Auf dieses Album hat die Thrash Metal Gemeinde sehnsüchtig gewartet und sämtliche DieHard-Fans der Schweden werden garantiert sehr überrascht sein. The Haunted gehen diesesmal gleich mehrere Schritte nach vorne und legen ein überraschend modernes Werk vor, das jedoch weiterhin alle wichtigen Trademarks der Combo beinhaltet. Ihre Coolness ist noch dominanter und die komplette Scheibe wirkt wie ein großes "Fuck you" gegenüber allem. Der zurückgekehrte Frontmann Peter Dolving explodiert förmlich vor Aggression und Wut, als müsse er die ganze Welt zur Sau machen, um seinem Frust freien Lauf zu lassen. Begleitet werden diese Salven von grandiosen Thrash-Riffs und einem wahren Gewitter an purer Energie. Dazu mischen sich geniale Melodien und ruhige Passagen, die dennoch enorm mächtig und erhaben wirken. Tracks wie "The drowning" wirken gar melancholisch, besitzen aber eine enorme Wirkung. Produzent Tue Madsen (Mnemic, Heaven Shall Burn u.a.) macht seinem Ruf alle Ehre und zaubert einmal mehr ein hochmodernes, dynamisches Brett. das genau widerspiegelt wofür The Haunted anno 2006 stehen. Wer dieses Inferno überlebt, der muss Nerven aus Stahl besitzen.
(Markus Wosgien / 25.09.2006)
D-Day
Autor: Björn Thorsten Jaschinski
(19.09.2008)
Der Anteil von Riffschleuder Jensen – welcher mit seiner anderen Band Witchery gerade an einem neuen Lebenszeichen feilt – an "The dead eye" war quasi nicht vorhanden. Umso mehr kann er sich mit dem sechsten Opus "Versus" identifizieren. "Als wir The Haunted gründeten wollte ich eine Band, bei der man seine Sorgen vergisst, so wie es mir früher bei AC/DC ging. Meine Songs sind immer noch so angelegt, allerdings verändern die Texte und Gesangslinien von Peter das Bild immer nachhaltig. ‚The dead eye‘ war sehr düster. Ich zog damals in eine andere Stadt, pflegte meinen kranken Vater und die Kontaktsituation mit der Band war mies. Als ich mit meinen Songs nach Göteborg kam, war das Album bereits fertig, weil es eine frühere Deadline gab als zuvor vereinbart. Es ist aber nicht nur die Schuld der restlichen Band gewesen – ich war auch kein Kommunikationswunder." Ganz andere Vorzeichen dagegen begünstigen die Verbrüderung mit "Versus". "Von Anfang an wollte ich alles live aufnehmen, eine Band ist auf der Bühne immer am besten. Eine CD ist immer nur die Entschuldigung dafür, die echten Musiker nicht im eigenen Wohnzimmer zu haben. Musik lebt vom Hier und Jetzt. Es gab dieses Mal keine Click Tracks, Trigger oder sonstigen Ballast." So entstanden 22 Songs in sieben Tagen – elf davon befinden sich auf dem regulären Album, vier weitere auf der Bonus-CD, der Limited-Edition. "Nur Soli und Gesang wurden später hinzugefügt, allerdings auch dabei viele First Takes. Wenn man dieselbe Zeile fünfmal wiederholt geht das Gefühl flöten. Auf ‚Powerage‘ von AC/DC hört man auch Bon Scott, wie er während eines Solos im Hintergrund murmelt. ‚Versus‘ hat eine positive, energische Ausstrahlung." Abgesehen vom letzten Song "Imperial death march" – einem fiesen Kriecher. "Es erinnert mich an ‚Heavy duty’, die Bestie am Ende vom Judas Priest-Album ‚Defenders of the faith‘. ‚Pieces’ dagegen ist der typischste Bjoerer-Song – unser Leadgitarrist Anders entwickelt sich ansonsten immer weiter in die progressive Ecke. Sein Bruder Jonas und unser Schlagzeuger Per lieben auch Jazz, während ich alten Heavy Metal bevorzuge." Jensen hat sich immer in der Rolle des Rhythmusgitarristen verwirklicht, Gezänk um Soli ist dem fanatischen Anhänger des Accept-Gitarristen Wolf Hoffmann fremd. "Wolf hat Maßstäbe darin gesetzt, wie rein man spielen kann. Er ist nicht nur sehr timingsicher, seine Rhythmen haben auch Swing – man erkennt ihn wie Dave Lombardo als Drummer sofort. Diese Fähigkeiten mit seinen phänomenalen klassischen Soli machen ihn zum komplettesten Allround-Gitarristen im Metal. Ich mag auch Richie Blackmore, aber der ist ein Hardrocker. ‚Breaker‘ ist mein Lieblingsalbum. Aber auch neuere Songs wie ‚Sodom and Gomorrah’ sind klasse. Wolf schreibt viele Songs wie ‚Princess of the dawn’ oder ‚Monsterman’ in der seltenen Tonart d. Die D-Saite ist die hellste der tiefen Gitarrensaiten", schwärmt der Fanatiker, der seit 1999 nicht mehr als Computerlehrer arbeitet, sondern von der Musik lebt.
