The Metal opera pt. I - Avantasia - 2-LP
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Ausverkauft!| Artikelnummer | 204068 |
| Erhältlich seit | 29.07.2011 |
| Format/Produkt | 2-LP |
| Kategorie | Vinyl |
| Genre | Symphonic Metal |

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Interview

Mystische Märchenzeit
von Adam Weishaupt (08.03.2013)Engel, Legenden und jede Menge Rock `n´ Roll
von Adam Weishaupt (20.03.2010)"Wenn man sich im Leben auf die Dinge konzentriert, die man liebt, ist man zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande, ohne dass man das Gefühl hat, überhaupt zu arbeiten. Das Geheimnis liegt einfach darin, das zu tun, was einen glücklich macht", erklärt Tobi seinen Geniestreich und betont dabei, dass er dies jederzeit wiederholen würde. "Es mag nach außen wie Stress wirken, aber ich hatte die ganze Zeit großen Spaß und viel Enthusiasmus. Es wäre doch wirklich unabgebracht mich darüber zu beschweren, im Studio mit meinen Idolen gearbeitet zu haben und Songs mit dem besten Produzenten der Welt aufgenommen zu haben. Man fragt einen Formel 1 Fahrer nach einem erfolgreichen Rennen doch auch nicht, ob er noch einmal fahren würde, nur weil er vielleicht etwas durchgeschwitzt ist. Ich habe gerade zwei wunderbare Alben aufgenommen, die in die Rockgeschichte eingehen. Oder vielleicht auch nicht. Aber verdient haben sie es zumindest. Und Spaß hat's gemacht, auch wenn kein Schwein sie kauft!" Um diese Gefahr auszuschließen, muss man sicherlich kein Prophet sein, denn selbst die kritischen Medien sind sich einig und sprechen von Sammets besten Kompositionen. "Man steckt nie drin, manchmal hat man drei gute Ideen auf einmal und manchmal sitzt man einen Monat vor einem weißen Blatt Papier und es kommt nur Scheiße dabei raus", entgegnet Tobi hinsichtlich seines unerschöpflichen Fundus an Inspiration. "Kreativität ist wirklich ein unberechenbares Mistding! Ich glaube, dass ich inzwischen ganz gut weiß, wie ich mich in die richtige Stimmung bringe um kreativ zu sein. Aber wenn du eine Platte machst und jeden Tag neue Ikonen ihr Mitwirken ankündigen, dann beflügelt das auch die Kreativität. Es ist doch ein Geschenk des Lebens, mit Leuten wie Alice Cooper, Mitgliedern von KISS, Savatage, den Scorpions, Magnum, Symphony X, Judas Priest und all diesen Legenden zu arbeiten." Dabei fällt es auf, dass auch sämtliche der vertretenen Gastmusiker über sich hinausgewachsen sind und oftmals die großartigsten Nummern seit Urzeiten singen. "Unterm Strich ist es so, dass die beteiligten Musiker allesamt Koryphäen auf ihrem jeweiligen Gebiet sind. Du brauchst einem Klaus Meine nicht zu sagen, wie er seine Stimme einzusetzen hat. Der hat schon Klassiker aufgenommen, da habe ich noch in die Windeln geschissen, haha!" Mit selbigem ist das hitverdächtige "Dying for an angel" entstanden, zu dem Avantasia auch einen Clip gedreht haben. "Klaus ist cool! Der einzige größere Unterschied zwischen Klaus und mir liegt in geschätzten 70 Millionen Alben, die er mehr verkauft hat. Ein Pappenstil, haha..." Highlights gibt es unter den 22 Tracks zuhauf. Herausragend sind jedoch neben dem fantastischen "Scales of justice" mit Ripper Owens, vor allem die Tracks mit ex-Helloween Frontmann Michael Kiske am Mikro. "Es ist natürlich kein Geheimnis, dass ich die beiden ersten "Keeper..." Alben von Helloween liebe. Besser als Helloween konnte man diese Art von Musik damals nicht umsetzen. Unterbewusst geht das natürlich dann in so eine Richtung, wenn man einen Song für Michi Kiske schreibt." Ebenso scheinen Jorn Lande sämtliche Tracks auf den Leib geschrieben zu sein, wobei hier klar wird, dass die beiden Musiker auf einer Wellenlänge liegen. "Jorn ist wahnsinnig vielseitig, er hat sehr viel Gefühl in der Stimme und er ist darüber hinaus ein absolut liebenswerter Typ. Unsere Parallelen? Wir reden beide sehr gerne, sehr viel und wenn möglich ohne störende Satzzeichen!"
