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Drittes Album der Holländer, die stilistisch irgendwo zwischen Merauder und Hatebreed einzuordnen sind. Ein fettes Brett!
EMP Redaktion
von Patrick Schmidt(März 2005)Die Holländer Born From Pain holen zum großen Schlag aus und haben sich einen Deal bei Metal Blade gesichert, was der Band einen zusätzlichen Popularitätsschub verpassen dürfte. Die Jungs kommen zwar aus der Hardcore-Szene, haben aber wie viele ihrer Kollegen auch den Metal im Blut, was die fette Tue Madsen Produktion unterstreicht. Grandiose Mosh-Parts treffen auf metallische Soli, coole Breakdowns auf thrashige Riffs. Wer bei Granaten wie "Rise or die", "Judgement" oder dem gigantischen "Raging heart" still stehen bleibt, hat entweder Wurzeln geschlagen oder ist taub auf den Ohren. "In love with the end" ist bestes Kraftfutter für alle Anhänger von Hatebreed über Merauder bis hin zu Biohazard. Born From Pain dürften mit diesem Keulenschlag nicht mehr zu stoppen sein. Live ist der Fünfer ohnehin eine Klasse für sich. Pflichtkauf für alle, die es hart, modern und groovend mögen. Sauber! (Patrick Schmidt - März 2005)
Interview
Survival of the fittest
von Matthias Mader (15.09.2008)"Survival of the fittest" - so kann man vielleicht die Lage im Camp der Hardcore-Helden Born From Pain umschreiben (was auch recht gut zum Titel ihrer neuen CD "Survival" passen würde). Die Umbesetzungen der jüngsten Vergangenheit gehen nämlich auf k...
Weiterlesen"Survival of the fittest" - so kann man vielleicht die Lage im Camp der Hardcore-Helden Born From Pain umschreiben (was auch recht gut zum Titel ihrer neuen CD "Survival" passen würde). Die Umbesetzungen der jüngsten Vergangenheit gehen nämlich auf keine Kuhhaut: Erst verließ Sänger Che die Band und Bassist Rob wechselte hinters Mikro. Zudem stieg noch Drummer Roel aus, der durch Roy ersetzt wurde. Und am Bass ist jetzt Andy mit dabei. Dieses muntere Besetzungskarussell hat doch bestimmt Auswirkungen auf den Sound von Born From Pain gehabt, oder Rob? "Ich denke auf jeden Fall, dass es Auswirkungen gehabt hat", stimmt mir das Gründungsmitglied zu. "Der Sound der Stimme ist ja um einiges anders geworden. Ich bin aber der Meinung, dass es gut zu den Songs passt und unsere Musik dadurch eine neue Dimension bekommen hat. Die vielen Line-Up-Wechsel hatten im Allgemeinen einen guten Einfluss auf die Band, weil sie uns neuen Wind verschafft haben. Der Glaube an unsere eigene Stärke ist uns nie verloren gegangen. Die Probleme haben uns als Einheit nur noch stärker gemacht. Es herrscht momentan ein sehr guter Vibe bei Born From Pain." Das ist schön zu hören. Obwohl man dies bei Songtiteln wie "Endgame", "Final collapse" oder "Sons of a dying world" erst einmal gar nicht vermutet hätte. "Survival" klingt hart, düster, ja vielleicht sogar ein Stück pessimistisch. Außerdem scheint es eine sehr politische Platte geworden zu sein. "Definitiv", zeigt sich Rob von meiner schnellen Auffassungsgabe begeistert. "Wir finden, dass es in der heutigen Zeit sehr wichtig ist, zu wissen, was in der Welt vor sich geht. Die Zeit sich zurückzulehnen, haben wir nicht mehr. Wir versuchen als Band Kritik zu üben und die Leute damit zum Denken anzustacheln. Wir sind angepisst über die Machtstrukturen in dieser Welt und werden auch nicht länger schweigen. Es ist doch ganz offensichtlich, dass der normale Bürger angelogen, betrogen und gedemütigt wird. Und das nur, weil eine bestimmte Elite immer mehr Geld und Macht anhäufen möchte." Klare Worte. Also liege ich wohl doch falsch, wenn ich die elf Songs von "Survival" als pessimistisch, ja stellenweise schon apokalyptisch interpretiere? "Ja und nein", meint Rob, der ehemalige Bassist und neue Sänger von Born From Pain: "Ja, weil wir die Situation so pessimistisch beschreiben, wie sie nun einmal gerade ist. Die Wahrheit kann man nicht ignorieren. Und nein, weil es immer Hoffnung gibt. ,Survival' ist aus diesem Grunde gleichzeitig auch eine Kampfansage. Look for the truth!"
Hardcore-Quantensprung Anno 2006
von Matthias Mader (25.09.2006)Als einen Quantensprung habe ich das neue Album "War" von Born From Pain an anderer Stelle in diesem Heft bezeichnet, den Niederländern ist das Kunststück gelungen, eine eingängige Hardcore-Scheibe aufzunehmen, die im Gegensatz zu den früheren Releas...
WeiterlesenAls einen Quantensprung habe ich das neue Album "War" von Born From Pain an anderer Stelle in diesem Heft bezeichnet, den Niederländern ist das Kunststück gelungen, eine eingängige Hardcore-Scheibe aufzunehmen, die im Gegensatz zu den früheren Releasen der Band aber keinen Deut an Aggressivität verloren hat. Auf diese verbale Steilvorlage hat Mastermind Rob augenscheinlich nur gewartet: "Wir empfinden das exakt genauso! Ich bin der Meinung, dass die Moshparts immer noch so brutal sind wie früher, das Riffing ebenso heavy, aber wir hatten uns zum Ziel gesetzt, nach vorne zu blicken und das gewisse Etwas hinzuzufügen, ohne dabei unseren Stil grundsätzlich zu verändern." Was der Gruppe ohne Zweifel vollends gelungen ist, die Steigerung vor allem im kompositorischen Bereich hatte aber noch einen zweiten Grund: "Es war das erste Mal nach langer, langer Zeit, dass wir gemeinsam eine CD erarbeitet haben. Das hat viel geholfen, wie ich finde. In der Vergangenheit sind die einzelnen Musiker immer wieder mit gänzlich fertigen Aufnahmen zur Probe gekommen. Diesmal haben wir fast alle Songs zusammen geschrieben." Mit Pepe von Hatesphere, Jan Chris von Gorefest sowie Lou von den allmächtigen Sick Of It All sind auf "War" drei Gastmusiker auf verschiedenen Songs zu hören. Weitere Gastauftritte waren sogar noch in Planung, fielen aber dem Zeitdruck zum Opfer: "Wir haben noch eine Nummer mit Barney von Napalm Death im Archiv. Leider wurde die Studio-Deadline versäumt, so dass der Song jetzt anderweitig veröffentlicht werden wird. Der Beitrag von Scott, Mitglied von Terror, kam ebenfalls zu spät. Beide waren auf Tour und konnten sich leider nicht an unseren Veröffentlichungsplan halten." Der vielleicht ungewöhnlichste Track des Albums nennt sich "The war is on" und beinhaltet gar keine Vocals, wie Rob zu berichten weiss: "Seit einem Jahr lagen bei Dominic diese Interlude-Passgen herum und die waren einfach zu cool, um sie nicht zu benutzen. Wir fügten noch ein paar andere Riffs hinzu und fertig war ein wirklich gutes Instrumental."