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Candlemass haben es einmal mehr geschafft sich selbst zu übertreffen und das perfekte Doom Metal Album zu kreieren. Acht göttliche Hymnen - niederknien, anbeten und huldigen.
EMP Redaktion
von Adam Weishaupt(09.01.2009)Den Wechsel hinter dem Mikro hat die skandinavische Doom-Legende nicht nur ohne Probleme verkraftet, sie scheinen sogar ihren zweiten Frühling zu erleben und übertreffen sich einmal mehr selbst. Solitude Aeturnus-Frontmann Robert Lowe war die perfekte Wahl für die Nachfolge von Messiah Marcolin und ein kluger Schachzug zugleich. "Death magic doom" führt die Tradition von "King of the grey islands" und der vor wenigen Monaten veröffentlichten MCD "Lucifer rising" fort und wälzt einen mit seiner mächtigen Gewalt sprichwörtlich um. Mit dem speedigen Opener "If I ever die" beginnt die Scheibe überraschend schnell, ehe "Hammer of doom" sämtliche Stärken und Trademarks von Candlemass ausspielt. Es jagt ein Highlight das andere. "The bleeding baroness" strotzt vor Intension, während einen das pulsierende "House of thousand voices" endgültig in die Knie zwingt und einen anmutend die Götter des Doom Metals anbeten lässt. "Death magic doom" ist schlichtweg fantastisch und muss in einem Atemzug mit Klassikern wie "Nightfall" oder "Epicus doomicus metallicus" genannt werden. Jede Note passt und strotzt vor Trauer, Melancholie und vollkommener Hingabe.
Interview
Finale ohne Ende
von Jürgen Tschamler (11.05.2012)Mit "Psalms for the dead" kündigt die schwedische Doomlegende ihr Ende an und doch widerspricht sie sich im gleichen Augenblick. Klärung ist angesagt. Dennoch, es wird mehr oder weniger ein schwerer Abschied werden, zumal die Truppe um Bandleader Lei...
WeiterlesenMit "Psalms for the dead" kündigt die schwedische Doomlegende ihr Ende an und doch widerspricht sie sich im gleichen Augenblick. Klärung ist angesagt. Dennoch, es wird mehr oder weniger ein schwerer Abschied werden, zumal die Truppe um Bandleader Leif Edling hier noch einmal deutlich aufzeigt, warum Candlemass über die Jahre so einen gravierenden Einfluss auf die Szene hatten. Wir sprachen mit Leif Edling über das Ende oder nicht so richtigem Ende und auch über ihr Abschiedsgeschenk an die Fans: "Psalms for the dead". Leif, es gibt verschiedene Gerüchte darüber, warum die Band aufhören möchte. Anderseits kommuniziert ihr doch kein endgültiges "Aus". Eine Ansage, die geradezu nach Klärung schreit! "Wir haben unser letztes Album aufgenommen, werden aber NICHT als Band von der Bildfläche verschwinden. Wir werden nach der Veröffentlichung von ,Psalms for the dead' weiter live spielen. Wie lange das geht, kann ich nicht sagen, aber los seid ihr uns noch nicht. Wir werden so lange es geht, das neue Album live promoten und in ein paar Jahren steht eh das dreißigjährige Bandjubiläum an. Ich bin nicht Nostradamus und kann somit nicht in die Zukunft schauen, aber wir werden auch noch in 5 oder 10 Jahren da sein, hehe. Wir haben niemanden mehr etwas zu beweisen und werden uns die Gigs, die wir spielen werden, gezielt aussuchen." Mit dem Wissen, dass "Psalms for the dead" das letzte Studioalbum, das Vermächtnis von Candlemass sein wird, wie war die Situation im Studio? Wie habt ihr es fertig gebracht, unter diesen Umständen noch einmal solche großartigen Songs zu schreiben? War das kein seltsames Gefühl? "Kein Stress, kein Druck, keine Probleme! Wir hatten eine Menge Spaß, auch wenn es harte Arbeit war. Wir haben sehr konzentriert und strukturiert, eigentlich wie immer, gearbeitet. Und vielleicht haben wir sogar unser bestes Album abgeliefert, wer weiß. Wir haben allerdings nicht probiert "Death magic doom" zu toppen, ein Album, das wir unheimlich mögen und welches sicherlich zu den besten Candlemass-Alben gehört. Wir haben versucht etwas anderes abzuliefern. Schlicht ein zeitloses Stück großartiger Heavy Metal-Musik!" In vielen Songs des neuen Albums kann man Hammondorgeln