Metal für die Massen
von Jürgen Tschamler (28.12.2007)Tobi, wo lag die größere Herausforderung bei diesem Album: So viele bekannte Musiker wie möglich in das Projekt zu involvieren oder sich musikalisch von den beiden Vorgängern abzuheben? "Weder noch! Ich bin bei der Einladung der Gastmusiker meinem persönlichen Geschmack gefolgt, ohne dabei ihren Bekanntheitsgrad über zu bewerten. Natürlich schmeichelt es einem, wenn man mit Alice Cooper oder Rudolf Schenker arbeiten darf. Aber das sind für mich großartige und einzigartige Musiker, die viel für unser Genre getan haben. Und bewusst von den Vorgängeralben abheben wollte ich mich gar nicht. Es ist klar, dass das passiert, wenn man nicht auf der Stelle tritt. Ich bin heute viel reifer, die Platten sind dimensionaler, weil ich mich traue, Neues auszuprobieren und schlicht und ergreifend ein besserer Musiker geworden bin - mit einem größeren Budget und einem besseren Aufnahme-Team." Bei welchem Musiker musstest du die meiste Überzeugungsarbeit leisten, dass er auf "The scarecrow" mitmacht? "Ich musste niemanden ins Studio treten. Wir machen Musik, weil wir sie lieben und da wäre es falsch jemanden zu überreden, der eigentlich mit dem Herzen nicht dabei sein möchte. Ins schwitzen kommt man bei solchen Mammutproduktionen eher, weil man die verschiedenen Zeitpläne koordinieren muss. Wir haben in einem der renommiertesten Studios aufgenommen, d. h. da ist es auch nicht einfach kurzfristig einen Termin zu finden. Andererseits konnte Eric nicht zu langfristig planen, weil ihm ja immer eine Kiss- oder Alice Cooper-Tour dazwischen kommen kann." Hast du einige Songs an beteiligte Musiker angepasst oder mussten die sich mit komplett fertigen Songs zufrieden geben? "Man hat schon gewisse Stimmen beim komponieren im Kopf. Wenn man einen Song wie ,Eagle fly free', oder in meinem Fall ,Shelter from the rain' schreibt, dann kann den nur Michael Kiske singen. Bei Alice Cooper stand zunächst der Song ,The toy master', dessen Gesangslinie und Text ich dann aber total umgekrempelt habe, als klar war, dass Alice eine Zusammenarbeit in Aussicht stellte. Aufgrund des Konzepts kann es aber schon passieren, dass kurze Passagen auch mal von jemandem gesungen werden müssen, der vielleicht nicht prädestiniert dafür ist. Da ist dann Improvisationstalent und Flexibilität gefragt. Vom Songwriter und vom jeweiligen Sänger." Wie wird dieses Album live präsentiert? Werden einige der involvierten Musiker auch live dabei sein? "Ja, wir werden einige Sommer-Festivals weltweit headlinen. Klar werden da möglichst viele der involvierten Musiker mit dabei sein. Es wird zwar keine chronologische Handlung im Musical-Stil vorgespielt, zumal auch die ersten beiden Avantasia-Alben berücksichtigt werden sollen, aber trotzdem wollen wir eine fette Allstar-Show bieten."