Genie und Wahnsinn
Autor: Markus Wosgien
(26.09.2006)
Was The Haunted vielen Genrekollegen voraushaben, ist der Coolness-Faktor. So erreichen die Schweden ein sehr breit gefächertes Publikum und besitzen musikalisch ohnehin Narrenfreiheit. Ihr neuster Nackenbrecher "The dead eye" ist ein großer Schritt nach Vorne, der Traditionalisten möglicherweise Kopfschmerzen bereiten wird, ihre Zielgruppe jedoch stark erweitern kann und garantiert auch den Nachwuchs anspricht, für die Bullet For My Valentine und Trivium das Nonplusultra ist.
Seit zwei Jahren ist ihr ursprünglicher Sänger Peter Dolving wieder mit an Bord, der einst das legendäre Debut "The Haunted" einschrie. Er ist ein kreatives Energiebündel und es wirkt schon fast beängstigend, mit welcher Inbrunst er seinen Ideen freien Lauf gewährt. "Ich glaube dass dies das Album ist, dass wir seit der Gründung von The Haunted schon immer unbedingt einspielen wollten. Nur waren wir als Musiker bislang noch nicht soweit, aber diesesmal haben wir es geschafft." Schon während des Songwriting Prozesses war den Schweden bewusst, dass sie gerade etwas Ungewöhnliches und Neues kreieren. "Wir hatten bemerkt, dass die Songs anders klingen und in eine neue, frische Richtung tendieren. Es hat uns Spaß gemacht, wir hatten fast schon Angst davor zu fröhlich zu klingen!" Lachen war also nur hinter verschlossenen Türen erlaubt. Da Fans von The Haunted ohnehin aufgeschlossen sind, befürchtet man nicht mit "The dead eye" jemanden vor den Kopf zu stoßen. "Es wird keiner dazu gezwungen das Album zu mögen. Es ist unsere Band, deshalb machen wir verdammt noch mal das was wir wollen. Wem unser Sound gefällt, der wird jede Menge Spaß mit uns haben, für alle anderen tut es mir Leid." Die Wahl mit dem Dänen Tue Madsen zu produzieren, war dabei ein Glückstreffer. Wo sein Name draufsteht, steckt Qualität und ein fettester Sound dahinter. Namen wie Ektomorf, Heaven Shall Burn oder Mnemic sprechen für sich. "Er ist großartig", stimmt Peter zu. "Er ist mit Leib und Seele dabei, hat verstanden was wir wollen und genau das umgesetzt."
Aggression mit Stil
Autor: Markus Wosgien
(24.01.03)
Es gibt Bands, denen der Erfolg in die Wiege gelegt wird, die es mit einer
beachtenswerten Leichtfertigkeit schaffen, den Nerv der Zeit zu treffen. The
Haunted ist eines dieser Phänomene. Seit ihrem gleichnamigen Debutalbum
aus dem Jahre 1998, scheint es um den schwedischen Act geschehen zu sein. Zwar
haftet ihnen der At The Gates-Vergleich wie Blei an den Füßen, doch man
zieht seinen eigenen Stil konsequent und erfolgreich durch. Anno 2003 ist man
beim magischen, dritten Album angelangt und zieht einmal mehr alle seine Register.
