Das Album der Woche: Nirvana mit Incesticide
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Das Album der Woche: Nirvana mit Incesticide

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Nirvana liefern und das Album der Woche an diesem Samstag. Nun sprechen wir von einer Band, die vor geraumer Zeit das Zeitliche gesegnet hat. Mit „Incesticide“ zeigte man sich auch nach „Smells Like Teen Spirit“ rotzig. Für uns Grund genug, das stiefmütterlich behandelte Werk in ein neues Licht zu rücken.

Nirvana sind zweifelsohne jedem Musikfreund ein Begriff. Die Band um Kurz Cobain katapultierte sich mit „Nervermind“ nicht nur an die Chart-Poleposition weltweit, nein sie waren auch der Inbegriff für Rebellion. Darüber hinaus galten Nirvana immer für das Aushängeschild der sogenannten Grunge-Bewegung, die sowohl Rock-Freunden, als auch gestandenen Metal-Heads den Kampf ansagte. Doch wer nun denkt, dass sich Grunge als Protestmittel manifestieren wollte, der muss eines Besseren belehrt werden. Fakt ist und bleibt, dass es keinerlei Aversionen aus der Ecke der Grunge-Bands gab. Vielmehr war dies ein Mythos, welcher sich jahrelang eisern halten sollte.

Nirvana und ihr Album „Incesticide“

Wo waren wir? Ach ja, „Nevermind“. Der Durchbruch für Nirvana, der Soundtrack für die Generation X und definitiv der Startschuss dafür, dass der heimische Kleiderschrank mit Karo-Hemden aufgestockt wurde. So sehr man die Hits wie „Lithium“, „Polly“ oder auch „Come As You Are“ und „In Bloom“ abfeierte, im direkten Vergleich zu „Bleach“ war das zweite Studioalbum von Nirvana sehr glatt. Sicherlich auch darin begründet, dass die finanziellen Mittel besser waren und die Band sich eine anständige Produktion leisten konnten. Und doch gab es Freunde der Band, die mit dieser Produktion wenig anfangen konnten. Darüber hinaus gibt es aber auch die Gruppe von Hörer, welche erst mit „Nevermind“ zu Nirvana kamen und vielleicht noch das zweite reguläre Studioalbum „In Utero“ kennen. Denn „Incesticide“ ist kein reguläres Album. Es ist kein Studioalbum, welches mit einem vordefinierten Aufnahmeprozess in einem Studio eingespielt wurde. „Incesticide“ ist eine Compilation, welche 1992 „Nevermind“ folgen sollte.

Nirvana -Live

„Incesticide“ beheimatet den Wahnsinn früher Nirvana-Shows und das Schroffe der „Bleach“-Platte.

Wenn die Startbedingungen wirtschaftlicher Natur sind

Incesticide“ war ein Schnellschuss. Ein Album, welches die Plattenfirma einforderte, um die Fans bei der Stange zu halten. Bedingt durch den immensen Erfolg von „Nevermind“ und den Konzerten, die dazu absolviert wurden, war ein regulärer Nachfolger noch in weiter Ferne. Doch der Sound von Nirvana kam an und letztendlich musste die Nachfrage irgendwie gestillt werden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein Release und eventuell der Grund, wieso „Incesticide“ immer milde belächelt wurde. Man wollte das Album nicht in der Art und Weise annehmen, wie es noch bei „Nevermind“ der Fall war. Und dennoch verkaufte sich das Ding wie geschnitten Brot und konnte quasi in allen Ländern in die Top 50 der Charts einsteigen.

Nirvana - 1992

Nirvana im Jahre 1992. Der Erfolg gehörte der Band, Cobain schwankte zwischen Größenwahn und Depression.

Ein verwegener Haufen an Songs

Doch von was sprechen wir überhaupt und wieso machte so mancher Käufer damals ein langes Gesicht, nachdem die Scheibe zu Hause den ersten Durchlauf hinter sich hatte. Mit „Dive“ und „Silver“ haben wir Songs von der „Silver“ EP, die 1990 erschien. Auch die EP „Hormoaning“ wurde mit „Son Of A Gun“, „Molly’s Lips“ und „Turnaround“ berücksichtigt. Songs, die der Fan nicht kannte, sofern er sich nicht die EP aus Japan oder Australien importiert hatte. Die drei Kracher wurden 1990 in einer BBC Session mit John Peel aufgenommen und gelten nach wie vor zu den besten Songs von Nirvana. „Downer“ klingt schräg, schroff und kopflos, was aber den Wahnsinn dieser Band sehr gut auf den Punkt bringt. Der Song entstand während der Aufnahmen zu „Bleach“, schaffte es aber letztendlich damals nicht auf das Album.

Nirvana - Hormoaning

Unter anderem sind Songs der „Hormoaning“ EP hier zu finden. Heute ist die EP ein begehrtes Sammlerstück.

Aber auch unveröffentlichte Songs sind zu Hören

Wer nun aber denkt, dass nur alte EPs, Singles und dergleichen ausgekramt wurden, der hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Mit „Aneurysm“, ein Song, den Nirvana auf ihren Konzerten imnmer wieder spielten, „Big Long Now“ und „Aero Zeppelin“ waren auch neue Songs auf dem Tonträger zu finden. Mit „Hairspray Queen“ schrieben Nirvana einen weiteren neuen Song, welcher dermaßen zerfahren und abgedreht ist, dass man rückblickend nur vermuten kann, dass er aus einer Protesthaltung gegenüber dem Band-Erfolg entstand. Insbesondere Freunde der „Bleach“-Ära dürften „Incesticide“ lieben. Und nach 25 Jahren erscheint nun dieses Meisterwerk endlich wieder auf Vinyl.

 

Autor: Peter

Ich schreibe seit 2009 für EMP, von Produkttexten über Reviews bis hin zu Beiträgen im Blog. Meine größte Passion ist meine Familie und die Fotografie sight-of-sound.de!. Ich lebe in Hamburg, liebe Platten, Filme, Konzerte und gute Bücher. Musikalisch bin ich weniger engstirnig, denn letztendlich muss Musik gut gemacht sein und mich packen!

Ein Kommentar

  1. Hallo, der Song heißt Sliver und nicht Silber!

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