hören, die aus meiner Sicht sehr oft an Krux (Leif hat diese Truppe gegründet als Candlemass zum zweiten Mal zeitweise auf Eis lag und mit ihr einige Alben veröffentlicht) erinnern. Ein Instrument, das bei Candlemass nie ein wichtiger Bestandteil der letzten Alben war. Wer hat entschieden, dass man dieses Instrument auf dem letzten Album so intensiv einsetzt? "Ich war der Meinung, dass die Songs hier und da Orgel und Synthesizer gebraucht haben. Allerdings finde ich, dass wir die Instrumente sehr sorgsam und gezielt eingesetzt haben. Wir die Orgel nicht sehr dominant eingesetzt, außer beim "Siren song". Das Album ist weiterhin sehr von harten Gitarren dominiert und unterscheidet sich daher deutlich vom letzten Krux-Album." Du hast uns ja schon aufgeklärt, dass ihr uns live erhalten bleiben werdet. Wird es aber zur Veröffentlichung von "Psalms for the dead" dennoch ein paar spezielle Shows oder gar eine Tour geben auf denen ihr euch so gesehen verabschiedet? "Wir werden soweit es geht überall da spielen, wo uns die Fans sehen wollen. Eine Art spezielle Abschiedstour wird es nicht geben. Augenblicklich sind wir in Verhandlungen über eine Tour im Herbst zusammen mit Angel Witch (wiedererstarkte NWOBHM-Band mit einem aktuellen starken Album). Eine klasse Band! Ich würde mich freuen, wenn die Tour zustande kommen würde."
Keinen Bock auf Primadonnen
von Jürgen Tschamler (28.03.2007)Die schwedischen Kult-Doomer von Candlemass waren nach dem Ausstieg von Messiah handlungsunfähig. Verständlich, genoss gerade Sänger Messiah bei den Fans einen exzellenten Ruf und nach der erfolgreichen Reunion sah alles so aus, als setzten Candlemas...
WeiterlesenDie schwedischen Kult-Doomer von Candlemass waren nach dem Ausstieg von Messiah handlungsunfähig. Verständlich, genoss gerade Sänger Messiah bei den Fans einen exzellenten Ruf und nach der erfolgreichen Reunion sah alles so aus, als setzten Candlemass zum Höhenflug an. Aber die Kindereien des Herrn M. stoppten den Höhenflug und Bandleader Leif Edling musste die Band neu ordnen. Resultierend daraus nahm man ein neues Album mit dem Titel "King of the grey island" auf, wobei auch gleich der neue Sänger präsentiert wurde. Im Übrigen kein geringerer als Solitude Aeturnus Shouter Rob Lowe. Wir hakten bei Gitarrist Leif Edling nach. Keiner hatte mehr so richtig an ein neues Candlemass Album geglaubt, doch mit dem Einstieg von Solitude Aeturnus Sänger Rob Lowe habt ihr die gesamte Metal-Welt überrascht. Wie kam es zu dieser Entscheidung mit ihm weiterzumachen? "Warum sollten wir aufhören nur weil der Sänger die Band verlassen hat? Messiah war wichtig, aber nicht wichtiger als die Band selbst, auch wenn er dachte er wäre es. Wir hatten großartige Songs geschrieben und fuhren mit den Aufnahmen fort wie geplant, ohne ihn. Messiah hatte eine Menge Chancen zurückzukommen, aber er hat wie eine selbstverliebte Primadonna agiert. Er ließ uns gar keine andere Wahl und so suchten wir einen neuen Sänger. Wir haben uns über 80 Sänger angehört bevor wir von Rob's Freundin Heather hörten, dass er an dem Job interessiert wäre. Schau, Solitude Aeturnus touren selten und sie nehmen noch seltener Platten auf. Das ist der Grund warum diese Partnerschaft funktionieren wird. Rob ist weiterhin in Solitude Aeturnus und ich werde mich hüten ihn zu fragen, ob er ganz bei Candlemas einsteigen möchte. Es ist Platz für beide Bands." War Rob für die Aufnahmen zu euch nach Schweden geflogen? "Rob nahm seinen Gesang in Dallas auf. Er bekam die Songs auf einer CD. Einen Rough-Mix mit Mats Leven an den Vocals und die gleichen Tracks ohne Gesang. Ich hörte seine eingesungenen Songs jeden Tag über einen FTP-Server, so gab es keine Probleme. Rob hat mir die fertigen Songs zurückgeschickt und am gleichen Tag übergab ich die Tracks an Peter Tägtgren, so dass er umgehend mit dem Mix starten konnte. Wir waren zeitlich in Verzug, doch nach guter preußischer Art haben wir noch alles in Time hinbekommen."