"One kill wonder" ist ein brachiales Thrash/Death Metal Album, unverkennbarer
schwedischer Herkunft, das zündet und einem zum Atmen kaum mehr Gelegenheit
lässt. Ein Riff-Gewitter, wie es derber und brachialer kaum sein könnte. "Wir sind sehr oft ins Extreme gegangen";
beginnt Gitarrist Jensen aus Götheborg zu berichten.
"Es ist unser härtestes und brutalstes, aber auch melodischstes Album. Wir
haben uns nichts konkretes vorgenommen, sondern es einfach getan. Wir haben
nach der letzten Scheibe über 200 Shows gespielt, wodurch man mit seinem Songmaterial
sehr eng vertraut wird und wieder nach neuen Herausforderungen sucht, nach Dingen
die neu und aufregend sind sucht. Man kann sagen, dass wir gefühlt haben in
welche Richtung wir uns mit 'One kill wonder' entwickeln wollen."
Man klingt reif und sehr präzise, scheut sich jedoch nicht zu experimentieren
und gelegentlich über den Tellerrand hinauszusehen. Trotz des homogenen Eindrucks,
stammen die Songs aus unterschiedlichen Federn. Riff-Monster Jensen steuerte
selbst vier Songs bei.
"Es sind wohl die vier extremsten Songs, ich scheine das Biest in der Band
zu sein, haha. Ich lass alle meine Aggressionen in der Musik raus, danach habe
ich keinerlei Bedarf über irgend etwas noch böse zu sein. Ich hatte schon immer
dieses Thrash-Feeling in mir, vergötterte Bands wie Slayer, Dark Angel
oder Holy Terror. Auf der anderen Seite mag ich den dreckigen Sound von
Motörhead und AC/DC."
Die Kombination daraus ergibt in etwa den The Haunted-Sound, der
für seine brachiale Gewalt stets bekannt war. Drei der Mitglieder von The
Haunted spielten zuvor bei den legendären At The Gates, während Jensen
einst mit Seance und Satanic Slaughter einige sehr gute Scheiben
aufnahm und mittlerweile nebenbei noch bei Witchery aktiv ist. Die Vorschußlorbeeren
waren demnach nicht zu knapp, doch The Haunted übertrafen gar noch sämtliche
Erwartungen und starteten gleich mit ihrem selbstbetitelten Debutalbum 1998
komplett durch.
"Durch unsere Vergangenheit hatten wir natürlich den Vorteil, von Beginn an
respektiert zu werden, doch es war sicherlich auch Glück dabei, zur richtigen
Zeit zu erscheinen. Witzigerweise kategorisiert uns jeder mit dem man spricht
anders. Einige behaupten, dass wenn es At The Gates noch geben würde,
sie so klingen würden wie The Haunted heute. Wir wissen selber nicht,
ob wir nun Thrash oder Death Metal spielen, das macht es aber erst spannend."
Langeweile wird nicht aufkommen, die ersten Tourneen sind bereits im Gespräch,
aber dennoch hat man bereits schon wieder mit dem Songwriting für ein nachfolgendes
Album begonnen.
"Wir möchten auf alle Fälle im Herbst, nach all den Festivals, wieder ins Studio
gehen. Wir wollen keine Zeit verlieren, wir haben viele Ideen und wollen präsent
sein. Es gibt also keinen Grund sich niederzusetzen und nur Bier zu trinken."
Ein Videodreh steht kurz bevor, wobei man sich noch nicht auf einen Song
einigen konnte. 11 Kracher hat man zur Auswahl, ein Brett ist definitiv jeder
von ihnen. Einmal mehr untermauern The Haunted mit "One kill wonder"
ihren hohen Status und im gewissen Sinne ihre Vorreiterrolle und sorgen für
reichlich frischen Wind.