Mit Lichtgeschwindigkeit in neue Dimensionen
von Lisa Hofer (25.09.2007)Die EPs werden in zwei unterschiedlichen Ausführungen zum Preis einer Single erhältlich sein -darauf legt Tobias großen Wert. "Wir haben nachgerechnet wie viel für uns dabei rumkommt und mir wurde schwindelig bei dem Gedanken daran, wie viel Geld ich verschenke. Aber es ist hier, wie überall im Leben, ein Geben und Nehmen. Ich hoffe, dass die Fans es uns danken und auch das Album, das Anfang nächsten Jahres erscheint, kaufen werden. Die Gier nach schneller Kohle hat langfristig so vielen Bands das Genick gebrochen, darauf habe ich keinen Bock. Mir reicht es auch, wenn ich erst in zwanzig Jahren Multimillionär bin", grinst das Stimmtalent spitzbübisch. Bei "Lost in space" geht es um mehr als ein Wurmloch im All: "Der Song repräsentiert einen Teil der Geschichte. Ich rede nicht vom Verlorensein im Weltraum, sondern von der Situation, wach zu werden und nicht mehr zu wissen, wer man ist und wo man im Leben steht. Der Protagonist wird mit allerhand Gewissensbissen konfrontiert. Musikalisch ist der Track eine typische Midtempo-Nummer mit eingängigem Refrain, wir haben dem Song einen melancholischen U2-Touch gegeben, was ihm sehr gut zu Gesicht steht. Ich wusste nicht, dass ich so natürlich singen kann, das war eine ganz neue Erfahrung." Tatsächlich ist die Nummer sowohl eingängig, wie auch nachdenklich - ein Volltreffer beim ersten Hördurchlauf. Das wohl markanteste Kennzeichen an "Lost in space" sind Tobias' unverwechselbare Stimme und die wuchtigen Arrangements. Der Song könnte problemlos ein großes Publikum, weit über die Genre-Grenzen hinaus erreichen. Hat Tobi etwa einen Plan geschmiedet, um die internationale Musik-Szene zu unterwandern? "Ich fühle mich in der Rock- und Metal-Szene sehr wohl, aber grundsätzlich möchte ich immer das tun, was mir Spaß macht, unabhängig davon, ob man das als Musiker einer bestimmten Stilrichtung darf oder nicht. Dafür nehme ich seit Beginn meiner Karriere in Kauf, immer mal wieder von konservativeren Metal-Fans was auf die Fresse zu kriegen. Insgesamt kann es nie schaden, wenn meine Musik von mehr Leuten gehört wird, aber es ist sinnlos das beim Songwriting zu forcieren, man kann so etwas nicht planen", so Herr Sammet über die Arbeit an den hitverdächtigen EPs.
Vom Pendeln zwischen den Welten
von Michael Hilscher (12.07.2002)
"Ich muss mich selber erst mal wieder in die Geschichte rein denken, aber ich habe mir noch gar nicht überlegt, wie man die Geschichte effektiv kurz zusammen fassen kann", gesteht er, ist dies doch eines der ersten Interviews, die er anlässlich der Albumveröffentlichung gibt.
"Ich habe mir die Geschichte natürlich ausgedacht, aber einige der
Charaktere wie z. B. den Papst hat es wirklich gegeben. Und in Mainz ist es im Mittelalter bei der Hexenverfolgung wirklich rund gegangen, aber was im Land Avantasia passiert, ist natürlich Fiktion. Beim ersten Teil war die Geschichte ja schon detailliert aber auch kompliziert dargestellt. Bei dieser CD ist das nicht ganz so."
Die Komplexität der ersten CD wurde inhaltlich nicht, musikalisch aber sehr wohl, beibehalten. Zum Vergleich zieht Tobias Opern-König Wagner heran.
"Nimm Opern von Wagner wie den Nibelungenring, die sind nicht annähernd so detailliert beschrieben, da müssen sich die Hörer auch etwas dazu denken. Ich kann diesem Zwang, alles im Booklet zu erläutern, im zweiten Teil nicht nach kommen. Es sind auch viele Leute zu mir gekommen und haben gesagt, dass sie die Erläuterungen angefangen hätten zu lesen, sie es dann aber
aufgegeben hätten, weil es zu kompliziert wurde oder sie nicht so gut
Englisch konnten. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Es reicht völlig, dass die Leute die Stimmung der Story erfassen."
Auch wenn es sich bei Avantasia zum großen Teil um ein Fantasy-Konzept handelt, so ist inhaltlich doch ein Bezug zu realen
gesellschaftlichen Entwicklungen gegeben.
"Die Idee zur Story kam durch verschiedene Aspekte zustande. Einerseits habe ich mich damals sehr für Verschwörungstheorien interessiert, das tue ich heute auch noch. Wenn du weltpolitische Dinge beobachtest und versuchst die Zusammenhänge dahinter zu sehen, warum manche Sachen passieren, dann kann man auf die Idee kommen, dass das so ist, weil jemand ein Interesse daran hat", führt er aus.
"Du brauchst nur den Fernseher anmachen und sehen, was da läuft. Ich habe mir also nicht gedacht, ich möchte eine Geschichte erfinden, sondern hatte gewisse Fragen, die ich mir dann so quasi selber beantwortet habe. Und die Hintergründe habe ich mit historischen Fakten ausgefüllt und meiner eigenen Fiktion verwoben. Ich wurde oft gefragt, ob ich damit speziell die katholische Kirche irgendwie angreifen will, aber dem ist nicht so. Das ist nicht ausschließlich auf die Kirche gemünzt. Sie ist für mich eher ein
Pendant zur Presse heute. Es ist ein Mittel, Wissen willkürlich zu
kanalisieren und weiter zu geben an die Stellen, an die man das weiter geben will und Wissen auch zu portionieren, damit der obersten Instanz nicht Schaden kann. Wissen ist definitiv Macht und vielleicht sind wir sogar froh drum, dass wir nicht alles wissen. Ich wollte in erster Linie eine Heavy Metal-Platte machen mit Konzept dahinter."
