Mal hart, mal zart
Autor: Markus Eck
(24.03.2010)

Auch auf dem aktuellen vierten Froster-Album "Eiszeit" beweist Frontmann, Aushängeschild, Vokalist und Texter Alexander "Alexx" Wesselsky, dass seine tiefvoluminöse und faszinierend hypnotische Stimme noch immer zu den besten im gesamten Industrial Metal-Bereich überhaupt gehört. So erleben die neuen Kompositionen eine Kehlenkrönung nach der anderen – packende Gänsehautmomente zuhauf inklusive. Denn in Sachen Songtexte, widmet sich der bekanntlich stark gesellschaftskritische Einzelgänger auf "Eiszeit" einmal mehr aktuellen Themenkontexten, die aufgrund der gewählten, nicht selten sehr sarkastischen Wortkonstrukte, jeden geneigten Hörer unweigerlich in ihren Bann ziehen. Und Letzteres kann auch getrost über die Mixtur verkündet werden, welche aus raffiniertem Electronic Trip Rock und Neuer Deutscher Härte besteht.
"Mal abgesehen davon, dass es derzeit kälter sein könnte, geht es mir hervorragend! Danke der Nachfrage", verlässt es den Mund von Alexx. Eisbrecher und kein Ende in Sicht – wie sehr ist die Band eigentlich bislang (besonders in Deutschland) erfolgreich? "Wie erfolgreich man ist, sollte man der Einschätzung anderer überlassen. Wir tun was wir können und hoffen, es kommt an. Wir verkaufen ordentlich Platten, aber es gibt immer noch andere, die die Nase weiter vorn haben im Rattenrennen der Eitelkeiten; das muss sich ändern. Wir sehen das olympisch: Nur ein Platz auf dem Treppchen zählt. Es gibt noch viel zu tun." Im weltweiten Genre Industrial/ Electronic Rock sind Eisbrecher laut Feststellung von Alexx "irgendwo dabei". Wir erfahren weiter: "Wir sind von allem etwas und vor allem immer anders; wir singen Deutsch, wir rocken und wir sehen auch nicht schlechter aus als andere (lacht). Die DJs spielen unsere Songs neben jenen der internationalen Elite; das ist ein gutes Gefühl. Wir sind da! Das muss erstmal reichen." Auf musikalischer Ebene erwartet die Hörer auf dem aktuellen Album eine musikalische Reise durch Lust, Schmerz, Leid und Euphorie, so der Vokalist. "Also genau das, was an uns interessierte Hörer erwarten dürfen: Mal hart, mal herzlich, mal Zuckerbrot, mal Faust! Das Album ist rockiger als ‚Sünde‘, uns gefällt es und es wird gut ankommen! Die Clubs dürfen sich auf neues Tanzfutter freuen." Als wir zu musikalischen Einflüssen übergehen, welche die neuen Songs prägten, nennt mir mein Gesprächspartner Folgendes: "Popmusik, Rockmusik, EBM, Gothic. Billy Idol, Sisters Of Mercy, Depeche Mode, Nine Inch Nails. Alles Mögliche, wie bei den Vorgängeralben auch; Ohren geputzt und aufgemerkt. Wir verstecken unsere Anspielungen und Einflüsse nicht."
Süße Sünde
Autor: Lisa Hofer
(24.06.2008)
Alexx und die Eisboys haben ihren Dampfer auf Kurs gebracht. Das Ziel: die Spitze der Musiklandschaft. Mit ihrem neuen Album "Sünde" machen sie auf ihrer Fahrt reichlich frostige Hindernisse platt, denn auf der Scheibe geht es heiß her, und so schmelzen nicht nur die Eisberge dahin.
Alexx zeigt sich stolz über sein neues Baby und stellt mit einem viel sagenden Grinsen fest: "Ohne Sünde geht gar nichts. Man kann Kindern keine Angst machen, öden Ehefrauen und Ehemännern nicht fremdgehen, Angestellte nicht ausbeuten, mit dem Sauberfinger nicht auf böse Menschen zeigen, keine schwarzen Clubs besuchen, keine böse Musik machen und sich von den Blutsaugern der Musikindustrie nicht aussaugen lassen. Man kann auch keine Kriege führen oder sich von Benedikt XVI. heilig sprechen lassen. Hape Kerkeling hätte seinen Pilgertrip nicht machen können und Millionen Einfaltspinsel hätten sich keine Löcher in ihre Ökosandalen gelaufen. Ohne Sünde hätte Eva wohl in Adams Nase beißen müssen, weil weder Apfel noch Schlange da gewesen wären. Es ist ein Album für alle! Chapeau Eisbrecher! Hier wird sich jeder wieder finden, selbst wenn die Musik nicht gefallen sollte, wovon wir natürlich nicht ausgehen". Gelegentlich erinnert "Sünde" an Rammstein: "Nachdem Rammstein eine immens erfolgreiche Band ist, könnte uns der Vergleich zur Ehre gereichen. Mit den Erfolgreichsten, was nicht heißen muss den Besten, verglichen zu werden hat manches für sich. Dennoch möchten wir klarstellen: Wir sind die mit den Melodien, wir sind die mit den abwechslungsreichen Alben, wir sind die mit den anderen Themen und wir können auch mehr als nur Zweisilber grunzen. Wir sind anders, aber durchaus attraktiv für Rammstein Fans." Thematisch geht es auf "Sünde" heiß her, doch Alexx scheut Verbrennungen nicht: "Rockmusik ohne Ecken und Kanten ist ungefähr so spannend wie Müsli zum Frühstück oder Nordic Walking. Wer will schon von allen geliebt werden, wenn er nicht Bundespräsident oder Johannes B. Kerner ist? Ob das ein Erfolgskonzept ist, weiß ich nicht. Wir sind wer wir sind und haben es nach so vielen Jahren im Geschäft alles andere als nötig, unser Fähnchen in irgendeinen lauen Wind zu hängen. Es gibt uns nur so und wem das nicht passt, der kann mit Unheilig oder Oomph! glücklich werden." Alexx, der keine seiner Sünden bereut, freut sich auf die Reaktionen seiner Fans: "Sie werden sich vor Glück in die schwarzen Kittel machen und feststellen, dass "Sünde" jeden Cent wert ist!"