Das schwedische Metal-Flagschiff THE HAUNTED meldet sich mit einem beeindruckenden neuen
Werk zurück, "The Dead Eye", welches sicherlich die gesamte Metal-Szene überraschen, und
möglicherweise gar überwältigen wird. Seit ihren Anfängen wurde die Band meist als reine Thrash-
Metal-Band angesehen, unter anderem auch aufgrund des Line-Ups, das zwei ehemalige Mitglieder
der legendären Szene-Innovatoren At The Gates in seinen Reihen hat. Doch die Band hat sich über
die Jahre konstant weiter entwickelt und schafft es mittlerweile die eng abgesteckten Grenzen des
Extrem-Metal-Genres ohne weiteres zu durchbrechen.
Nach drei hoch gelobten Album-Veröffentlichungen und weltweiter Tourneen mit Bands wie Napalm
Death, Testament, Entombed, Nine, Cannibal Corpse, Dimmu Borgir, Lamb Of God, Mastodon, Shai
Hulud oder Funeral For A Friend, haben THE HAUNTED ihr bis dato erfolgreichstes Werk mit dem
2004 erschienenem "rEVOLVEr" abgeliefert. Auf letzterem meldete sich der ursprüngliche Sänger
Peter Dolving zurück im Line-Up der Band und schloss damit die Lücke, die er mit dem Verlassen der
Band hinterlassen hatte (er war das letzte Mal auf dem Debüt "The Haunted" zu hören). Seine
intensive, variable Stimme katapultierte die Band zurück ins Rampenlicht und auf ein neues kreatives
Hoch. Nach Veröffentlichung des Albums ging die Band mit Damageplan und Shadows Fall auf USTour,
wonach eine UK-Headliner Tour folgte (mit Martyr AD und Dead To Fall als Support).
Anschließend ging es auf ausgiebige Europa-Tour gemeinsam mit Moonspell und Cradle of Filth. Den
größten Erfolg jedoch konnte die Band jedoch auf dem Ozzfest 2005 verbuchen, bei dem sie jeden
Tag auf der zweiten Bühne vor mehreren Tausend Leuten spielte. Eine weitere US-Tour folgte mit
Meshuggah, God Forbid und Mnemic im Gepäck und eine europäische Headliner-Tour mit God Forbid und God Dethroned setzte den
Schlusspunkt einer massive Live-Kampagne zu diesem massiven Album.
THE HAUNTED verbrachten den ersten Teil des Jahres 2006 damit, an neuem Material zu arbeiten, mit dem erklärten Ziel etwas absolut
Einzigartiges zu schaffen, das Elemente aus vorherigen Alben aufgreift und mit neuen, mutigen Ideen kombiniert. Dolving drückt es wohl
selbst am besten aus: "Dieses Album ist ganz einfach vielfältiger, dynamischer und gleichzeitig hart wie Sau. Freut euch auf ein Album, auf
das wir alle sehr stolz sind!"
Das mit Spannung erwartete neue Album wurde im dänischen PUK Studio (Drums) und dem Antfarm Studio (alles weitere, sowie Endmix)
aufgenommen und von Tue Madsen (Sick Of It All, Himsa, Heaven Shall Burn) produziert. Es stellt sich als das bisher raffinierteste Album
der Band heraus, denn sowohl musikalisch als auch produktionstechnisch bietet "The Dead Eye" Großartiges. "The Dead Eye" ist ein
meisterliches modernes Album; ein wahres Manifest von aufgeschlossenen Musikern für aufgeschlossene Zuhörer. Die beliebten
Markenzeichen, die THE HAUNTEDs Führungsposition in der Extrem-Metal-Szene begründen, wurden ergänzt um eine komplett neue
Dimension im kraftvollen Sound der Band, die anspruchsvolles, dynamisches Songwriting mit cleveren Songtexten verbindet; und Ja, dies
gilt von Anfang bis Ende des Albums, ohne jegliche qualitativen Durststrecken! Extreme Musik hat selten so tiefgründig und persönlich
geklungen…