Wobei sein Mißtrauen gegenüber den Medien ja durch die Pleite des Kirchkonzerns von einer gewissen Aktualität zeugen.
"Bei der Kirchpleite bin ich geteilter Meinung, da ich auch Fussball-Fan bin, wobei es mich ein bisschen freut. Aber Schadenfreude ist was ganz ungesundes. Warum soll ich mich freuen, wenn es jemand anderem schlecht geht? Andererseits saßen die schon etwas auf dem hohen Roß. Die Politik des Konzerns hat den Konzern letztlich da hingeführt, wo der Konzern heute ist und von daher ist Schadenfreude etwas naheliegend. Sie waren durchaus arrogant und hatten in manchen Bereichen schon fast eine Monopolstellung", gibt sich Tobias zurückhaltend. Trotz dieser interessanten Story
steht bei Avantasia aber die Musik im Vordergrund.
"Es ist jetzt nicht so, dass die Geschichte völlig gestanden hat und ich dann anfing einen Song für Avantasia zu produzieren. Musik ist für mich immer noch eine emotionale Momentaufnahme. Man hat eine Idee im Kopf, musikalisch, und will die zum Ausdruck bringen. Man spielt das einfach mal und nimmt es auf mit einem Diktiergerät. So hatte ich viele Songideen fertig. Damals arbeiteten wir mit Edguy am Re-Release von "Savage poetry", also altes Material, und deshalb konnte ich alle neuen Ideen für Avantasia nutzen", wirft Tobias noch einmal den Blick zurück zur Entstehungsphase.
"Und dann fängst du an die verschiedenen Momente und die Emotionen der Geschichte mit der Musik zu verbinden. Du hast einen düsteren Teil in der Geschichte und dann schaust du, was musikalisch am besten dazu passt. Zum Teil habe ich kleinere Parts auch bewusst komponiert, aber das meiste war schon vorher da und habe es dann mit der Geschichte in Einklang gebracht."
Aber nicht alle Songs sind wirklich inhaltlich mit dem Konzept verbunden. Entscheidend ist die Musik und die mit ihr verbundene Emotion, wie Tobias erklärt.
"Manche Songs drücken auch einfach nur eine Stimmung aus, ohne konkret mit der Geschichte verbunden zu sein. Es gibt zum Beispiel eine Ballade, die heißt "Anywhere", wo es um das Gefühl geht jemand anderen zu vermissen. Es ist nicht so, dass du die Platte hörst und die komplette Geschichte darin wieder findest."
Natürlich hat Tobias auch bei diesem Album wieder jede Menge prominente Mitstreiter für das Projekt gewinnen können. Neben den Metalkollegen von der ersten Scheibe (u.a. Kai Hansen, Timo Tolkki, André Matos, David DeFeis) konnte er noch Magnum-Sänger Bob Catley und ex-Kiss Sänger Eric Singer für eine Mitarbeit gewinnen.
"Bei Bob habe ich einfach seine Managerin angerufen und ihm dann Musik zugeschickt. Das hat ihm gefallen und so war er mit von der Partie. Er singt zwei Songs fast alleine. Bob war bei mir im Studio und wir haben die Nummern dann dort gemeinsam aufgenommen. Das war schon toll, denn ich bin ein echter Magnum-Fan", gerät Tobias ins schwärmen.
"Eric Singer habe ich auf einem Festival getroffen, und da habe ich ihn gefragt. Ihm gefiel, was wir mit Edguy gemacht haben und so hat er sich dazu bereit erklärt den letzten Song einzuspielen. Eric hat die Nummer bei Gilby Clarke(Ex-Guns 'N Roses) im Heimstudio aufgenommen."
Eine Bühnenaufführung ist für Avanatasia übrigens nicht geplant, da Tobias das zu risikoreich ist.
"Mit Edguy haben wir zwei Songs live performed, mehr nicht. Ich will auch nicht zu den Leuten gehören, die jetzt definitiv etwas verneinen und sich dann in einem halben Jahr anders entscheiden. Aber ich gehe eher davon aus, dass das nicht passiert. Denn wenn man so etwas macht, dann muss man es auch richtig machen. Es bringt keinem was, wenn man für ein paar Mark Gewinn etwas halbgares auf die Bühne bringt und den guten Namen dieses Projekts damit ruiniert."
Wohl war, das ist Credibility zur rechten Zeit!
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