",
sagt Alexi.
Wie sehr hat Mikko deinen Sound, die Arbeitsmethoden usw. beeinflusst? Hat er die Struktur der Songs verändert oder so?
"Er ist auch der Produzent dieses Albums, daher hat er natürlich eine Auswirkung auf unseren Sound gehabt. Aber gleichzeitig muss ich sagen, dass es nicht leicht ist unser Material zu produzieren. Ich meine, wir stellen die Songs selbst fertig und es ist ziemlich schwierig die Songstrukturen danach noch zu verändern. Aber natürlich haben wir während der Aufnahmen sehr viel mit Mikko gesprochen, und er hat uns mit vielen nützlichen Ratschlägen zur Seite gestanden",
sagt Janne.
Zum allerersten Mal in der Geschichte von Children of Bodom, verfasste Alexi vor der Musik Lyrik. Natürlich passierte das wegen der scheußlichen Armverletzung des Gitarristen.
"Ja, ich konnte meine Gitarre nicht spielen, also begann ich damit, verbogene und böse Lyrik zu schreiben. Ich war gerade von einem dreiwöchigen Trip aus Los Angelos zurückgekehrt, und natürlich gab es auf der Reise jede Menge Heavy Partying. Als ich wieder nach Hause kam, sah ich mich selbst im Spiegel ... und ich sagte zu mir:"Scheiße, du Arschloch, du musst jetzt sofort besser werden, oder du wirst ernsthafte Probleme bekommen!" Nach diesen Gedanken schrieb ich den Titeltrack für das Album "Are you Dead Yet?".
Welche Art von Lyrik haben Sie dieses Mal geschrieben? Ist es der übliche Stoff oder gibt es auch einige völlig neue Sachen?
"Ich schätze, dass Worte ganz normaler Bodom-Stoff sind. Ich meine, für mich ist es völlig normal, über böse Themen und so weiter zu schreiben. Ich hasse viele Dinge und ich möchte meinen Fans davon erzählen. Aber natürlich enthält das Album auch einen typischen Bodom Song. Dieses Mal heißt er "Bastards of Bodom" und wurde von Kimberly Goss geschrieben. Der Reaper ist wieder mal verrückt geworden!"