I. "Und es wurde kalt!"
Das Projekt Eisbrecher wurde in einer lauen Sommernacht im Jahre 2002 von Alexx Wesselsky (Text/Gesang) und Noel Pix (Komposition/Keybords, Gitarre, Programmierung) in Angriff genommen; beide waren schon vor Eisbrecher mit der Rock-Formation Megaherz sowohl im deutschsprachigen Raum, als auch im Ausland (v. a. in den USA) erfolgreich.
Die Lust auf etwas Neues, auf harte Musik jenseits gängiger Metal-Klischees, hatte Alex und Noel nach ihrer Megaherz-Kampfzeit wieder zusammengebracht. Der charismatische, impulsiv-querköpfige 2-Meter-Provokateur Alex und das sensible, superdisziplinierte, charmant-freche Musik-Genie Noel haben sich gegenseitig in alle Einzelteile zerlegt und wieder zusammengebaut, haben sich gefetzt, gemieden und vertragen. Das Ergebnis dieses Prozesses heisst Eisbrecher.
Die Musik von Eisbrecher ist moderner, elektronischer Rock. Emotional, ehrlich und direkt. Die Elektronik bildet die Basis, von welcher aus Alex und Noel je nach Thematik härtere oder sanftere Töne anschlagen. Das Programming ist das Herzstück der Vision, die Eisbrecher von modernem Rock haben: interessante Songs, modern verpackt und tanzbar. Diesen Kurs behalten Eisbrecher auch 2006 bei, wenngleich die Gitarren spürbarer, effektiver, präsenter werden und sich "Antikörper" somit in rockiger präsntieren wird als sein älterer Bruder.
In ihren Texten begeben sich Eisbrecher auf eine Reise durch individuelle und zwischenmenschliche Gefühlszustände in einer kälter werdenden Welt. Es geht um das Ich und Du als Wir im Hier und Jetzt; und um das, was man daraus macht.
II. "Und es blieb kalt!"
Nach den beiden Club-Singles "Mein Blut" und "Fanatica" (beide 2003) erschien im Januar 2004 das erfolgreiche Debut-Album "Eisbrecher" (Zyx Music), welches sich bis dato weltweit ca. 20.000 mal verkaufte. Für einige Furore sorgte die gewagte Aktion, dem verzweifelten und stigmatisierenden Kopierschutz-Trend der Tonträgerhersteller gegenzusteuern, indem der Erstauflage des Albums 2 bedruckte Rohlinge für die legale Privatkopie beigelegt wurden. Der Album-Track "Schwarze Witwe" avancierte zu einem Club-Dauerbrenner und erfreut bis heute die Tanzherzen der Rocker und Gothen gleichermassen.
Im Frühjahr 2004 absolvierten Eisbrecher ihre erste Headliner-Tour in Deutschland und Österreich, gefolgt von diversen Festivalauftritten (u.a. "13. Wave Gotik Treffen" in Leipzig, "Deep Impact Festival" in München, "Campus Invasion Uni-Paderborn", "Biker Festival Schleiz") und einzelnen Einzel- und Support-Shows in 2005 (u.a. "In Extremo", "Das Ich"). Am 26.12.2005 bestritten Eisbrecher ihr vorerst letztes Live-Konzert beim "Noel Noir festival" in Augsburg (u.a. mit "Suicide Commando") um sich ganz der Erschaffung des zweiten Langeisens zu verschreiben, welches ab dem 06. Oktober 2006 den Freunden harter, emotionaler elektro-Rock-Musik wohlig-eisige Schauer über den Rücken jagen soll.
III. "Eiskalt erwischt!"
Durch die Live-Vorbereitungen und Bühnenerlebnisse war aus dem 2-Mann-Projekt Eisbrecher die 6-köpfige Rockband Eisbrecher geworden. Und mit dem zweiten Album "Antikörper" zollen Noel, Alexx und Live-Keyboarder Max (der seit 2003 auch als dritte Kraft ins Songwriting involviert ist) den Eindrücken und Erfahrungen aus den Shows Tribut: mehr Gitarren, mehr Härte auf der einen Seite, mehr Pop, mehr Melodie auf der anderen. Album II wird eine klare Weiterentwicklung und Veränderung von Eisbrecher hör- und spürbar machen, weil Eisbrecher inwischen eine Geschichte haben, einen Weg. Die letzten 4 Jahre haben ihre Spuren in Eisbrecherland hinterlassen.
Mit neuer Rock/Metal-Plattenfirma (AFM Records) und gewohntem Exotenstatus in deren Artist Roster (Doro, U.D.O, Destruction, Axxis), mit neuem Vertrieb (Soulfood) und neuen Strukturen an Bord lautet die eisbrecherische Devise 2006:
"Zieht Euch warm an! Eine neue Eiszeit beginnt!"