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Mann von Welt

von Megaherz

Megaherz - Mann von Welt

Tracklist:

  • 1. Mann von Welt
  • 2. Es brennt (Bonustrack von Herzwerk II)
  • 3. Miststück (von Kopfschuss)
  • 4. JORDAN (von Kopfschuss)
  • 5. 5. März (von Herzwerk II)
EUR 8,99
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Format/Produkt: MINI-CD
Kategorie: CDs
Genre: Crossover
EMP-Artikelnr.: 436112
Erhältlich ab/seit: 27.06.2008

"Megaherz waren immer eine Band mit einer Message"

Autor: Sonja Angerer (19.06.2008)

Megaherz
so Sänger Lex im EMP-Interview zum neuen Album "Heuchler". "Man darf einen Songtext nie davon abhängig machen, wer sich davon vielleicht beleidigt fühlen könnte, sondern sollte immer zu seiner Meinung stehen."
Was Lex, seit rund einem Jahr neuer Sänger bei den Münchner Industrial-Metallern, auch ganz klar tut: "Bei ‚Ein Mann von Welt‘ geht es darum, wie es mich ankotzt, was gerade mit unserer Gesellschaft passiert: Wir übernehmen heute nicht nur Trends und Produkte aus den USA, sondern so eben mal auch das ganze Gesellschaftssystem. Gewinne werden von den Konzernen allein eingestrichen, während – wie etwa bei der Bankenkrise – Verluste vom allen Bürgern zu tragen sind. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität scheinen Fremdwörter geworden zu sein." Auch bei "Fauler Zauber" geht er hart mit aktuellen Zeitströmungen ins Gericht: "Religion scheint wieder mehr Anklang zu finden – sehr viele Leute sind vom ‚Deutschen Papst’ begeistert, auch wenn dieser zum Teil sehr konservative Positionen vertritt. Da frage ich mich doch, ob wir wirklich noch in einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft leben." Lex heißt mit bürgerlichem Namen Alexander Wohnhaas. Er wurde nach dem plötzlichen Ausstieg von Matthias Elsholz 2005 zunächst als Vertretung für nur ein Konzert gebucht und stieß dann 2007 fest zur Band. Der Sänger ist überzeugt: "Megaherz war immer eine Band mit einer Message, Musiker, die eine Meinung haben und zu denen man eine Meinung haben konnte. Wir verlieren uns nicht in lyrischer Schönheit." Was die Megaherz-Fans in aller Welt – es gibt etwa große Fanclubs in Russland, den USA und Kanada – wohl auch nicht erwarten. "Rammstein hat international eine Nische geöffnet und Deutsch als eine dem Englischen mindestens ebenbürtige Sprache für den harten Metal etabliert. Es gibt inzwischen eine eigene Szene für deutschsprachige Rockmusik, diese Fans hören etwa auch Musik von Unheilig oder Tanzwut." Und sie nutzen vor allem das Internet, um sich über ihre Lieblingsbands auszutauschen. "Es gibt schließlich keine großen Radio- oder Fernsehsender mehr, die Metal spielen ", konstatiert Lex. Deshalb ist Megaherz online auch stark vertreten – das neue Album wurde bereits in Second Life vorgestellt. "Für die Musiker ist das Internet Segen und Fluch zugleich", erklärt er. "Zwar halte ich Raubkopierer nicht für Verbrecher, doch ich bin der Meinung, dass ein echter Fan seine Lieblingsbands auch unterstützen sollte, indem er etwa CDs oder T-Shirts kauft oder Konzerte besucht. Das ist wie beim Fußball: Ein Team ist nichts ohne seine Anhänger."

Herzblut + Handwerk = Herzwerk

Autor: Sonja Angerer (23.04.2002)

Megaherz am Scheideweg: Nach Wechseln im Line Up und bei der Plattenfirma schwimmen die Münchner auf einer Welle der Kreativität - "Herzwerk II" ist ein Album, wie man es nur erhoffen, aber nie erwarten kann. Grund genug, sich mit Sänger Alex W. zu unterhalten.


"Mit diesem Album schließt sich für uns der Kreis",


erklärt Alex.


"Denn unser erstes Demo aus dem Jahr 1995 trug den Titel "Herzwerk". Es hatte wesentlich mehr Rock- als Dancefloor- und Industrialelemente und ist damit dem aktuellen viel näher als unsere nachfolgenden Veröffentlichungen. Nicht dass mir die keinen Spaß gemacht hätten, doch die Elektronik schränkte uns in spielerischer und kompositorischer Hinsicht zu stark ein. Das neue Album ist emotionaler, direkter. Ich denke, wir werden auch in dieser Richtung weiter machen."


Ein größerer Line Up-Wechsel dürfte die Kurskorrektur beschleunigt haben.


Alex: "Jürgen Schlachter stieß während der Produktion zu uns, weil unser alter Drummer Frank aus persönlichen Gründen die Band verlassen hatte. Olli Pohl übernahm die Gitarre von Noel Pix, der schon Anfang 2000 ausstieg. Beide brachten neue Impulse für die Band, Olli hat beispielsweise "An deinem Grab" geschrieben. Die Aufnahmen mit unserem Produzenten Ralf Weigand waren sehr fruchtbar, wir arbeiteten ganz unmittelbar, mit wenig Overdubs, sehr handwerklich. Deshalb der Titel: Herzblut und Handwerk ergibt "Herzwerk"."


Mit dem vierten regulären Album gelang Megaherz nicht nur ein musikalisches Meisterstück, sondern auch die ersehnte Befreiung vom Etikett der "Neuen Deutschen Härte".


"Das war von Anfang an ein ziemliches Missverständnis",


erklärt Alex.


"Die Band entstand, als ich 1993 aus Seattle zurück kam mit dem Vorsatz, die Energie und Emotionalität des Grunge in deutsche Texte zu fassen. Es war nie unser Ziel, dafür bekannt zu werden, dass wir hip und trendy sind. Den meisten Bands, die in diese Schublade gesteckt wurden, ist dies zum Verhängnis geworden, sie haben sich inzwischen aufgelöst. Wenn man uns schon irgendwo einordnen muss, dann irgendwo zwischen Oomph! und Rammstein,
aber sehr eigenständig. Ich kenne derzeit keine Band, die ähnliche Musik macht wie wir. "Herzwerk II" ist ein sehr reifes Album."


Nicht nur musikalisch, auch textlich hat sich die Gewichtung verlagert:


"Ich werde wieder politischer",


erklärt er.


"Vielleicht ein Frage des Alters, in den Jahren zuvor waren mir solche Themen weniger wichtig. Die Stücke "Hand aufs Herz", "I.M. Rumpelstilzchen" und "Blut und Tränen" formen so etwas wie eine Trilogie um Politiker-Verlogenheit, Blockwart-Mentalität und Gewalt. Zwar war das Album schon vor dem 11.September weit gehend fertig gestellt, doch es entstand in bewegten Zeiten. Es gibt eine Reihe von aktuellen Entwicklungen, die mich sehr beunruhigen. Beispielsweise wenn man mitbekommt, wie Bekannte langsam an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, weil das Geld einfach nicht mehr reicht. Ich denke, es ist Zeit, dass man wieder Stellung bezieht."

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